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FROM-THE-LIBRARY-OF
-KONRAD -BURDACH-
JACOB Ru?Tp. ::
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ADAM HMD BGETA.
brlAutbrt und hsrausgbobbbn
VON
HERMANN MARCUS K0TTIN6ER,
raKVMVAmutmiBm*
XXVI. BAND
DER
BIBLIOTHEK DER DEUTSCHEN
NATION Ali - LITERATUR.
QUEDLINBURG UND LEIPZIG.
DRUCK UND VERLAG VON GOTTFRIED BASSE.
MDCCCXIiVIII«
BURDACH
Tt.
HERRN
THEODOR VON MMJM,
SGBIPTOR AN DER HOFBIBLIOTHEK UND MITGLIEDE
DEB K. K. AGADEMIE DEB WISSENSCHAFTEN IN WIEN,
MIT HOCHACHTUNG UND ERGEBENHEIT
GEWIDMET VOM
HEIIAUSGEBBR.
iv]S0?^^82
VORREDE.
J^ vorliegende si^auepidy Adam and HeT«, id unprünglieh,
und zwar 1550, m Zürü^ ereckienen. Fofi der ereien aufhge
smd in dieeer etadtf $o viel ich weiss, nur noch xwei exemplare
vorhanden; das eine hefmdei sich auf der sladAMioihek, das an-
dere besüxt herr professor ßünüUer, Die neue aufläge des gedidk-
tes ist nach einer von dem letzteren exemplar genommenen ab-
sehriß verasistabet worden. Der vcüständige titel des shkkes heisd:
Eid düw und lustig spil Ton der erschaffung Adams and HeT»,
auch irer beider fal im paradyls; gespiit von einer löblichen bar-
gerschafil Zürych off den 0. and 10. tag Junii im 50. jar; fast
textlich, onet was die action xoogetragen; sampt den Concor-
dantzen. — Dareh Jaoobom Rüeff, steinschajder Zärych. Die
iMischen concordanxen sind dem teode zur seite gedrudu, Sie
sind aus dem buche Genes, kap. 2 bis 1 genommen. Nach dem
gedickte feigen nadUräge zu den drei scenen, in denen die teufel
auftreten: sie waren im texte aus versehen weggeblieben. Eine
zweite beäage enthält eine berechnung des abers der aUväter nach
Genes, kap. 5 und 11 und nadi Ex. kap. 6. Am ende des buches
Hehi die anzeige: Gedruckt zuo Zärych by Gbristoffel Froschouer
im 1550. jar. Ich beschränkte mich darauf, von meinem original
eine treue abstkrifi zu geben. Die concordanzen und die zweite
heUage Hess ich als unnützen ballast weg. Auch in den erläute-
rangen f welche idi dem werke beigegeben, befolgte ich das gesetz
der Sparsamkeit, so weit höhere rikksichten diess gestatteten. Ich
habe desswegen häufig auf meine erläuterungen zu Ruffs Etter
Heini, der im vierzdmten bände der bihliothek enthalten ist, hin-
gewiesen, und ich konnte diess um so fUglicher thun, da in bei-
den stmdsen häufig diesdben ausdrucke vorkommen. In dem war-
terverzeichnisse jenes bandes findet man auch die dialectisphf^ for-
men verschiedener verben angegAen. Eben so wurden diejenigen
mittMochdeutsehen ausdrüdke und formen, welche in Ziemanns
VI Vorrede.
bekanntem wörterh'uche zu finden sind, als bekannt vorausgesetzt
und in der regel nicht erläutert.
lieber die in dem stücke beobachtete Orthographie und die ab-
weichungen, welche ich mir von derselben erlaubt habe, scheinen
mir einige bemerkungen nöthig zu sein. Sie hat im ganzen viel
regelmässiges an sich. . Jede verszeik ßngt mit grossen initialen
an; mit eben solchen sind die Wörter gott und herr (= gott) ge-
schrieben; bei anderen Substantiven dagegen ist diess nur selten der
faü. Immer findet mem geschrieben: uff, ok Vorwort i und uf, nb
vorsähe; wh wird und er wirt; dafs (die cemjunctiony, wenn das
fürwort enditiech dabei steht, z. b. dafsd' ntt inuoftt slarbeo; eben
so dafs' =^ dass es oder däss sie; hat (präi.) und hatt (präterJ);
jn (das füru>ort); hafsz (iöol zum unterschiede vpn halk 3=; hose)
u. s. w.
GMchwol finden eich noeh viele unregelmässigkeüen; einige
ders^en wiU ich hier anführen. So haben mehrere cdjtctwi
grosse, imtiolen. Häufig werden mä einander verwet^eeü:. a und e
z. b. äsaen und essen > fiirnäü. tmd fumeo» gmeldt und ^mäidty
helffeo und hSlSm^ männlifi und mennlin; i und y js. i. lydeti«
loe und Udenlos, syn und sin; ei und ey z. b. kaib und k^b;
V und f z. b. yast und Cast, Yolgeh und folgen; harte und weiche
consonanten z. b. niemant und niemand, verdilcken und vertil-
cken, dochier und toobter. In einem und demselben worte ist der
consonant bald verdoppelt, bald nicht z. h. allensammen und alten«-
samen, alls und als, alfs und als, dapffer und dapfer, defs und
des, frömmd und frömd, thett und thät, t^illicht tiiui vilicbt,
jmm und jn , inn und in. Eben so verhält es sich mit den Selbst-
lauten z. b. gaat und gat (auch wol gadt), keereft und k^en, er
Staat und stat, weeren und wer^n, gseen und gsan«
Diesen unregehnässigkeüen suchte ieh ahz^ikelfen und mehr
gleichförmigkeit in die Schreibung zu bringen, was. mir freüid^ sehr
viel muhe verursachte, ohne dass es mir jedoch ganz gelungen wä*-
re. Ich befolgte bei meinen Verbesserungen besiimmte^ regeln, die
ich nun mittheile. Diejenigen Uförür, wekhei auf zweierlei art ge*
schrieben sind, und häufig vorkommen, sehriei ich so,- wie ieh
sie meistens geschrieben fand, die selten wiederkehrenden cAer
nach den allgemeinen regeln der Orthographie, d. h.:
1) meistentheils nach der noch jetzt in der Schweiz herrsdienden
ausspräche des alemannischen diakktes z. b. miifinin, läAiblin,
Vorrede. vii
sebnüit, Stilen, sehähen. Deintegen bekielt ich auch in m^re-
ren wartem den harten consonanien (der mhd. dehreüboft entge-
gen) bei JB. b. prästen^ pnist, pridt; mhd. brüten, brust, brist.
iVtir mit dem warte kuromer, welches im votkmiunde noch jetzt
kninber lautet, machte ich eine ausnähme, weil ich es überall,
wo es vollständig geschrieben ist, mit mm fand; meistens er*
scheint es aber in verkürzter form (kumer);
2) nach der, ableitung z. b. mtk^nm, IMmblin, viHicht, ies) %är;
3) nach dem allgemeinen alten schreibgebrauche z. b. seyn, geseyt.
Bisweilen folgte ich Pictorius, weil er ein vorzüglicher re-
Präsentant dieses Schreibgebrauches ist. üeberhaupt aber stimmt
seine Schreibart mit derjenigen unsers gedicktes meistentheils
über ein. — Die Wörter, in denen y = ei, schrieb ich mit y z.
b. gyt fgeizj, syten, das verb syn, das letztere auch in der ab-
sieht, um es von dem ßrworte sin zu unterscheiden; in den
übrigen fallen behielt ich das einfache i bei z. b. zeigen , beiter.
tfoch schrieb ich: das meer, zum unterschiede von mehr.
Den text schrieb ich in allgemeinen genau ab; nur offenbare
druekfehler verbesserte ich. Anstatt k, i schrieb ich ä, ö, anstatt
u und ü; uo, tie; das h steBte ich durch b dar. Den apostroph
geiraudUe ich, Mm ^«19» leser das gedwht verständlicher zu machen;
doch behielt ich die zusammenziehung mit den vorw&rtem bei, und
zwar sdbst da, wo sie jetzt nickt mehr gebräuchlich ist z, b. dur'n.
Der deuüichkeit wegen trennte ich auch die artikd und die pers&n^
liehen fUrwörter von den Wörtern, mit denen sie im. original ver-
bunden sind z. b. d' muoter, 's wort. Endlich führte ich auch
die interpunction, die im original gröstentheils fehlt, überall durch,
und zwar so genau, als möglich, um auch dadurch die Verständ-
lichkeit des Werkes zu erleichtem.
Und so wäre denn noch ein werk eines der vorzüglichsten äl-
teren dichter der Schweiz den freunden altdeutscher literatur zU"
gänglich gemacht und dem staube der Vergessenheit entrissen; das
dritte, welches in neuerer zeit von demselben wieder erschienen
ist y. Möglich, dass ich, wenn mir die umstände günstig sind,
noch ein viertes folgen lasse.
Schliesslich sei mir noch gestattet, denjenigen männem, welche
^) Das erste, nämlich „Wilhelm TheW*, hat Fr. Meyer 1843 in
Pforzheim herausgegeben.
▼in Vorrede.
midi bei der herausgäbe dieses b%tdte8 auf irgend eine weise fin/er-
stüizi haben, insbesondere herm professor Dr. Ettmüller, der
mir nichi nur sein original zum abschreiben iiberKess, sondern
auch bei der ausarbeitung der erläutenmgen sehr behülflich war,
femer herm archivar Meier von Knonau und herm professor
Dr. Vögel i bei diesem anlasse öffentlich meinen wärmsten dank
auszudrücken.
Unterstrass bei Zürich, im merz 1848.
H. M. K.
Berichtigungen.
Da ich wegen der weiten entfemung vom druckorte die corredur
des Werkes nicht selbst besorgen konnte, so haben sich mehrere
druckfehler eingeschlichen^ welche ich den leser *u verbessern bitte.
Man lese also: v. 80 din statt die, 88 sConb st. «tnöb, 357 gföegt,
&91 s' st. 's, 668 an, 715 ensest, 858 g'wäss, 1833 dann, 2235 nir,
2309 bäbery, 2310 glychrsnery, 2324 bafs in st. bafs, nach 2374 kert,
2377 jememier, 2432 bliiol, 2648 all, 2982 dem st. den, 3114 bider-
mann, 3523 bnfe, 3662 ir st. In, 3769 defs st. dafs, 3910 wir st wirt,
4323 den st. denn, 4667 weisst, nach 5016 st. der andre: der erste,
5270 biibery, 5288 vil st wil. Man streiche das komma in vv, 765,
1290, 1377, 1527, 2836, 3571, 2241 vor alU; setze es in 1669 nach gä-
ben, 2275 nach suochen, 2277 nach han, 3244 statt des semik.y 3405
nach linderscheid, 3827 nach bessrting, 3836 nach überg&ben^ 4103
nach vlle, 5241 nach verzeert; 1269 stehe nach Pandytn ein pnnkt.
Die w. 541 u. 542 sind einzuklammern, und die punkte zu streichen.
PERSONEN.
Ptrmmtn ffet entern tage.
1. Grors herold.
S. Ein junger kiiab^ C^prach
Arganefif).
9. Gott, der vatter.
4. Erst \
5. Ander i
6. Dritt / ■^*'" «"««••
7. Vicrdt )
8. Michael.
9. GabriSl.
10. Erat I .
11. Ander K*^ «^•
U. Dea tfifela bottachaflt.
*19. Lacifer
14. Salaa
15. Erst
16. Ander > tfifel.
17. DHU
18. Vierdt
19. Funflk
20. Adam.
21. Heva.
22. Der Sclilang.
23. Tod.
24. Kain, der erat ann Adama.
25. Galmana, sin vryb.
26. Habely der ander ann Adama.
27. Delbora.
PerBonen det andern tags.
Der stammen Kalns.
28. Hanpcli, der erat sun Kaina.
29. 8in wyb.
80. Irad, Hanocha aua.
31. Sin wyb.
32. MehojaSl^ Irada sun.
33. Sin wyb.
34. Metiiiuael.
ixxyi]
3».
36.
87.
38.
39.
40.
41.
42.
43.
44.
45.
46.
47.
48.
49.
50.
5f.
52.
53.
54.
55.
56.
57.
58.
59.
60.
61.
62.
63.
64.
65.
66.
67.
Sin wjb.
Lamecb.
Ada, sin erste ftovr.
Zilla, die ander flrow.
Jabaly der aiu Ade.
Sin flrow.
Jnbalf der ander aan Ade.
Tiiabal Kain, der aan Zille.
Naema, die toctater Zille.
Der stammen Adama.
Setta, der aun Adams.
Sin wyb.
Enoa.
Sin wyb.
Kenan.
Sin wyb,
Mehalabel.
Sin wyb.
Jared.
Sin wyb.
Henocfa.
Sin wyb.
Methusalali.
Sin wyb.
Lamecb.
Sin wyb.
NoS.
Sin wyb.
Der f^und LamechSi (wir! er-
schossen).
Lamecha knab, (wirt erschla-
gen).
Erst Ikünd von den kindern
gottea
Ander Mnd ron den kindern
gottea.
Brat bafs
AAder bafs
ivon dem ge-
aoUecht der
aenachea.
1
Personen.
68.
69.
Ander rif« "^ *^ '
88.
89.
Trogsif«.
Statthalter.
70.
Erst bidernuiDn i Cwerdend
Ander bidermann) ermürdt).
Sem, der erst sun Noe.
90
Hofmeiater.
71.
7«.
91.
98.
^"' { diener dea ffiraten.
Ander i
73.
74.
Sin wjb.
Harn, der ROder sub Noe.
93.
94.
i:l -^-•«-'-
75.
Sin wjb.
95.
Landsfüratin.
76.
Japhet, der driU aun Noe.
96.
Gardthouptniann.
77.
Sin wjb.
97.
Lüetenent.
78.
^"i 1 bofakBecht.
Ander )
98.
Fenderich.
79.
99.
Vorfenderich.
80.
Koch.
100.
Ein fraw von den kindern
81.
Kdcblji.
gottes.
8«.
KAIler.
101.
Ir mann.
83.
Tnünmeter.
108.
f; jkiod.
Ander 9
84.
Trummenschlaher, oder erat
103.
apilmann.
104.
Meister Zimmermann.
85.
Ptyfer, oder ander »pilmann.
105.
Meister Steinmetz.
86.
Kuchebuob.
106.
Buwaielster.
87.
LandsfärsC.
Grofi heroU,
am ertfe« tag.
Fromm, yest, fiirsicbtig, eersam herrenl
dem höchsten goU vorab zoo eeren,
zuo lob und eer Zürych, diser statt,
die ein verrümpten naromen hat,
5 zuo nutz und lust ein'r burgerschafll
wend wir mit hilff göttlicher krafit
umb eeren willen und kurtzwyl
üch halten für ein lieblich spil:
b'schaffung der w81t ufs gottes gwalt,
10 wie's Bible leert, und das innhalt
darvon dann Solomon git b'richt
am dritten capitel, da er spricht,
gott hab den menschen bschaffen wyfslich,
Ton ersten uff gemacht onsterblich,
15 zierlichen, schön, im also glych,
uff das er teilhafft wurd sios rychs,
on mangel das selb möchte niessen,
dur'n tod sin schuld nit mtieste bäessen.
d'wyl aber 's tods er eigen ist:
20 im kon es ist ufs tüfels list,
urs sinem zorn, ouch nyd und hafs,
den er dann treit on underlafd
zuo'm menschen hin, den er hat bracht
von gott, abgTüert in zorn und d' mach,
25 in welcher er muors so verderben,
nach gottes zuosag 's tods erstarben,
das im ist g'folget ufs der sünd,
die g'erbt ouch band des Adams kind,
geflossen, kon in sines g'schlächt,
30 das er tödtlich ist worden, knecht.
l • ••• Adam umd Bew.
j:: Jir*.^n potf^MMi', herr Tor wis,
▼OD goll gemacht so gnol, der maab:
hett er sidi nit an d' sänd ergaben:
der mensch hett mögen ewig laben.
35 sonst muob er starben nach sin'r art,
das Yor der sänd alb wür erspart
der dingen aller kontschafil gyt
die heiter eriamufs diser zyt,
in welcher jeder starben moob^
40 wie gott hat n^^setkt jedem d' boob;
also, das kein mensch nit mag lüben;
sich mnob er gar dem tod ergäben;
dann keiner nit, der bloot ond fleisch,
bein hat, ooch adren, seel und geist:
45 der mnob dur'n tod zuo aeschen werden,
widenimb verwandlet in die erden;
wie's üb hat g^sprodien gottes mund.
das dib spil leert, uns machet knndt,
das yetz ein g^sellschafil in der jl
50 mit lust ufl* dib mal neben wil:
wie gott hab b'schaffen d 'himmel, d' erden,
den menschen gemacht, darob Ion werden;
ouch wie der selb mensch wider gott
hab gliandelt, thon, und sin verbott;
55 was gott darzuo hab yemrsacht,
das er die ding üb nüt hat gemacht;
wanimb's doch gott hab fürgenommen;
wie jedes zuo sin'r krafift sej kommen,
das kein mensch nit gnintlichen weibt,
60 er hab dann gnad vom heiFgen geist,
der diso ding mag wol ergründen,
die urteil» radtschläg gottes finden;
wie das bezügt ziio unser zjt
sant Paul» der der ding kuntschafil gyt,
65 do er dann redt und selber spricht
mit yfrigem hertzen und ernstlich: *
,»0 wie ein rycher, tieffer schätz
^ Uom. 11.
Adam und Hwa.
ist die wyrsheity erkantnufs gölte I'^
er sprieht: ^olto g'ricbt sind onergräntlich,
70 sin wiig und straassen onerforacblich;
wür hal J6 's herren g'mäet erkennt?
wSr hat sin ridt gefärdret, gVendt?"'
ab wölt er sprechen: i^niemant nan
wirt das erfiüen, dahin kan,
15 das er gotto urteil leer und g'richtt
on siner gnaden saoTersacht''
das oach bezügt Solomon der wyfSt
der das oTsIeit mit grösserem flyts,
do er dann redt und heiter spridrt: "*
80 „o herri grofs sind die urteil, g'riehty
diu glieimnuby radtschläg und d' wyrsheit»
dein göttlich wäsen d' ewigkeit!^
das Esaias oueh besagt»
mit disen werten kundscha£fl gyt: **
85 MwXr hat den himmel mit stn'r hand
ermesften ye mit einer spann?
wir ist doch g^syn so kluog und wyfs,
der allen stuob ermesse mit flyts,
erteil und seil by unser zyt,
90 der klein und naach by einandren lyt?
war ist doch g^syn so geleert, verwaegen^
der berg, d' tal, bühel hab gewaegen?
in allem» was gott b'sehaffen hat,
wir ist, der im hab gen den radt?
05 war Ist so gleert gfsyn und belisen,
der g^sähen habe gottes wäsen,
ald sinen geist hab underricht?
wilr hat gott geleert all sine g^richt?
wür ist doch g'syn so alt, betagt,
100 den gott darumb hab radte gefragt,
do er den menschen wyfs wolt machen^
Temünfftig, verstendig in erschaffen?
do im den wäg 2eigt selber gott:
« Sap. 17.
^ Isaie 4(1
6 Adam und Heva.
war was 9 der's im doch wenden wott?
105 kein Yoick noch mensch ist nie gewäsen,
der d' krefilen gottes hab verwäsen;
dann alle Tölcker uff der erden,
gen gott nit mögend s' gerechnet werden
in Einer krafit ei'm härli glych,
HO das änderst mög erzeigen sich,
dann es ist yon sinV zarte wügen.*^
drumb mag's kein mensch nit heiter wigeo,
erwägen, ergründen gotts Ursachen,
warumb er's alFs hab wollen machen,
115 er sinn im dann nach, der gestalt,
das er's gott lars drinn han den g'walt»
euch das er kraffl hab, gnad so yil,
das er^s dem sage, wäm er wil,
nit boesen, wundergäben lüten,
120 die in und sine werck vemüten.
uff das ich wil hie wyb und mann,
euch jung und alt fast hätten han,
ir wollind üch doch lassen stillen^
und züchtig syn umb eeren willen;
125 hie hoeren zuo dem jungen knaben^
der hoeher d' krafft gott's wirt erhaben,
dann ich hab thon, sagen Ursachen
warumb gott d' erd hab wollen machen;
ouch*alle g'schöpfilen nach der zal,
130 einanderen nach, gar überal.
darumb, du knab mit dinem schilt,
das Argument sag, wann du wilt!
Ein junger knab
tprieht da$ Jrgument^ mit dem $ehiU.
Demnach der herr und ewig gott
die enge! all erschaffen wott
135 nach sinem willen, unverderblich,
edel, schön y zierlich und onstärblicb,
das s' gottes eer soltend erfüllen,
:^o sinem dienst, umb 's menschen willen,
damit sy möchtind han zum theil
Adam und Heva.
140 tröudf last in gott, in 's menscheii lieii,
gotts saligkeit wol möchtind niessen,
und alle hoffart faren Hessen:
hat sy ouch gott üb nuten gemacht,
wie es von gott was ewig tracht.
145 demnach und d' engel aber gott
nit hieltend ir eer und das hott,
das inen selber gott hat gäben;
do mochtend s' nit mer saug laben,
in dem das s' traditend über den,
150 der inen zier und schön' hat gen.
darumb sy gott vom himmel stiefs,
in Abgrund sy verwysen Hers,
in dem ir wonung wurdend lär.
nach dem was gottes will und b'gär,
155 das er ir^n faal ersetzen wett,
wie's gott ewig fiirgnon im hett,
und schuoff den menschen urs der erden;
der solt der selben erben werden
in ewiger fröud und säligkeit,
160 die gott den englen hat bereit;
in welcher b'schaffung yederman
hie lernen sol und das verstan,
das gott herr ist on end, ewig,
kreStig, darzuo einig, allmächtig;
165 das dann allein ist die ursach,
warumb er d' himmel, d' erden macht
warumb gott aber z'ersten hat
g'macht d' erd ufs sim fiirgabnen radt,
den menschen aber beschaffen z'letst,
170 schön, guot und g'recht, bim aller best:
allein von gott ist darumb b'schehen,
das g'sähen wurd sin ewig fursähen,
all siner werck der underscheid,
darzuo sin ewige wyrsheit,
175 durch welche alls gott einig weifst,
das lang und kurtz, das minst und gröst,
künfiligs, vergangen, wie's im g'falt;
dann gott in allem hat den g'walt
B Adam und Skm.
das hat in g^rdtzt und yerorsachl,
180 das er z'erst d' hiannely d' erden macht,
d'wyl gott wol wnftt, das ward zei^on
der mensch, ouch nit ward könden b'ston
in siner gnad und der anschuld;
dardurch er kam um gottes huld.
185 gott wufst ouch, das der mensdi wurd starben,
by im ouch gnad wol möcht erwerben;
drumb macht er z'ersten diese marsy
die onb'stendig, zergengklieh was:
das was die erd; darurs dann gott
190 des menschen cörpel nemmen wott
zuo lotsten und nach allen dingen,
damit gott alls dahin möcht bringen,
uff das, was urs dem einen kam,
des anderen art, natur «inim:
195 so wie er ward g'non ufls der erden,
widerumb köndte z'aschen werden.
warumb gott aber das bab thon,
den menschen sünden, fallen Ion,
in Überseen und sein gebott:
200 j^t b'scheen, das kennt wurd, {[lert in gott
sin milte, gnad, barmhertzigkeil,
ouch gottes güet, sanfflmütigkeit,
das er nach sinen g'schöpfiflen allen^
und er den menschen hat Ion falten,
205 doz'mal glych seit, hat im versprochen,
der schlangen wurd der kopff zerbrochen^
tlas ist, dem tüfel wurd sin g^svall
durch gott genommen aller g'stalt
wie er den menschen arger that
210 gereitzt, darzuo betrogen hat:
also wolt gott in widerumb
vom tüfel retten, machen frumm^
zum erben nen in sines rych,
in sälig machen ewigklich;
215 das b'schach, wie er liefs hie uff erden
den son gotts mensch gebom werden.
das alls ist bescheen ufs gütigkmt,
Adam %md H$va,
vts hiter gnad, barmhertiigkeit»
die man in gotl tlmot gnintlidi finden»
so man gotto vrenk thuot wol ergründen^
nff das hat gott im gen das laben,
das g'schenckt dem mensdien und ver^lben
in g'macht znm herren Aber alls,
wie's gott erschaffen hat domab»
225 im blaasen yn ein seel und gast,
d* yemunffk im gen nff's alier höchst,
die selben ziert mit der wyfsheity
eriöfst fon der zerbrächligkeit
das b'schach, do gott dem Adam bliefs
230 ein läbigpn athem yn, in stiefs
dardb sin nasslöcher, wie man weifst:
do ward dem mensch gen seel und geist.
kein thier, noch yych ist das bescheen;
allein dem menschen ist das gen
235 in sm'r beschaffang aller sammen.
darumb blybt d' seel ewig mit nammen,
und stirbt des tods gar nimmer nit
der dingen dis spil kundtschafit git
uff das, fromm, eeren^est und wyfs!
240 diewyl zuog'hört gott aller pryfs»
im d' heiligkeit und alle eer
der (^walt und andre krSfiten mer,
d' wyfsheit, 's forseen; wie's g'nempt mag syn:
so wurd difs spil nit haben schyn,
245 kein rechte form, wyfs oder g'stalt,
so man sy liefs in gottes gfwalt
on ursach yn, und suochte grund,
die aber nit keins menschen mund
ufs sprechen mag nach siner art;
250 drumb es wol werden mag erspart
uff das man underlassen mag
b'schaffung der weit, den ersten tag,
wie gott hab gmacht die hiramel, d' erden;
wie's' tag und nacht hab mögen werden;
255 wie's liecht sey gmacht mft underscheidt;
was gotts sey g'syn d' alnuiehtigkeit;
10 Adam und Hwx.
wie die hab g'würckt in allen dingen;
wie gott difs alls hab künden zwingen,
d' erd, d' wasser» d' luSt mit allen winden;
260 wie er d' gschöpfit drinn hab künden finden,
fisch, Vögel, thier und's firmament;
ob's müglich sey, das wurd erkent
gotts anfang, d' krefit und all sin macht,
all siner ding gruntlich ursach,
265 wie gott die böum, d' frücht, loub und grafs,
wie's alls von im erschaffen was,
mit allen yorbestimpten dingen.
ob doch ein mensch sich möge zwingen
recht grund, Ursachen zeigen an,
270 ufs sim verstand das müge han,
ryssen ald füeren mit gewalt
urs sinem hirn in form und g'stalt,
wie's gott hat gestellt an'n heitren tag:
so findt man, das kein mensdi nit mag
275 das krefilig zöugen und sighaSl.
danimb ein eerliche burgerschaSt
abston wil yetzdan deren dingen,
die kein mensch mag zewägen bringen.
drumb wir d' spil da wend heben an,
280 wie Lucifer sey vom himmel kon;
demnach wie gott den menschen macht,
warurs und wie nit on ursach.
darumb so schwygend allsamm still!
das ist hie unser aller will;
285 dann wie bald 's g'sang ein end wirt han,
werdend d' engel 's spil heben an.
Mu%ioa.
ACTUS PRIMUS.
Vier klein engel ^ demnach Michael ^ Gabriel und aunst zwen andere engel
mit blossen schwärdteren verirybend uss dem himmel den Lucifer mit
aller $iner rett und geadUchaffl der tuflen mit zweyen trummeten* ouch
80l ein stuck .büehuen abgesdtaasen werden^ nach dem redt suo inen
der erst engel,
ErU klein engel
Gott wirt an üch sin grimmikelt.
Adam und Heva. l\
erfüllen ufs sinr g'rechtigkeity
nach sinem willen, ufs sim worti
290 uff dise stund, an disem ort
Ander Uem engeL
Getto g'richt, darzuo euch sin urteil
bat g'sprochen ab ücb alles heil,
die fröttd der ewigen Seligkeit,
der ir sind b'roubt in d' ewigkeit.
Der driU fdein engel.
295 Ouch hat genommen gott, der herr,
all üwer zierd, schön', lob und eer,
und ücb beroubt der engten orden,
all sind ir yetzdan tüfel worden,
im ougenblick, mit form und g'stalt,
300 urs krafil des herren gott, und g'walt
Der viert klein engeL
Die englisch eer und ritterschaft
ist gnommen ücb urs gottes krafil,
sind all verglycht den wärmen, schlangen;
drumb ir nit mögend gnad erlangen
305 umb gott, den herren, keinV gestalt;
dann er ist herr und gilt sin g'walt
wie wol bist g'syn du, Lucifer,
Yor gott in solcher grossen eer:
noch. hat din zier und gwalt ein end,
310 und blybst verdampt in dim eilend.
MichaeL
O Lucifer I ein track der öde,
ein kind und schlang der morgenröte,
drumb das it in din hertz hast genommen,
urs fräffne dacht, wie d' wollest kommen
315 in d' himmel, stygen über d' Sternen,
ob gott din stuol han, ob sin bergen
gen mitternacht den wettest setzen,
mit dem dich glych hast gott thuon schetzen:
so wüfs, das gott din übermuot
320 ong'strafit nit Ion wirt, han verguot
darumb solt du geworfien werden
in d' hell des abgrun(]^ under t' erden.
12 Adam und Hern.
in d* winckel grooben mit dinV rott»
danimb das sy uad du band gott
325 geschknSchl, gescheodt defs heiligkeifi
den gott, der was von ewigkeitt
Du verflüecbter scblang und öder wnrm!
Yon gott erlydsf billidi den stonn.
lang gnuog bat g'würt din übermoot^
330 din boffart, die gott basten thuot
wie gott bat g^stossen dicb bärnider
also kompt keiner d) sieb wider,
besonder muoss im urteil blyben,
in ewiger straaff sin wyl vertryben
335 durcb gottes raacb mit dem eilend^
die niemermer wirt bau ein end.
Br$i engd.
AH sind ir kon umb gottes beil
durcb sin geriebt, straCT und urteif;
da müend ir ewig gefangen syn
340 in onentiicber straaff und grosser pyn.
syd ir onangefocbten gefallen,
ufs muotwill, wider gotts gefallen:
biilicb sond ir der belliseben pyn
ewigklicb underworffen syn.
345 drumb kum berzuo, du öder scbiang,
ein gefangner blybst diu läbenlang.
Ander engd
gMH den Lucffer m der weiche mit einer fcetlm, und spriekU
Grad yetzundan zuo disen stunden
mit diser kettin solt sin bunden,
ton welcber dicb wirt niemands lösen;
350 dann es das band ist aller bösen,
drumb ttcb verdampt bat selber gott,
gemacbt ücb all zuo 's tufels rott
Die engd gend hinwag,
Lucifer
tedi fftio M'nen geUlten,
Acb wee und jamer, lieben g'sellen!
müend wir bie ewig in der hellen,
Adam und Beva. 13
355 im abgrundt unser läbtag fyn,
in solcher angst und grosser |>jn?
haf s gott also g'fiigei und gesdiiekf,
das unser eer durch sin geriebt /
uns hingnon ist, Tertiigket gar, ^ ^ ^«- . '
360 also das kein zyt; noch kein jar, ^ »
zuodeoi euch kein stund wirt nit gefunden,
\. ewig yerdampt sind wir und bunden
on allen trost» in heirscher pyn, A
darinn dann wirt kein gnad nit syn?
365 müend euch den engelschlichen nammen
verlassen gar und unsern stammen
und ewig blyben in dem orden7
secht zuo: all sind wir tiUel worden!
das grimpt und zürnt also min hertzl -j -^ „ . >
370 war kan uTs sprechen disen schmertz» /^
den wir erlyden müend so grusam, / '^ '--
oneerlich, pyniich und mit schäm?
darumb min liertz ist row fürwar,
touby unsinnig worden gantz und gar.
375 ich wil> so vyl min krafil vermag,
^ott hinderen, wenden sin radtschlag,
in allem, was er beschaffen hat,
verwirren, im demnach unrat
anrichten dermars und anstifften,
380 ouch im all sine g^schöpffi vergifilen.
darumb, Satan, i^eni radt zuo'r sacb,
uff das werd g'schmächt, was gott hat gmacht;
so wil ich min hilff also brächen,
ouch gott in allem überstruchen.
Saian.
38ö O mortliches mord! der jamer grofsl
ach wee des bösen faal und stors,
darinn wir sind und lydend all!
war wirt ufs sprächen unsern faal,
all unser jamer und elend,
390 das niemermer wirt han ein end?
dann grofsen schmertz, pyn, not ich lyd.
darumb idh schweer und red uss nyd:
14 Adam imd Hern.
gott wil ich alle sine sachea
verwirren, unglückhafitig machen;
395 und radt uff das in schnäller yl
(dann ich nitt lenger beiten wil):
ein posten wil ich rüsten Ion,
der muors uff gott still, heimlich gon
und siner radtsdileg nemmen war,
400 in schlychen nach, gon hin und faar,
yn trätten, ufs mit solchen sinnen,
birs er gotts werck sieht und wirt innen,
wil gott dann meren 's ewig laben:
im wend wir also widersträb^n,
405 allen unrat, zwytracht stifilen
und im sin g'scfaöpfiten gar yergifilen.
ErH tüfd.
Was grossen schmertzen 1yd ich joch!
schwäbel und bäch, fhür, dampff und rouch,
das ist uns by, hat uns umbgaben.
410 sol das yetz sin unser wolläben,
so muors gott geschmächt syn und g'schendt
in unserm jamer und eilend,
drumb ich min radt wil zöugen an
mit disen werten, z'best ich kan:
415 den posten will ich rüsten lassen,
in ylends schicken uff die straassen,
dermars im d' sach, also befälhen,
das gott nit künn sich , müg verstSlen,
vor im verbergen in kein winckei,
420 es sye heiter oder dunckel.
ich wett's euch im dermafs ynbinden,
das in der post müest allwäg finden,
damit er künd uff gottes Sachen
fry sähen ; was er wette machen,
425 und wie bald er das möcht' ersinnen,
der post gotts wercken wurde innen;
das er schnall louff, lut siner pflichten
uns allsamm thäte er's berichten:
so wettend wir gott widerstruchen,
430 unser vernunfit und witzen brachen, .
Adam und Hewk 15
im hinderen demnach sine sacheni
das er nüt guots wurd kttnden machen.
Der ander tüfd.
Ist gott dann fromm, heilig und g'recht,
das er Terdampt all unser g'schlSchty
435 und mögend nummen blialten werden,
ouch sind Yerurteilt under d* erden
in den abgrund der hell'schen pyn,
da kein erlösung nit wirl syn:
so Wil ich gott ouch schmähen, sehenden,
440 grad wo ich bin, an allen enden,
drumb mir das ouch fast wol gefalt,
das hottschafll g'rüsf werd, hab den gwalt,
das er müg gon gott allthalb suochen
mit schweeren, lestem und mit fluochen,
445 damit, was gott well nen an d' band,
der post im schnall zum vorteil stand,
uff in dermafs tfauo, also gugken,
das Tor im schaff gott nit ein mugken,
nüt heimlichs müg vor im Tolbringen
450 in g'schöpfften, noch in andern dingen:
so mag er gheymnufs innen werden,
die gott muofs handeln mit gerärden.
wil gott dann etwas b'sunders machen,
im hindern wend wir sine Sachen.
455 demnach muofs gott nit mer han g^walt;
die geschöpft müend thuon, was uns gefeit
Der driu täfd.
Botz harneschbletz und ysenhuot!
die radtschläg sind warlichen guotl
si machend mich so frölich Kben,
460 das ich gott wil ouch widerstreben,
in lestern, sehenden, allzyt schmähen,
im eer noch lob nit mer Terjähen.
drumb mir wol g'fallend ttwere sachen,
das gott wir nüts rechts lassend maohen:
465 so radt ich das ufs minen witzen:
wir thüeyend post also ufmützen,
in kleidind, rü^tind seltzamlicb,
16 Adam tmd Hern.
damit er ganz verborgenlich,
von gott nit kennt werd, noch sün engel.
470 demnach er frisch byfs in den bengel,
wie bald er spürt, was gott wil dencken,
das er sich nit lafst irren, krencken;
iooff wanderbald, als sey er toab,
durch yäld und holtz, durch kaat und stoub,
475 schnall sag uns das: so wend wir gott
all sine g'schöpfften machen z' spott
Der viert tüfeL
Botz himi botz schweifsl botz färden darml
Tom fhür der hell ist mir so warm,
so mortlich wee, ir lieben gesellen»
480 das ich mich jämerlich muors stellen,
hat mich vor gott zum engel gemacht,
das ich im diente, hett sin acht»
sinr gottheit und siar herrligkeit:
so ist min fröud verkert ins leid,
485 verwandlet ouch min ritterschaft
ins tüfels art und eigenschafil,
und bin ein tttfel und kein engel.
darumb schweer ich by dem bonenstengel,
by allem, das gott b'schaffen hat,
400 das ich wil, so yil an mir stat,
ouch gottes radtschlag, all sin sachen
yetz hindren helffen, z' nute macheu;
und red urs zorn und grosser hitz:
wil gott nun machen ein gufenspitz:
495 sin wil ich änderst nit verschonen,
all sine g^schöpfft wil ich verhönen.
muofs ich in d' hell, und darinn blyben;
so wil ich 's tüfels glidmaafs tryben,
ouch disen orden nemmen an.
500 an mir sond ir ein gYallen han!
uff das ich radt, das yetz wir schnall
mit grossem g'schrey louffend in d' hell,
und rüstind' post schnall, wunderbald;
dan 's Satans radt mir wol gefalt.
Adtm und Hern. 17
Der fünffl tvfO.
505 Hat gott an mir bracht sinen gwalt;
ist mir verkeert min form und gstait»
min schön und zier, der engten orden
und bin yetz onch zum tüfel worden:
so wil ich gar unsinnigUich
510 syn wider gott und 's himraelryeL
bin ich darafs ?on gott yerstossen,
so wil ich das nit underlassen:
gott wil ich sine g'schöpffl und gmScht
ouch schmähen^ sehenden, kan ich acht
Der erH jung tüfd.
515 Gestert bin ich ein engeli gsyn,
cum tüfeli hüt ich worden bin;
das krenckt min jaget über d' mifs:
drumb ich gott schmäch on underlaft.
Ander jung tüfd.
Min juget gibt mir den verstand,
520 dafs ich üch folgen allensampt,
wie ir band gVadten zuo der frist,
nun, das die post werd artig grüst
DriU jung tüfd.
Ich folg der vile und der menge,
wie abg'redt ist nach aller lenge.
Ludfer*
525 So huy! schnall uf, ir lieben g'sellenl
den nächsten wend wir zuo der hellan;
da wend wir d' post ordenlich rüsten,
heimlich, verborgen und mit listen.
drumb wem das gYalt under ttch allsamen,
530 der louff mit mir in minem nammen,
und brüel darzuo mit wildem g'schrey,
lat, hoch und nider, mengerley.
Yeiz lovffend die tüfel all in die heü mtl ungeuiümme umd tMend die heU-
Bchqfft stto.
Mtiftco.
Gott, der votier,
redt mit im $eib aUein*
Ich, vatter, sun und heii'ger geist,
[XXFl] 2
18 Adam und Htva.
Ein gott in der dryfaltigkeil»
535 einig by mir ich das betracht:
wie ich ufs eigner krafil und macht,
urs min'r wyrsheit, erbärmbd und gnad»
wie's min radtschlag fUrsehen hat
Ton ewigkeit im wüssen min,
540 dem nützid ist verborgen g^syn.
all b'schechne ding, die hab ich g'wüsst,
vor mir ouch nütz verborgen ist.
urs miner krafit und der wyrsheit
han ich gott selb mit underscheid,
545 mit Ei'm gedancken alls erfiilt,
beschaffen d' erd, wie's was min will,
im ougenblick, in Einer stund,
wie bald ichs wott, redt's ufs mi'm mund«
min geist, der thet das selb bezügen,
550 das ich's alls macht ufs mi'm vermügen.
den himmel ich also hab g'macht,
den underscheid des tags, der nacht,
mit sinem Hecht, der heitre drinn,
wie's min wort ufs sprach, nach mi'm sinn,
555 mit wasser, lufil, zerteilten winden,
mit trom und end, ouch iren gründen,
ouch hab ich beschaffen warms und kaits,
nars's, trockens, yedes nach sin'r gstalt,
taglenge und die tunckel nacht
560 oben aufs' himmels underschlacht
allerley fisch ich liers ouch werden,
ouch alle thier gon ufs der erden,
die Vögel in lüfflLen bin und här,
wie das min will was und begär;
565 die sonn, den mon mit allen Sternen,
allerley frücht mit iren kernen,
darmit an kei'm nit mangel war,
was ich han beschaffen wyt und för,
mit aller nidre, höhe, grosse,
570 grundtfest, schwers, lychts, ouch aller blosse,
d'wyl ich's nun alls vollkommen gmacht,
yedes erschaffen nach sin'r ^ht;
Adam und Heva. 10
so bab ichy goit selbs, trinttet,
mir rdrgeseen von ewigkeit,
575 ich well uns ordnen zuo den Sachen
ein menschen, uh der erden machen,
der mnofs sin unser bildtnafs glych,
und herrschen uff dem erdlerich
über das vych, fisch und die vögel,
580 uff aller erden under'm himmel,
über die würm und alle thier,
dVyl er uff erd ist, für und fiir.
den wil ich machen wyfs und g'leert;
sin som sol zuonen, werden g'meert;
585 ?ernünfilig uff das allerhöchst
dem wil ich yngen seel und geist;
die muors uns ewig glychsam werden,
diewyl er labt frommklich uff erden;
übergaat er aber unser bott,
590 so wird der sei ich helffen gotl,
also das' 's tods nit müefs ersterben,
und Ion sin cörpel z' äschen werden.
uff das ich wil yetzdannen machen,
in urs der erden läbig schaffen.
Pautando*
Goit machet den menteken nf$ der erden und eprkki:
595 Es sol ein mensch grad diser stund,
wie ich das red, uk minem mund
g'formiert, erschaffen von mir werden,
eins wägs härfiir kon ufs der erden,
ufs miner krafft, dem einigen wort,
600 im ougenblick, an disem ort!
Und wie Adam herfür kumpt «/« dem erdtriehf hlaait im gott in $me nafi-
löcher einen aathem vnd gei*t und ipriehts
Ein seel und geist ynblaas ich dir;
die sol unstarblich hau die zier,
das sy ufs minV allmächtigkeit
bestendig blyb, in d' ewigkeit!
605 ob schon der cörpel wurde starben,
. so blybt die seel, mag nit verderben.
20 Adam und Heva.
die selb sol die^natur regieren,
und si zuo allem guoten fueren.
Adam.
Ach, gott und herr! din'r fründtligketi,
610 ouch diner krafft, allmächtigkeit
sag ich dir danck. lob, grossen f)ryrs.
das dine werck und ich bewyrs,
wie du ein gott der friindtligkeit
belybst und bist in d' ewigkeit.
Goit
hebt den Adam mit iiner Hand uf und spricht i
615 Min lieber Adam! luog, nimm war
und denck, war dich hab g'fiiert hiehar,
ouch war dich gmacht hab, dir gen s'laben:
der wil yetz dir das übergaben.
ich hab d' thier beschaffen, lassen werden,
620 all dise krüter uff der erden,
fruchtbar böum mit iren somen:
der solt du gwalt han, si vergoumen;
ouch alle thier under dem himmel,
\isch, Vögel, g'würm uff der erden sinwck
625 das sol din spyfs syn und der thieren.
darumb ich dich zuo inen füren,
das wüssist, was uff erd hab 's laben;
dir wil ich's alls yetz übergäben,
du blybest jung, ald werdist alt,
630 das über alles habist g'walt.
mit dem ich wil all mine Sachen
be^chliessen und fyVabend machen.
uff das, min Adam, sott hie warten;
dir will ich schaffen gon ein garten,
635 herrlichen ziert und wol gerast,
darinn muost haben fröud und lust.
Musiea»
Golty der vaiterj gat hin^ rüstet zuo und pflawset den garten.
Gott gpricht:
Nach min'r begird werd da gerüst
das Paradyrs mit allem lust^
der garten Eden gegen morgen.
Adam tmd Heva. 21
640 darin böam, Iriicht oo alle socgen
selbs pflanzind sich, und wachsind uf^
mit aller gstalt der fruchten druff,
die zuo der spyfs und uffenthalt
der gschöpfiten dienind nh mi'm gwaltt
645 doch wil ich selbs, gott trinitet,
ein bsonderen boam ufs mber wyrsheit
in d' mitten setzen, den Ion wachben^
verbannen in also, dermassen»
das in der fracht der lustbarkeit
650 verborgen syn wirt gotts wyrsheit.
dem boum wil ich den nammen gäben r
sin frucht wirt in ir han das laben,
nach die erkanntnuTs guott& und 's bösen,,
die niemand brächen sol nodi lösen
655 zuo keiner zyt,. bir& mir gefalt,
mit fräfel, und ich gib den g'walt,.
das selb erloub mit underscheid,
mit fürzekon der tödtligkeit
des menschen, so er halt min g'bott»
660 mich nit erzürnet, sinen gott
damit der gart blyb allwäg, bstendig
fruchtbar, flicht, küel, warm inwendig»
on aHen mangei wachsend uff;
so wil ich, das ein wasserflur&
665 entspring darinn, nach aller art
auch g^wässeret werde der lustgart,
der flufs sol sich uTsteilen, enden,
on all vier ort des erdtrychs wenden.
Der erst flufs sol gän ufs dem garten^
670 fliessen und dem Ufgang warten,
in das gantz land, Hevila gpandt;
darinn sol wachsen allersand
gold und Silber, edelg'stein»
an welchen orten wirt's syn gmein;
675 und soll der flufs heyssen Pison,.
uff erdtrych sich wyt umbhärlon*
Der ander hrunn mit sinem flufs
heirst Gihon oder Nilus.
22 Äiam und Heva.
der Wirt vil lätte mit im bringen,
680 und nützlich sin zuo mengen dingen,
als: välder dummen, sy feifst machen»
fruchtbaren die mit underschlackten.
der flurs wirt gon durch Moren Un,
denselben landen nutzlich sin.
685 Der dritt bninn, den idi Rennen wiF^,
heifst Hydeckel, mit wasser til,
gar wunder sehnall mit sinem fhib
gen Morgen und Assyrien ur&
Der Yierdt flufs gat ouch an sin statt;
690 das wasser wirt heirsen der Phrat,
den andern dryen glyehsam syn,
guot, nutzlich nach dem willen min.
und dieser hrunnen und des garten
der mensch wirt brachen, deren warten»
695 fröud und lust on alls verdriessen
haben drinn, dasselbig niessen.
den wil ich reichen, selbs dryn setzen»
mit all der dingen in ergetzen.
GoU
gal hm siio cfcn Aiamy nimpt m by atnmt kand und aftiü^i
Musicm,
Adam! mit mir gang und nimm war»
700 warumb ich füren dich hieharl
das Paradyfs hab ich dir g'rüst,
darinn solt haben fröud und lust;
doch solt erkennen mich iur gott,
der dir da gibt sölichs hott:
705 von allen böumen und iren frikhtea
in disem garten solt mit züchten
essen, niessen, wie's dir g'falt;
über difs Ion ich dir min g'walt,
allein ursg'non den boum des lüben:
710 kein gwalt ich dir wil drüber gSben,
die frucht sol dir verbotten syn
von mir, dim gott und schöpfler din,
dann es der boum ist böfs und 's guoten.
vor diser frucht solt dich wol hmten,
Adam tmd Beta. 23
715 dafsi' umb kein sach die eiset aienen,
will änderst dich mit mir veniienen,
min hulden b'haa und frombUich laben,
in nnsdiuld, mir nit widerrtrilben;
dann welches tags darwider thnost,
720 und isst die frucht: dmmb buoFs nen mu<>st>
des tods bist eigen, muost euch starben,
widerumb nach dem zuo äschen werden.
uff das dich solt, glych wie man sol,
erduren vor, besinnen wol,
725 dafsf syest nit also vermessen,
Yon diser frucht nit thtteyest Sssen;
dann wie bald zyt kompt, und mir^s gfalt,
wurd idi dir geben disen gwalt,
das, wenn darvon schon essen thuost,
730 dir gar nüt sehatt, noch förchten muost
Adam
gibt goH aniwurt «nd spricftf»
O gott und herr und sehöpffer min!
dir sol ich billich gehorsam syn,
di'm bott, das du mir hie hast gäbeiw
ist das der boum des tods und laben:
735 billich sol ich, was dir gefalt,
gern flyssig thuon. din ist der gValt,
die krafil und macht, ouch d' herrligkeit;
du syest gelobt in d* ewigkeit!
Feto gibt und bringt gotty der herty aile tkier und vigel fOr den jidmm,
da$ er tuen dtu nammcn g^e, wie 8y tdlwäg Aciffc« iöllimd.
Sich» Adam, lieber, guoter fründ,
740 die vögel, thier, so yiI da sind:
den allen solt ir'n nammen geben;
das' kennist, wie si vor dir laben,
hie vor und nach, zuo aller zyt,
diewyl dir gott das laben gyt,
745 dir, dtnen kinden, wie ist g'meldt;
das kennend die biCs^ z' end der wält
und habist drinn den underscheidt
dir gib ich d' krafil und wyssheit
24 Adam und Heva.
in denen und in anderen dingen»
750 das alles kündest wol verbringen.
Adam
gibt den ihieren dem iifMi»«! und epricht wm löwem,
Diewyl ich's sich dann vor mir läben^
z' erst wil ieh dem den nammen gäben:
das thier thuot mich so seer erfröwen;
daramb ich im gib den nammen löwen;
755 dann es nach allem duncken min
wirt sterckst thier under allen »yn.
Adam
tedt zum kelffani»
Dirs thier ist grofs, so wunder g'staft
ouch starck darzuo; darumh's mir gYalt
und wil im ufs mi'm unverstandt
760 den nammen geben helefandt
von sinw grosse und stercke wägen;
dann schwär last wirt 's uff im wol trägen.
Adam
eicht den hären und iprichtt
Dirs thier ist krefftig^ darzuo starck
von but und bein bifs in sin marck,
765 ottdi fleisch und äderen , gross gestalte
darumb es mir also gefalt^
das ich im wil sin lob thuon meren«
under disen nenn ich es ein baren,
das wirt sin stercke thuon bewysen.
Adam
zum wolff:
770 Zuo disem thier will ich mich flyssen
und im sin nammen gen, erzellen.
2ttm wolff wH ich yetz in erwellen^
der wirt ein frafs syn aller thier.
Adam
mm kämmeHhier,
Du solt mir heissen kammelthien
775 von diner ungstalt, krümme wägen
soll ich dir dise;ri nammen sägen.
Zum hifta^en.
Ein küng und hirtz solt g'heissen syn
Adam ¥mi Heva. 25
under di'm g'scfalilchty der tiiieren dio
und soll YOQ mir han disen bryfs,
780 dararob dassi' briag bist, klaog und wyFs.
Zum §ehUmgtn*
Da soll mir heissen wurm ald schlang,
die wirst du syn din läbenlang.
mit dinem list wirst grosses leid
der weit zuofiiegen, ufs din'r falschheil.
Zum einAorvi.
785 Diewyl dich gotl hat gmacht wyfsficb,
ein einhorn nenn ich billich dich,
din krafil und lugend wirt kuntbar,
uff erden werden offenbar.
Zum «dbiiK
Du soll ein ochs syn aU din tag.
790 din arl d' arbeyt erlyden mag.
du wirst euch guol und nutzlich syn
zur uffenthalt und narung min.
Zum büffel,
Ei'm büffel sichstu wariich glych.
ouch bist ein zornig, üppig yych
795 dtn hörn sind guol zuo vilen dingen.
d' milch wirl den menschen g^sunlheit bringen.
Adam redt »um dromedarL
Dem kämmel du glych g'ardet bist
ouch louffst im Tor zuo aller frist
wiewol fast kleiner ist din g'walt;
800 doch hast im louffen grössern g'walL
Zum rmd»
Du soll mir heissen kuo ald rind,
das g'schlächt miti allem di'm gesind,
im halfs und kopff ligt all din krafit
zur spyss und arbeit bist sighaSt
805 Ein gemsbock dich wil ich thuon nennen,
an hörnen wol man dich wirl kennen^
im höchsten birg wirst d' narung hau,
mit siygen din krafil zöugen an. .
Zm» ro$$u»
Ein pferdi ald rossz soll g'betssen syn.
26 Adam md übo.
810 das 2öugt die art und natur din.
din oren zöugend ^s g'muet d^massen;
drumb glitten wirst durch alle straassen.
3him •9kaaff oder htm.
Du solt syn g^heissen schaaff ald lam;
darumb dir blyben sol der Dam,
815 das dultig, sanSl din art solt bliatten,
euch dich in dise tugend gestalten.
2«» kund^
Allwäg fiirhin von cfiser stund
solt g'heissen, b'nammset syn ein kund;
den nammen solt du allwag blian^
820 din hündische art nit mer verlon.
ZuQ dtr 9UW.
Ein suw solt syn» die allwig blyben»
kein andern nammen ich dir giben;
das zöugt din art und tugend an»
' die nüt dann im kaat ligken kan.
Zuö der kaiisen*
825 Darumb dafsf issest mfifs und ratzen»
solt g'heissen syn allwäg ein katzen.
darzuo mir dein natur gefalt»
dafsf über dise habist ^walt.
Zttm hock*
Der g'stanck und g'schmack in dinem rock^
830 die zeugend an, darst* bist ein boeL
din unform» Unzucht» form und g^stalt
du üeben wirst» birs dafst^ wirst alt
Zum agen.
Darumb, das du mir fast bist gelydb^
ein äffen darff ich heissen dich.
835 von diner wundergäb und zierd
wirst hessig sin und allwäg g^fierd.
Zum marder.
Ei'm marder siehst du sicher glych»
das zöugt din art an sicherlich;
dann hüener töden, morden, ässen
840 zuo diner aafs wirst nit vergässen.
Zum etcMom*
Eichhorn solt heissen all din tag;
Adam und Hetm. 27
din art im wasser das vermag:
uff ei'm boltz schiffst nach den winden;
din schwantz wirt dir den sagel finden.
ZmB MMCIi«
845 Ein hars Ton mir solt b*nammset werden.
; diewyl du bist uff diser erden,
din küntschaffl wirst ban ron dem springen,
sehnallen louff und andren dingen.
Zmm Md.
Esel wil ich dir allwSg sagen,
850 din läbtag wirst gross bürden tragen,
das wirst du warliefa wol mit gTarden
und grosser arbeit innen wwden*
Zum Itidbr.
Von wigen diner scharpffen gesiebt
solt beissen Inehs g'wüss sieberliob,
855 Yon wägen diner wunder art,
dafsf g^fläcket bist, hüpsch, sebdn und zart.
Zum /ucJU«
Von wägen diner bösen dncken
solt beissen fucbs y' wnss, sicherlicben ;
du bist oucb freidig und vennässen,
860 allerley g'fugel tbuost du ässen.
Zuo nachhenampien thiertm.
Fröscb, krott und spinn, oucb ratz und müfs,
scblang, würm und flöcb, oucb unbeyrs, lüfs,
egecbs, gerill, wüntel und schnack,
Otter, wisel und die höwschräck!
865 oucb was der kleinen thieren sind,
si sygend g'sähend oder blind,
den gott yetzdann bat gen das laben;
hie yedem wil ich sin namen g^^ben!
Zum adUr,
Ein adler solt syn, all wäg beissen
870 und über d' vögel allzyt reycbfsnen,
ir küng und berr solt allwäg syn,
si b'herrschen nach dem willen din.
Zum grjfffcH.
Darumb dafs d' bist so sUrck und st^ff,
28 Adam und Heva.
auch überwindsty soll heissen gryff;
875 din füers und klauweu das vermugend^
das dine krefft sind toU der tugend.
In Arabia drübuiidert jar,
viertzig darzuo grad ungefar,
M^irst du 9 {^eniXy so Yil jar laben,
880 von diner äschen junge gäben.
Zum schwanen.
Din arty natur mir zeiget an,
das ich dich heissen sol ein schwanr
dann vor di'm tod, ee du verdirbst,
din stund wirst wüssen, ee du stirbst
Zum reigel.
885 Reigel du mir solt allwäg heissen,
dafs d' ob dem g'wülck thuost flügen, reisen;
dann du fast übel förchst den ragen,
fisch zuo din'r spyEs wirst zämen trägen.
Zum stor€ken.
Ein storck mir heiss, dann ich vernimm,
890 das du kein g'sang hast, noch kein stimm,
mit dinem Schnabel wirst du schnattereui, .
din spyfs haben von den nateren.
Zum Habicht
Von wägen diner grimmigkeit
wirst habich gnennt in d' ewigkeit;
895 dann ander vögel on vermässen
du töden wirst und ir hertz ässen.
Zum kranch.
Ein kranch solt heissen ewigklich;
dem houptman wirst du syn gefych,
der vor sim heerzüg Qügen thuot,
900 wol halt sin Ordnung, wacht und huot.
' Zuo der ganfs*
Din guote art mir zeiget an,
das ich ein ganfs dich nennen kan;
dann du den dieb von wytnufs schmeckst,
drumb das du gagast, in anzeigst.
Zuo dtr, onten.
005 Ufs diner art wirt wol erkennt,
Adam und Heva.
daPs d' heissen solt allwMgen ent
din stätes schnattern und din g'schrey
wirt's Yon dir sagen mengerley.
Zum kutBem.
Uwel und kutz du g'heissen bist,
910 alles g'iügel dir z'wider ist,
der tüben eyer vil ufs trinckst,
der wigglen glych so grob du singst
Zum rappen.
Em rapp solt syn zuo allen tagen,
din pfengknufSy burt knmpt urs di'oi kragen,
015 din schnöde art bruchst so vermässen,
dass d' keibenfleisch allwäg muost ässen.
ZtfO der kräyen»
Dem rappen bist nit ungelycb,
drumb heisst du kräy und das billich;
uff die Tögel wirst euch schiessen,
020 derselben art wirt dich verdriessen.
Zum guggoueh»
Din g'sang ist nit so herrlich hoch,
darumb solt yetz heissen guggouch.
du wirst syn trSg und ungetröst
din eyer selber du Tertreist
Zuo der tuhen.
925 Yon diner senfft und tugend wägen
muofs man dir tub allwägen sägen,
on ein gallen magst du laben,
allein von gott dir das ist gäben.
Zuo der wachtd,
Darumb das du so duchsam bi&t,
930 ein wachtel solt syn z' aller frist;
dann du verkündst mit di'm gesang
endrung der zyt din läbenlang.
Zuo dem fälcklin.
Dem habick, sparber magst du glychen,
mit rouben der narung thuost nachstrychen.
935 darumb fälcklin solt heissen, euch,
dem rüdigen vogel glych, guggouch.
Zuo dem kanen.
Kein namen ich dir gäb^ kan,
30 Adam und Heva.
dann du bist meister und hetsst han.
diD art ich dir ouch sagen sol:
040 den tag anzeigen kanst da wol.
ZuQ der hmmen.
Billich sol ich dich heissen hennen,
by'n eyern wirt man dich erkennen,
din junge wirst du flyssig neeren,
die lieben und dich zuo inn keeren.
Zue dem fasanihuon,
045 Du bist mir warlich wol erkannt,
billich solt heissen ein fasant
hüpsch, schön du bist, ouch damio küen,
hassest trüeb wStter, liebest griiens.
Zuo dem wygen.
Ein röuber bist du alier thier,
050 drumb blybst ein wyge für und für.
den Yöglen wirst du bässig syn,
verborgen ist's in der art din»
Zuo dem pfawen.
Din httpsch' und zierd mir also gfalt,
das du ein pfaw bist nach din'r gstalt
055 mit dim gesang vertryb hinfur
die schnöden wttrm, vergifile thier.
Zuo dem rihkuon,
Httpsch, schön du bist, darzuo ouch ktien;
darumb solt du heissen räbhuon.
d* untrüw, d' schalckheit dich wirt betriegen,
000 dir ouch din unfal dick zuofüegen,
Zuo der iurteltubcn.
Din schön' und zierd wol muofs ich loben,
du zeigst din art einV turteltuben,
din'n mann du liebest all din tag,
umb sinen tod füerst grosse klag.
Zuo allen nachgenden vöglen.
065 Nachtgall, hätzel, buochfincki der spar,
Sittich, widhopff, struTs und ouch star,
flädermuss, gyr, zinssle und amsel,
rackbolter, meifs, wisel und trostel!
AiM mmI Ifer». 31
wie denen goU hat gen ir lüben,
970 also wil ich in*n d* nammen ^iben.
Adam
O herr und golt! mir wol gefeilt
all thier, die da hast für mich gestellt
euch nadi dem du in'n gäbest 's lüben
und ich in'n d' namtnen all han gäben;
975 keins wil bj mir nit wonen, Myben,
das sin wyl mög mit mir Tertryben,
mit siner hilff mir well byston:
si fliend und lond mich einig ston.
Gatt
Ttät mit im §€lh allein.
Es ist nit guot und dunckt mich hat,
980 das der mensch sei alleinig nit;
darumb ich wil im schnall zehand
ein g'hilffen gen, der by im stand.
uff das 9 du Adam 9 leg dich nider
und schlaaff, bifs ich bald kummen wider;
985 din g'hilffen wirt ich dir yerborgen
grad eins wägs gen und dir yerordnen.
Adam eHUekUtffi; in dem nimmt gott ein ripp v/s einer «y/eii, gat ein iryl
umhkär nnd madit die Eva darnft wtd eprieht zuq iro:
Ufs miner krafft, dem willen min
soit du ein g'hilff des menschen syn,
im guoten allwäg Yolgen im,
990 uflosen allzyt siner stimm
in allen frommen, gVechten Sachen;
gen im kein unfrid solt du machen.
Gott
nimpt die Heva^ füert ey auo dem Adam und Bprichi:
Wach, Adam» luog und merck mich äben!
dir wil ich da ein g'hilflSen ^ben,
995 din läbenlang ein g'mabel din,
die wirt dir gehorsam , b'holffen syn.
32 Adam und Hern.
Adam,
alt er erwadket^ sichi er Heva vor im «foii, tpricM er ssmö tri
Uff difs mal bin ich nii allein.
du bist ein bein von mi'm gebein,
glych mir geziert mit seel und geist,
1000 und bist ein fleisch von minem fleisch,
genommen ufs der sytea min;
ein männin solt da g'heissen syn.
ottch wirt's uff erdtrych darzuo kon,
das recht eelüt werdend verlon
1005 vatter und muoter, ouch hangen an
der mann dem wyb» das wyb dem mann
mit g^horsamkeity zwo seel und geist»
zwen lyb| verwandlet in Ein fleisch.
Gott
redt antm Adam und snio He»a:
O Adam! Heval lieb*s gesindl
1010 ir beide blofs und nackend sind,
unschuldig sönd ir vor mir laben;
so wil ich üch min sägen gäben.
Adam.
O herr und gott! din namm ist grofsl
sind wir hie nackend oder blofs,
1015 so ist die schäm in uns verborgen,
ouch von uns hing'non angst und sorgen.
darumb wir sönd, min herr und gott,
in Unschuld halten din gebott
drumb, herr, din band thuo uff uns legen,
1020 gib uns din gnad und heil'gen sagen!
Gott
gibt inen den eagen und sprickt:
Fruchtbarend , darzuo merend üch,
erfüllend die erden lybiich
durch üwer Heb, bywonung gar,
wie äch d' natur wirt stellen dar.
1025 beherrschend 's erdtrych mit gewalt,
die fisch im meer glycher gestalt,
ouch alle vögel under'm himmel,
die thier uff aller erden sinwel.
Adam md Benm. 83
sy kriechind, loullind uff der erden:
1030 der söod ir aller herren werdeo.
loub und grafs, bömn mit den frikbient
ir's niessen sönd mit allen züchten,
uff iich ^1 blyben diser sägen
d'wyl 's erdlerych stal, on alls bewegen!
ACTUS SECUNDIS.
D9$ iüfeh ioti$chaffl
lomfft mü grouer uugeHüwu für 4U kell, kli^i tm mU tAiai 9ckmfemUn
und vprichis
1035 Mordjo! mordjo! ir tüfel all!
thaond uf d' hellthür mit grossem schall
und louffend drufs mit grossem gschrey^
so wil ich üch sagen mengerley.
Lucifer
redt zum poMten.
Botz lungken, läber und botz darm!
1040 post! fast bist g'louffen, dir is.t warm,
dann du fast schwitz*st, das kan ich mercken.
was machet gott? thuo uns entdecken,
es sey, was's well, grad's oder krumb*S|
das sag uns alFs in Einer summ.
Des tüfek bottscha^
1045 Herr Lucifer! was sol ich sagen?
ich hau nun gar ein lären magen
und bin mer g'Iouffen in der yl
ungessen dann vierhundert mil;
darzuo ich hab ouch wenig truncken;
1050 mir ist schier 's herlz im lyb versuncken:
so angsthaiil bin ich g'loffen umb»
hoch, nider, straassen grad und krumb»
damit ich min empfalch ufs richten
recht künde, wol üch des berichten,
1055 wie ir dann mir band all befohlen.
uff das ich reden unverholen;
nach dem und gott die himmel, d' erden«
den menschen g'macht, daruss liess werden;
[xxn] 3
34 Adam tmd Hera.
hat er in gesetzt ins Paradyfs,
1060 in ziert y gemacht irernünfilig« wyrs,
oueh alles, was hat g'han das labe«,
hat er dem mensch alFs übergäben;
thier, vögel, fisch, d' frücht, loob und graf«,
yvie es von gott ails beschaffen ^as:
1065 das besitzt der mensch uff dise stund,
^ie's urs hat gesprochen goltes mund.
zuo dem er hat mit grossem flyrs
ein boum in d* mitte 's Paradyfs
verordntl, gesetzt, gar lustig, schön,
1070 damit der mensch sich dran \erhön,
und äss die frucht wider 's terbott;
den dann Tcrbannet selb hat gott.
in disen boum hat gott selbs gäben,
den tod \erordnet und das laben;
1075 also wo der mensch sieht uff gott,
euch iiircht in und halt sin geholt:
so wirt er mtigen nit terderben,
sälig blyben, niemer starben,
darumb, ir türel, stond hie zusammen,
1080 und ratend darzuo allgotzsammen,
wie wir in abfiirind von gott,
das er d' frucht äfs, nit halt sin bott,
darmit in gott hab gemacht vergaben,
nit sälig werd, und müg nit laben.
1065 nit machendes lang, herr Lucifer;
dann gott, der herr, ist äben der,
grad uff der stett, in schnäller yl
in siner gnad in b'staten wil,
den menschen lieben, d' Unschuld gäben,
1000 demnach er wirt g'wtiss all wäg laben,
so dann der mensch nit köndte sünden,
kein gValt wir möchtind an im finden,
darumb ee gott in heilig mach,
so radtend schnell yetz zur sach,
1095 damit wir gott all widerstraben,
euch der nhsnsch nit niüg ewig laben.
Lwiftr
re^ rar amek muä tprjcMr
Bolz hüenersadel und bolz mistf ^
ich weifs darzuo schon einen list
diewyl gott hat 's wyb g'non vom mann,
1100 es g'wüss in überreden kan.
zuo dem wir d' schlangen wend anstifRen,
in sy ouch schlüffen und vergifRen,
das sy das wyb fälschlich berede,
die frucbt zoo üssen sy bewege,
1105 ouch goites wort grad umbkeere,
und wider gott ein anders leere.
so wirt das wyb, wiewoTs ist'g'fierdt,
fry b'schissen, trogen und verfüert
die schlang das wyb mnofs stiflten an,
1110 das s' d' frucht gab z* ässen irem mann.
nit wirt der mann so handfest syn,
d' frucht Wirt er nemmen, byssen dryn:
dann muofs er, wie wir, verdampt ouch syn.
S€Uan.
Botz knobloch, böllen und botz reben!
1115 ein radt darzuo ouch wil ich g'tfben.
hat gott erschaflbn und verordnet
in unser statt heimlich, verborgen
ein menschen on prästen und fXI,
gantz untödtlich mit geist und seeh
1120 und wil in gott nit lassen stinden,
in heilig machen, zuo im fründen:
so schweer ich by dem milben zan,
das ich im wil kein cuow nit Ion ^ |
6iit aller kraSt und mi'm vermtigeni
1125 es sey mit b'schissen aid mit tügenT^
im wil ich allzyt widerstreben,
damit er nit müg ewig laben.
den schlangen wil idi reitzen an,
das er bered beid, wyb und mann,
1130 falschlich mit list, das sf durch's ä^seh
gar gotles- bett, sins Worts vergXssen,
damit s' mU; strattff tr sMen Miesseti,
3g Adam umd Hern.
verdampt belybind, sterben müessen.
so hat dann goit g^fält sin anschlage
1135 wie bald er stirbt» nit laben mag.
ErU tüfel.
Botz hosenlatz und nestelglimpff!
es wirt alls gVedt in ernst und schimpff.
hat gott ufs lätsem, krumbem ding
das wyb gemachet also ring,
1140 Tom ripp des manns und siner sjten:
g^wüsslieh wirt's den wol überstryten»
bereden in, das er d'.frucht ässe»
der hotten gottes gar vergasse.
darumb so radt ich uff der stett:
1145 das wyb von ersten werd beredt;
dann ist der mann an's wyb gebunden,
bald wirt er von ir überwunden,
die im die frucht wol bieten kan;
und wie bald sy d' frucht nemmend an»
1150 so sind s' verdampt in unser pyn:
dann müend s' uns glych verdampt ouch syn.
Ander tüfd.
Botz ofengabel und botx magen!
min haar mir thuot gen himmel ragen,
dann gott der herr gar listig ist
1155 wol weifst er, was in'n beiden prisL*
hat er sy genommen ufs der erden,
nach si'm willen Ion läbendig werden:
er kan sy heiligen und begnaden,
das mit kein'r sünd nit werdind b'laden.
1160 er weifst ouch aU unser radtschlag,
sy b^schächind nachts ald by dem tag;
vor im man nit kan heimlichs radten,
er weifst den grund vor allen thaten.
darumb er kan wol unsere sacken
1165 verhinderen und zenüte machen;
dann d' sach an im alleinig stat,
er unnütz machet unseren radt
drumb wend ir d' sach zuo guotem bringen,
so gond nit lang umb mit den dingen:
Adam vnd Heva. 37
1170 den schlangen reitzend schnall , bald an,
das er sich rttst, wie bald er kän;
dann wie bald 's wyb wirf ttberlisf :
der mann mit ir verdorben ist
Drüt tüfd.
Boti fuchb und haPs, oüch bUren drück!
1175 das mir nit d* nafs und mund drinn b'steckf
sol diser mensch Yon kaat und erden
im rych gotts unser erben werden;
sönd wir durch sy Verstössen syn,
belyben in der heirschen pyn:
1180 so möcht's ein buwren mom verdriessen.
dryn möcht* ich träUen mit den fitessen,
das gott, der herr, erd, trick und kaat
in sines rych verordnet hat
was fröwt nun in ein solche mass\
1185 do er wott sehaflTen loub und grars,
das die sin bildtnufs fueren sott?
mich wundret, was nun sinnet gott.
wil er sin rych also versuwen,
das selbig mit kaat und erd ufbuwen?
1190 fiirwarl es wirt ein kleiner lust,
es ist schier beschaffen alls umb sust.
danimb ich wil min radt ouch gHben:
uff das der mensch nit möge laben,
so werd ufg'mützt also der schlang,
1195 das gäbner radt schnall Tur sich gang,
es b'schäch mit trug aM sunst mit b'scbiss,
nun das er werde Überlist':
so ist d' verdamnufs im bereit
als wol wie uns, nach billigkett
Der vierd tüfd.
1200 BoUs rinderzan und ochsenhorn!
nit einist hett ich darumb zorn.
d* sach wend wir gott on not verspeeren,
nit muofs der mensch sich Hn in keeren.
hat er in genommen von der erden,
1205 die dann nit b'stat» mnofs z'nüti werden;
98 Adam tmil Hmm.
so oraofs er oiteh nit heilig blyben,
Yon si'm gebott wol weod wir'n irybvn.
hat er das wyb ars krumben dingen
erschaffen muesaen, z'wägen bringen^
1210 Yon einem ripp ufs sinem g'walt»
das nit hat g*hept kein form noch g'stalt:
so wirt*s niit grad's, noch darzno scblädbyi's,
verbringen künden etwas rechts,
darumb sind frölich» one sorgen:
1215 d* saeh besser syn wirt, ee's wirt morgen, .
dann d* schlang listiger ist und g'fierdt
uff allem vild» dann alle thier.
die wil ich reitsen, hetaen an,
dem menschen gar kein ruow nit lon^
1220 wie ^Vadten ist grad uff der stett,
das' fälschlich werdind überredt,
werdend s' dann trogen ufs ir'm list»
so sind s* verloren» wie im ist,
das inen nümmen z' helffen ist
Der fmfß $üfel
1225 Ich schweer oueh by dem rinderschwantz:
wider gott ieh syn wil gar und ganta;
euch wil ich, das wir gschöpiilen all,
bezwingind die in unsren stall,
uff dafs verdampt g*wüfs, sicherlich
1230 belybind all; das radten ich.
Erst jung tüfd.
Ich bin ein kleiner junger tüfel;
noch sönd ir all han keinen zwyfel:
wo ich mich kan golt wider stellen,
gern wil ich*s thuon, ir lieben gesellen!
Ander jung tüfd.
1235 Nit darff*s vil red; ist 's wyb gemacht
ufs einem ripp, so ist d' ursach
gnuogsam erzellt von 'n alten tüfeln;
den wil ich folgen gern, on zwyfel.
DtiU jung tüfeL
Ich folgen der vile und der menge,
1240 wie abg'redt ist nach aller lenge.
Adam mid Am; 39
Lueifgr»
Ufs minem schlächtea uovenUiid
Wim das wol gTall , heb uf sin bami,
der juchtxg, ouch schry mit lutem g'scbr^
hoch and nider, meugerley.
Lot(Jf€tid ßU in di$ kell* -^ Mmti^m*
Adam und flemr
gmtd im^ MpmeUren im ParadffMf in dem rtii 4dmm atff Um»«.
1245 WoUn, min Heva! liebstes wyb!
damit ich allwäg by dir Uyb»
dir wonen by mit rechtem Üben,
gott kttndind darumb rechnung gÜbM:
dich wi! ich früntlich hätten ban«
1250 du wellist allwag by mir stoo
in frommkeit eereni liebea mich,
derglychen wil ich halten dich
in minem hertaen lieb und werd,
diewyl ich laben hie uff erd.
1255 hat gott uns g'ordnet, ssammen gäben»
so wend wir früntlich , lieblich laben
mit einanderen so in gott, '
das wir ouch haltiod sin gebott.
die fruchten, darsuo ieille ^pyfs
12fiO gott beschaffen hat im Paradyfs,
erloubt die selben uns zuo ässen*
die wend wir niessen nit vermassen,
mit danckbarkejt die nemmen an;
ouch diser frucht gar müessig gon,
1265 die gott uns hert verbotlen hat,
d'wyl uns d' verdamnus daruff stat.
Heva,
Ach, allerliebster g'mahei min!
furuls allwäg lieb solt mir syn
für alle g'schöpfit im Paradyfs
1270 ankeeren wil ich ernst und flyfs,
das ich dich lieb, in bulden b'balt,
allwägen thueye, was dir g'fallt,
diewyl ich lab, imd gotte will ist;
dann du nach gott min hc^nung Bist.
40 Adam und Hern.
1275 gott wil ich allwäg trüwlieh bäiten,
das er, mich nit lafs überirMUen
sin geholt, das ich Terinässra
Yon diser frucht nit fhäeye ässen,
darinn verborgen angst und not,
1280 h'gt 's laben und der ewig tod,
oueh wir nit fallind hüt aid mom
kl g'fiNir und in den gottes zorn.
Der setdang
gibt oniwurt dem wyb v»d spricht:
Ae, früntlichs wyb! ä, keer dich har!
ich kan dir radten guots on g'far.
1285 nit send ir d' red und 's herren wort
also yerston an disem ort,
das er's hab g'meint, wie ir's verstond.
g'wüss, g*wüss ir hie ein abweg gond.
wie kündt' es syn, das ein Fracht schüed,
1290 die ander üch, vil guots uflüedt
schowl luog! wie sind s' doch nun so glycb,
hüpsch, schön und lustig, wäsenlich!
erkenn das war und gloub mir, das
dir gott hab beschaffen loub und grafs,
1295 die böum und d' frücht sanopt allen thieren,
uff das ikh die in tod nit fiieren.
iich hat's alls gott (merok!) hie erschaffen,
nit das ir standind sy angaffen;
was gott hat g'macht, sol tieh syn gmern,
1300 ja nutalich, guot und nit unrein.
drumb mügend ir die sicher niessen,
und üwers hertzen lust wol büessen.
wyb! gloub mir nun! ü, furcht dir nit!
kumm här, see hin, nit abwerts tritt I
Heva
gibt der achlangen antwurt und spricht:
1305 Du b'redst mich nit, drumb denck sy nit,
das ich d' frucht werde ässen hüt
ufs kluogheit diner red und wort,
ich weifs ouch, was gott au dem ort
zuo mir hat gesagt und minem mann;
Adam. und Hern. 41
1310 er spfaish: ,,ir ^nd ir mttessig gant
YOD andren böumen und ir fnictfCen,
die ich vorg'macfat hab üwwn g'sichteny
dartdn ^önd ir onforchtsain ässen»
und miner Worten nit yergs^ssen/^
1315 goU hat den boum in d' mitte gesetzt, • • !
uff das keins werde dran verletzt,
hat pflantzet uns drumb diseu garten,
das wir in trüwen sinen warten,
ouch habind in fruchten underscheid.
1320 gott verbot die uns in sunderheit;
er sprach: „nun rüererid sy nit an;
dann glouben sönd ir an mich han:
wie bald ir's thuond, sol üch syn kand,
ir sterben wercfend zuo der stund.^
Die schlang
gibt antwort dem wyb und »prttki: ' '
1325 Nit, nit das gloub! dann ich weife wol,
das üwer keins nit stiirben sol.
es förcht im gott, ir werdind im glych,
verbunt üch d' ^r im himmelrych.
ich sag üch gwüss; gott hat bereit
1330 üch dise frueht von ewigkeit,
das, welcher stund ir ässend danron,
üwer ougen uf werdend gon,
gantz wachbar, luter also werden,
das ir gott glychen'd hie uff erden,
1335 ouch wüssind z^mal das bSfs und goot * '
g'wüss machet s' tich vil fröud und muol!
doch g'schowcnd d' frueht! was scUleht Äch ^m1
kein bessre man nit wünschen kan.
war sy versuocht, wirt ewig laben.
1340 gott hat ir drumb den namen giben.
drumb nimm sy an, »ich sy dahin:
von stund an wirst ein göttin syn.
ist dir dann lieb din eelich mann:
solt du das guot nit heimlich han
1345 und gib in oueh! dann uft dem bott
üch b'gegnet weder soband noch spolt;
|g Admm und Bwa.
und b'schäch d«$ nit» so b'scldtt oiidi dr«i|rf>:
da findest onicli ia garten «ob «ad vmb.
Dag wyb
9€k9mw€t dem ^•vm ««, tm« lutiig tr «Nif, ««tf tj i rt t fcl g
O schlang! o schlaagl uff diser stett
1350 wol halber hast mich überredt
mit diuer kiuogeu red und sag.
iM> kefm die frucht oüt schaden mag»
wie du hast g'redt und selber sprichst;
so bin ich so iril underricht,
1355 das ich vor d' frucht wil recht beschouweu«
ee ich sy iss, mich dran verhouwen.
ich reden das in der warheit,
das gott nit gmacbt hat, zuobereit
in aller wyte 's Paradyfs
1360 kein bessre Trucht mit solchem flyfs,
als dise ist: drumb» lieber mann,
schnall gang härzuo» ouch g'schouw sy an!
Sff §üi9uwm4 9$ beide oa.
Was gilts, min Adam, sy ist guot?
mir zittret drüber all min bluot;
1365 zuo dem min hertz ist darzuo g'rüst',
zuo ässen d' frucht mit allem lust.
ich mag nit mer sy sahen an,
ouch kan ich mich nit überhan:
ich muofs sy gon ein klein vorsuochen,
1370 Ion d' schlangen sorgen, sy drumb ruochen;
dann machet sy uns wyrs und kluog,
wie d' schlang hat g'sagt mit guotem fuog:
mag ich sy brechen und sy «issen*
Adam,
Nit seit du 's herren wort vergässeu,
1375 min liebe Heva, umb kein sach!
's bott gotts und 's grösser hie betracht:
sölt ups der tod grad folgen, drufs;
Til besser ist's, du iassist's hufs!
mit anderen fruchten wend wir büessen
1380 unseren hunger und die niess^n,
WM gott ODs b'schaffiMi imi^ gemadit,
daoiit er gloobt werd, mi ireradit
Hwa
MM 9m §pfU db Mui frkkii
Den öpffel han ich brochen ab,
»10 iasen den ein Just ich Mb.
1385 hat der boam io im d' klugbeit^ 's Üben: • ' ' t
so kan er mir die wyfibeil gSbeiL
Heva
Er ist so äiefs, oudi milt uod güol,
das drab erkickl ist aü min bkiot,
all mine krefit'» oiioh all min sinn
1300 die ligend mir vil scberpier ina,
dann vor, ee ich sy gissen han;
drumb iss sy ou(^, min lieber mann!
Ädmn t
Die frucfat ist gmot, das ich min lag
nie bessers Yersnocht, noch gissen bab;
1395 min krefft der seel, OQcb die verstontmir»
band sy in mir gslerck überuCs»
wie gat es zne, min liebe He?a,
dafst' vor mir stast so nackend da,
so unverschampt YOf mkien oogen?
1400 der schlang hat g'wäfs uns beide tregeal
Ich fiirdit mir warlicb selber dramh.
wol g'seen Uk^ das ich nackend knmm»
ottdi dafst' Yor mir statt unTors^mpt
Adam.
Mir ist min sünd schon wol bekant
1405 wir wend uns decken, oiich uns aehimen,
und est von disen böamen nemmen;
damit wend wir uns also b*kieidai;
verbergen euch, von daooen scheiden:
wie bald gott kompt und uns hie sMtiii,
1410 das wir nit standind so vermocht.
•44 Adam tmd Htva.
Tod
gai härfi^ u/s dtr enh«, t^U »Uk in tfttt Puruäff/k tind tpriekt:
Ich bin der Tod, in d' wXIt erboren,
g'roacht YOB der Sttad und afserkoren;
Yon ytel bein, ouch ungeslalt,
ich bin ein geist: nodb han ieh g*watt
1415 über das fleisch in diser wSk,
was labt und strebt wenn's mir gefeNt,
so maofs der mensch des tods erstürben,
xuo erden werden und Yerderben.
wie bald ich ei'm giych, morn ald hitt,
1420 die stund mit miner band ersehiitt;
wie bald ich ei'm wiock oder däten,
ald puncten stell mo der minuten:
so ist kein mensch, der on yerzug
vor'm tod sich nü erretten müg:
1425 sterben muofs er im ougenblick,
wenn ieh im nic^, und 's sttindto sehiek.
dann ich ein herr bin über d' sänd,
ouch g'artet glych und schnall dem wind.
kein g'walt wider mich hilfll, noch kein ding;
1430 wenn 's syt hie ist, ich alls durchtring.
wo d' sönd regiert, da bin ich herr,
sy herrsche wyt, ald b'schdie ferr.
Yerbergen Yor mir sich niemand kan.
ich bin der Tod: alls fall ich an.
1435 umb der sünd die wält ich töd;
es sey eior starck, g'sund oder MöJ:
wenn 's sUmdle üb g'loafii: mir gik's glycb,
ich töd in, er sey arm ald rych.
das hand ir g'seen uflP diser stett,
1440 wie d' schlang das wyb hat ttberredt,
das sy d' fruchi afs: im ougenblick
sind s' g'fallen in des herren g'richt;
der hat mir krafit zuo inen gäben,
das in mi'm g'walt stat ires laben
1445 und müend des tods syn eigen gar,
wie's gott dann selbs macht offenbar.
Adam md tb^ 4»
dramb gon ich hin zuo difer itoody
gott Ion ich*« machen inen kuad*
Gott
der kerr^ g^^g «*• ahemd im gmrten «mK ipmckrem mit im 4elk JUeiu uAiT
By der kiiele zao «bendszyt
1450 wil ich selb, goit» im garteo wyl
nach lost ergon spacierea mich;
oach scbouwen, ob ich d' mcnacheii iich»
die ich all beide b'schaflTeD han,
ob s' wellind by min Worten h*9lUm^
1455 in Unschuld Myben, darinn Üben.
denen wil ich gnad, kraflt danuo gXben,
gy b'stilten» also heilig machen,
das s' mich, sunst niemand, müend betrachten,
sälig, unstiirblicb ewig blyben,
1460 all fröud in mir und d' wyl fertryben,
ja hand s' gehalten min gebott,
und mich erkennt für iren gott.
die suoch ich hie oo alls geiar,
ich luog und sich, ir nknme war;
1465 so g'seen i$h s* nit, war sind sy kun.
das wundret sicherlich mich nun.
ich merck wol, das s' sind g'syn yerruocht,
beyde d" frucht hand gassen, Tersuocht.
ich wil grad yetzdann rüeffeu in'n.
1470 Adam! Adam! hörst du min sttmnr,
so kumm hMriiir und zdug dich anl
Adam umd Hern
gm^d härfibTj wmd $ptiM Admmt
O herr! dich g'sach ich umbhär gan,
diu stimm ich hört, und forcht mir seer;
ich meint, ich wette moffiermer
1475 iur dich mee kommen und dich flühen,
din göttlich wäsen allwäg schuhen;
dann ich bin nackend, schamhafft worden:
drumb ich mich ban vor dir TerboilgeB»
M Aiaim und Hern.
Gau,
im kerr^ $fr$dU:
War bat dir's g'sagt, dabt' nackend bist?
Adanu
14S0 kh weifs nit» wie's xuogangeu ist*
GoU.
Gelt, du bist g'syn so vennilssen:
du bast vom boom des IXbens gissen,
den icb dir* ernstlich, hoch yerbot?
hiog, wie dt vor mir stast, so gar schamrot!
1485 sagt ich dir nit: irs mt darron?
darzuo ouch: rtter sy nienen an?
du soltest mich han bab betracbt,
und mich, min bott mt han veracht
Do tprack
AdonL
Das wyb, herr, das da by mir stat,
1490 ouch das zuoV ee mir gäben hast,
dich hat zum ersten dich veracht,
d' frucht güssen, und die Ittr mich bracht,
die selb mir hotten so yermässen,
das ich sy hab Versoocht und giissen.
1495 darumb, herr gotl, ^ol b'ken ich mich,
gesundet hab ich wider dich.
Do Bpraeh
gott, der herr,
Mfin wyb:
Wie hast du dörffen underston,
min bott zürn ersten iibei^on?
warumb bist du so frSfen gwäsen,
1500 das du hast d' frucht gnon, z'^rst abglesen,
die selben gässen so vermocht,
ouch g'macht, das din mann sy verOuocbt,
sy güsseu hat und min verbott
Überseen hat, ouch mich, dtn gott? ' -
Das fjoyh
ipraeh t
1505 herr! der sditang uff diser stett
hat mich verfuert und falschlich b'redt,
Adam Muf Beta. 41
mit kluogen Worten dahin bracht,
das ich d" frtieht afs und d' aünd tcrhrachl.
darumb, berr gott, bifs gnSdtg mir»
1510 erzeig uns dhi gnad filr und Air!
Do itproch
gatt, der herr,
tuü tier gekhtngen:
DiewyU du schlang, hast rrüfenlich
mine geschöpft beredt, falschlich,
mit trug, beschifs wider mich, ir'n gott;
Ton mir die straaff du haben sott:
1515 vor allem yych, vor allen thieren,
die uff dem yald umbgond spacieren,
solt du verOuocht sin all din tag!
dich sol angon grad dise plag!
din art, natur wirst da irerlon,
1520 uff dinem buch solt kriechend gon,
ottch erden ässen alt din tag
und ich, gott selbs, der^s alls vermag,
wil fyndtschallt setzen zwttschend dir
und disem wyb (sdilaog, hab's darffirf),
1525 ouch zwüschend üwer beiden somen.
doch wirt der mensch nit gar umbkommen;
der selbig stamm sott dir zertritten,
din kopff, mit gwalt dich underwMtten,
also das din g'walt und herrschaflH
1530 gen disem nit wirt han kein kraift.
du wirst im aber d' fersen hecken,
zum tod in stifften, das vdstreoken,
also das du din bassa und nyd
erzeigen wirst, der in dir lyt
1535 darumb (ar hin, du öder schlang,
schlych, krüch danron din fift>en!ang!
Der uhlong krücht vff dem huck hinweg; in dem »prickt
gott, der herr,
xkm wyh:
Wyb! drumb das' die sttnd hast begangen,
din'n mann darzuo g'reitzt und gefimge»,
mich gar veracht, hie dinen gott:
49 Adam M<{ Bern.
1540 Yon mir die straaff uffoen du sott:
wenn da wirst scbwanger von dinem mann,
grofs kummer» lyden wirst du han;
din kinder solt mit schmertzen g'bären:
das sol dir yemer» ewig wären.
1545 din glust, begird, die d' hast zum mann:
dir werdend s' ruow noch rast nit Ion;
din mann sol dich also bezwingen,
das er dich b'herrseh in allen dingen!
Und
goU
^fofh zum Adami
Adam! diewyl du g'loset hast
1550 der stimm dins wybs, und gässen hast
Yom boum, darvon ich dir gebot,
ich sprach, darvon nit assen sott:
so sol verflüecfat sin alle erd ^ }
umb dinent willen! war das werd:
1555 dorn und distel sol d' erd lassen
wachsen im vHid und allen straassenl
mit kummer solt du von der erden
ässen und erhalten werden! . \
's krut uff dem vaid zur spyfs solt niessfn
1560 und in dem schweyfs din hunger büessen,
mit übeizyt, birs z' erden wirst,
darvon du kon und genommen bist;
dann du bist nüt, dana kaat und erden: i
zu kaat und er4 solt wider werdenl
1585 uff das hie wartend! sey üch kund:
ich wil üch b'kleiden zuo der stund.
Gatt
* gat kinwäg, und Adam gf^ «Mein loy^ ife» mmmmm iMiif ifNWtflks {
ZuoV müeg und arbek sind wir worden,
ouch hat uns gott ufg'leit den orden
von wägen unser grossen sünd.
1570 doch wil noch gott syn unser fründ;
drumb, .wyb, wie du stast vor mir da» ..- t
solt mir h^issen allwäg Ueva.
Adam und Heva. 49
din namm wirt zöugen, wie im ist,
darst' muoter aller läbendigen bist,
Muiiea,
Gott
kum wider snö Adam und Heva mit den röeken und fäien und sprach:
1575 Die fäl hab ich üdi beiden b'reit', •
zuo'r b'kleiduDg g'macht mit dem bescheid,
das ir hie beide, wyb und mann,
schäm habind und die legind an.
Und wie t^ gott ang'leU hatt^ tpriehi er zum Adam:
Mich merck nun, Adam, und. nimm warl
1580 das du bist kon in angst und gTar,
euch böfs und guot's erfaren thuost,
zuo dem sor's, süefs versuochen muost:
so lafs dich trösten dise Sachen^
frölich guoter dingen machen,
1585 das ein'r urs der dryfaltigkeit
erfaren wirt din trurigkeit,
din kummer lyden, guot's und böfs,
angst, not mit schmertzen, sur's und süefs,
darmit din'r sünd verzyhung b'schehe
1590 und man die einig mir verjehe:
du und all dine nachkommen,
ja, was wirt g'born von di'm somen,
wirt die verzyhung by mir fimkn
einig umb din schuld und din sünden.
1595 darumb so mach dich uff die ban,
dann du wirst hie kein blyben han;
und hab mit kummer, angst und not •
din läbtag lyden bifs in tod;
kein frölich zyt, glych wo du bist,
1600 wirst du nit han; sy wirt vermischt
mit angst und not syn, argem laben.
das wird ich dir zur straaff hie geben.
drumb, Gabriel, mich recht verstand!
damit der mensch nit streck sin band,
1605 brech d' fruefat vom boum, Sss selb im 's laben:
so wil ich dir d98 bott angäben:
mit dinem schwärdt solt sy vertryben,
[XXFL] 4
50 Adam und Htm.
und nit mer hie sy lafisen Uybm»
das erdterych mit übeizyt
1610 lafs sy erbuwen ferr und wyt,
darvon sy kommen sind, erschaffen.
bewar den garten mit di'm waaffen»
mit Cherubim und mit dem fhär
z'rings mnb und nmb, das sag ich dir,
161-5 damit zum boum des läbens har
kein straafs nit werde niemermer.
Gabria
wMmM fy rnnm goriem n/t timl iprkkii
' Nun farend hin! dann gottes gVicbt
hat üch Tertriben und yerschiekty
der d' sünd nit lyd't, noch dulden mag.
1620 ir sönd han kummer nacht und tag,
das erdtrych buwen ferr und wyt,
mit frost und hitz der übeizyt .
das urteil, das üch gott bat gäben:
drinn werdend ir uff erden laben.
Adam und Heva,
ala 9y «/« dem Paradiffi vertrihen »md von dem engelj 9pncM er *uo Heea^
amem wyhs
1625 Das' gott erbarm, min liebe Heval
wie jämerlichen stond wir dal
wir band erzürnt unsem herr gott,
in dem das wir sin g'beifs und faott
band Übertritten ufs yngäben
1630 des tüfels list, dadurch wir 's laben
• verloren band nach 's herren wort.
uff erd sind wir in alle ort
yerwisen und also vertriben,
das wir uff en}en band kein blyben,
1635 kein blyblich ort, wir müessend wandten,
Yon ei'm ans ander, trurig handien,
mit. sorg und angst der übeizyt^
uff aller erden ferr und wyt
die raach gotts ligt uff uns mit sehmerteen.
1640 das gat mir warlich ernstlich z' hertzen,
kein ruow noch rast ich nienen han,
Afhm und Heva. 51
und ligt mir unser kummer an,
das ich kein hiiff, trost nieoen suoeh;
dann hert wir stond in gottes fluoch.
1645 min hoffnung einig uff goU stat»
uns z' helffen krafit und gnad er hat
dem wend wir d' sach befoihen han;
ob goU wily uns nit wirt vertan.
Heva
Ach gottl min Adami lieber mannl
1650 dich bitt ich, mich nit wellest lan»
und by mir ston in minem jomer.
mir ist ouch leid din grosser komber,
dich wil ich trösten; thuo mir 's best,
und stand mir zuo uff's aller best!
1655 dir won ich by nadi di'm gefallen;
für alle g'schöpfil iieb$t mir, ob allen»
was gott mit uns erschaffen hat.
uff gott und dich min hoffnung stat;
was dine glüst, din hertz begärt,
1660 das solt du von mir werden g'wSrt,
es sye, wenn's well, tags und nacht.
zuo minem lyb hast kraffl und macht
ich b'gär mit dir in fröoden z' laben,
gott well sin gnad uns darzuo gäben! .
Adam
gibt antwort und spricht:
1665 Das wil ich, Heva> dich gewären,
du solt mir aber kindle baren;
dann yetz das wirt syn unser Staat,
darzuo uns gott verordnet bat
sin gnad darzuo kan er uns gäben
1670 dem wil ich truwen, wil ich iäben.
uff das darzuo wir soocheo weod
gelägenheit und han eilend
uff diser erden, nach innhalt
wie es gott g'liebt und im gefalt
Adam be$chlatfft ün Wffb; dU gtbiri eim mn un4 mn to«Mcr.
Mu$iom.
52 Adam und Heva.
Adam
gotüobet Bevamf nn wyh, die im-zwey kmd gehraAi kat^ Kam und Cal-
mafiom, und spricht:
1675 Gott sey gelobt in sinem rych,
der dich erfröuwt hat, darzuo mich,
ufs luter gnad, barmhertzigkeit!
Heva»
Im sye lob in d' ewigkeit!
dann gott mit aller sio'r herrschaffi
1680 hat httt erzeigt in mir sin krafll,
min lieber Adam, und sin gnad.
dann zwey kind er uns gäben hat,
ein knäblein und ein töchterlin,
nach si'm fiirseen, dem willen sin.
1685 erboren hab ich die mit schmertzen.
min not lass dir oueh gon zuo hertzen.
mir glych laHs dir die kind gefallen,
das du sy liebest so ob allen
nach gott als unser fleisch und bluot;
1600 die hilff mir ziehen, han in huot
mit sorgen und der übelzyt,
-wie unser art, d' natur selb gyt^
dann du (wie d' weist, ouch allein ist)
der kinder rechter vatter bist
1695 die hab ich nach mi'm verlangen
vom herren g'nonimen und empfangen.
Adam.
So fallt mir, Heva, das in sinn:
min erster sun ist g^heissen Kain,
der wirt erbuwen 's väld und d' erden.
1700 die tochter sol sin eevi^b werden,
Galmana sol ouch syn ir namm,
darumb das sy vom herren kam.
die beide kind wend wir, wil 's gott,-
erziehen in des herren hott,
1705 in frommkeit und gerechtem laben.
der kan uns mer der kinder gäben,
damit wir d' wäit so mögind meren
zuo gottes lob, ouch in vereeren
Ädm$ md Hepa. 53
mit höchstem fljb der danokbarkeit
1710 der sey gelobt in d' ewigkeit!
Heva
gibt animart.
Dir danck ich, diner firüadtligkeit,
dafst' mir, den kinden bist bereit •
zuo denen gern nach gottes willen
gotta bott ich gern wil ouch erfüllen;
1715 dir gYölgig ayn nach gottes wort
Adam.
Din kummer stell yetz off ein ort»
versorg die kiod, und leg die nider,
so wil ich wandten, bald kon wider,
die naning unser aller trachten,
1720 zuo'r not mich flyssen in den sachen,
das ich uns spyfs wil suochen, finden,
nit merl dann hab du sorg zuo'n kioden,
so wil ich gern nach gottes g'heirs
vereeren darumb minen schweiss.
Heva»
1725 So gang, bring uns der fruchten bar
wie s' gott hat beschaffen, und nimm war,
wo dich das yäld, min lieber mann,
am besten dunckt; mir zeig^s ouch an:
so wil ich dir nach gotto Tertruwen
1730 das selbig helffen trüwlich buwen,
damit wir uns mit hilff des herren
mit eeren wellend wol erneeren.
Adam
So wil ich gon nach di'm begären •
in allen träwen dich gewären,
1735 not, angst gern han mit allem flyfs,
ouch zuohär ordnen unser spyfs.
uff das, wie bald da unsre kind,
die zuo der arbeit boren sind,
ufg' wachsen ouch mit allen eeren:
1740 arbeiten, wercken wend wir s' leeren,
damit s' uns helifmd d' välder rüten,
wie 's gott hat g'heissen, z' allen zyten.
54 Aiam wMt H^m.
nach dem, wie bald es abend wirf,
wir schlaaffen wend» wie sich gebäert»
1745 in gottes nammen, der ist herr,
damit wir machind ktnder mer.
Hern.
Aldel so gang und far dahin!
der ewig gott weil mit dir syn!
ich truw euch imi ee mom werd kjonmeD,
1750 andere kind wir äberkommen.
Adam gat ins väld^ Eva verurgt die kiud tmd legi if nhder.
Adof/n
kumpi hmm zu9 Heva, bringt h frtteht tmd npyfs; tegend $itk saökammeny
und Heva bringt ein Mtii tmd tin toekterf Ad«m iptkhit
Gott sey gelobt, min liebe Heva,
das du erfröwt bist aber da
von gott ako ufs luter gnad,
der uns die kinder geben bat!
1755 Abel der ander sun uff erden
soI g*heyssen syn, ein schMffi^r werden;
Delbora aber die tochter min;
die wirt Habeis eeg'mahel syn.
in gott die wend wir uferzieben,
1760 sy leeren alle Sünden fliehen,
frommkeit müend sy ob allen dingen
lieben, dem herren opffer bringen.
drumb, liebe frow, bib wo! getrost,
gott hat dich aber wol erlörst
Heva.
1765 Gott, dem herren, danck ich sag,
der mich erlöfst hat Ton dem last
zum anderen mal. min lieber mantil
min grosse fröud dir zöug ich an.
die kind, ob gott wil, wend wir leeren
1770 ein andern lieben, gott Tereeren,
ouch sine hott trüwliehen halten,
vor ougen han uns beide alten.
dem wend wir daneken umb sin gäet',
das er uns vor dem bösen bliüei
05
1775 uff das wil ich dieh biiltcii han,
du wellist KaiD mit dir lon^
in leeren hacken, ritten d' erden«
diewyl er moors ein buwrsoian weiden.
Ädanu
Das wil ich thuon; on sorg da bist!
1780 diewyl er grofs ufg'wwhsen itt,
so mooEi er mir helffen die erden
erbawen und ein werckman werden,
ait merl der kinder aolt da Knrgea
und, ee es Wirt viermalen morgen^
1785 der kinder wellend wir gnoog haben,
es sygend töcbteren oder koidien.
Uff das, min son, so gang mit mir
ins Täld; da wil ich zeigen dir,
was din ampi syn wiri hie uff erden:
1790 mir giydi zam wereknan maoat da werden.
Kam
Min lieber vatterl das ad syn!
z' gliorsamen dir ich wiHig bb.
ein lost ich bab, im TKId zebuwan,
es sey mit schoflen ald mit howen;
1705 womit es sey: alls gilt's mir glych.
nit mer! die arbeit leer da mich!
Min sun! hab aoig! thoo amb diA scbowenl
hüpsch est eoil ZOO eiA'r hätten hoaWea,
damit wir tag, darzao die nacht
1800 Tor rügen habind tach «nd g^maeb.
im Täld wil ich gon bin uod für,
ob ich ein schaaff ald sonst ein thier
find uns zuoV spyb, ooeh fAl zoo'n rfcken,
damit wir kündiöd oos bedeeken,
1805 ouch andre fHldht mit underscheid
zur notturffl, mwrer getzligkeü
wie bald ich das tiberkommen,
grad ZOO dir wil ich wider kommen.
56 Adaim vmd Am.
Saifk
Min lieber vatter! yetz wil ich
1810 dir gehorsamen, ergeben mich,
die est und studen wil ich finden
zuo'r hütten dir und allen kinden.
nit mer! on sorg gar sdt du syn, .
zuoV arbeit ich guotwillig bin.
Adam
gM hmwäg^ smoekt sehaaff und thier zur »ptfff, oiieft <fat er nfi ien fäUm
bekleidung mocke, sampi dtn ftückien. tu dem redt er mii im Mike aUem,
1815 Ach, gott im himmell bib mir gnUig,
barmbertzig aUzyty darzuo guetigl
mir ist von grund mins hertzen leid
min grosse sünd, ungreehtigkeit,
die ich und Heva band yerbracht,
1820 durch welche wir in d' straaff und raadi,
in dines urteil gefallen sind
billicb, Ton wSgen unaer siind.
aber bifs uns so gnedig, milt,
o gott und herr, uns nit Yergilt
1825 nach unserm b'schulden hie im zyt!
din gnad uns mitteil yerr und wyt!
dann du uns, herr gott, hast verq>rocheny
der schlangen werd der kopff zerbrocben,
einen somen wellest du erwecken,
1830 der werd sich fiir d' sünd selb dar^eeken,
der schlangen nemmen iren g'walt.
o herr und gc^tl den schick una baU!
donn ich «nn kreffl;^ all hoffnung mia
wird setzen in den heyland din,
1835 den du in d' wält wirst, senden, gäben,
der wirt uns wider gen das laben
ufs luter diner barmhertzigkeit,
nach dim fikseen von ewigkeit
o herr und gott! mich, mine kind,
1840 min frow ouch, b'hiiet uns vor der sündi,
damit wir kommind nit in d' sclunach
durch dines urteil und in d' raach,
ouch nit erlangind din unhuldl
Adam %md Mtta. 57
Y0rgib uusi o herr, anser schoM,
1845 und sich hie an min grossen riiweal
in hoffnoDg thoon ich dir Tertriiwen.
Adam
nhmpt cm 9chaaff vff ainen rucken^ hriehi &ueh ein ettle 6pifd nnä em etCle
birem^ kitmpi anto «taem ran Kam mnä 9prUkt9 •
Min sun! gott wil uns nit Terlon,
hat mir schon da die b'scheerung thon,
d' narung verordnet uns mit flyfs;
1850 dem wend wir geben allen pryrs,
ottch dancken sin'r fiirsichtigkeity
uts weicher gott die ding bereit
drumb son, fyrabend solt du han,
mit dir ich wil grad heim yetz gon,
1855 dinV muoter sdiaaff» die fruchten bringen,
dadurch s' erfröwt wirt, guoter dingeB.
der nesten zttch ettlich mit dir»
wie wyt du magst, und gang mit mir. •
jidtm. Kam goad mit einanderm keim, in dem gat Hepa fär gMt^ käUei
and gpti^i
O herr und gott! dich wil ich bälten»
1860 yerzych uns, das wir Übertritten
band din gebott, thon wider dich.
darumb, herr gott, begnad du midi,
Terlych uns allen dinen geist,
der unser not und kummer weisst,
1865 mitteil din gnad aUzyt uns armen.
unser herr, gott! thuo dich erbarmen,
blyb utser herr, ouch unser gott,
gib gnad uns, z' halten din gebott,
behüet min mann in holtz und tälÜ;
1870 diewyl wir labend in der wält,
ouch mich und d' kind vor allen Sünden!
also, herr gott, thuo zuo uns fründen,
das wir in trüw und liebe laben,
dir nit in argem widersträben,
1875 beiybind in der fnkidtligkeit!
du syest g'lobt in d' ewigkek!
58 Äda^ rnnd BewL
In dem kumpi Adam «Rd Kaim Mm; Admm iprkki »wo ilfvo:
Ein guoten abend, liebe fmwl
ein schaaff ich bring; dasselbig b'sehouw^
ouch fnicbt und spyrs zuo unserm laben,
1880 das wil ich dir zoo handen gäben.
alls wend wir's niessen mit den kioden,
der spysen gnuogsam wend wir finden:
die Yäld all louffend yol der thier
zuo unser notturfil hin und für.
1885 drumb bifs nur frölidi z' aller zytl
gott, der herr, die ding alle gyt,
dem wend wir daneken umb sin gaben.
Bewu
Adam! fyrabend solt du haben,
wie bald wir g'^sen, wend wir nioweii, '
1890 und morn am morgen d' hätten gnioben,
denn ordnen, machen die uns allen
fiir ragen, wind, nach unserm g'fallen.
diewyl dann wol all unsere kiod
grors und uferwachsen sind:
1805 mom wend wkr tl eelich z'ammen gSbe»,
damit s' im wort gotts mtlgind laben,
wie wir's von gott han gnon, dem berreHy
das s' lernind oueh das erdtrych meren.
Diewyl man gotl0 eer iürdren sol,
1900 so gYalt mir din fadt warlidi wol;
dann es ist nadit und darzuo spat,
nach unserm brueh wend wir in d' stat, ^
; niowen aber und dem heiren
sin eer und lob grofi» machen, meren.
Goud alU nväef tmd tchia&ffemd*
I Adam
gibt sinen ertten ntn Kainf euch Catmana, sm ertte füiMf€r, mkogammen
und apriebtt
1905 Üch beide wil ich z'ammen ^tifen;
\ eelich sond ir im herreu I8ben
l in gottsforcht und in reinigkeit,
Aäam und Htm. fi9
froinklich vor gotl, naeh UlUgkeii
dem herren goU sond ir vertruwen
1910 UDd üwer läbtag 's erdtryeh bowea.
mit andacht darvoo und mit zücbten
sond ir dem herren gen der fruchten,
opffer tmngen zuo aller zyt
der d' Sünden straafit, ouch die yerzyt
1915 nach sinem ewigen fiirseen,
kan b'halteu d' sehuld und die yei^en.
drumb» Kain, gib mir här din band!
du 9 tochter, ouchl das ist das band,
darmit üch gott verstrickt, verbind,
1920 das birs in tod ir blybind frtind.
und sol üch niemand teilen, scheiden!
keins sol dem anderen nit erleiden?
merend üch im nammen 's herren!
der thüeye üwern somen meren
1025 zuo sinem lob in d' ewigkeit,
wie er^s versprochen^ zuo hat g'seil!
Kaim
MinV schwöeter, vatler, da Galman
versprich ich z' syn ir eelich mann;
in liebe wyl ich by ir lüben,
1930 dem herren gern die opffer gäben.
Calmana.
Ich gib üch gern min willen dryn,
diewyl und er min mann sol syn.
Eeva.
Gott gSb üch glück und sinen sSgen
von siner lutren gnaden wägen!
1035 der b'stät üch ouch in s'im gebott!
unser herr gott sey allwäg g'lobt!
Adam
rüefft iinem anderen «iin, Habet y vnd der anderen ioehlcr, Dclhora, und
»priehi: •
Kumm här, Habel und Delborat
üch z'ammen wU ich geben da.
Habel und Delbora knüuftnd nider; Adam spricht!
Es ist nit guot, sprach gottes mund,
60 Adam und Hem.
1940 das weder tag, zyt noch kein stund
der mensch alleinig blybe nit
drumb ^ib ich üch zuosammen hüt
gott well üch sioen sägen gäben!
eelich sond ir im herren laben!
Wyierj wie oben in Kaine vuoeammengahmmg,
Mutica,
ACTUS TERTIÜS.
Hobel
redt 9U0 einem hruoder Eßim.
1945 Min hruoder Kain! hast du gehört,
was uns der vatter beid hat g'lert,
wie er uns hat zwey wyber gaben,
das wir mit inen fründtlich laben,
.dardurch dann gott uns meren wil,
1950 das unser werd uff erden vil.
das geschieht ufs sin'r barmhertzigkeit,
uff das wir haltind reinigkeit,
gott gloubind, im ouch einig truwind,
gern werckind und das erdtrych buwind,
1955 damit wir von der Üppigkeit
uns ziehiod ab, der fulkeit,
ouch mügind gott vor allen dingen
mit reinem hertzen opffer bringen,
wie uns der vatter hat geseit.
1960 Uff das, min bruodor, ist min b'scheid:
die besten garben von dem jar
dem herren solt du stellen dar,
im opfferen die für mich und dich,
ein hürig's lamb wil ich vom vych
1965 gon nemmen, das für 'n herren tragen.
da wend wir gott beid danck drumb sagen,
umb sine gaben und guotthat,
umb das er uns versprochen hat,
uns und unsern nachkommen,
1970 das heil durch sin heiFgen somen,
also das durch den uff der erd
der schlang ir kopff zerbrochen werd.
Adam und Hern. 61
dramb, lieber braoder, ist min bilt, ^
dich wellist ordenlich rüsten bat,
1075 stfflT, yest vertniwen gotts zaosag,
der 's menschlich g^schlächt heil machen mag
durch sinen somen von dem bösen.
der wil uns warlich all erlösen
•ufs later sinV barmhertzigkeit;
1080 dem sye lob in d' ewigkeit!
Kain
gibt sinem hruoder aniwort und Bprieht:
So wyt wil ich nit arguwieren,
on kosten kan ich d' wyss wol fiieren.
die besten garb ich opfferen nit
dem herrn weder mom noch hüt,
1085 so es durch's fbür yerzert muofs werden.
was nützt es gott, so's muofs yerderben?
wol gott den fal und unser sünd,
die von den eltren b'schehen sind,
durch sin zuosag kan legen hin;
1090 dann niemand im mag reden dryn.
on opffer kan er die verzyhen.
kein garben, kom lat er im lyfaen,
er darff ir nit, alls isfs sunst sin.
nottürStig ich der selben bin.
1095 was unnütz ist und nit by'm besten,
wil ich opfferen, wenn ich tröschen;
under allen hosten garben
wil ich im geben, z'ammen Scharben,
gott ernstlich demnach ruofien an,
2000 das er an der yerguot well han.
gott weifst ouch, war mir d' garben gyt:
allein min grosse übeizyt
darumb ich's kan nit alls versuwen;
gott kan ich sunst wol yertruwen.
2005 drumb, bruoder, so du fertig bist,
mit dir ich gon, schon bin ich g'rüst'.
HabeL .
Von dinem gyt, 'bruoder, stand ab,
zuo gott ein anders g'müet doch hab.
02 Adam und HewL
grof» übelzyt haod wir verschuldl.
2010 mit diner red hab klein geduit»
erzürn nit goU: drumb bitt ich dich
Yon gantzem hertzen und friindtlich.
ach, lieber bruoder! lafg dich leeren,
die besten garben bring dem herrenl
Kain.
2015 Von dir onb'herrschet wil ich gyn;
dramb lars grad ab ¥om meistren din.
wer weibti was by gott am meisten gilt?
gang, rüst din opffer, wie du wilt,
und lafs mich rüsten min's nach lust;
2020 din sagen, bruoder, ist umb sust
Habd.
So rüst din opffer, wie du sott,
das thuon ich ouch: drumb b'büet dich gott!
Kain
nimmt ein garben im väld, die hosten^ rieht sy uf nnd eprieht:
O gott! das opffer bringen ich
für din ang'sicht, damit ich dich
2025 vereeren wii uff disen tag.
herr! birs yndenck din'r ziiosag,
die du uns allen hast versprochen,
der schlangen werd der kopff zerbrochen
durch dinen furgeliebten somenl
2030 den solt uns schicken, bald Ion kommen!
herr! von mir, dem armen mann,
an diser gaab verguot solt hau!
Habd
bringt ein erstgeboren echäßin von der härd^ opjfere^ et gott uf tmd spwkht:
O min gott in der höhe d' oben!
dich sol ich prysen, billich loben
2035 din wyfsheit, krafil, allmächtigkeit.
du bist ein gott von ewigkeit
wir band gesundet wider dich,
min eitern, g'schwüstrig, darzuo idi,
und band erzürnt dich, uosern gott.
2040 herr! drumb uns vergäben sott
unsere sünd, all missethal;,
Admn md Heva. t3
diewyl 's alb in dim willen slat
ich gloub oach vest in dins yenprecheo,
du werdist der schlangen houpt zerbrechen,
2045 dem tüfel nemmen sinen g'walt
zuo g'lägner zyt, wenn 's dir, herr, gfait
darumb ich dir difs lämblin giben,
das ich well vest in dir belyben
mit warem glouben and vertrüwen.
2050 allein ich darumb vor dir knüweni
das ich min'n trost hie well bezügen
in dich, o herr, nach mim vermugen.
drumb hüt erzeig din güetigkeit,
uns allen gnad, barmhertzigkeit,
2055 min'n eitern, mir, dem bruoder min.
ang'n^lm lafs dir hie d' opffer syn
uff disem platz, an disem end;
ottch din oug nit von uns hie wend:
lafs kommen sy für din ang'sicbtl
2060 herr! mit aller zuoversicht
allein min hertz thuot uff dich sShen,
dir muofs ich alle eer verjähen,
diner macht und allmächtigkeit;
du seyest g'lobt in d' ewigkeit!
GoU
wandt §ieh sum üpffcr Babthf nmdi et an^ und nit mo MCmini «|#er, tind
Bproehi
2065 Zuo dinem opffer wend ich mich,
min lieber Habel! dich kenn ich,
din hertz und g'müet. d' stund diner tagen
trost, hilff und radt ich dir zuosagen.
nit lenger wirst uff erden laben.
2070 dir min verheissung wil ich gäben
von minem heilend uff den tag,
dim g'schlächt, wenn's mir g^falt, nach minY sag.
darumb gang hin und halt dich recht;
du bist mir lieb, ein trttwer knecht*
Do ergrimmet Kain fß$t und ein ang'aieht verfiel im und epmA;
2075 Muors ich alleinig 's tüfels syn,
so nemm der selb garb, 's opffer bin!
64 Adam und Hefpa.
Wüfi 4U garb im die kruge «/Wkin.
Bia ich dann nit der elter son,
zum ersten Ton minV muoter kon?
sol nit dann billich gottes sagen
2080 mir, dem eitern, zVrslen begegnen?
ich red ufs zorn und rechtem grimmen,
der sach wil ich grundtlich nachsinnen,
min ang'sicht thuot sich gar Yerkeeren.
yerschupfft ich bin darzuo Tom herren;
2085 nit böser mag es yemer werden.
urs zorn ich's rechen wil mit g^färden
an mim bruoder etlicher g'stalt
zuo siner zyt, mit eignem g^walt,
wenn^s mir wirt fliegen und recht kommen.
Gott
gibt antworU
2090 Nät guof s hat din hertz lürgenommen,
min lieber KainI drumb Tillicht
ist dir Terkeert din g'stalt und g'sicht •
war hat dich g^reitzt zuo der unmars,
zuo solchem gyt, ouch nyd und hassz?
2095 ist's nit also: so d' bettest dich
gebessret g'han , g'halten fründtlich,
mit ruow, gedult, ouch gerechtem laben:
din sQnd war dir von mir vergäben?
so d' aber d' sünd ufs der schalckheit
2100 ferbringen wilt, ufs fräfenheit;
nit bessrest dich nun hin und flir:
so hocket d* sünd, d' straaff vor der thär,
und muost in ungnad vor mir laben,
allwäg in das g'richt dich ergäben.
2105 dins bruoders b'gird, sin hoffnung stat
allein uff dich mit liebem radt;
er b'gärt ouch nit» das er b'herrsch dich
in keinen wägen unfründtlich;
besunder du soft über'n knaben
2110 brüedertichen g'walt all wäg haben,
diewyl und er der jünger ist.
du als der elter 's besser birs!
Aitm fHwi Htva. 65
reckt» redlidi» AviiiiiikNch hiit ooek dieh,
ailwäg lUrcht gott, den berren, oHch!
Kain
gmi kimmügj umd iprieki amo tinem hm^dtr:
2115 Ufs nyd und hasu dich wil ich fyoden,
dtechon gott wil nit nio mir frttnden;
du tolt «her» brooder, das gedeocken,
das ich dir 's warlich nit wird schencketi.
0Md «ni eitumdwm,
Mmmcc.
M§ Kmm mmi AsM, (cid tiift jide, vom opfferen keim kommend^ $f^ieki
Adat^
W vaiier^ %U9 inen:
ich denck fiist wo! und iigt mir inn,
2120 ir liebea siio, Habcl, Kaio»
das ir nach. mim g'heiss und gebott
ttwere opffer so für gott
tragen habend mit bätt und loben,
ufs reinem herizen und mit glooben,
2125 also das gott gen üch hab g'richt
sin ougen gnädfgklich und g'sicht
nun wil ich üch fast hätten han,
ir w<>llind fründtlidh z'amoien ston
in ttwer arbeit; wo das sey:
2130 da stond einandren allwSg by,
es sey im yäld ald sunst, by'm vycb.
über^n andern erheb keinV sich;
besunder thuond einandren 's best,
wie kinden zimpt, zuodem uflTs best.
2135 beid gond yetz hini du hack und rttt!
Habet! zum Yych luog! es ist zyt(
und sind guot brüeder und fründtKcIn
ouch mit einandren togentlidiy
und hand gott lieb, ouch fbrchtend m^
2140 min lieber Hietbel und Kain!
Kain.
Das wil ich thuon, so best ich kan; -
doch wil ich mich nit meistern Ion
[XXFI] .. • • • 5--
66 Aim md tbm.
min bnioiier Babel, iwb kehl Mcb, .
zuo dem von im nil sya Teficht
iltö Min lieber vatter ! ich weifs woi,
der jung dem eitern Toigen. sol;
min lieber bmoder aber Kain
lofst nit all tag gern uff din'r stimm;
der gyty ootrüw gar in im lyt;
2150 zuo dem er U'eit gen mir ein nyd
on ursach und nun gar Tergäben.
gern wölt ich fründtlich mit im lüben; ^
so hat er gar kein gottsforcht, dnimb
mit.muotwill, fräfne gat er umb.
2155 under'm körn die hosten gerben
hat er g'non, thuon z'ammen seharb^Qr
die selben iiir den herren bracht
mit rowem hertzen, on andacht
do hat sich gott ?on im gewendt»
2160 min op£Pery und sin's nit, erkennt;
darumb er ^ar in sibem muot
ufs zorn mich nyden, hassen tbnot
drumby Yatter^ ich dich hätten wil, .
straaff in darumb I nit gloob im z>i|!
2165 sin wotfart wölt ich lieber trachten,
dann in vernüten noch yeraohten^
Adam
auo Kam.
Kain! min aller liebster sonl
so! es darzuo von erst uf kon,
das du, das. erstgeboren kind,
2170 dich fräfenlich ergibst der sünd:
so müefs es gott triiwiieh erbarmen!
hert müend wir unsers sunst erarnea,
hngwylig unAer eyt vertryben,
ins herren zorn und flnooh snnst biyben»
2175 drumb, lieber sun, gott rtteff drumb an,
der dir din sikid verzyhen.kan.
ouch besser dich jn dinem Üb^n.
gflit andre opfler sott du* gaben.
Asiam md thta. 67
sitiid ab Tom iMi, ouefa dinem gyt;
2180 leg bin oach «Hea bans und njd:
min lieber san, das ist min bitll
gar mit einandren zaackeiid nit;
sind wol eins, wia kb tteb bao giMlitdn!
im berren zornail aited ir trütten,
2185 besonder in Yor ougen bant
das beidM mk dann woi wirt kon.
drunb gond ins YM in gotics nammen,
der maeb 3ob fridüch all beid sanimeal
Kmin gel mit $mW kouwem in da$ vtUd tmo kmehM , NMei alcr mU tmem
h$ti€ti^Htoktn 9UWH pjft^
Adam
gmi MO Hevä^ 9iner frmptn »hfl im« ^«tdctt UkMerm Ut¥i ififkht:
HeTa! ir töcbteren! lieben kmd!
2190 by'n knaben icb ein swytracbt find:
das b'sebwärt aan gar min tmrigs bertz»
von gott siebt Kain btnderwertx;
der ist wl gyt und nyd beladen;
ieb fiircbt, es werd im fibel sebaden«
2105 gar gefallend mir nit sine satten;
gott trüwlicb lond uns iär in bitten,
das gott well endren sin geblüet,
in gnotem stercken sin gemüet»
damit er sich mög bessren drumb^
2200 bekeere sieb und werde fromm;
das fUrwar war min gröste firäud.
Heea.
Vor kummer ist mio bertz gar bitfd.
der knaben sind nun zwen noA iren,
und tbttond einaadcfrea sebon verwirrei»;
2205 wie wirt es gon, min lieber mann»
wenn wir der kinden vtl sted han?I
icb denck yeU iaroj ans borren b'tcbekl,
er bat uns war oaeb fryiieb g^seit:
Jiummer, lydan^ migst und not
2210 (sprach) wiU sin üwer tägficb brot,
diewyl ir sind «ff di^r eiden^^*
das will uw Midi iwir waidb»!
68 Adern md Hewtu
dmmb, lieber Adam^ 8org solt kubeii,
ders tMa selb luog ttio den knabea»
2215 und gang ins TÜld^sno inen afs,
damit nit bösen werde dntfs;
bab dermafs sorg» nnd iren a<M,
das kein'r den andecen nk Terachl!
Calauma,
bt dann min mann allein Ter«nigen?
2220 muors man das a^ Ton im z'ersi sägen t
das goU erbanni nit bor icb's gern»
ist er in ungnad biir und fem.
Til lieber wett icb besseres boren,
daa er sieb liesse fröndUicb leeren,
2225 dann das er ist also Termocbt,
ufs nyd und bassz sin onfal suocbt
icb red uh einfallt glycb ei'm tboren:
villicbt ist's im glycb anwboren. *
dmmby vatter, dicb oudi tboon idi bitiM:
2230 das sy gotts botl nit Übertratten,
bab sorg zuo inen z* aHer firist;
der tüfel sunst byreitzig ist
DtWoray
Babel» frouw,
Acb gott! min Tatler! liebe muoter!
sy dörffend wol eins gnoten boeters,
2235 damit der tüfel mit sin somen
thüeye säyen, nnder sy lafs kommen.
gott wend wir allzyt ruoffen an,
kein anderen radt icb geben kan;
der kan wd die und ander sachen .
2240 recbt ordenlicb und räKg madien.
Adam.
Dem wend wir. d' saeb befelboii all%
und anders schaffen uff difs mala.
min liebe frouw, oucb lieben tocbtefn! ^
gnuog bab ich mieb mtt im erbroeben,
2245 oucb inen g'seit all men^, pftsten;
gott trüw icb, es sdiiaeb ob im
ÄiammdMtviL KO
loo dem ich wil zuo Mden knaben
florg, ernsl 9!okewn, zuo ih'd Uken,
im täld, lUmim, an allen orten, .
S350 damit ay z'ammen nit mit Worten
kommiod oioiieo arger geatalC,
* als vil ich kan, mag haben gValt
Kam
rtü ^f§ »otn mU im mM oUeiti.
lA bin erzärnt, min blaot uiid gmöet
mit nyd und hassz sich in mir üeht;
SSS5 In mir ich wird, kein anders innen,
dann arg^a und bdaei thuo ich ainnen,
und tracht dem nach in allen dingen,
wie ich min bruoder mag umbbringeo.
er hat Terschaft mit ainem glyaaen^
8980 daa gott min gßb mir hat Terwyssen^
ouch sidh Ton mir, dem opffer g'wmdt,
also das. ich bin worden g'schendt,
Tor dem henen also gestanden,
grad wie ein stumm, mit allen schandim.
2965 darzoo min braoder mich hat i>radift.
zuo dem min vatter ouch anfacht
mich behaderen, darzuo schdten.
das wil ich im trttwiich vergelten,
wie bald *s die zyt mir zuo wirt haseo;
2270 es sey im VÜd ald uff den straassen:
dermafs im b'lonuag wil ich giben,
das rttewig ich wil Tor im läbeii»
Ich g'seen in dort im väld wol ston:
grad heimUek wil ich zuo im gon,/
2273 an in mit warten ursach suocben
mit guoter red und ntt mit fluocfaMU
wie bald ich uraaeh an in han
mit einem wart: V lod wtt in »hlnri.
€hit «10 im -und «prieilf
kh gib dir, braoder, nunen gruotz!
2280 was thuost du da? was niadhert gwt's?
T«
Ich jich zuo'b iduafibo» hab dkr acht;
was hast du, brooder» syd je g ' — nhl t
Emil
Was gat 's dich an? idh hao nit g'a
muost du mich tUwäg fragen, straalfitti?
2285 maors ich dir alizyt raohnong gäben,
was ieh thuo ald wie ieh laben?
An dieb» min bnmler, ist aun hiU,
nit wellest an loich simen nit.
dich arger g'stalt hab ieh nit g'firaget; : i
2290 z' reden mit dir ut bett ich*s gNraget,
hett ich Termeint, das zürnen wettist
zao dem, do d' früadtlicb mk mir redtiit,
do wott ich dir guot autwort giben^
fridlich, fründtliehea mit dir Üben»
2295 wie mis der latter beid h^ geleert;
ZQO dem du 's selber euch hast gibiirt.
dnimb, lieber brnoder, biGi so giielig,
zefriden, efttdi nit übermuetigl
von dinem zorn, damio oocfa hassz.
2300 stand ab, und besser didh fürbafa;
den zorn dich Ia(s nit iiberwinden,
ouch thuo dich niC an mir veniiadeii!
dann, lieber hruodar, das sag Ich:
an dich ergäben wil ich mich,
2305' dir g'horsam sjb in allen sache»
und nit mit dir «obiirlich's. nachen.
Eam.
Du hast mich im dem herren g'sdiendl;
der hat sin ang'sidbt von mir g'wettdt
das hast du durdi <fin bübesg .
2310 alls z'wigen bracht «nd glychbaero«
ge'm vatter hast mir infrid g^nacbl,
von dem ich bin sehon .oueh veraoht;
das hast du then durch loh waten, lögen,
alls z'wägen hracbt mit dite betriissfe.
2315 drumb selb wil ich dir b'lonung gSbenl
mda$Nu 71
Bit bändelt j«r sok dal ner ttbe»!
dat dich all plag«n und betteitt
ab lydenkMeii Mckers aabiitt!!
MkterAi im mii tf«r kmmMm m« Ud wmd iprUM:
was giltol ytti aef ich vor dir g^oeaa»;
S920 Bat DMMat mir mar d' kvitaa laaan.
daa do (fiebeiMrt werdist uff dar eideiil
I^mI wk «r tmfmtM vmi im ^m, fmdiA Hdk AM iMmmh «r m« retfeii.
Sebowl sebow! er wott g^m ttbig-wteda^
imd wideranab siob ncbteo nf !
CM wOtt •«# tn, ir<M MB Mocib mpoi mnkk aad. npfwüt-
Bab maoTs treffen, schlahen druf.
1990 demnach ich mich mag rüewig b'han
Tor^m keiben und dem klappermann. .
Pauumdo*
Vimfi M % iMfM •dln ulrf, sicla m i# ew arl «nt i|MMN:
Den loren wU iab dannen ittben»
' nach dem hiadHIg gon, danno flüban»
■Mdi BtaBan aMt der birden min»
2390 als ob ich nie by im sey g'^n,
snm tatter wil ich oit mer gon, •
min mooter, d* schwöstren, alls verton;
allein wil ich die frouwan min
nen, andre land mir nemmen yn.
2SS& dann ich by mir wol dencken kan:
by'm vattar .idi kein ruow wird han;
,all tag min volck wurd mit mir fechten,
00^ disen todtschlag an mir rechen,
ihs.idi daqn nit erwarten wil;
23M und soit ich siehoQ tuaend null
heid tum fnocJkeii im wäld und ii^ridU:
Za'n sÜMQ wil ich gw ins väld^
und Inogen, wie.siiA yeder halt»
Kain im vlld, Habel by'ai yjd^
ob go4t irtt». fibdepi ich s' firi^licii;
2345 wiewol mir vmdifh grpsan thuot:
ir zwytracht nimpt aair fröüd «od muot
li
auch timoC mir wäi giiot's faHen jn;
dann ich wol kenn »in sun Kain,
das nyd und gyt, uug'redtes laben
2350 zum teil in gar hal übergäben.
dodi beid ich s' suochen wil, mk fiiogen^
wie ein Yatter» ino inen luogen,
damit idi sy in eimgkeit
behalten müg und friindtfa'gkeit
2355 min sun Kain da snmer gotl,
uff disem Uali, i'n finden seit;
so g'seen ich in nit: das wundert midL
YiHidhl by'm Habel und bj'm Tjeh»
da sind sie beid, als ich dann aehten.
2360 gon wil ich, luogen, was sj machen.
das vych, die schaaff dort g^seen ich ston;
daby nit g^en ich s' umbhar gon;
wo unlgend s' syn? nit kan ich mich
Terwundren drumb gwüfis, sicherlich,
2305 war d' knaben beid doch syend kommen.
wo ich hin luog, so g^seen ich s' BWnnen.
Wen* g'seen ich dort ligen am ort?
mordjo! mordjo! ach, yemer mordf
Tor schrücken, angst nit kan ich's. sagen:
2370 es ist min sun, der ist erschlagen!
das gott erbarm des armen anblick! .
die straaff ich g'förcht hab oSt und dick!
dirs mort hat g'wüfs sunst niemand thon,
dann Kain, min tier elter sun.
MCoeri §ieh imift, rüffft Heva^ iiner frowen und tprkht:
2375 Louff, louff hänuo, min liebe Heyat
seiiowf z* ted war Hgt erschlagen da?
Heva
Umft MJbiall, wnd wit «' Hab^ tiehi iod Ugtm^ wchffft sff vnd sprieht:
Min sun es ist! mord gemermer!
yoT schräcken ist mir aHlhalb weel
ach, gott! ach, gott im himmel d' oben!
2380 nit wunder war 's, ich mtiefst ertoben'
Yor angst und miner grossen ii<A;
^MMI ■HMI ■IMMk |9
dann idi wd g'seen: min san isl tod!
acb» gott! min Adaml fromnm* mann!
wie wend wir «nsers ttben an,
2385 in disem jamer an doch heben TI
ÄJam.
Ein gnolen radt dir wü idi geben:
d' wyl |;ott uns gen hat diaen snn:
im besten hat er 'n wider g^mm;
dromb thn> dooh daa dnreh rainei willen,
2300 nnd lab din heiiz an klein geatilknl
Wie kan min herlz also geslilien?
Kain hat 's tbon ufs ai'm nraotwillen:
das merck ich wol, min lieber mann!
dmmb min heits nit kein mow mag han.
2305 hetlend in d' wdiff zerrissen, g'finessen,
so mdcht ich 's handels wol Yargteen;
snust so Kain das mord hat thon:
nit wird ich 's ungerochen lent
er mnofs mir nit uff erden Ilbeo,
2400 ald wH ich mins ooch danunb gilben:
das ligt mir grad in mtnem sin!
Bi'n fiiessen solt erwoschen in
und helffen mir in dannen tn%en.
nit wirt er läbig von dim sagen;
2405 es ist» leider beschehen schon:
daramb mache bidd und gang darvonl
Trugtmd m himwß^
Mu$iea,
Du tpToeh
4er Herr gM
»HO Mßins
Kain! Kain! kam iMir zuo mir
und los, was ich well sagen ^I
wo ist din bruoder. Habal nun?
2410 ich g'seen in uk, Wtf ist er kon?
das wil ich ?on dir wüsseo hau»
in wirst mir yeladen Mgeai an!
li
ouch thiiot mir wäi guoi's fallen jn;
dann ich wol kenn min «in Kain,
das nyd und gyt, uug'redbtes laben
2350 zum teil in gar hat nbergäben.
doch beid ich a' saochen wil, mk fimgen,
wie ein vatter» sno inen loogen,
damit ich sy in einigkeit
behalten miig nnd fiiindtUgkeit
2355 min sun Kain da sumer gotl,
nff dise» Uali, i'n finden sott;
so g'seen ich in nit: das wandert mich«
▼üKdit by'm Habel nnd by'm yyeh,
da sind sie beid, als ich dann achten.
2360 gon wil ich, laogen, was sy machen.
das vych, die schaaff dort g^seen ich ston;
daby nit g^en ich s' umbh'ar gon;
iPO Rrflgend s' syn? nit kan ich mich
▼erwundren drumb gwäfis, sicherlich,
2305 war d' knaben beid doch syend kommen.
wo ich hin luog, so g^seen ich s' tmnm&a.
Pausaaio.
Wen* g'seen iph dort ligen am ort?
mordjo! mordjof ach, yemer mordf
Tor schrücken, angst nit kan ich's. sagen:
2370 es ist min sun, der ist erschlagen! ' ''
das gott erbarm des armen anblick! . -
die straaff ich gTörcht hab oBt und dick!
difs mort hat g'würs sunst niemand ttion,
dann Kain, min tler elter sun.
Koeri $iek vnift, rü^ Heva^ äiner frowen und tprkhi:
2375 Louff, lonff hänuo, min liebe Heva^
sahowl t* ted war iigt ersdilagen da? . ^ <
Hepa
Uufi «cftfiall, iiiiil wie «' Habd iicht iöd UgtUy $ekrtfi s§ und spriM:
Min sun es ist! mord gemermerl
vor schracken ist mir alHhalb wee!
ach, gott! ach, gott im himmel d' obenl ' *
2380 nit wunder war 's, ich müerst ertdien «
Yor angst und minet grossen «oi;
TS
dann idi wd g'seen: uia sun isl tod!
ach 9 gott! min Adanl kommer mann!
wie wend vnr «nsers ttban an»
2385 in diaem jamer an doch heben TI
Ein gnolen radt dir wü idi geben:
d' wyl gott uns gen hat dieen aon:
im besten hat er 'b wider g^nnn;
dromb thn> dooh das durch rainei wilien,
2390 nnd kfs din hertz an klein gestiUenl
Wie kan min herlz also gealilien?
Kain hat 's tfaon ufs si'm muotwillen:
das merck ich wol, min lieber raanni
drumb min hertz nit kein ruow mag han.
2395 bettend in d' wdiff zerrissen, g'firesseii,
so möcht ich 's handeis wol vorgteen;
sonst so Kain das mord hat thon:
nit wird ich 's ungerochen ient
er ranofs mir nit uff erden llben,
2400 ahl wH ich mins euch darumb güben:
das ligt mir grad in mtnem sin!
Bi'n fiiesseB solt erwöschen in
und helffen mir in dannen tn%en.
nit Wirt er läbig yon dtm sagen;
2405 es ist» leider beschehen schon:
darumb mache bidd wid gang darvoAl
Tragfmd m kimwßg*
Mu$ica,
Do tpraeh
4er Herr gM
auo BJaing
Kain! Kain! knmhite' zuo mir
und los, was ieh well sagen dir!
wo ist din bruoder.ilflbel nun?
2410 ich g'seen in uk, war ist er.kun?
das wil ich ?on dir wässeo ham
in wirst mir yeladen mgmL nn!
14
Kmm
wdTl Mit ^otl*
Acli, herr utid gott! das ^weifr iisli wü;
me hab Tu g'sehen warKch bütt.
2415 bin ich dann mines bnioders bfieter?
Diuofs ich Terreohnen sine göeter?
ist er Bit selb gnnog witzig» düt
sich z' hüeten hat er eignen g'walt
muofs ich in, herr, allwäg ?eiigoBnient
2420 er findt sich wol» wirt widerlcommen,
wan '8 zyt zuogyt, mom oder hütt
ich weiCs in, herr, warltcben mt;
dnimb hab midi ntt in kei*!» «rgwonl -
Gott
O Kain! KainI was hast dn tbon?!
2425 din bruoder hast dn selb ennürdt!
das äbel fast dir fcnninmi wirt!
dins bruoders bluot sehryt uf loo mir,,
d' stimm Ton der enl ist kon mir fiin
darumb du aoit ako g'straafft weidto:
2430 Terflnocht da syest von der erden^
I die ires mul hat ufgethon,
dtns bruoders blut an steh g^non,
mit iren henden o^esogen.
?0B der erd wirst da betrogen
2435 also: wenn du wirst bawen # erden,
darvon dir wenig firucht moofls werden,.
! nit wirt s' nach ir'm yermügen gaben.
I diewyi du wirst uff erden laben,
i solt flüchtig syn, nach ojiinem wort,
2440 \iff erd nit han kein blybtieb ort
«Ser sprwä s»» dim h^nß^:
I Ach, gott und herr! min miwatbi^
I til grösser ist, dann dns ninr radi,
hitff b'schehen müg in miaem^ Mbeli»
i nit kanst mir, hefr, dM selb i^gUben.
|: 2445 mit angst ich muofs njin tji fejhferyben;
k
n
in aUem latid ban kh Mo blyben;
terber^m iioora itk nin ang'iicht
Tor dir oucb» harr, wiä d' selber ijpiiobal
mialMI und flücbt% sioofs ieb syn,
2450 diewyi ieb lab, «ff crdea bin.
das wetfis ieb wol, daräio wirf 's kw:
ertödt ieb wifd und abgaoaii.
TOD jedem, es sej wyb «nd maim,
dem ich!MlkiuHi, begsgnen kaa;
2455 es sej im TÜd, kein niow nil finden,
in minem bertzen, nocb bj'n frÜDden.
min gmüet piit forcht ist gar umbgäben,
idi weib nk, berf , wie ieb sol liban.
Jber
der kefT yo/f
Diewyi d', Kaio, mk mord ombgast^
2400 so jamerlicb da vor mir Staat,
mit angst und not qmbgitfieo bist;
dir sag ieb eins, da» grdtoer ist:
niemand wirt dicb aetod oraeUabttv
derglyeben mit mit dir anfaben.
2465 nit wärt du bist, oocb ml so ak^
das niemand sieh an dir färbte,
sibenfaltig wiri^ du werden
g'roeben; #alraaft, d'wyl & labst «ff evda^
Yon din'r g'wüsane; in dim bertan
2470 lyden muost dfas lübtag sabmertaeau
ein leieben dramb dir wil ieb ffhea:
du Ibrebtsam muost uff erdim bibeiv
mit eHend z il t emi aH din tag^
«ff das didi .ttisaand lödu ooag, • '
2475 bifo zyt wirt kommen, dA dT wrdiffbA
durcb kranckbeit «ni aatürlkb atürbft
darumb gang U» md bifs teUb^glig
an diaem bruotfar ungHkkJk^Glag; ;
büefs die säad «aab .miner sag
2480 uff erd mit jamst att dm Iq;.
76
Sbwl
90 wil ich, herr» d' flacbi mm an d' band
uad zieiMD lim gen Nod ins land,
das jensyt Eden ligt gen Moiigeii;
da wil ich heimlich «yn, verbiegen;
2485 mit minem vyb daselbst hin ziehen,
. min matter, d* fründ grad alband flieliiny
ouch meren d' wält nach dim gefallen,
drumby berr, din gnad lue gib ns aUenl
Gmt kimMg mit Caituma^ tT» wgK
Mu9iea,
Hmh§U Wffhf reit buo Admm miü Bhom,
Ach gott! ach gottl was grossen schmertz
2490 eriyden ich in minem herizi
min lieber matter! liebe maoter!
ist das mir nit ein schwäre routen,
ein grosse straaff, darinn ich bin?
wie kündt's uff erden ruber syn,
2495 das min der fromm, tmt bidmnaB •
Ton sinem bruoder sol iimbkon,
z' tod geschlagen ist yon im uff erden!
wie kan ich yemer frölich werden I
idi meiui ich müeüB yon sinnen Imamen.
Adam.
2500 Min toditer! din hertz solt du.mmniei^
und trachten: wie gott sinQsacben
han wil, also grad thuot er s* maeken,
und fraget nit, glych wära es g'fall;
in si*m (iirseen stond d' sacken all, . '
2505 d' radtschleg, all siner dii^ ursaeheau
darumb solt din herts riiewig m a then
grad gott befelhen disen bandel; '
der kaa uns giben aber wände!»
wir band's alls selber wol venchnidt
2510 mit unser sünd; drumb hab gednk»
befilch die sach gott, unserra harren;
unser g'scblacht wol kan er
[, ••
JHmMH tMMf MStWi» 7T
xuo siner lyt, wem» im geblt: '
den lafs da iNein haben gfwalt
DMi&ra.
2515 Dtt solt midi, ?att«r, ban darfdr,
das ieh gern (ffiSlgig syn wil dir;
oucfa losen hie der mnoter miRi
der ist ooeh g'blien etwas yn.
Das ist nm war» min lieber mann,
2520 Eins wundert mich, das ligt mir an:
wie hat es kttnnen rattglieh syn,
das unser erster sun Kain
hat dörffen sin'n bruoder Habel
mo tod erschlahen mit frifd?
2525 Termeint ich bett, (ks herti bett^s gsen,
das s' fridKdi heltiod t'amraen g^seen;
^ ouch das s' in Ei'm lyb Warend gligen,
bett s' fründtlicb g'maebtund nit Terwägen.
nun gar mir ist 's ein grosam ding
2530 in minem g^müet, das icb's nit ring
kan uff midi nen , min lieber mann,
das ander, drumb i^ wunder ban:
das Kain und 's wyb sind darvon,
keins iren nit mo uns ist ken,
2535 das uns bett gnadet, d* maeb gesagt,
war sy vertriben bett, yerjagt
schon sind s' dahin omb'sinter saeb
(wie band s' nun künden on ursacb
uns eltren lan?) g'kmffen ir straasse^,
2540 's hertz sölt's inen nit mo ban g'hmen;
es söit in gemacht han grosses leid^
das schandtlich mord und ir abscheid,
dann ich dromb grosses lyden ban,
das mir das niemand gtouben kan.
2545 drumb, Adam, b'ricbt der dii^ du mieb,
ich bitt dich drumb gantt iyssigUidi.
Adam
Wol hat daa künden |nii|^ ay^
19 Ai0^ iMif Rffüt
das. unser erster 'sqn^Kiiii
ins mord ist kon xmi wordm. i «pdti
2550 er hat erzürnt {fhan iüiei gottl
wo man uS*s bölis sidit Mch dar WgjM^
der tüfel ei'm sin hertt verwjnt,
wo man in bösen, firafnen sai^eo
gott Yei^ifst, der süod naehdraobtet;
2555 so bringt der last, der in der sund
verborgen ligt, d' straaff giyeb dem wimd.-
dann wie bald, d' aund mit irem hiat
ir fröud hat g'endet, so ist pra^
der mangel da im ougenbitek;
2560 die siind yetz ligt also atn striek»
das sy das hertz nit ruow^n. lat
. d' straaff volget droif mit dem unrat«
gottlofs,' verruodit wi g'rad das g^mfiM;
in aller sünd iiebt si^h das blUet;
2505 da ist kaiA gpad denn nürnmen da»
wie d' selber weirsi, tiefae Hera,
schmackt uns dpa frocht nit wd des ttben?
hat uns der böCs nit d' reiUmig gaben?
was sy nit süefs und darzuo guot?
2570 erschcaek nit dVab all uitser bi«Nit?
do d' fröud ufs was, was volget dnif?
der rüw und d' straaff gotts kam mit imf!
drumb,.Heva, solt kein wuiuirati kanc
wo*d' sünd ist, muoTs' also zoogon.
2575 gottlose und yernMlasenheit
hat mit ir brafshi zerbrücUigkat,
also das niemand achten thuot,
das d' sünd böfs ist, das red^ last gnOt.
d'wyl Kain , unser erster soa,
2580 hat gott verachte das böfs aog'non,
dem tiifei g'ioset z' äilef zyt:
gefallen ist €r. ia; nyd und gyt»
^t denen er jit ffsjn umhgäbeit,^
gantz rowem g'müet in all si'm laben.
2585 gott hat do g'wendt sin gnad, ^ng'sicht
von im, und es mm UflkßL^MMkl </
Jümi ist WyMü Mft WMa#
gott liat sin •«g'iieht fte in g^WMdt
wo ein'r dano darif lio braoder grMahiw;
25§0 das «oder darff tr oyeh anfidkea:
Tatter und DMiaiar tibeifibeii.
wid faeren ein Temioahtes ftfcoa,
danimb, Hemt daa In»» mid d* aiad
der dingen atten'unach aipd:
2505 ao wend wir «Haar iSben .g'atattom
nach 's hevren^ woii und sia kott hallen,
damü wir hie im jameiial
dem hären g^faiünd überaL .
^ nff das wir wand im herren laben;
2600 der weil «na beasre iOnder gaben!
Hnm.
Das tWhsfe gott im himmel d' oben!
Adam.
Golt soll man prfaen, aUwIg lobe«
in allem, was goU handien tboeU
dramb load yeU faUen den unnmot»
2605 liebe frow, onch toebter mini
Dir, Talter, ich gern g'ioigig bin«
So gond mil mir nach 's berrea wart,,
wir wend yelz gon an unser oril
Cmd M€ hinwäg.
HerM$
he$Mmftr9d am fnim fmg»
Fromm! eerenYestI iosondevs wyfol
2610 diewyl zuog'bärt g/M alier pryf%
das einig lobim sey Yeijabenl
was ton im g'machl und ist bestehen,
ails band ir 's g'seen in ifisem spii,
das yetz ein g'seiischalft ^den wil .
2615 uff disen Ug fiir ninen tbeil.
damit wir lenund unser heil,
den grand ^. ne^^jbte« süljgkeity
die gott im Mdog W» h#(;^satt
9D iiwEM mw JwMMl»
dem Adam mid mensditibliein g^ dl U iliI ; *
3690 d«8 difg wol werd veniaadmi, rechte
so merebmd äff den hM^ren goU; *
def selb bat gfredt nadigende wort:
«icb gotty der d' sonn nadi miner u^'
verordnet bab zum bdtren tag,
2025 den mon und stomen Ulis min'r maekt,
das s' dientind zuo der tundclen naobt;
der selb bat d' neer gentaebt ungfaliiai,
das s' wöeteod werdend, durzuo griaHB;
also das yedes by sin'r naadit
2090 belyben sol, wie 's gott bat g'madity
kein's g'walt, nocb kridR nit habe mer,
dann wie 's bat b'scbaffen gott, der kerr,
verwandlet keins sin art noch bürden,
dann wie 's gott b'scbuoff, liers yodes werden.^
2035 darumb keins sin natur vertat,
es blybt, wie 's gott maeht, «tnd besM; ' ^
das bracht er nit mit kttnsten z'wiigenr
mit b'sdiweeren ueieh kc^m andren sSgen,
durch keiner g'schöpSten eigensebafflt:
2040 alls macht er 's ufs sin'r eignen krafft,'
nach sinem willen, mit Ei'm wert, • ^
wie er dann redt am andren ort;
er spricht: „ufs min'r allmiichtif^eit '
bab ich all g'schöpfllen zuobereil,
2045 mit minem wort nach aller g^stalt;
das ich der wält bab menigfait
verkündt und g'offnet oSt und diek,
wyt, ferr und nach, alt ougenblick.** *
gott spricht: „wäm ist verborgen g'öyii? -
2050 war hat mir d' wyfsbeit g'nommen hin? *
was nit min wort vor dem anfing?
ist nit das g'seit und pred'get lang? '
erhebt nit lut min wort ir ütimm? >
min urteil, d' Warnung roch und grimm?«
2055 bort man min wort nft an den straasadh, ' • >
. in höchinen, bergen starck dMnamaüF? '" «;
scbrygt nit umn geist vor aikift ttier^- • -'*
Adam und Heva. 81
das OQ min bäff ist 's fleisch verloren?
hab ich nii Torhin, darzuo lang
2660 mio anschleg g'hebt vor dem anfang?
min krefilig wort bracht zuo den. dingen,
ee ich wolt schaffen, nüt verbringen?
ee ich die g'schöp^ hab. z'ammen g'Iesen?
ist 's nit durch min wort g'ordnet g^wüsen
2665 von ewigkeit, ee d' walt ist worden?
hab ich's nit vorhin lassen ordnea
durch min Airsühen und d' wylsheit?^
darvon dann g'sch'riffi noch wyter seilt
da Solomon dann uns gibt bericht
2670 am vierdten capitel, da er spricht,
gott hab urs siner krafit und macht
kein g'schöpfften noch kein glydin^rs g'macht
in siner b'schaffung, und darumb
in kleiaer noch in grosser summ,
2675 es sey 's roanns, wybs g'stalt oder vychs,
fisch, Vögel, g' wärm und ir gelych,
linder dem himmel, ob der erden
aM drooder, was er macht, liers werden:
das darumb der mensch ob sich sähe,
2680 sonn und mon, kei'm eer verjähe,
ouch keinem Sternen nach der wal
noch 's himmeis heerzug uberal ;
uff das man kein g'schöpfft solle nienen
da hätten an, noch keinswägs dienen.
2685 daruff dann goit sin urteil gibt
dem, der nit by sim wort beiybt,
die g'schöpfflcn gotis wend mer vereeren
dann in, den schöpffer selb und herren.
die g'schöpfften hat er nit drumb g'macht,
2690 dafs man sy höher dann in acht;
gott hat sy g'macht driimb urs si'm g'walt
allein uns menschen z' ufenthalt,
umb unser noiturfft alle erden,
was gott hat b'scbaffen, lassen werden,
26Ö5 uff ^s wir sin ailmüchtigkeit
lerntiad venim, banidiertsif^eit;
82 Adam und Hewi.
ouch gloubtind dem yersprochnen sotnen,
das gott den hett gen, lasien kommen»
uff das er unser art annäme,
S700 nfs lutrer gnaden zuo uns Urne,
sprach gott nit selb.zoo dem Adam,
do nach der sünd er sno im kam:
,,sich! der mensch ist worden gelych
als unser einer, und billicii
2705 der guots und böfs erfaren muors,
für aller wält d' sünd werden, d' baors,
die dann der mensch erlyden solt^
das gott alls uff den legen wolt,
uff einen der dryfaltigkeit,
2710 der wurd annen sin blödigkeit,
uff das sinV Sünden gnuog bescbefae,
d' yerzyhung alleinig man im yeijfihe.
dann d* sünd, die Tom Adam ist kommen,
hat gott Tergen, selb sy hingnommen,
2715 durchstrichen, sy Tertikkel gar,
das alle g'schriOt macht ofenbar,
uns g'ordnet 's heil und siäigkeit,
urs lutrer sinV barmfaertzigkeit,
in die Adam yertruwt, glonbt hat,
2720 all sine g'schläeht, wie g'schriben stat.
dann ir vertruwen, hoffnung, glouben
uff gott ist g'syn in himmlen d' oben,
uff sines heil , das er wurd senden,
umb ire sünd in lassen g^schenden,
2725 töden, starben und begraben,
uff das sy kündtind d' hoffnung haben
uff unsern herren Jesam Christ;
das dann der eltest glouhen ist,
wider den die port der heUen
2730 kein gValt nit mag darwider stellen,
den Adams glouben undertrucken«
gotts wort larst im kein syib verrttcken
noch undertryben die warheit
mit g'walt, früffne und mit faisehheit
2735 kein andren gloub wirt keinV erJibea,
Adam ymi Bmu 83
dann den gott bat dem Adam gllien,
der einig gotts gnad hat erkent»
wie difs spil leert und 's argunent
darby wir 's yetz wend blyben Ion.
2740 morn sdnd ir allsand wider koo,
wie ir all bie Tersanimlet fliod;
denn werdend ir bör'n d' straaff .der säDd»
wie gott dur'n sündflors alle erden
vertilcken wirt, Ion z' nute werden*
2745 dromb blaasend uf» ir spillüt, b'faend:
wir wend darvon, 's spil bat ein endl
Herold
um anderen tag.
Fromm! eerenvest! hocb-, wolgeleertt
diewyl gott uns den glouben mett,
durcb sines wort den machet kund,
2750 wie das bezügt selb gottes mund,
in welchem ist kein bscbifs noch trug:
d' kraft Tolget drufs, schnall, on ?erzug»
dann wie der herr und ewig gott
d' himmel und erd erschaffen wott,
2755 do brucbt er 's wort, d' allmachtigkeiti
das allssampt ward in der warheit,
wie ir 's band g'seen und selb yernommesj
das alle ding von im sind kommen,
urs 6inem wort und eignem g'walt,
2760 yedesse glychnufs, form und g'stalt.
noch hat so vil nit gmacbet gott,
das im kein g'scböpfit driivn hilff thuon sott;
er hat euch kei'm sin natur gäben,
das er ?on ir art miiesse laben.
2765 er hat oncb nit g'macht darumb d' erden,
das er der selb well teilhafft werden;
die Sternen d|ramb, noch 's firmament,
das er 's an sin nutz hab verwendt,
84 Adam und Heva.
ald das in d' krefit söllind verwäsen^
2^770 noch fiieren nts sin göttlich's wSisön,
ald dars' in nöten söllind, zwingeb
sin krafit noch macht in keinen dingen^,
dann ee er die ding hdt bereit,
was er ein gott von ewigkeit;
2775 ee kein geschöpfft hatt form und gstalt»
ist Yorhin gsyn der gottes gwalt,
all sine kreSten und d' wyrsheit,
sin iürseen und d' allmächtigkeit;'
do gott die ding hat wollen zögert,
2780 alls hat er 's uk sinV kraSt, vermögen,
uts kei'm zuothuon kein'r creatur
ald andren gschöpfften hilff noch stiiV,
besonder macht *i mit Ei'm gedancken.
darumb man nit sol darin zancken,
2785 sin'r krafit und macht kein ursach stellen,
warumb ers alls hab machen wellen,
gett wolt sin werck darin erfüllen; '
alls hat er 's gmacht umb 's menschen willen,
uff das er künd die selben niessen,
2790 bruchen und sin notturfft büessen,
sin'r krafit und miacht verstetidig werden,
diewyl er labte üff* der erden.
Do aber sündet der Adam,
. vom Paradyfs ins eilend kam
2795 und iSbt ufi* erden in der sübd;
do überkam er vil der kind,
grad huob sin jomer, eUend an.
die ersten zwey, die er hat g'han,
schluog ein'r den andren selber t* tod.
2800 ufi* das grad volget d' angst und d' not
dem Adam und si'm wyb und kind,
wie irs band g'sähen, lieben fründ,
uff gestrigen, vergangnen tag.
ouch band ir g'hört gotts straaff und klag,
2805 die er wider Kain selbs hat gfiiert.
sin mord hat im 's gmüet so beriiert,
das er kein ruow im hertzen hatt.
AdiM und Heva. 85
darutnb er buwt ein eigne sUtt^
«ff das er kündte alier ^stalt
2S10 sicher belyben, h^ben gwalti,
' on alle gottsfordit möchte sündeo«
mit sinem stammen und den kindeu^
mit grossem pracl^t erzeigen sich,
syn wider go^t, dem tiifel glych»
2815 uls dem dann er erboren was,
das er und kind on unterlaß
bruditend ^walt und übermupt^
wie dl» yngab ir jjteisch und bluQt»
das ails vergiffl yom tüfel was,
2820 wie 's Kains thaten leerend bals;
dann uff d^e wält und iren pracbt
hat er mer gseen und gott Teracbt,
dann uff das glück und sines heil.
drumb er der sünd ist worden z' teil
2825 und hat der sehlang, der tüfel gnon^
Yon gott über in gwalt überkpn^
das er verzwyflet in si'm laben,
uff 4^8 er gott müelst widersträben,^
lassen den tüfel han gewalt,
2830 wie ers verbeugt hatt aller gstalt.
das yeü ein gsellschafft in der yl
durch disen knaben öffnen wü.
darumb du, knab, vor yederin«\Qi\
solt sagen das und zeigen an!
Ein junger knak
2835 Fromm, edel, yest, euch gnädig herren!
hie yeden, gnent nach allen ee^en!
diewyl ein eerliche burgerscbafft
ufs heiiger gscbrifit, ir eigenschagt
hat weilen 4i& apil l^s^ea ordpen;
2840 Yor allem ist m^n z' radt drin worden,
das man kei'm yolck noch patjop,
frQmbd, heiinisch, was ufs spif bar ist kon,
gar nienen well kein Unzucht hUt»
mit Worten im spil erzeigen nüt
2845 darumb wir we«d hie yederoiao
86 Adam und Hern.
trüwlichen und fast gebätten faan,
ir wölltnd nit von dornen trüben,
noch von den distlen fygen kluben,
von röfslinen sogen scfaädlichs safft,
2850 wie d' spinn dann thuot, das' giSt drufs macht;
b'sunder lernend ufs der heiigen gschrifft,
was unsern nutz und 's heil antrifll,
als' ymbie uls siner art dann thuot,
das honig sugt uls yedem bluost.
2855 das dann alls kumpt ufs gotts wyfsheit,
ufs siner Ordnung, fiirsicbtigkeit
darvon dann Solomon gibt b'scheid
an sinem zehenden underscheid;
,,uls 's herren krafft und sin'r wyfsheit
2860 hat gott den menschen zuobereit,
erschaffen, in zum vatter gmacht
der gantzen walt, nit on ursach.'^
die selbig kraSt hat in verhüet
uüs lutrer sin'r erbärmd und güet,
2865^mit der er gfliert ist ufs sim faal,
ufs siner überträttung überal.
der hat dem menschen wider gäben
gnad, sterck und krafiHt, darzuo im 's iSben,
das er die g'schöpfft und gottes g'mScbt
2870 künd b'berrscben, bruchen, niessen rScht
Yon diser krafil und wyssheit gotts,
die yeder mensch verjähen sott,
mit hertz und glouben recht ufssprScben;
die kan das Ungrecht also rechen,
2875 den, der abtritt und wycht von gott,
das er verdirbt in siner not;
von Kain hats der wyfs mann gscfariben,
der uls si'm zorn hat muotwill triben,
sin'n braoder tödt, der glöubig was,
2880 drumb wott im gott nit schencken das;
er mnofst sin mord, d' ungrecfatigkeit
hert büessen und mit gfarligkeit;
dann er mit nyd, zorn was vermocht,
drumb er gott nit mit glouben suöcht,
A/im und Betm. 87
9885. und bleib Tenwyillet und Tenrtrkit
in »iner Sund, jn.gottes g^riditt
zuo dem Solomon noch wyter seit .
yon der götts krafft und »in'r wyikheft;
er spricht: * „h^t nit der wiissei|[us8z
9890 mit sinem grossen überfluis
die gantien wült ertren^, ombrtcht?
yerflöts, ?erderbt die gottes raadif
hat nit gotts wyfiiheit dp g^regiert,
den frommen erhaiten ufiredit, g'iuert?
9805 durch ein schlildits holt«, das was die ar^hi
den No8 erlQbt gwaltig und starchi
yd siner wjCsheit, eignem gwalt»
der alle glöubigen selb erhalt?
das man yets alls in disem spil,
9900 uff htttigen tag nun iiebeii wU:
yfie Hain bliwen hab sin statt;.
ivje d* hof'art den an(Suig gnommen hatt;
demnach wie Adam und sin stammen
band angruoOt nU den gQttes nammen;
2905 Ottch wie aU ivind sind gangen fort;
wie do Teracht ^ard gottes wort;
pioletst, wie gott mit dem sündflula
hat d' wlilt verderbt und gmachet uls.
dann Kein, der ^nlschlegig mttnnt .
2010 wirt hütstagi spil selbs beben an.
am selben gar Ion nut erwinden.
der kumpt d<|rt hilr mit wyb und kindem
köstlich bekleidty darzuq i^sthafft,,
mit siner gantsfn bqrgerschafit
Afti«ica.
Wie
ITatff
gen yod kumpty überkumpi er Htmoeh tmd d» wyk «il eil «f p fMMi;
9prkki er rao tPm «yl Cslsiaaa.*
2015 Calmanal min hertz liebstes wybt
im 9orn gotts ich min Ikbtag blyb,
* 8ap. IQ,
88 Adam und ürra.
gott hat sin fluoch mir also gilben,
min hertz wirt niemer Trölich laben,
in forcht muols ich uff erden wonen,
2020 da hiifft kein warnen noch kein schonen,
mins bruoders tod, der yglet mich;
der zorn gotts, der thuot meren sich,
also das ich in alten dingen
nüt rechts noch frdlichs kan verbringen.
2025 das zeigt mir an die missethat,
die minem hertz kein ruow nit lat.
kein frönd ich find in minem laben,
dann das d' mir vil der kind hast gäben,
die wil ich Ion etnanderen finden,
2030 nach last sy lassen z'ammen fründen,
gen inen mich also verpflichten,
damit ich müg ein statt ufrichten,
ouch mich mit gwalt bewaren müg
durch sy, mit list, grad unverzüg.
2035 dann ich vor gott bin flüchtig worden
und ston in ei'm verflüechten orden
und muols vor angsten allwSg zitteren,
b'han plag ufs Torcht, min tag den ritten,
in disem zeichen allwäg iSben.
2040 zuor Sicherheit das gott mir gaben
hat, zuo mi'm unfal uff der erden,
muols ich schon nit erschlagen werden,
so muols ich all min tag han sorgen,
in mim unfal zuoletst erworgen,
2045 als bald den minen werden z* teil;
dann by mir ist kein glück noch heil,
wie bald sich mert mins vatters gschlächt,
so mttelst ich werden irer knecht.
darumb ich mich und mioe kind
2050 wil fräfen machen, Jistig, gschwind;
damit wir kUndind uns vertruwen
uff erd, ein statt wil ich hie buwen,
an andere duriit nit müessind kommen.
Calmana.
Wie ich d' red, Kain, han vernommen,
Adamuni Hmm. 89
2955 so g< s' mir warlieh selber; drumk
mit dim radtschlag nit lang gang umin
selb zuo'n kinden und zuo*n frändeii;
die wirst all beyeinander finden.
wilt dann hie sicher syn, mow hau;
2960 din meinung zeig in'n selber an.
wiewol ich bin ein büwria gsyn;
Vii lieber ich yetz stattlich htn,
wil sittlich, hoflich lieber laben, ,
dann mich ins bawxenwerck ergäben.
2965 zuo dem ich ouch der meinung bin,
sy werdind lieber burger syn,
dann buwren blyben all ir tag.
drumb dir ich das wol radten mag,
das, wie d' fürgnon hast, buwen d' statt,
2970 (urfaren solt nach dinem radt
doch minen sun, Hanoch genannt,
laüs dir am basten syn verwandt,
bedenck in wol fiir ander all!
Kam*
An im ich han gar kein mifsfal,
2975 min frouw, nit anders solt du achten;
in wil ich für die anderen trachten,
ouch gon einswägs zuo inen hin,
in'n zeigen an die meinung min.
Gat S1I0 inen den näeh»ien.
Kam
gat suo allen sinen kinden^ hindetkinden und f runden; s}»rifAl auo inen:
Min lieber sun, Hanoch genannt,
2980 diewyl du bist mir zunächst yerwandt,
mit dinen brüedern und den kinden!
zuo den ir enckle und ir fründen!
hie jung und alt, ouch wyb und mann!
die wil ich gmeincklieh hätten han!
2985 diewyl ich bin gsyn also vorruocht
und uff mich kon ist gottes fluoch,
wie ir dann wüssend on min sagen,
drumb das ich Habel han erschlagen,
min jüngsten bruoder, in dem väld:
so Adam und Hem^
2090 so bin ich fläehtig io der wUt
and hasset mich oucfa alle erden;
Yon iren rych nit mag ich werden,
der fluoch allein gat nit über mich»
besonder dazuo über üch,
2995 damit wend wir uff erden blyben:
handwerck, künsten müend wir tryhen,
damit wir yor mins vatters kinden
on ire hilff oueh blyhen l^ttnden
uff erdterych hie mit unserm gschläcfat,
3000 nie werden müessind ire knecht;
so han ich das mir fiirgenomBien,
wenn ich mit radt darzuo mag kommen:
mit üwer hilff» nach mim tertruwen,
ein statt grad dahin wett ich buwen •
3005 mit schlössen, thüren und mit muren«
damit wir nit belybind buwren,
all unser tag mit übel zyt
erneren müessind ferr und wyt
uns selb, darzoo all unsere kind,
3010 das trachtend ouch, ir lieben fründ:
wenn sich mins vatters gschläidit wirt raereo,
das wir uns mttgind ir erweren;
dann ires wäsen, thuon und Ion
wirt niemermer recht züo uns stön;
3015 der hassz wirt nemmen überhand
gen mir, diewyl ich lab im land;
dann ir wol g'seend: d' forcht iq mir lyt;
min zitteren üch d' anzeignung gyt
drumb, lieben kinder, enckle, fründ!
3020 so ir wie ich hie gsinnet sind:
da gab ein yeder antwort drumb,
wie ir hie stond, in Einer summ;
doch wirt die statt von minem «in
in ewigkeit den nameo han.
der erff ««n ifmnf , giH oKimort und «prieAt«
3025 Min lieber vatter! din radtschiag
gefalt mir wol uff disen tag.
Adam und Meva. Ol
hasset ans d' erden und die wilt
und sind nit sielier in dem ?IM»
an keinen orten uff der erden:
3030 so wend wir endren unsre bürden,
unser natur mit allem laben;
ouch niemand rechte antwort gäben,
wend Adams kind dann uns durächten,
so mügend wir in'n widerspredien
3035 Til bafs in der statt, dann uff dem land.'
d' statt wirt ir gröster widerstand,
wenn wir belybend hindern muren.
sy wend wir blyben lassen buwren
und 's Yäld Ion buwen, wyl sy ^Xben,
3040 diewyl d' erd nun frttcht wil in'n gäben,
müend wir dann mangel han am kom,
an anderer spyfs, glych httt ald room;
so wett ich mich des nit beschemmen:
gend s' uns nit ouch, selb wett ichs
3043 dann ich, min frouw, ouch andre kind
dir billich, vatter, g'horsam sind,
wiewol ich bin ein buwrsmann gsyn;
vil lieber ich yetz stattlich bin,
schön, hüpsch, zierlichen, wol bdileidt,
3050 dann do wir httt und beltz band treit
Hanochs fraw
. redt in nammen iren §€lb9 und irer kind^n.
Ich, vatter, des ouch gsinnet bin,
das ich wil sampt den kinden min
vil lieber sitzen in ein'r stKtt
und rüewig wonen, styff utid- satt,
3055 dann (ueren 's laben büwrsoh und grob,
yil grösser wirt sin unser lob
in aller wält, wo man es seit
wie glych sich etwa» z&obär treit,
von wem es well; so gilt es f^yeh.
3060 wol httpsdilich mag ich b'kleiden mieh
nach unserm Staat «lit linwat, syden,
das wir dann künnend wäben, schnyden;
wie dann hie Lediechs kinder hand
93 44am tmd Hemk^
z* erst gründen kungt Iq disem laD4.
3065 die känst bals zimoieiid in ein statt
dann ubthalb, da raans nienV für. hatt
" drumb ^ie bald d' statt ufrichten witt,
so hilff ich, es b'schSch morn ald hütt,
Irad,
Ham99k$ tim*
GroGsTatter Kain! das mir gfalt,
3070 das dir und uns yfiii machen gwalt,
Sicherheit zuo unserm laben,
din fiirnen, d' meinung ist mir äben;
nach gfalt mir ^ol der anschlag dia.
ich wil euch lieber stattlich syn,
3075 in künsten mich ufziehen lassep»
das gschickt ^ir werden wend deimassen,
min frouwy darzuo euch mine kind;
uff das wir werdind kunstrych, gschwind»
so mügend wir uns also gstalten»
3080 in bürgerlichen sitten halten,
hoflichen uns bekleiden, wol,
wie 's burgers kinden zimmen sol,
wie Hanoch gseit von unserm stammen,
das kostlich b'kleidt sind allgottssammen;
3085 zuo dem das bessre Sicherheit
in stetten ist, darzuo fryheit
wil dann das Toick nit underlassen;
wend Adams kind uns allwäg hassen:
so mäend s' den bösen an uns finden,
3090 on ang'seen, das wir sind der fründen.
min arbeit wil ich strecken dran,
mit wyb und kind, so best ich kan,
mich dir im besten gern verpflichten,
die statt dir gern helffen ufrichten.
Iradi frato
redt in nammen ir §€lb und irer kinden,
3095 Ein stumm und narr wurd das bald leeren:
so man sich wol, waltlich, nach eeren,
stattlicher, bais erneren kan,
dann wo man muofs im göw hufshan,
Adam und Heta, 93
in dörffern» under^n groben buwren.
3100 dann in den stetten, hinderen nraren»
es sigind töehteren oder knaben :
^il bessere frist da ningend s' haben^
d* handtwerck bafs leeren » d' sitten» tneht
dammb ist onch grösser zooflucht
3105 dann in den dörffern , lieber Kain!
drumb statt min meinung glych di'm sin.
in stetten sind ouch besser weiden;
zuo dem man kan sich bals bekleiden,
wie das anzeigt der ougenschyn.
3110 daromb ich mins manns meinung bin.
in stetten m^n ouch hoflicher ist,
so usserthalb der dingen prist.
darumb ich wil hie gyolget han
dem Kain und mi^m bider mann.
Mahujael,
hadt tim.
3115 Mrm ratter da folg ich: Irad,
der recht darzuo geradten hat
fiiruls kluogkeit snoch ich der wält,
ouch iren pracht mit guot und galt,
was zytiichs wollllben mag syn;
3120 fast gern ich by den g'lästen bin,
min hertz and gmüet darmit umbgat
drumb ich fast gern folg disem radt^
das unser g'schlächt stattliehen werd»
ouch bürgerlich uff diser erd,
3125 erzogen uf, dem adel glych.
so unser gschlächt dann meret sich;
wol mögend wir mit grossen nützen
in der statt das unser besitze».
zuo dem wir ouch mit unsern kinden
3130 mit fröud wol köndend zsammen früodeii»
drumb mich kein arbeit sol iiit doren»
yil lieber blyb ich hinder'n muren^
dann in den dörffera, uff dem göw«
des anschlags idi mich gar ^rfröw,
3135 mit dem ich wil gern kosten han.
94 Adam und Bew.
Maki^fo^ frou>
reit in nmmmeu ir tclfr« und tr«r kmim.
Oach gfalts mir bafs, min lieber bmiuii
IQ der statt kö^tKchen sitaea,
dann in den dorffern höltzle spiüen.
da kan man d' hofiucht vil bab leeren»
3140 ouch unser rychtag ufoen» mereu>
alle bandtwercker baJs erhalten;
in summa: unser l&ben grtüten
mit allen glikten und den iSben,
uns mügend wir vil bafs erbeben,
3145 all unsre gschlacht «nsicbtig machen,
•ich muoEs ouch mine kinder trachten:
die band by Lemecbs kinder gieert
ir kÜQsten, all, was darzuo g'bört»
form und gestalt» mit allen dingen;
3150 künstlich, hoflichen kündend s' singen;
welches dann alls ufs mi'm verstand
nit dienen mag utTs buwren land,
darumb ich blyben styff und satt
der meinungy das gmacbt werde d* statt
Mahujuels «vn, redU
3155 D'wyl MahujaSl, der yatter min»
die muoter, darzuo beid band den sin,
das' ir verhoSen styff und satt
allein band gsteltt uff Kains staftt»
die er hat genennt Haoocbia;
3160 darumb wir dann stond allsand d^
gern wil ich mich zuo ücb verpflichten, ;
helffen die buwan und ufrichten
mit miner frowen und den binden,
uns sol man «JlwXg willig finden.
.3105 es ist wol war: LeaMeh, min sun,
bat wider 's gsetjs zwei wyber gnuo»
by denen beyden kftt er kUidjsr,
die sind kunstqfeher und vil g'sehwjnder
dann unsere kinder all ^tzMwnea
3170 sy übertreffend düß stainnen
Adam und Hern. BS
•
iD Sitten, bärden, oueh in zierden^
uff erdterych sind sy nienen gfierden
ton inen selbs band s' kiinst erdacht^
üls iren böuptern tVXgen bracht
31?5 die wend ^ir zuo uns kommen Ion,
ouch Wärben t die darmit ombgon;
Kuo allen zyten durch das jar
kouffmännisch ziehen hin und har,
ouch unser war mit nutz ▼ertryben,
3180 derselben nüt Ion tiberblyben.
so mag dann *s g'scbUcht, all unser siamiliM
mit eeren behalten disen nammen
in aller diser wyten wäk
und überkommend gold und galt
MelktuaeU fr ovo
redt in nammem inr $M und irer kindtH,
3185 Methusaeln, mi'm mann^ ich folg;
dem ich bin warlich hertzlich hoM^
das er uff pracht stellt diser wdlt,
die man nit hat on gold und galt
zuo dem man d' vtie der rycfatagen
3100 in dörffem wol nit mag erjagen;
man muoCs in stetten nun erwarben,
mit gyt und wuocher zsammen sehSriien^
dann uff dem land die übel zyt
nüt anders dann ruchs Iilben gyt
3105 das hat min sun Lemech belracfat
und hat vi! gschickter kinder gmacfati
der hat sich nit an niemand keert,
er hat sin g'sobiScht also gemert,
das 's übertrifft all ynser stammen«
3200 darumb ich folg; und wil mit nammen^
das unsre kinder habind gwait,
einandren z' nen, wie 's inen gfalt,
nach iren b'girden und gelüsten,
ir hochzyt wil idi s' lassen rüslen
3205 nach ir'm gf^Mlen und wolttibeii,
keins nit mit zwang dem andren gäben;
so wirt ouch gBMft denn unser gWriüdil
96 Adam und Bepä,
und blybend herren und nit knechte
dann unser stamm , der grösser huf»
3210 wie bald er ist erwachsen üf:
so wend wir bafs mit unsern lüten
das kleiner Yölckle überstryten;
dann Adams g'schlächt, ouch siner kJQd>
vil minder ir dann unser sind.
32-15 wöltind sy uns glyth hassen, fynden;
so band wir so vii häpscher kinden^
das wir sy all mit g'werter band
* verjagen wellend ufs dem land.
darumb ich wil ein burger sy»,
3220 d' statt z' richten ur ich g'sinnet bin.
Lctueck,
der tun MethusaSU.
Kain! Hanochl ir lieben fründ!
defsglych ir all mit iiwerm gsind:
MahujaiSl! darzuo IradI
Methusaä! wie yeder.hat
3225 geradten hie sampt üwern frowen:
nit kan ich d' sach anders beschowen»
dann das ich mir wil gfallen Ion,
was g'radten ist, und by üch ston,
an allem gar Ion nüt erwinden
3230 by minen wyben und den kindeo«
dann min erst wyb hie, Ada gnannt,
die ist mir worden so bekannt,
das s' mir zwen stin nach aller zal
geboren hat: Jabal, Jubal.
3235 beid sind s' min sün und üwer fründ;
von Ada kon all beide kind.
Jabal ward z' ersten, ist nit geistlich,
wSltlich g'naturt, darzuo gar fleischlich,
er lydt sich nit, ist gar vergäben;
3240 grad wo er ist: wol wil er laben,
darumb er thuot in hinten wonen; .
schaaff, rinder, kelber und kapooen
zücht er uf , euch bock und wider,
er sy dann voll, nit gat «r nider;
Adam %md Heva. 97
3245 fleisch, anckea, milch by*m aller besten!
in'n alpen 's vych kan er wol iDesten,
mit allem gfügel uff dem yald;
er lölst danils grols guot und galt
das üebt er mit si'm wyb und kinden,
3250 teilt ouch das selbig mit den fründen.
Aber Jubal, der ander son,
hat dise kunst im überkon:
er kan all stimmen zsammen ordnen,
nun gar artlichen ist er worden
3255 mit der pfyffen und trummeten;
das alls wol dienet grossen stetten.
die music leert er wyb und kind.
gab wo man ist, sy frölich sind
die wil ich zuo äch wandten loq,
3260 uff das d' statt mög im wäsen b'ston.
By'm andren wyb, by miner Zilia,
ein sun ich gmacht hab nach mi'm willa;
min aller liebster fründ Kain!
den hab ich gnennt Thubalkain.
3265 der hat uls im selbs fry erdacht
das bergwerck, d' metall z'wägen bracht
er kan das ysen schmiden, leiten;
stahel, mösch und Kopffer scheiden:
mässer, schwärdter. schlofswerk machen,
3270 das zuo dem stryt und derglych sachen
wol dienen wirt in unserm laben.
Min Zill hat mir ein tochter gäben,
Na'^ma gnant, wie ir dann wülst;
irs glych uff erd gar nienen ist
3275 die hat das waben und die gspunst,
den lynwatgwärb mit a'Iler kunst,
syden, sammat ufs ir kluogheit,
d' kleidung erdacht und zuobereit
Die beide band ouch wyb und kind;
3280 yil gschickter sy, dann niemänds, sind,
dann ee min kind sind boren worden;
daryor ist das gsyn unser orden:
mit beltz den thier'n warend wir glych.
[XXVI]
98 Ädmi^ tmd Htm.
yeti sind wir bideidt hocbfertigUacb^ .
3285 das niemand vaag unser klnogbeit
übertreffen und g'scbiddigkeit
drumb icb und d* frowen saoipt den kindeu^
mit minem stammen uad den frttnden,
wend üwerm radt gern g^folget bau.
3296 nit merl dann gryffend 's dapffer an,
d* statt ricbtend uf mit g'sebwindigkeit,
wir sind all willig» danuo b'reit
Äia,
leb ston Lemecb» mi*m mann» oueb by.
die mmdmr frwm Lewtuku
Und icb darzuo» gljcb was es sey.
ätr ffil Mm Ad9.
3295 Mit gnotem tust bin icb bereit;
darzuo min art, gescbickligkeit»
min baab und guol mit allem irjeh
wirt selber wol erzeigen sieb.
JitbdU fnm.
Diewyl dann min maain sieb und mieb
3300 erneeren kan uis. sinem Tycb;
dardurcb wir sebUick und guot raulfee
für andre stammen babei^] mee,
Ottcb labend wol in allen g'lüsten:
so wil icb d' utatt oucb lassen rüsten»
3305 damit wir nit im göw terg'äben
scbläobtlicb ässind» übel laben,
dann icb mi'm mann glycb gsinnet bin;
fast gern icb trinck den besten wyn»
ifs oucb vil lieber guot cs^onen»
3310 rebbüener» Tögel und fesonen,
dann schläcbte spyls» mit übel zyt
darumb der radtscblag in mir lyt»
das icb wil vdgen bie der menge,
wie 's abg'redt ist nacb aller lenge.
AdamunäBtta. 09
Mal,
dn ander Hm Ai^
3315 Min gsang und alle seitenspil,
die machend das ich Teigen wil
mit miner frowen und den kinden.
Tkukalkain,
der Mifli ZüU.
Unwillig 8oi man mich nil finden;
min bammer» zangen und min kunst
3320 darzuo mir s* bilff gend< grossen guost
NaäoM
die toeJUer Zaie^ Tkuhalkaine ftow.
Min blatt und 's scbifDe zeigend an»
das ich die kunst erfunden ban«
darumb ich oocb gern volgen wil
und losen dann dem seitenspiL
3325 Ir sün und kinderl liebe frikidl
wie ir allhie versammlet sindl
ich dancken üwer fruniligkeit,
• das ir mir z' helffen sind bereit
nit mer! wol dran! es muo& nun gyn;
3330 ich sunstig^Yor nit röewig bin»
es sey dann vor ufg'richt die statt,
die muren ziert, gemacht wyCs und glatt,
nach miner b'gird, on allen prust
drumb werchend all und thuond ^s mit lust!
Yeiz bumetid iy die statt.
Meister Steinmetz
nimpt »in hlyitag mnd sftrieht eum wimm t fm ann»
3335 Mein lieber meister Zimmermann!
demnach ich d* statt gemessen bau,
der blywag noch mit nioem g'sicht:
so ist sy grad und wol ufgVicht
darumb so mögt ir »y probieren,
3340 mit üwerm winckelmeb justieren*
Meister Zimmermann
probiert 9$ mit »inem wineketmefi imd sprieki:
Wol, meister Steinmetz, mir gtalt
100 Adam und Heva.
die statt und mur nach aller gstalt;
dann alle eck, tryangel, winckel
hand g'sttsllt und gmacht in senckel. ^
3345 80 ist alls recht, und wol probiert,
ins winckelmeis, grad ufgefUert
Buwmei^er
redt suo,h€iden meitferen tind dem iaehdecker:
Genoog ist gVedt ton diser sach!
schnall gond yetz hin, und machend 's tach,
die hüser, bastfen, thüfn und thor;
3350 drumb werckend vast und thuond wie Tor!
Taehdecker.
So bringend pflaster, ziegel mir,
ee lieh in miner kunst verirr;
so wil ich d' statt han deckt so bald,
das sy muols haben form und gstalt.
Buwmeüter.
3355 Ziegel, pflaster, holtz und stein
gnuog sond ir finden, grofs und klein.
darurob ir dörffend nit vil dichten.
wie bald ir die statt gar ufriehten,
so sol üch allen (das ist war)
3360 die b'lonung werden also bar!
Mutica.
ACTUS QÜARTUS.
Adam
redt suo SelJb, Enow^ Kenan und zuo allen wyhem und kinden.
Ach gottl mins völcklel lieben kind!
der tagen ril uff mir ich find:
es ist grad dryfsig und hundert jar,
das Seth, min sün, mir ward, fürwarl
3365 den gab mir gott an 's Habeis statt,
den Kain z'tod erschlagen hat.
glych ist er mir, miner biltnufs,
mit form und gstalt, guot überufs.
mir ist er ?on dem herren kommen.
3370 der hat im geben ouch ein somen.
Adam md Heva^.} ^ 101
Enos genannt 9 by minen tt^no^* • • ^*
der Wirt Tom herren kondtscBaftt Mgeb^'^
Ton siner zuosag rechnung gäben,
Yor gott mit glouben wirt er laben.
3375 sin gschlächt sich streckt in alle land.
der hat ein sun, Kenan genant;
sim yatter wirt er flyssigklich
in gott gelouben und emstlicb,
gern folgen nach in guoten sitten,
3380 gott einig ruoffen an und bitten,
darzuo ich üch, ir lieben kind,
wie ir sind gnennt, da by mir sind/
wil hätten han bi'm allerhöchsten:
des einigen gotts sond ir üch trösten,
3385 zuo allerzyt den- ruoffen an,
der einig üch z' hilff kommen kan.
keins sol das ander überjpiben,
fründtlich und lieblich sond ir laben;'
dann Kain, min der erste sun,
3390 ist jämerlichen ?on mir kun
(wie ir dann wiilSst), ist gsyn yermässen;
dem hat der tüfel 's hertz besässen,
also das er mordlicher that
sin bruoder z' tod erschlagen hat
3395 on ursach, uls Terruochtem gmüet.
dardurch ^ ergifit ist all sin bluot,
d' natur, sin art mit sünd umbgäben.
der fdert ein schandtlich, üppig laben;
dann was von im erboren wirt,
3400 im poch wirt 's schlan und syn verwirrt;
diewyl sy.uff der erden laben,
dem herren werdend s' widersträben
im unglouben und mi£szWertruwen.
zuo dem sy drumb ein statt band buwen,
3405 das sy schmaach, schand on underscheid
verbringen kündend d' Üppigkeit,
alle hoffart thuond sy pflantzen:
pfyffeu, singen, springen, tantzen
üebend sy on alles schemmen.
108 :v ^J l: l\JUtm^miBmHL
:3.4lÖjviae^'g6tt iy ^^^ Miiieii,
• * '* * 'Dach iten VgiMen und mit idiandy
und merend sich doreh alle land.
niemands fürchtend s' dff der erden.
all wend sy herron» fiirsten werden,
3415 regierend d' land mit zwang und gwalt
ir keiner thuot, was gott gefalt.
euch tröwend s' mir und unserm stammen;
den wend s' ulsriiten allensaoimen.
drumby lieben kind, üeh wil ieh bfitten:
3420 des herren wort uit Übertritten;
mit hätten, trowen, warem glouben
gott sönd ir prysen, alhiräg loben,
damit wir in dem herren laben.
der well uns sin gnad allen gäben!
3425 Ach gott! min mann! buch lieber Seth!
darzuo wol dient ein empsigs bätt
Enos! Kenan! das sönd ir wüssen,
wyb und kind sönd des syn gUisseCy
das ir der reden all wäg denckenl
3430 gott straafit das böfs, thnots- niemand seheneken,
wo man ist, in allen landen.
Tom Tatter band irs wol ferstanden.
darumb der sünden ma&gend üchi
in forcht ein yedor halte sieh
3435 im herren gott, mit dem vertruwen,
das einig ir all uff in buwen,
verhofiind uff sin beiigen aomen!
der wirt nach sin'r sag also kommen,
mit solcher krafil und herrligkeit,
3440 das einig sin barmhertzigkeit
uns lösen wirt ufs aller not,
also das uns der lytlicb' tod
nüt schaden wirt in d' ewigkeit
zuo ewiger fröud und säligkeit,
3445 dar unser seelen kommend bin;
da werdent s' sälig allwäg syn.
Admn und Bm^ 103
den selben glouben ^wmd wir bstäten
mit unserm opffer und mit fatttten.
Seih
Wiewoi ich bin ooeh gootar tagen
3450 (hundert flinff jar, nraob idi sagen,
grad was ich alt» do id min snn
Enos Yon gott hab überkun»
min lieber vatteft wie da weist):
doch bin ich Ton üdi beiden tröst»
3455 ooch allentkiichen underricht,
das z' förchten ist wol gottes g'richt».
sin urteil» nach 4iinY grechiigkeity
damit er d' sünd straaffL d' Üppigkeit
uff erd» die sünd kan er nit dulden.
3460 guots und böls thuot er beschulden;
das börs er straafit» das guot er b'loot
diewyl dann gott niemand Tersehont,
so wil ich hie min wjb und kind
leeren fliehen allwäg die «und.
3465 dann ich wol weiis: 's fleisch ist Terderbt
durch d' sünd» die dann gott widerstrübt,
dem heilgen geist» nach irer art;
die aber gott, sin gnad verwart,'
Tcrhüet, vergoumt uls sim lürseen.
3470 der dann den dingen krafil kan gen,
das fleisch mit geist so wol TermisIeD,
die selben regieren und suorüsten,
also das der mensch aller gstalt
von im wider d* sünd mag haben gwalt,
3475 die selb verlon und einig gott
vertruwen, halten sin gebott
so sol ich billich, lieben kind,
üch straafien, weeren alle sünd,
diewyl er die verbotten hat
3480 und uns d' yerdamnuls daruff stat
drumb flyssend üch zuo der arbeit
und flühend alle Üppigkeit;
104 Adam und Hmta.
dann müssig gon on' ttbelzyt,
tH böser dancken aehad es gyt
Sahs frouw.
3485 Das sönd ir trachten, lieben kinden:
gern werckend, allw^ fliehend d' sänden!
dann ir vom Tatler band Terstanden,
oucb von der mnoter, was rerhanden
yetzmalen ist uff aller erden:
3490 das d' sünd und sehend wil g^ufnet werden,
darumb wir gott wend rtteffen an,
das er uns helff und well.byston
mit siner gnad und heiigem sägen,
uff das wir werdind nit rerwagen.
Enosy
Setibt «atii.
3495 Gwüfs Wirt anzeigen min gestalt,
das ich nüntzg jar bin worden alt,
do mir min sun Kenan ward gen.
zuo dem ich weils, kan das yernen^
war sich ergibt in öde rott,
3500 an böse gselischafft wider gott,
der mag den g'Iüsten nit entrünnen:
Terfiirt er wirt, kompt von den sinnen;
er thuot im selbeV u&erwelien
unartig, böls, muotwillig gsellen; •
3505 die machend in böüs und yerroodit
glychs und glychs einanderen suooht. .
demnach nüt anders yolget drufs:
über die katz thuot herrschen d' mufs,
ouch d' stüel die stygend uff die behck;
3510 demnach der bofsheit wachsend g'lenck.
schnall ligt dann gott und grechtigkeit
im kaat mit alier erberkeit.
Kain der ding ein Spiegel ist:
dem gottsforcht, alle frummkeit prist,
' 3515 ouch sinen kinden und dem stammen.
die wybend schandtlich, üppig zusammen
wider- gott, nach iren g'lüsten.
yeder thuot sich also rüsten,
Admm md Meva. 105
das ein'rden andren bring in d' ichand.
3520 kein nnderscheid in Sünden band tf;
sy livänendy welcher gai^ embor
und stand der sünd am meisten Tor,
der sey ein buse^ und der gröst
in bofsheit wil syn keio'r der böst.
3525 das gott dann» nit erlyden kan.
Sm fcyb.
Geloub mir das, min lieber mann:
ir urteil ist vor irer thttr.
das 's inen wol gat für und für
in diser wält, wie sy 's begärend:
3530 mit eigner schand sy das gewärend.
darumb s' nit.dörffend kundtscbafit stellen:
gott weilst wol 9 wie s' allsampt sind gsellen;
der wirt in'n ouch zuo sinen tagen
die buofs druff und die urteil sagen,
3535 wenn 's im wirt gfalien und wol kun.
drumb, liebe kind, üch bitt ich nun,
die reden wellind ir wol trachten
und massig gon den bösen Sachen,
und gott allwäg vor ougen han,
3540 vereeren den und rüMTen an.
Kenan,
' Eno§ «im»
Wiewol ich fast der jünger bin;
doch bin ich sibentzig jar alt gsyn,
do ich Mahalaleely min sun,
von gnaden gotts hab überkun. .
3545 dem sol ich billich, im, den kinden,
recht leeren sy und weeren d' sünden. .
Kains geschlächt thuot sich nit schemmen,
wider gott sy dörffend nemmen
Einer zwey wyber in irem land;
3550 das ist fiirwar ein spott und schand.
Lemech hat 's thon, Methusaisis sun;
von dem ist alle hochfart kun,
aller hochmuot in diser wält
sin kind erdacht band gold und galt.
106 Ädam^ tmrf Am.
3555 das bergweivk» metaU giessen, tckaiettieii;
uns ist das gsja tmi aUea seltzen.
dardulrch sy kun sind in die acht»
für alle wäit fiterend s' den praehl»
bekleidt sy sind den fiirsten glycb»
3560 on übeizyt sind s' worden ryeh,
ir sorg ist nüt dann trioeken, fresae«,
in fröuden laben , syn vermSssen;
sust gar sy band kein übeizyt,
dann nur gott sehenden» und den gyt;
3565 das ich dann wol gelonben kan»
gott werd sy dnmb ongstraait oit Im.
Sm «oyi.
Das gloub ich» mann» hit$ aieber gern»
gott werd 's nit lyden hür und fem;
wenn 's in wirt tinncken zyt» gnuog»
3570 so wirt er 's straaffen wol mit foog.
das übel wariich ist» ze sorgen:
der guot und bö£5 muob dran erworgeo.
das fassend z' hertzen» lieben kind;
dann gott» der hasset aUe sünd;
3575 gar schädlich ist 's» im muolwil laben»
on forcht dem herren widerskiben.
das sond ir üch Ion z' hertzen gon»
gott iorchten» in vor ougen han.
Makalaleel,
Alt was ich fiinff und sechtzig jar»
3580 do mir min frow den Jared bar;
von gftaden gottff der. ist min suh.
dem wil ich min leer gäben nun»
oucb miner frowen und den kindw»
uff das sy hüetind sich Yor'n sünden.
3585 füert Kains gschlächt ein schandtUch laben;
thuot der Lemech gott widerstraben:
so hüetend üch in denen Sachen»
das wider gott kein ee ir machen;
besonder lond üch zusammen gaben
3590 nach 's herren g'heifii; und darneben»
Adam wnd BmxL 107
damit iwey liJbiad io Ei'm fleiich,
zwo Seelen b'haüiad uiMl Eid geist:
sönd ir ädi ait mA üwern glüsten
in Kains gBcUiebt eeiich Terautten,
3595 besunder also zusammen fränden
in UDserm staraaien under'n kinden;
dann Kains gsohlädit nnglöubig iüy
dem Lemech alier frommMt prist;
uff' denen dann stat gottes flnodi«
3600 dnimb förcbtend in, siod nil TeiTUodil;
so wirt dem tüfel 's hpupt zerbrochen,
wie gott zuoseity uns bat versproeban.
Sm toyb.
Min mann! fast wol icb kan gedenckoo,
gott werd in'n beiden nit vil sohenckeB,
3605 beiden stammen sampt den gsehläcblen.
gott wirt nit lassen mit im rechten
noch reiten umb der Sünden willen,
den bocbmuot kan gott sunst wol stillen
zuo siner zyt, wenn 's im gefalt,
3610 das z' nüti wirt ir pracht und gwait
im ougenblicky nach 's berren sag;
dann er der zyt wol beiten mag.
so gwüfs als gotts rych ewig batat:
so gwüfs ung'straaffk er d' sünd nit lat.
3615 darumby ir kind, so b'baltand das
und förchtend gott on underlals.
Jarei,
MabaUäeek nm.
Hundert ywey und secbtsig jar
was ich grad alt, do ich fürwar
Hanoch, min allerliebsten sun,
3620 vom herren gott hab überktin*
der (örcht^t gott in all si'm handel;
vor im ufrecht (üert er sin wandel;
gar hat er sich an gott ergiben.
der wirt im strecken so sin läben^
3625 in nemmen hin ab diser erden,
das dru£P er nit wirt g'sifaen werd^
108 Adam md Ena.
Ton kei'm mensch nil» der blnot und fleisch
hat, lUbt lybiich mit seel und geist .
wenn das werd b'schäheoy weicher ^UU,
3630 das wirt goU wässea» der deo gwait *
alleioig hat in allen Sachen;
der Ican wol das und anders madien;
das wii ich im alis s' banden stellen.
Sin tfy&.
Alls stat 's in sinem nlserwellen,
3635 in sim iursihen nnd wylidieit,
alls nach sim gfallen, Ton ewigkeit.
darumb man kan all sinen sadien
kein radtschlag nit darwider machen;
in allem 9 was gott gfallen thoot:
3640 grad wie ers macht, alls ist es guot
darumb man sol in einig han
für unsern gott^ in rüeflfen an.
Henoek,
Jareä§ atm.
Grad wirt anzeigen min gstalt:
secbtzig fünff jar bin ich worden alt,
3645 do ich Mathusala, min sun,
vom herren gott hab uberkun,
der sol vor im also beston:
frommklich, der b'girden müessig gon,
Ideischlichen glüsten widersträben,
3650 fueren Yor gott ein sMIig's laben;
ouch d' yälder buwen mit arbeit,
sich flyssen aller grechtigkeit
wiewol ein zwyfel in mir lyt, «
der mir unmuot und kummer gyt,
3655 in minem hertzen wunder bringt:
das' bösen lüten allwäg gelingt,
und ire anschleg für sich gond,
mit allem glück emboren stond;
wie ich dann han yerstanden wol,
3660 das niemand prysen, loben sol,
dann Kains stammen und sin gschlächt.
allwäg in sachen gond ufrecht,
Adam tmd Ehm. 100
die herrligkeit mit allein gwalt,
in'n eer und guot hüffling zuofalt;
3665 über das sy gott, den berrea,
scbmabend, scbändend und nit eeren,
grad Jäbend uff erdtrieb , wie das vycb»
in Sünden, lästern üppigkiieb.
wir förobtend aber unsern gott; .
3670 gern bieltind wir all sine bott,
so vii uns gott genad wölt geben,
gern fiiertind wir ein säligs laben,
so sebickt uns gott die straaff 4ind plag,
angst, jomer, not und alle tag.
3675 das b'scbwärt und engt micb lycbam fast,
uff erd band wir kein ruow nocb rast,
defs icb micb nit yerwundren kan,
ob gott dran müg ein gfallen ban,
in der bolsbeit und allen sünden.
3680 docb kan icb das in mir wol finden:
wo einer sey, in welcbem land:
recbt tbuon, das sey ein sälger stand;
und balte gott den underscbeid:
das böfs er straafit mit grecbtigkeit,
3685 das guot belon ufs lutrer gnad;
dann alls alleinig an im stat.
darumb icb wil micb flyssen, schicken,
min wyb und kind oucb unterricbten,
das «' fliebind d' bocbfart, alle sünd,
3600 und faaltind sieb wie gottes fründ;
das s' ligend ob aller arbeit
und üebind alle grecbtigkeit
zuo dem wir wend den nammen 's berren
ruoffen an und in yereeren
3Q95 mit glouben und gerechtem Täben.
5t« froto.
Kein bessren radt kan icb oucb gäben :
wir bittind für Kain, sin gscbläcbt,
das gott erlüchten well sy recbt,
bekeeren sy von iren sünden,
3700 damit sy gott oucb kündind finden,
110 Ädamimd H^m.
gelouben mügind sinV raotag
des heils; darzoo golt bat sin tag
furgseen, yerordnet zuo sidV Itund;
den üfs hat gsprochen gottes mund:
3705 er well der schlangen gwall, bofsbeit • «
hinnen nts sinV barmhertzigkeit,
so zuo uns fründeoy der gestalt»
das d' schlang zao uns mools han kein gwalt
dVyl alle kraafit an go(t dann lyt,
3710 wil er min mann nen yor der zyt:
so bschäch der will gotts z' allen tag<m;
dem wil ich allwäg danck drumb sagen.
Mathusahh, .
Hm«ckt tun.
Hundert achtzig siben jar
grad was ich alt (ist offenbar)»
3715 do mir min sun ward, der Laaiech;
Tor gott der sol wandten ufrecht
hat er uns allen, der menscbheit
das heil versprochen, zuogeseit:
so zwyfl ich nit, bin defs vertröst,
3720 wir werdind allesampt erldXst
u£s lütrer gnad, barmhertzigkeit
dann ein'r ufs der dryfaltigkeit
sol kon on sänd uff dtse erden,
von uns fleischlich erboren werden,
3725 wie gott uns hat das selb versprochen;
der wirt den tüfel überbochen,
im nemmen allen sinen gwalt.
d'wyl gott es dann also gefalt:
im wend wir glouben., styff yertruw^n,
3730 vest unser hoffnung uff in buwen,
die einig setzen in den herren,
mit opfferen, hatten in vereeren.
Sin wyb.
Das war min radt vor allen dingen:
so wir dem herren opffer bringen,
3735 das vor wir uns erinnind wol
mit glottb und rüwen, wie aan sol.
^Iw^^W UNvi JBvViS» 111
wii er uDft '• keil vergXben schenekeiv
sin somen gen: drao toad wir hencken
all unser tag, diewyl wir labend.
3740 dramb, lieben kindy üch ^olt ergabeod,
vertruwend, säbend all uff in
mit hertzen und mit üwrem rin*
euch allen krefften, wie ir mngend,
damit ir läbind in der togend,
3745 in der lieb, die goU getalt,
nns z' helffen hat er allen gwalt
deb nammen wir wend rüeffen an,
der dann uns sälig machen kan.
Lamtehf
Do ich alt was grad ungefar
3750 hundert zwey und achtzig jar,
do ward mir min sun, der Noah,
vom herren gen, nit oji ursach.
wiewol ich schlecht, einfaltig bin»
so gseen ich ouch den ougenschyn,
3755 das alle, die uff gott thuond sahen,
mit glouben in thuond rediit Terjähen,
erkennend in zuo aller zyt:
uff denen aller trüebsal lyt;
Unglück, not, kummer und eilend,
3760 by inen nit hat es kein end.
aber den, die nit glcmbig sind,
die schandtlich labend in der siind,
on alle forcht in ödem laben:
den thuot gott giücksäligkeit gäben;
3765 in'n gadt ir fiirnän allssampt fort «
sy üebend diebstal, roub und mord) .
ob s' schon gott schmähend i* aller zyt:
das glück gott allwäg denen gyt
dals ich mich nit yerwundern kan.
3770 doch sol und muols es also gon;
gott hat uns anders nüt Tcrsprochen,
die sünd muofs werden also g'rodien
mit angst und not itf diser erden»
112 Adam und Bern.
der selb kein roeiMeh nit on mag werden,
3775 not roüend wir han, diewyl wir laben,
gott hat uns 's urteil selber geben;
das wirt beston bifs z' end der wäit,
das gott den bösen glück zuostellt
die uff erden schahdtlieh laben,
3780 denen wirt der titfei -b'Ionung geben,
ir Unglück, bolsbeit, eigne schand
wirt selber straaffen gottes band,
nach disem zyt sin streng urteil;
dann hat ein end ir glück und heil;
3785 den glöübigen ab^r nach dem zyt
ewige b'lonung darumb gyt
darumb sich wol ze dulden ist;
ob unser laben ist yermist
mit trübsal schon: alls gilt es glych;
3790 wir labend hie nit ewigklich:
dort hat uns gott Tersprochen z' gilben
die rechten b'Ionung, 's ewig laben.
Sin frow.
Wiewol ich nur ein wybsbild bin,-
so kam mir trostlichers* nit in sin,
3705 dann das uns gott hat selb versprochen:
der schlangen werd der kopff zerbrochen,
nrt werd er haben lenger gwalt,
dann wie gott wil, so lang 's im gfalt:
er ist herr über unser laben.
3800 zyt, stund und tag sol er uns gäben,
ufsteilen die nach si'm gefallen,
sin gaben kan gott niemand b'zaien,
er ist der henr von ewigkeit,
allein herrscht sin allmächttgkeit
3805 den wend wir in den himmlen d' oben
vereeren, prysen, allwäg loben
mit warem glouben und mit bitten,
und gottes bott nit Übertritten,
im opffer gen von erstgebornen,
3810 das best im väld im ufserkoren,
damit uns gott sin beiigen somen.
Adam und Hern. 113
z* erst geboren, ons zuo fafs kommen,
der uns dann vor des tttfels banden
erlösen wirt und allen schänden.
Adam
gibt inen olUMampt antwari und $pricht:
3815 Das gfalt mir wol, ir lieben fründ,
das ir gott fürchtend, hassend d' sünd
und sähend uff des herren bott,
geloubend, liebend allzyt gott.
sind schon wir hie mit angst umbgäben,
3820 uff erden in ei'm strengen laben;
d' walt hasset uns, ouch prächtig lüt:
vor gott uns allen schadt es nüt;
er sieht uffs hertz und die frommkeit,
z' helfien dem trengten ist er b'reit,
3825 den sinen schickt er d* straaff und d' ruoten,
er ist ein vatter alles guoten.
zuor bessruug unserm ufenthalt
schickt gott trüebsal dem, wäm es gfalt;
darzuo dann g*hört die dultigkeit,
3830 on die man trüebsal schwarlich treit.
dann ob man schon undultig ist,
wenn ei'm yetz das, denn yenes prist;
so mag 's kein in sinen Sachen
rüewig, darzuo glückhafflt machen.
3835 drumb muols man gott das eilend laben,
im setzen heim und übergäben
siner gnad und barmhertzigkeit.
uff das, ir fründ, ist min bescheid,
ir wölliod üch mit opffer rüsten,
3840 die nit mit keiner sünd vermischen,
wie Kain thon hat. Heben kind;
der dann ein Spiegel ist der sünd.
er ist der som, kon von der schlangen,
von welchem er ist also gfangen,
3845 beherrschet, zwungen nadi sinr art,
das in der tüfel hat verwart
in sinem gwalt, also bestrickt,
das er im nachschlacht, nit mer sichb
[XXFL] 8
114 Adam und Ihm.
uff gott noch alle billigkeit
3850 gott hassend sy> alle frommkeit.
dramb sönd ir also rüsten üch:
die besten opffer under'm vych,
die besten garben in der schür»
das alls sey gewachsen , worden hür:
3855 die rüstend zuo gott» unserm herren;
hat wend wir in damit vereeren»
uff das belyb in unserm dencken»
das gott uns werd ein somen schencken»
der heil werd machen alle wält»
3860 die 's gloubend, wie yetz dick ist gmeldt
drumb gond all hin; recht, ordenitch, wol
zuorüstend 's opffer, wie man sol.
Gond yet9 hin und rtUtend di€ apjftr zvo,
Muaicn*
Lemech
tpraeh suo «men wyhern Ada und Züla:
Ir wyber gasend min alter wol,
min lyb ist blöd und kranckheit toII,
3865 was ich nimm z' band, drin bin ich trogen
und gseen nit wol mit minen ougen,
der ding ich'darff kein kundtschafil drumb;
und bin des sins, das ich darumb
mit minem gschols well gon ins väld.
3870 ob ich ein thier etwan am ghäld,
ein wildfang sach , den kündte jagen,
das schiessen y fahen diser tagen: I
so wölt ich 's ässen mit den kinden, '
mit üch und allen minen fründen.
3875 ein frölich mal ich alter mann,
Yor ee ich stirb, gern wölt ichs han,
. das selbig Sssen, mit üch niessen,
ja so ichs kündte selber schiessen*
drumb min geschols gend mir zuo banden!
3880 die yäld und holtz in disen landen
wil ich durchziehen on Verzug;
ob ich ein thier selb schiessen mug;
das selbig fahen oder jagen.
Adam vnd Heta. 115
ich kan üch in der warheit sagen:
3885 wiewol ich noch Termüglich bin;
von tag nend ab die krefilen min.
Ada,
dU eni frow Item^du.
Sind ir des sinns, min lieber herr:
nit sond ir gon allein so ferr;
den knaben sond ir mil üch nen,
3890 der kan äch wol anleitang gen,
wo d' wildprSt stond, an welchen enden»
damit ir ander , üch nit g'schenden.
Die ander Jrem Lemedk»^
ZiUa.
B'scbert üch dann gott ein feilstes thier,
so sönd ir, herr, uns han dariiir:
3895 wir wend üch 's sieden, kochen, braten;
und sölt es kosten tu ducatenl
Lemech.
Das gschois ir gen sond disem knaben;
den wil ich nen und by mir haben,
im nammen gotts far ich dahin.
Ada.
3900 Der well üwer gleitzmann syn!
Zitta.
Der thüey üch 's glüdt zuo banden stellen,
damit 's üch gang nach üwrem willen!
Lemech
wpriehi vuo nnem knühen in dem väldi
Das heifs ich dich, min lieber knab: •
im Yäld luog umb dich, sorg, acht bab,
3905 ob du ein wildfang sähist ston,
in höltzern, yäldern umbbergon.
wie bald 's du gsichst, schnall zeig mirs an,
yerstöub es nit, sorg euch soIt han:
so wil ich 's schiessen mit roi'm bogen;
3910 doch luog, das wirt nit werdind trogen!
Enab.
Das wil ich thuon, min lieber herri
ich luog in d' wyte, nach und ferr:
116 Adam und Heroa.
so gseen ich nüt ligen noch ston;
vor müend wir 's suochcD, nachin gon.
Lemech.
3915 So gang für dich und hab wol acht,
siebst du ein reech ston an ei'm fach
ald ligen sunst; wie das sich gyt,
es Stande ferr, ald lige wyt:
zuo TÜ nit lafs dir syn! schnall, gach,
3920 heimlich y still, fry gang im nach!
Enah.
Ich gucken fast und sich umb mich:
nüt kan warlichen sähen ich.
LevMclu
Noch bafs wend wir den furgang nen;
luog mer, ob kündest etwas gseen.
Knah.
3925 Botz lung! min herr! ich gsihen dort
ein thier gwüEs ligen an ei'm ort
Leniech.
So iiir mich dar heimlich und still
und hilff mir, wenn ich schiessen wiL
Enab.
Üch sönd ir stellen, herr, hiehar;
3930 dort schlaafil ein thier, des nemmend war!
Lemechm
Ich gseen nit wol; doch wil ich luogen,
ob ich 's künd treffen zwüschen d' buogen.
Yetz nimpt er den bogen und wil Bchieeaen
Knab.
Nit mer! üch herr lond wol der wyl
und haltend stät, nit zitterend yill
IVie er m treffen und geschossen hat, juckt der guot frund uf und spricht:
3935 O weel o wee! der schwären sachl
wie macht mich diser pfyl so schwach!
nun helff mir gott in miner not,
ich bin erschossen warlich z' tod!
Fällt nideTy zahlet und iit tod»
Adam und Htm. 117
Snah
sum kerreni
O berr! ir hand ein menschen gschossen^
3940 der lyt mit bluot dort Übergossen.
Lemech.
Gang, luog, war 's seyl scbnäll zeig mir 's ant
Enab.
O berr! es ist ein bidermann,
das gseen icb wol an aller gstalt;
er ist schon tod und hat kein gwalt.
Lemech.
3945 Sant Kttri's plag dich gang dramb an!
dich batt icb vor fast hätten g'ban,
da söltest sorg han zuo dem bogen,
das niemand gscbossen ward, betrogen«
dramb wil ich dir selb b'lonung geben:
3950 ouch muost du kon umb dines laben!
das dich 's kalt wee und der hertz ritt
als lydenlosen läckers schütt!
Lemeeh iddaekt den kuabm mit dem bogen ^ iod,
Lemech
redt mit im $db allein:
Vil jamer, angst und grossen schmertzen
erlyden icb in minem hertzen.
3955 das leert mich d' sünd und gwüssne min,
in der icb gar unrüewig bin.
verirt ich bin und gar unglückbafilig,
das krefit, min bluot ist alls prästhafllig^
ouch gar zerstört min art, natur.
3960 min hertz ist herter dann ein mur>
von der sünd ist es gefangen,
ein mord und. todschlag han ich b'gangen^
die lond mir weder ruow noch rast.
der Sünden ligt uff «ir ein last,
3965 das ich nit weils, wo u& wo an.
doch in der angst beim wil ich gon
zuo beiden minen frowen hin;
die werdend gwüls erschrocken syn,
wie bald sy hörend d' mord und that,
118 Adam und Heva.
3970 wie 's mir so jämerlicheo gat
dort g'seii ich s' schon by minem gsia<L
Ada
louffi im entgegen und fprichtt
Letnechy min herr! mir wilkumm sindl
wo ist der knab, den ir band gnun
mit üch ins yäld? war ist er kun?
Züla.
3975 Ich bin erschrocken wartteh drumb^
das er als ist, er einig kumpt
Lemeeh
epraeh xuo beiden wffherens
Ada, min frow! oucb iiebe Zillal
ich bitt üch luter umb gotts willt,
ir wellind d' oren, üwern sin
3980 mir bieten, losen miner stimm:
ich han ein mann ermürdt, erschossen,
der ligt im väld mit blaot begossen
mir selbs zur wunden und tur sehand.
kein frist ich han wird hie im land,
3985 by mir ich find kein Sicherheit,
in minem hertzen, noch kein gleit
wie bald 's d* friindtschafften werdend innen,
den selben ich nit wird entninnen:
sy schlond mich z* tod in holtz und ?%ld.
3990 nit wirt mich helffen gold noch gilt
zuo dem ich ouch den jüngling min,
der mit mir gieng, by mir ist gsyn,
erschlagen hab dort uff der straassen,
zum Unheil selb miner wundmasen.
3995 das yglet mich in minem gmüet;
mir ist erkaltet all min blüet
hat Kain umb ein todschlag möessen
sibenfaltig sin sünd bttessen: #
so wirt min schuld mit grosser zal
4000 gerochen werden, sibentzig mal,
ouch sibne druff, onendtlich syn,
dVyl ich ein grosser sünder bin.
kein mensch mir gloubt, was ich im hertzen
Adam und Heva. 119
erlyden muo6 für pyn und gchmerizen.
4005 danimb ich ufis mrm UDTeretand
hiDwyehen wil in frömbde laqd,
damit ich sicher läbeQ kund
uff erden hie zuo aller stand.
Ada.
Min lieber herrl nun g^hand üch recht!
4010 ir band yil kind, ein grosses g'schlächt,
das meret sich für alle wUt
zuo dem ir mer band goid und gXlt»
dann ander g'scbläobt uff aller erden»
dardurch ir mügend allen gfärden,
4015 der sorg entwycben in ein land,
darin ir frid und ruowen band
für ander lüt: darumb ich wett
das selbig bschowen uff der stett
ZiOa.
Ob ir dann nemmend ein land yn»
4020 selb mögend ir denn berr drin syn;
ouch kündtend ir uns z' frowen machen»
fiwer gschlächt in eeren trachten.
Lemeck,
So rüstend üchl es muo(s grad syn;
gern üwerm radt ich gfölgig bin.
Muika»
Adam
mit allem iPm g*8chläeh^ stellend ire opffer «/, knuwend nidn für goH»
Adam h&ttei «* er$ien und ej^hts
4025 O gott und berr! all unser sünden
vergib uns bütt und minen kinden!
erbarm dich unser z' aller zyt,
der d' menschheit uff der erden wyt
verurteilt bat, gar ufsgespreit,
4030 in diser wält uns zuogeseit,
das d' mir und allen min nachkommen»
uns wellist gen din heirgen somen.
den schick uns» berr» nach diner sag!
lab uns erlaben disen tag»
4035 das der geboren werd uff erden,
120 Adam md Hern.
durch den wir all sönd sülig werden!
din erstgebornen von den wyben,
nit lenger lafs den olsbelyben,
dann das er uns heiter und klar
4040 nach din'r zuosag werd offenbar;
Yon unserm stammen , wie du weisC^
empfangen yon dem heiigen geist»
uff den wir alle hoffnong buwea
dir 9 dinem somen wir vertruwen
4045 mit hertz und gmüet, all unserm mögen;
das wir mit disen opffern zeigen,
unserm glouben bestätend mit
uff das, herr gott, ist unser bitt:
keer din ang'sicht zuo uns und gnad,
4050 der alle frommen nit verlat,
üb lutrer dinV barmhertzigkeit!
du bist ein gott yon ewigkeit!
Henoch.
O gott und herr! ich mit mim stammen»
dich rüeff ich an, din heiigen nammen»
4055 mit glouben fest und rechtem gmüet
din gnady erbärmbd, ouch all din güet
erzeigst du uns yil mer, dann wir
kündind danck, lob, herr, sagen dir.
aber din gnad, barmhertzigkeit,
4060 die sich in die wält ufs hat g'spreit,
der gnaden ist sy also voll,
drumb billich man dich loben sol
mit göttlichem wandet in der gmein,
das ufrecht wir den fäerind und rein,
4065 nach di'm gefallen, herr und gott»
leer uns ouch halten din gebott;
stand by uns ouch in aller not;
mitteil uns, gib das täglich brot,
das uns zuokumm din heilig rych
4070 und unser will b'schäch dinem glycb
uff erden, wie im himmlen d' oben!
dich einig, herr gott, sönd wir loben,
verzych uns ouch all unser schuld,
Adam und Heva. 121
mit unser Schwachheit hab geduli^
4075 uCs luter dinr barmhertzigkeiti
du bist ein gott von ewigkeit!
^ ich bitt ouch, herr, iiir Kains gschlächt,.
ouefa fiir den gottlosen Melechr
gib inen din gnad allensammen,
4080 das' rüefGnd an din heiigen nammen^
erkennind ir sünd und d' sefaalckheit^
das s' habind darumb rüw und leid,
dir, gott und herr, nit widersträben,
mit demuot sich an dich ergäben
4085 von hertzen, mit buofsfertigkeity
uff das sy dinV barrobertzigkek
oücfa teilhafit werdind, gott und herri
din ang'sicht, gnad zuo inen keer!
erlücht uns alle mit dem geist
4000 euch unser notturfil, wie du weist,
uts luter diner fründtligkeitl
du seyest g'Iobt in d' ewigkeil!
Gott
xündt ire Opfer on und spricht t
Ein gfallen ich an 'd opfiern han;
darumb ich die wii zünden jtn;
4095 dann min ang'sicht wol g'sähen hätt
uff üwer opffer und die bätt,
ir lieben fründ und diener min!
drumb minV zuosag ir tröst sönd syn;
wol dörffend ir vertruwen mir, '
4100 minem heiland, daruf dann ir
üwer hoffnang hand gestellt.
zuo dem ich mir hab ufserwelt
die vile aller sälgen zal
ufs mim fürseen, darzuo ir wal
4105 ufs miner krafit und minr wylsheit,
bifs z' end der wält von ewigkeit
also war frommklich vor mir wandlet,
mich förcht, recht thuot, nit übel handlet,
und tritt nit ab von mir, dem gott,
4110 der üch hat gäben sin gebott;
122 AiMk \md Heva.
ja der in nnschuld vor mir bstat^
in minem ^willen ufreeht gat:
der ist» belybt in miner wal,
in aller beilgen, sälgen lal;
4115 als Henoeh ist, der u&erwelt,
der sich im glouben ufreeht hell,
in thnon und Ion, oneh allem laben. —
den glieils, Henoeh , dir wil ich gäben:
gen Hanoch gang, in Kains statt;
4120 frölichen, heiter, styff and satt
zeig inen an uff dise stund,
sag: „gott hat g^redt als sinem mund:
stond ab Yon üwerm falschen glouben»
Yon mürden, töden, stülen, roaben,
4125 Yon üwerm bochmuot» nyd ondgwalt»
gyt, schand, das ir so menigfalt
mit frafel üebend und mit spott;
nit lyden wils der ewig gottt'^
spar inen nüt; bifs unersdirockenl
4130 ob sy denn wettind mit dir bocheu,
besträben dich, umb dich nüt geben
und nütdestminder schandtlich laben:
so muols min urteil und min gVicht
vertilcken sy im ougenblick,
4135 von der erd sy rüten uls.
und sol dir args nit yolgen druls;
dann ich, diu gott, der d* sünd thuot demraen,
von diser zyt wirt er dich nemmen;
dafs d' nit muost starben, dich yerzucken.
4140 darumb gang hin, von allen stucken
zeig 's inen an, wie ich han gsagt;
.richts ordenlich ulis! bilis unverzagt!
zuo dem, Adam, du und din kind,
gond hin und blybend mine friind!
Henoeh.
4145 O gott und herr in dinem tron!
mit diner hilff d' sach wil ich b'ston,
die eins wägs gon wol richten uls,
gott gab joch was mir volge druls!
Adam und Hepa. 129
Nit mer! ach herr! din gnad gib mir»
4150 80 wil ich d' sach in'n halten fiir»
TOD stuck zuo sUick in'n g^ zeigen an.
grad yetz darzao ein loat ich han*
GotL
So gang mit fröuden, dapffer hin;
dann ich goU selb wil mit dir syn.
Afvfica.
Henoch
gat für die 9laH rao Kuin und Lemeehj ouck aUem irem $iammen und
nriehis
4155 KainI Hanoch! Mahnjaell
Irad! Lemech! MethusaiSlI
Thubalkain! Jaball Juball
ouch wyb und kind, wie ir dijsmal
Tersamlet byeinandren sind!
4160 üch bitt ich all, ir lieben fründt
der gotty der üch ist wol bekant,
hat mich här gschickt, zuo üch gesandt;
er sprach: „gang hin zuo Kains stammen,
sag inen min wort aüensammen:
4165 ich bin ein gott der grechtigkeit
und lyden gar kein Üppigkeit
stond ab von üwerm falschen glouben»
von mürdeuy töden» stälen, rouben,
von üwerm hochmuoti nyd und gwaltl
4170 d' sünd, schand, das ir dann menigfalt
mit frafcl üebend und mit spott:
nit lyden wil 's der ewig gott^
darumb ir dise wort des herren
gern hören und zuo dem üch-bkeeren!
4175 KainI Lemech! ir lieben fründ!
geloubend gott, stond ab der sünd;
darumb ich üch wil hätten hanl
Kain.
Du bist ein rechter klappermannt
was darffst uns gschenden, bscheicken drumb?
4180 das dich die bösen plag ankumm,
du lydenloser apostützler!
124 Adam und HemL
der tüfel hat dich tragen här,
wir band mit dir, ouch dinem stammen^
nüt z' schaffea mit üch allensammen^
4185 ist gott so vil gelägen dran:
er selber mit uns reden kan;
darumb so schwygy das racTt ich dirf
HenocL
Die straaff gotts stat üch vor der thür.
so ir zuo gott üch nit Wend schicken,.
4190 mit si'm wort üch Ion underrichten,.
und wend nit bessren üwer laben,
nun für und fiir gott widersträben;
so sag ich das, ir lieben fründ:
gott wirt g'wüls straaffen üwer sünd
Hanoch.
4195 Von dinem gschwatz muost hören tönen,
ich wurd mich sunst an dir verhönen,
das dir wirt werden sicher leid;
darumb so schwyg, gib guot^i bseheid!
Henoch*
Üwer band sind rot von bluot,
4200 und labend all in übermuot,
in offner schand und Üppigkeit;
ir felschend alle grechtigkeit
hochfart und gyt, der wältiich gunst
hat üch geleert all üwer kunst,
4205 üch schandtlich gmacht in üwern glüsten.
gott kann üch drumb wol undertüschen.
der üwer schalckheit nit wirt dulden;
mit siner straaff alls wirt er 's bschulden,
mit sinem urteil, strengen gVicht,
4210 das kommen wirt im ougenblick.
Irad.
Du böser lur mit dinem tratz,
wenn hörst du uf von dinem gschwatz?
wilt schwygen nit? dir kan ich sagen:
gar lyden, übel wirst du gschlagen.
4215 die raach gotts (gseil! solt mich verstonl)
Adam tmd Hevn. 125
muols dir über diu kopff ubgon.
das dich der ritt als keiben schütt!
Des herren ^vort verschwyg kh nit.
gott hat zuo mir gredt und gesprochen,
4220 in müge niemand äberbochen.
darumby ir aller liebsten fründ»
ich bitt üch: wenig gschickter sind
und bessrend üwer schandtlich laben,
an gotts erbärmbd thuond üch ergäben,
4225 stond ab von üwerm falschen glouben
und lond von üwerm bochen, touben,
Yertruwend gott und sinem somen:
80 wird sin heil ouch zuo üch kommen.
MtAujaeL
Was seist vom heil, du öder tropflT?
4230 schwygst nit: ich nimm dich by dim schopff,
dich wirff ich nider uff die erden.
ich mein, du wellist herr hie werden?!
das b'schicht noch nit; darumb gjBing hin,
wilt änderst z' tod nit geschlagen syn!
Henoch.
4235 Das gott erbarm! ir armen lüt!
das mine reden b'schüssend nüt!
mit mir hand ir üch bald erbrochen;
gott werdend ir nit überbochen;
der hat das stündle grottlet schon.
4240 wie starck ir sind: üch wirt er b'ston,
sin urteil wirt üch allgotzsampt
verderben gar und üwer land.
Metkusael,
Das dich der ritt als keiben schütt!
wenn hast gnuog gschw'ätzt und klappert hütt?
4245 wilt du nit von dim tönen Ion
und schwygen, hin und für dich gon;
so sag ich dir by guoten trüwen,
es wirt dich gwüfs und warlich g'rüwen.
Henoch.
Ach gott! ach gott! ir lieben fründl
126 Adam tmd Beva.
4250 gar ir erstickt sind ia der sÜDd,
das warlich ist übel zesorgen,
ir werdind dran allsampt erworgen;
dann ich wol hör, das hie min bitt
nüt b'schülsen wii, üch bessrend nit.
4255 lond üwer gmüet ein klein bals nider,
gloubend gott, üch bekeerend wider
und lond üch leid syn üwer sünd';
so werdend ir all gottes fründ«
Lemeclu
Ein wort nit red! grad schwjg nun still!
Jabal.
4260 Das ist yetz kurtzumb ouch min will!
JuM.
Gwüfsl redst du mer, dir wil icfas sagen:
din kopff dir werden muols zerschlagen!
Ihubalkain.
Meinst du dann, das wir diner gygen
zuolosen müessend und dir schwygen?
Henoch.
4265 Es ist wol war der alten sag:
d' warheit die straaff nit lyden magp
das bschynt sich wol an üwern ihaten;
drumb in der sünd ist üch nit z'radten.
wo man die hünd mit steinen wirfit,
4270 so schryt an kein'r, dann den man trifft
gott lat üch warnen vor und ee,
ee er üch straafi^, mach ach und wee,
s* urteil üch umb der sünden schick,
sin raach und zom mit dem Unglück.
4275 so sind ir also gar verruocht,
das keiner nit die bessrung suocht!
nit hören mügend ir d' warheit,
ir schaltend die mit fräfenheit
und wend darvon nit hören sagen.
4280 übel wirt 's kun üch z'letsten tagen!
bekeerend üch Yon üwern sünden,
noch mügend ir gnad gotts wol finden!
Adam imd Heva. |27
Gang hin und schwyg, du öder mann!
din läbtag zyter nie hast g'han.
4285 red'st du ein wort mer (das solt müssen!):
mit dir ich werden wil zerrissen.
das dich 's kalt wee und der ritt
als keiben apostätzl^rs schütt!
HenodL
Gar ists mir leidy ir lieben fründ»
4200 das ir nit abston wend der sünd;
für üch gott wil ich aber hätten,
das er nit säch uff 's tiberträtten,
uff uwer schandtiichy ÜPP>S laben.
der well üch äwer sttnd vergäben.
4295 aide! gott welle üwer Sachen
begnaden die und besser machen 1
LemecL
So gang nun hinl kumpst wider har:
din b'lonung muols dir werden bar;
als war als gott labt, kumpst du wider:
4300 z' boden wend wir dich schieben nider.
Henoch gadt hinwäg,
Munca.
In dem iti Adam gewtorhen;
Seth
kumpt zuo 9mtn f runden und epriekt:
Syd min friind Henoch uls ist gsyn,
gstorben mir ist der vatter min;
des ich warlich grols kummer hab;
mir sönd ir 'n helffen tragen z' grab.^
Kenan.
4305 Min Selb! mir ist in der warheit
dins vatters tod, din kummer leid.
ihkalaled.
Ich hab ouch kummer uff difs mal
das ab wil nemmen unser zal!
Jared.
Drumb, Seth, gang hinl all unser wart!
4310 wir wend bald kon, sind uff der fait
128 Adam und Hepa.
UatkuBoIah.
Gang! riist den corpei flybigklich,
das man *n kiind tragen ordenlich.
Lamech.
Kein unmuoi soft du, Seth, nit haben,
gern ^wend wir 'n helffen dir begraben.
4315 darumb gang hin und bifs on sorgen!
Seih.
Grad hütt, der stund, an disem morgen
wend wir in b'statten nach inhalt
unserm gebruch; drumb kommend bald!
Gand all hin; begrabend in.
In dem redt
Henock
mit im $elb allein^ ee er verzückt wirf, und spricht:
Ach gott! ach gott! was sol mich fröwenl
4320 so ich den pracht der walt beschouwen,
ir schaickheit mit dem ungelück:
so find ich s' in der sünd erstickt;
denn Kain mit sim gschlächt, all schier,
on hoffnung labend s' wie die thier.
4325 darin ir torheit wirt gespürt,
das s' gott verlond; das sich nit bürt
unvernünfiligers mag nit syn,
dann so ein'r sin weer wirfil dahin,
der mit fyndschafit so ist umgäben,
4330 das 's im d' seel, lyb gilt und 's laben;
als 's Kains gschlächt verworffen hat,
in ungloob, hoffnung weerlofs stat.
eebruch, hu^y, unreinigkeit,
mürden, töden und geilheit,
4335 ungrechtigkeit, hoffart und gwalt:
das alles für gott inen gfalt.
nit sinnend s', wie in'n gholffen wurde,
abkommind irer schwären bürde,
des gotts zorn, der uff inen ligt;
4340 ein jeder ring das selbig wigt
in der sünd dem vych sind s' glych
und hoffend z' laben ewigklich.
Adam $md Hmm. 12Q
das macht mich trurig» yoI noiiiiiot»
das goU 80 güetigi milt und guoi
4345 allwägen ist, das er vergyt»
wie bald die bessrong d' sünd bestryt,
sy überwindt mit grechtem laben
(denn wil gott gern die sünd vergäben,
so ist 's vergeben allsgottssand):
4350 d' wält b'rüempt sich irer sünd und schände
und stellt sich glych, als hab sy recht,
band sy nit g'han mit mir ein precht,
gott gschmächt» geschendt: so nimpts mich wunder.
darumb mich fröwt nit mer besunder
4355 in disem zyt» zeläben nummen.
möcht ich zuo gott, mim herren, kumroen:
das war min b'gär zuo diser stund,
mit fröuden, von mins hertzen grund.
drumb, herr gott, dir befilch ich mich,
4360 zuo dir mich nimm in dines rych!
Gatt.
Henoch! Henoch! wol bifs getrost,
von diser wält wirst du erlöfst
mit demuot solt dich also ducken,
dann ich dich wil also verzucken,
4365 dals d' nit mer muost uff aller erden
wonen mer noch gsehen werden«
Gott vwzucki Henoch.
der 9un Lttmeeh$.
Wiewol ich z'Ietst erhören bin,
so truckt mich übel 's alter min.
do ich alt ward fiinffhundert jar;
4370 dry sün mir wurdend (das ist war):
Sem und Harn, ouch der Japhet;
die mir all. gott verordnet hett
der wält zum heil, minr Sicherheit,
ufs siner gnad, barmhertzigkeit.
4375 denn wie bald zyt kumpt, tag und stuod,
das gott das urteil uls si'm mund
wirt sprechen ufs über die sünd:
[XXVL] 9
130 Adam tmd Htva.
denn wirt man flehen, vrlAr die flind,
die hie hand glibl in offner schand«
4380 der rüwen goUs wirt sy und d' land
verliieken, all« uff Einen tag;
das alle wält nit wenden mag.
drumb förcbtend gott, ir lieben kind!
gedenckend, wie er hasset d^ sünd»
4385 das allen uns sUd d'niff das heil,
die straaff gottes und sin urteil!
Sin wyb.
Bm ist nun war, min lieber mann:
d' sünd warlicfa goU nit lyden kan,
er ist ein gott der grechtigkeit.
4390 darumb er ufsrüt die bofsheit,
den pracht und hoehoiuot diser wält;
und war sich gott entgegen stellt:
sin gächling urteil uff in fallt.
dann über d' sünd hat er den gwalt;
4395 er duldet sy nit umb kein starben.
drumb, wend ir gnad Yon gott erwarben,
so forchtend, liebend allzyt in;
nit thuond wie Lemeeh und Kain,
die schwär im urteil gottes' stond;
4400 vil mer der sünden müessig gond;
an gott mit frommem, grechtem laben
sond ir üch, trüwlich im ergeben!
S^IHi
Lieber vatter! liebe muoter!
d'wyl gott ein goumer ist und huoter;
4405 so sol man sin barmhertzigkeit
hoch prysen bifs in d' ewigkeit.
Harn.
Weifst niemant, wenn gott d' straaff verhengt
ufs urteil gotts so ruch und streng;
so sol man.frylich frommklich laben;
4410 in Sünden wonen ist vergäben.
JapheL
Es ist nun war: es ist umb sust,
wo man nur labt in fröud und Inst;
Adam und Heva. 131
ja wenn man gott erzümeD thoot:
in <f lenge wafUch thaot 's nit guot
Mutica»
Des tüfds hoUschafß
klopfet an der kell mit fmem 9ckäffidm nni tpricki:
4415 Hoscha ho! ihuond uf die tbür!
ist neilswar drin, der gang härfür!
Lucifer
gibt antwort ufs der kell und tpriekit
Wie hast ein ISben an der hell,
als ob tob sygest, lieber gselll
Des tüfds baUsckafft
Min lieber berr! ich bin der bott»
4420 den ir hand ulsgscbickt offt off gott
in d' wält, an alle ort und end:
drumb louflfend drufe und machend 's b'kend.
M$ die tüfel vft der kell kemmm^ tprickt des tifels keUsekqJft Wfffter:
Herr Lucifer! ir lieben gsellen!
grois gläck wirt angon. unser bellen.
4425 dann ich dur'n ctrck der gantzen walt
gelouffen bin, on gold und galt,
ong'ässen gar, darzuo ontruncken;
* mir ist schier 's hertz im lyb versuncken:
darumb ich bin ungstalttg worden,
4430 das ir nit kennend minen orden»
min form und gstait, ouch min person;
darumb ir mich hand klopffen Ion
Yor üwer bell so mächtig lang
mit minem spieft und diser stang.
4435 uff das so bring ich guoten bscheid.
wie bald gott gmacht hat die menschheit,
den Adam und sin eelich wyb;
kein ruow ich hatt, ich nienen blyb,
bifs ich im kind bracht in die not,
4440 das ein knab schluog den andren z' todt
ich macht s' in sitien gar unbärdig,
den Kain unglöubig, widerwertig,
gottlofs, verruocht und also row,
das er verzwyfOet nam sinfrow,
132 Adam und Heva.
4445 und fuor dahin üb Unverstand,
buwt im ein statt in frömbde land«
das selbig volck hab ich Terfiierty
bescfayssen, trogen und verwirrt,
das s' zttbend all in 's Satans wagen.
4450 von gott sy gar kein wüssen tragen»
zuo aller hochfart han ich s' bracht,
syden und sammet band s' erdacht,
by inen ich kein guots nit find,
ttnder inen rychlsnet nüt dann sünd;
4455 in summa: ich han sy verkeert,
alle Sünden und laster gleert
glych nam ich do ein anders z' banden,
ich gieng und zoch ins Adams landen,
under 's volck gotts, wie ir dann wübt
4460 do moeht ich nit mit minem list
sy z'wägen brii^en und verwirren,
wie vil ich thett daruff studieren ;
dann gott hat inen allen gäben
ein nüw's gebott: sy söltind laben
4465 in frommkeit und kein hochfart tryben,
under Kains volck gar nienen wyben.
das haltend sy; nit kan ich s' bringen,
vermischen sy, und zsammen zwingen,
zuo dem ist Adam diser tagen
4470 gestorben, ouch das muols ich sagen,
drumb radtend, herr und Lucifer,
wie (wir) dils gschlächt wider gottes eer
zuosammen eelich bracht müg w^den:
so sind wir herren all uff erden.
Lucifer,
4475 Botz fuchs! botz hafs! botz ferden lub!
mit radt wir das wend fueren uls.
ist Kains gschlächt mit allem stammen
schön, büpschy und band gehuset zusammen:
so wend wir wol mit unser krafit
4480 zwüschend inen machen fründtschaflft,
das s' eelich werdind, wol vermist;
dann Kains volck vil hüpsdier ist
Adam tmd Ihm. 133
dann Adams gsehiMcht und all sio slammeik
daramb man sy bringt wol zuosammen.
4485 wie bald das bschiebt, so band wir gweadt
den anscblag gotts, und 's ?olck iertreot
in disen g'burten werdend kinder
erboren werden in den sünden;
die werdend d' wält und alle stammen
4490 verderben, sy und ire somen,
uff dem circk der ganzen erden.
an gott wir roügend g'rocben werden,
so wir die wält verniochtlich macben,
zur scbmach und scband gend in'n ursacben.
4495 darumb, Satan, so gib diu bscbeid,
wie das müg werden zuobereiti
Satan.
Ist Adam gstorben, ligt begraben:
so sönd ir guote boffnung beben.
wol wend wir under sinen kinden
4500 guot glägenbeit darzuo uns finden,
das wir die jungen mögind triegen,
wider gott sy zsammen fliegen,
das hochfart, nyd, darzuo oucb d' sünd
muols kommen under d* gottes kind.
4505 darumb ich radt, das wir allsampt
schnall reisind durch die stett und Und
und rüstind unser blaalsbälg zuo,
oucb lassind in'n kein rast noch ruow,
Verfüegind uns zuo beiden stammen:
4510 so bringend wir sy wol zuosammen,
das eelich sy zuosammen fränden,
in den sünden sich verbinden.
also wenn d' somen sind vermist,
so ist dem volck der gloub vertuscht,
4515 geschendt ir stamm, darzuo die ee,
das sy kein glück yetz habend mee.
denn band wir gott den anscblag brochen
und uns an sinem voick gerochen.
Erst tüfd.
Ist Adam und Eva im Paradyfs,
134 Äikm ftnd Heva.
4520 keiD's gsyn so wiCiig noch so wy&
(wir hand sy trogen und mit list»
das inen nit mer z' helffen ist):
sy müend mit angst und grosser not
überkommen ir 's tigiich brot,
4525 kein frölich stund han uff der erden,
kein'n ougenblidk nit sicher werden;
wir wend sy kestgen z* allen tagen,
wol bhallen in des Satans wagen,
das, wiewol s' sind fromm und geredit»
4530 müend werden allsampt unser knecht
darümb sy werdend wol betrogen:
sy band 's von Eva alle g'sogen.
die lieft sich b'reden im Paradyls;
wiewol sy kluog, g'schyb was und wyfs:
4535 noch was ir fiirnän nit so fest:
sy ward beredt und bschissen z'lest
das b'schicht da ouch: darumb ich han
gToIget unserm gsellen, dem Satan.
Ander tüfd.
Wo wir difs volck so möditind zwinge,
4540 das gott nüt hett uff iren dingen
und in der rüw also kXm an:
was er hett gmacht und bscbaffen g*han,
das er s' verdilckte, liels verderben: —
darzoo lond uns yetz allsampt würben!
4545 dann hat der Kain und sin ^chläqht
gott gar erzürnt, und thuond nit recht:
so hett es sich geschickt gar bald,
das 's volck gotts id ouch arger gstalt
in gottes zorn und sinen hassz,
4550 das er verdarbte alle mafs,
grad alles, das gott bschaffen hat
drumb volg ich oudi des Satans radt
DriU tyfd.
Botz lungken, läber und botz darml
vor fröuden wirff ich uf ein arm,
4555 und bin so frölich, guoter dingen,
das ich nüt liebers thät dann singen.
Adam md Heim. 135
möcbiind wir d' wält, d' gscböpflleD 's herreo
voD goU abfiierDy das arg sy I^reo!
möchUnd wir gott dermals erzürnen,
4560 das er sio ?olck nii that beschirmen ♦
und lieft das selb in uoserm gwalt:
so war schon gmachet der zwyspall;
fry wöltind wir wol beide stammen
Jochen, wätten, binden zuosammeot
4565 in sünden bhan sy wider gott,
• das g'macht und gschöpfit, alls wurd zespott
darumb ich Yolg dem Lucifer,
und blyben ouch by sinem mer.
Vier dt tüfd.
Min blaa&balg, der ist guot und grecht,
4570 das ich 's volck gotts, ir gantzes gschlächt
yerfüeren wil, beschyssen, triegen,
und sölt ich giych einr mucken fliegen
Yil hundert jar, durch berg und tal.
drumb gfalt mir wol hie üwer wal.
4575 mir sol ouch das niemand versperren,
darwider mich kein kunst nit leeren;
dann unser krafit, der hell und macht,
des tüfels art und Satans pracht
wend wir zuo dem volck also bruchen,
4580 das wir sy wend wol überstruchen
mit unserm list, darzuo mit gwalt,
das zusammen kummend in der gstalt,
wie 's abgVedt ist in unserm radt.
zuo dem der gwalt gar an uns stat
4585 drumb warn das gfall, mit loter stimm
der zeig es au und schryge grimm!
Fünffter tüfd.
Ich wil oueh juchtzen, sdbryen, brtielen,
springen, dantzen, umbhär wüelen,
vor grosser frdud yetz han guot laben
4590 und volgen aH'n, gott widersträben.
wiewol ich der schlächtst tiifel bin;
noch kan ich ouch unflatig syn,
fluochen, schweeren, gott thuon schälten;
136 Adam tmd Heva.
und wil ich helffen das vergälten
4505 mit miner macht, so vil ich kan;
ein guoten last darzoo ich han.
Erst jung tüfd.
Ich hör fast gern, das es wol stat;
darumb ich volgen üwerm radt,
gern wil ich looffen zuo der heilen,
4600 ouch schrjen lut, und lätz mich stellen.
Ander jung tüfeL
Wiewol ich jung bin und nit alt; '
noch hör ich not, das mir mifsfalt;
darumb ich ouch mit minem gschrey
wil juchtzen, schrygen mengerley.
Der driU jung ti^el.
4605 Ich Tolgen der vile und der menge,
wie abgredt ist nach aller lenge.
Lueifer.
So huy! schnall uf, ir lieben gselien!
den nächsten wend wir zuo der hellen,
unser blaaJEsbelg ordenlich rüsten,
4610 heimlich, verborgen und mit listen.
drumb wäm das gfall under üch allsammen,
der louff mit mir in minem nammen
und brtiel darzuo mit lutem* gschrey,
lut, hoch und nider, mengerley.
Louffend aU in die hell mit unge9tüme vnd mit grauem gnikref.
Muiica*
ACTUS QUINTÜS.
Erst fründ
van den hinderen goUet »priclU stio eCm andren fründ:
4615 Nun, griietz dich gott, min lieber fründ!
Der ander fründ.
Dir danck ich! was din anschlag sind,
wo bist du gsyn: alls zeig mirs an,
drumb wil ich dich fast hätten han.
Erst fründ.
Von Hanoch kumm ich grad dahär.
Adam md Hemu 137
Ander firUnd.
4620 Was sind daselbst filr nttwe mär?
der'n b'richt mich da; dann ich hab wanderi
ob gsähen habist etwas besonder.
Ersi firünd.
Min läbtag han ich hüpscher Ittt
mit ougeu gsähen nie dann htttt
4625 zao Hanoch, in des Kaiivi statt, \
da sind die töchtren htipsch und glatt,
schön, kostlich b'kleidt über die maaisen;
gassen ir voll sind und die straaCsen;
nie schöners toick ich gsHhen han.
4630 es kumm zuo inen wjb ald mann,
glych war es sey uff diser erden,
mit denen kündend s' frttndtlich werden.
holdsälig sind s' in allen dingen.
wol kündend s' gygen, luten, singen,
4635 orglen, pfyffen zuo der trummen.
zuo fryerm toick ich nie bin kämmen.
müe&t ich mich nit Tor 'n lüten schämen,
ein wyb daselbst mir wölt ich nemmen.
Ander fründ.
Botz lufs! wo mit kumpst, lieber frttnd?
4640 weilst nit, das wir sind gotte» kind,
ouch das uns gott des Kains stammen
Terbotten hat, uns allensammen
nun hüfftig, hoch und mächtig starcL?
ouch Adam, unser patriarch,
4645 der kurtzlich gstorben^ ligt begraben?
den Henoch hat gott drumb erhaben,
das er sich gstellt hat wider sy.
darumb das denck, betraeht darby,
das du nit meinist, dir zuo fründen,
4650 und aber gröblich thüegist Sünden.
Ton dim (urnän stand ab, der Sachen!
Erst fründ.
Samer gott! din muofs ich lachen.
was solt es schaden, wenn ich kam,
gen Hanoch gieng, ein frowen näm.
138 Aiam tmd Hmm.
4655 die hüpsch, schön, nach inrm gfalloQ war,
nach unser beider will und b'gär,
und hettind byeioandren lunder,
geioubtind gott nttt desterminder?
ob ich sy zuo mi'm ^louben brächt:
4660 meinst nit, ob ich im thäte recht?
Ander, firünd.
Nein firylichy ^riind, sag nüt danroi»!
gott hats uns drumb verbieten Ion,
dVyl ires Yckk unglöubtg ist»
das unser kein'r sich dryn vermisdi,
4665 eelich noch sust, wie das möcht syn.
darumb ich, Tründ, darwider bin.
du wirst ouch, das 's ist wider gott:
kein unglöubig wyb nit nemmea sottl
Erst fründ.
Wenn d' 's gsShist nun» min lieber fründ;
4670 selb redtist du: es war nit sänd;
fiir unsre wyber üb ob allen
wurdind sy dir am besten gfallea.
drumb 's mich nit duackt syn wider gott,
wenn ich ein frowen nemmen sott»
4675 der ich w8r hold, war schön und hüpsch»
nach lust mins hertzens, wo! gerast»
sy war mir hold» ich gfiel euch ir.
hettist du» fründ» bim^ nit darfiir:
ich wäre gott vil näher drumb»
4680 dann so ein wyb ich überkumm,
die keinen lust nit hat zuo mir»
derglychen ich kein hertz zuo ir?
was göttlicher ee kan das doch syn?
was sol iiir glück doch schiahen dryn?
4685 ich wird gon nen ein frowen hütt;
das wirst mit« fründ, erweeren nit
Ander fründ.
Ich Ion dich machen, Heber fründ!
gott hats verholten und ist sünd,
das niemand wyb nach b'gird der giüsten.
4690 nie solt dich in das volck vermischen»
Adm imd Enm. 130
das sich nach fleischlichm hegMeUf
sich riiempt der hochiart und der uerdeo,
by denen nüt ist überai,
dann schmaach und sehand ein grosse sal«
4605 nyd, hochfart, gyt nnd grosser pracht,
dardurch goU gschmftcht wirt and teracht
was glucks soll syn hj denen lüteup
die wider gott und 's recht Ihuond stryten,
die felschend alle grechtigkeit»
4700 die labend nnn m äppigkeit?
drumb, friind, wilt da ein frowen nemmen:
dich solt du diser lüten b'schbnen.
diewyl wir hie hiipsch töehtren band,
so nimm ein wyb uft unsem land.
Erst fründ.
4705 Nit wirst mich überreden, fründ I
die hüpschen töchter, die ich find
im gantzen land, die wil ich nemmen.
grad wil ich gon und mich nit schämen.
Ander firümd.
So gang recht hin in gottes namaaenl
4710 wilt dich verhencken mit dem stanunen,
darzuo nit recht thuon, schaudtlich Ifiben:
drumb Ion ich didi gott reehnung gäben.
Fort dahin gen Wjfbau ,
Die er$ie hoft
oder toehier wen dem geedääekt der metuekem Idnder epmM:
Ein guoten abend, liebe bals!
war wilt du hin? mir sag doch das;
4715 dann ich wol gseen an dinen bärden,
dals d' wandlen wilt, hochfertig werden.
Ander bafi.
Ich danck dir, bals, umb dinen gruotc.
wüls, das ich bin gar vollen muots,
ErU bafs.
Was fröwt din hertz? mir zeig es an!
Afuler bafs.
4720 Botz lungl ich hette gern ein mann
vom volck gotts; dann ich hab gehört,
140 Adam und Htm.
sy habind UDsre sütoi gleert»
schön sygend %% htipsch und wol gernttot,
band wjber lieb, iboond inen guot
4725 mit allen fründ-, holdsälgen stocken,
daramb ich wil ?on binnen rucken
und luogen» ob ich on yerzug
ein mann by inen finden mag.
Erst bafs.
Samer botz mist! das ist grad recht!
4730 wilt mannen in des Adams gschlächt?
des kan ich mich verwundren nit
weiCst du dann nit irn brach und sitt,
das kein Tröod, lust by inen ist?
zum hatten, andacht sind sy g'rüst
4735 kein liebe band sy zoo den frowen.
drumb solt die sach vorhin beschowen.
zuo dem euch sy noch ire kind
gar nienen unsers gloubens sind.
Ander baf$.
Was gat mich irer glouben an?
4740 der ding ich wenig kummer han.
ich kan in bringen wol als bald,
das er uff minen glouben falt.
weilst nit der wyber art und list,
das s' d' mannen zwingend z' aller frist
4745 nach iren bgirden zuo den g'lüsten?
wurd mir nur ein'r: wol kündt i'n rüsten,
das er müefst thuon nun was ich wett,
es war den tag, ald z' nacht am beti
der sorgen darff es nun nit vil ;
4750 im lüff ich nach vierhundert mil.
Erst baft.
Samer botz lufsl bafs! ich gloub,
du sygest unsinnig, darzuo toub,
das du uls dinem Unverstand
gon mannen wilt in frömbde land
I 4755 under das voick gotts; wie du weifst,
die dann nit labend nach dem fleisch,
by denen ist kein fröud und muot.
Adam tmd Bmu 141
Ander baft.
Ach gott! sy tiod oucb fleisdi ond bhiot;
TOD art, naiar, danoo erboren
4760 als wol als wir; darumb ist V verloren,
ir keiner so gerecht, fniiDm nit ist:
in'n manglet üben, das uns prist;
oucb sind s' fast schön , holdsWg Ittt.
drumb wirst mir sy erleiden nit,
4765 dann ich wil gon ino ineii fründen,
ein büpschen mann nen, wo i'n finden.
Er^ haf$.
Das magst du woll nit mer! (^ng hin!
dir Wirt er bald erleidet syn.
wenn es dich g'rüwt (kan ich dir sagen):
4770 nit solt zuo mir kun» das mir klagen;
dann mannen träw gat uff den steltzen;
das krütle findt man warlich seltien.
drumb, bab, ich dich wett hätten han,
du nemist by uns hie ein mann.
Ander baff.
4775 Es ist vergäbena, liebe babl
das ich dir folg, nit denck nun das;
frömbd, sältzne spyls, die ist euch guot,
ist gsund und machet frölichs bluot
darumb wirst du mich b'reden nit,
4780 ich wil warlichen mannen hütt
Eret baf$.
So thüegest aller tüflen nammen,
der heiff üch allen beiden zsammen!
Oond von einanderen.
Die ander hafe
redt mit ir tlb allein,
Diewyl es yetz mag haben fuog,
so muofs ich warlich lachen gnuog,
4785 das min bafs mich wil han darfiir,
ir sey ich glych, mir sey wie ir,
min'r art, natur nit glouben kan,
drumb das sy laben mag on mann«
das ich dann nit erlyden mag*
143 Aiom wni Heva.
4700 darumb ich fiieren dtse klag,
das ich on mann mag nienen blyben;
ich muols mit inen knrtzwil tryben.
gon wil ich grad, den nächsten luogen,
ob ich ein find mit gnoten fuogen,
4795 der jung und hüpsdi sey über d' maals.
darumb ich wandten uff der straafs.
darzuo mich reitzt min eigen fleisch,
das dann ist schwacher, dann der geist
darumb ich mag belyben nimma;
4800 ein mann ich suoch, wil mich nit suma,
wie bald in. find, glych wo es ist;
ztto nemmen den, schon hin ich g'rttst,
nach minem last und ufserwellen.
Pau9tmio.
Was gseen ich dort für ein gesellen?
4805 defs hau ich wunder; gon wil ich .
zuo im, hoflich erzeigen mich,
schow! schow! es ist ein frömbder mann;
mit minr red wil in tasten an. —
gott grüetz üch, gsell und guoter fründ!
Erst fründ.
4810 Ich dancken üch, mir willkumm sind!
war wend ir hin? von wannen sinder?
kompt ir nit von des Kains kinder?
Ander baf$.
Nein, ich bin von des Lemechs gschlächt.
Erst fründ.
Min tochter! das ist warlich recht
4815 ich muofs das in der warheit sagen,
gott hat uns beide zsammen tragen;
dann alle hofibung; lieb und radt
allein zuo üwerm stammen stat
Ander bafs.
Von wannen landts sind ir, min fründ?
Erst fründ.
4820 Ich bin vom gschlächt der gottes kind.
Ander häfs.
Das hab ich dacht, grad fiel 's mir yn^
Aäam ymi Heva. 143
ir Mrerend als dem iaiid gesyii.
doch hör ich gern, das uwer gnad
zuo unserm gschlächt und stammen stat
4825 ich sag üch, fründ, oueh das mit nammen:
min gmüet ouch stat zuo üwerm stammen.
Erst frwnd.
Min hüpsche tochter! das frdwt mich,
das ir des sins sind grad» wie ich.
g'fiel ich ücb wol, als ir dann mir
4830 ir sond mich, tochter, han darfiir,
das Iteine ist uff alier erden,
die lieber mir nit müesse werden,
dann ir; überuis üwer form und gstak
mir wol für alle menschen glalt
Ander baf$.
4835 Ir gfallend mir über die massen.
so ir üwer sitten mdchtind lassen:
nach üwerm willen war ich g'rüsl
zuo pfl'ägen, was üch angnem ist;
ich zug mit üch durch holtz und y%ld.
ErU fründ.
4840 Drumb wett ich nit neu dise wält,
das ich mir wett Ion nen, mich b'rouben
's vertruwen in gott und min gloubenl
Ander bafe.
Üwer geloub noch üwer sitt
lond niemand kein frdud haben nit;
4845 darhioter ouch verborgen lyt
nüt dann hassz und grosser gyt
drumb wend ir syti min eelidi mann :
üwer sect müend ir verlon
und miner art nadi allwäg liben,
4850 ouch nienerinn mir widersträben.
so ir mir das verheissen wend:
mir bietend drumb da üwer hend
zur bstätung, das ein ee müg syn.
Erst fründ
hüt ir 4ie han4,
Gott gab uns gluck! nüt red ich dryn;
144 Adam und Hevä.
4855 in uwerm willen wil ich laben,
kein böfs wort üch gar Bienen §plben.
Gott
rtiÜ mtl t» $elh aUeimig im kimnul.
Crott g'äb wie ich d' wält tracht und bschow»
so ist 8* schandtlich vermocht und row,
mit laster, Üppigkeit umbgSben.
4860 min beit und warnung ist vergäben,
sy labend nit nach minem geist,
vil mer nach' bgirden ires fleisch,
drumb ich nä mag alitag recht sprechen
und yede sünd besonder prechten.
4865 min geist noch trüw hab ich fiirwar
in'n nie verspert (ist offenbar);
ich hab sy gwarnet und in'n 's heil
zuogseit, versprochen vorm urteil
durch Enoch, min geliebten fründ
4870 noch ist ir laben nüt dann sünd,
schand und schmach, gottloses laben,
drumb ich nit recht kan inen gäben,
nit wil ich alltag mit in'n sancken,
ich weife ir hertz, gmUet und dancken;
4875 ir fleisch on gnad ist gar prästhaSt,
mit Sünden bsessen, lasterhafiL
drumb d'wyl er sich nit wil ergäben
an mich, der mensch, nun schandtlich laben,
min gnad, erbärmbd all wag ulsschlahen:
4880 so wil ich 's fleisch eins mals uIsöiacheB.
doch wil ich inen (das. ist war)
noch warten hundert zwentzig jar,
euch sy vor warnen durch min fründ
Noe, das er straaff ire sünd.
4885 hörend sy in, euch sind nit geil, •
und bessrend sich, das isl mit heil;
wie ich hab gsagt, in wil ich leisten
alles,- das ich hab verheissen;
ir wundmasen wil ich in'n heilen,
4890 inin gnad, erbärmbd mit inen teilen
Adam und Heta. 145
wo min geist aber nüt dann sünd
by inen, Dieneo bessruug fiodt:
80 wil ich warlich z' grund all richten
on alle gnad und zuoversichten,
4895 alle menschen durch min urteil.
doch war mir lieber ires heil.
dem zil, das ich inen hab gäben,
ich zuo wil Seen; ob s' wellind laben
nach minem geist , ouch bessren sich:
4900 gnädig sy werdend finden mich.
darumb ich wil yetz und flirhin
und abermals der besser syn.
Yttz gai Eno8 und Ktnan^ $in iun^ 9U0 sinen f runden^ wü 1 1» voller SdA,
der getiorben was, suo grab Ion tragen; spricht
Enos:
Ir lieben fründ! ich muofs üch sagen,
min vatter Seth erst diser tagen
4905 ist gstbrben; dromb Ich kummer hab,
mir sönd ir 'n helffen tragen z* grab.
MahalaleeL
Üwer kummer in der warheit,
der tod des ratters ist mir leid.
Jared.
Ich hab ouch kummer uff dils mal,
4910 das mindren sich wil unser zaL
MathusaloL
Gang, rüst den cörpel fly&igklich,
das man 'n künd tragen ordenlich.
Latnech. i
Kein unmuot, Enos, solt du haben,
gern wend wir 'n helffen dir begraben;
49(5 darumb gang hin und bifs on sorgen I
Enos.
Grad yetz, der stund, an disem morgen,
wend wir in bstatten, nach inhalt
unserm gebruch; drumb kommend bald!
Gond all hinwäg und begrabend Seih,
Musiea, ,
IXXFL] 10
146 Adam und Heva.
Erst rift
oder NepkiUm redt s«o dem tmderen Wteii.
Min lieber brnoder Nephilim!
4920 dich bitt ich fast» lofs miner stimm I
diewyl wir starck, yli grösser sind,
dann alie gschlücht und unser fründ:
so sönd wir dendcen all beid sampt,
das wir überkommind eigne land,
4925 Yil haab und guot (lir ander lät;
sunst in der wMt wir geltend nüt.
wir sind grofs beiden, band den gwalt,
das wir wol mügend menigfalt
nöten d' wält zuo allen dingen,
4930 das s' uns miiend förchten, und sy zwingen
wider gotl und grechtigkeit;
doch wH ich hören din bescheid.
Ander rifs.
Nephil, min bruoder! wol mir gfalt
din radi, dann er hat form und gstalt
4935 d'wyl unser grosse und statur
YÜ stercker ist dann kein stattmur,
uns muoCs man förchten, das betrachten
in kriegen und ouch allen schlachten:
unser stercke, form und gstalt,
4940 das oblig der wält unser gwalt.
drumb ich bin küen, vest und sighaflt,
uff das sich streck all unser krafit
in alle land uff diser erden.
^ darumb ich wil ein krieger werden,
4945 das ich bezwinge alle wält,
müg überkommen gold und gäll,
nach miner bgird, den glasten min
herrlich uff erden müge syn.
Erst rifs.
A! meinst du, das gott unser radtschleg
4950 lafs für sich gon, uns die vertrag?
so wir uns wider in erheben,
Wirt gott erlyden unser laben?
Adam tmd Bmu 147
Ander rifi.
Was frag ich golt aaoh? da weilst wol,
das einV die sorg hinlegen sol;
4955 wo man die ding wH brui^en, tryben,
das man mit gott nit eins mag blyben.
sao dem onch golt nit straaffen kan
umb yede sünd ein bidennann.
was hatt doch gott dem Kain tbon,
4960 der on ursach bat ddrfTen gon
luo tod erschlahen mit frSfel
sin lieben bruoder, den Habel?
ist er nit herr in einer tftatt,
die er selb gmacht und bnwen bat?
4965 wormit h^ gstraafft gott den Lemech,
der gmürdt und tödt hat wider recht?
ist er nit yetz ein grosser herr
in allen landen wyt und ferr?
darumb wir wol uff diser erden
4970 euch mögend herrlich, gwaltig werden
mit sampt dem stammen, unserm gschlächt,
ja wenn wir thuond den Sachen redit
Er9t rifi.
Wie mäend wir das selb nemmen z*hand,
das wir regierind lüt und land
4975 und man uns rörcbt, d' ^It mtigind zwingen?
wie muols man umbgon mit den dingen,
uff das uns volg nit dniCs kein leid?
Ander rifi.
Dir gib ich, bruoder, grad den b'scheid:
gott muost du schlaben in ein schantz;
4980 sunst unser radtschlag wirt nit gantz.
. des selben muost du dencken nit
was uns sp'äck in die rtteben gibt,
dem wend wir sinnen, trachten nach,
nähend sich stellen gottes raadh.
4985 alleinig lals uns demnach warben,
wie wir rych werdind, nit verderben.
148 Adam tmd Ueva.
, Erst r%f$.
Ich sinn im Dach: ^ie innos 's suogon?
wormit wend wir das underston?
Ander rifs.
Den lüten wend wir ires nemmen.
4990 wilt das ouch thuon und didb ntt schämen?
mir helffen dises handtwerck tryfoen?
wilt by mir in der büt belyben?
bist du ein held und dapffer mann?
mir, brnoder, zeig dtn meinung an!
Erst rifi.
4995 Ich ston by dir in allen Böten
und hilff dir mürden, lüt ertöden,
jungkfrowen schwecfaen und die gschenden,
stalen, rouben an alten enden
mit frSfen, muotwill uff der erden,
5000 nun das wir mügind herrlich werden.
Ander rifs.
fetz lob ich dich, wol gfallst du mir.
nit merl beharr d' sach für und für,
so wend wir grad eins wägs hingon,
den gwärb anheben, underston.
5005 was uns bekumpt in holtz und yslld,
es sey wyb, mann, band die yiI galt:
so wend wir s' allsampt fallen an,
berouben sy und z* tod erschlan.
Erst rifs.
' Min lieber bruoder, luog und guck,
5010 war sind, die uns nachfolgend, z'ruck.
Ander rifs.
Es sind zwen mann, gond uff' der straafs.
Erst rifs,
Far sy ruch an, red mit in raafs,
heifs dir den seckel, wie ist gmeldt,
all beidsampt gäben und ir galt'
5015 thuond sy das nit und wend sich sperren,
so wend wir inen d' hut erbeeren.
Ander rifi falU den ersten an^ der andre rifi den andren mann.
Adam und Heva. 149
Ander riß
Gib mir den seckel, du öder mann!
was galt by dir hast, wil ich han.
Erst bidenmmn.
Das thuon ich niti nnn, labdarvonl
5020 das 's gott erbarm! ist 's darzoo kon,
das niemant sicher ist sins iMben?
kein galt ich dir nit wird hie gäben.
Ander rifs.
Wilt du mir dann din gült nit gen,
mit gwalt ich dir das selb kan nen.
5025 das dich sant Kürin und der ritt
als rychen keiben luren schütt!
SehladU in mtl der etang »etodi und plünderet
Erst rifs
num anderen hidermann.
Hast du gesähen, wie 's dem gat?
drumb gib mir din galt, ist min radt;
es Wirt dir sunst gon, wie dem mann.
Ander bidertnann,
5030 Warlich, warlich, kein galt ich han.
das. schwärdt, den rock dir wil ich gäben,
das nimm alls hin und lab mich laben!
sunst hab ich nüt; drumb hab verguot!
Erst rifs.
Ich schissz uff 's schwärdt und dinen huot;
5035 wol galt ich find, bifs nun on sorgen!
an dinem seckel muo&t erworgen.
Schlacht in auch zetodt vnd plünderet in.
Erst rifs
hat den wehet mit galt in henden tind spricht:
Wo nun ufs, Nephil, min bruoder?
war dises gältlis grad ein fuoder:
wol wett ich künden das verzeeren,
5040 zwen lasterseck druls ouch erneeren.
wie wenig 's ist, nit wil ich Ion
verzeeren das, anders tfberkon.
doch dins radts wil ich vor hie pflägen.
IM Adom vmd Heoa.
Ander rift.
Erst bin ich worden gar verwägen»
5045 min allerliebsteir gsell Nephil!
mins bütlins, gälUins das ist vil.
wol bessren wirt sich unser warben,
das wir nil bald mäessend verderben,
dnimb bifs guot roMwi und bab keio sorgl
5050 wir wend nit dörffen beit nodh borg^
wo man uns grad nit gnaog wil güben»
nach unserm gfallen, willen laben:
unsem gwSrb wend wir anjochen»
das niemand uns rouols überbodien.
5055 darumb ich yetz der metnwig bin:
ich* well zuo failpschen fröwiin hin,
zuo mir ich die wil nöten, zwingen;
sind s' nit mir grad guoter dingen:
so wil ich schandtlich» üppigklich
5060 mit inen umbgon und nit firüadllich.
Erst rifi.
Ich Tolg dir wariich; dann mich duackt,
ein bissle, das sey guot zum trunck.
•wyber Weud wir (bils guoter dingen!)
finden gnsng, die zuo uns zwingeu,
5065 das s' müesseod thuon, nim was wir welle»,
kummend wir danu luo guoten gsellen,
die heiloCs sind, uns beiden ^ych:
by uns xmmk keiner werdea rydi.
muotwill wirt syn mia tibeizyt:
5070 was nun ich sinn, min kertz mir gyt,
das wil ich thuon on sorg, mit huffen:
huoren, schweeren, prassen, suffen,
gott schmähen, schänden, d' wält bezwingen,
so vil ich kan, alls überringen,
5075 und wil mir nun nüt weeren hm.
Amitr rifs.
By di'm fiirnän ouch wil ich bston.
nit merl wol uf mit diner slangl
grad wend wir gon, nit beüen lang
und alles das, was fleisch und bloet
Adam uml Htva. 151
5060 uns bringen kaa nun firöod und mont,
das wend wir. thuon on alle soi^gen:
und sölUnd dran wir beid erwecgenj
Gand hin.
Eno9 Ui gesi^rbem; den $ol man yels vor dtm g»ßng s*0 S^^^ trügen.
Munea,
GoU
redt MÜ Mü etXke y^igfn.
Wie lang ich wart» der besser bin,
der wält sey miU, barmhertzig gsyn;
5085 so gseen ich wol, das 's menschen fleisch
nit wandten wirt nach minem geist,
in minem willen noch begären.
's fleisch muofs sin art, natur bewären,
probieren, das man wüssen kundt
5090 sin eigeuschafil recht von dem grund
in aller wält, nach, ferr und wyt;
in weichem d' sünd verborgen ly^
mord, diebstal, nyd, gyt, fralenheit,
gnatiirt der bgirden Üppigkeit
5095 dann ich das sich, mag wüssen wol:
das fleisch ist aller Sünden vol;
des menschen hertz, gedanck und dichten
thuot nüt dann schmaach und schand aorichien,
gottslesterung mit ödem laben;
5100 darmit das fleisch ist gar umbgäben,
darvon. ist niemant u&genonunen.
d' sünd ist euch under min volck koimvien»
die band sich euch nach iren glusten
in 's Satans völckle thuan vermischen,
5105 von welchem somen beiden stammen
zuo huffen d' sünd ist g'louffen z'sammep.
dardurch min volek ist worden gschwecht
und hat zuognon der schkogen gschlächt,
sich also gstreckt uff aller erden,
5110 das niemand b'gärt mer sälig z' werden,
ufsgnon No£, ipin g'iiebter frund,
der mich dann lieht und hasset d' sünd.
sunst rüwt midi, das ich bschfjfon han
152 Adam uHd Hern.
den mensch , uff erden werden Ion,
5115 und b'kümmert mich also mit schmeYtzen,
uls rechtem yfer und von hertzen,
das ich in wii gon von der erden
tilc{cen uls und gar verderben.
und wil 's am menschen fahen an,
5120 bils uff die thier z' grund ails Ion gon,
von vöglen an under dem himmel
bils uff die thier der erden sinwel.
darumb mich rüwt, das ich ye han
den menschen gmacht und werden Ion.
5125 uff das ich wil gon dem nach trachten,
wie ich müg 's fleisch verderblich machen;
vertiicken das mit aller erden.
da wirt gar niemant sicher werden,
ufsgnon Noe, der bidermann,
5130 dem wil ich d' straaff vorb'halten han;
und wil yetz luogen on verzug,
ob ich den menschen paschgen mog.
MahaMed
redt zno Jared^ »inem 9un.
Ach gottl min sun! ich hab gehört,
das wider gott sich d' wält .embört,
5135 ouch das erst kurtz verrückter tagen
zwen unser fründ sind z'tod erschlagen,
ermürdt, ufszogen in dem vüld.
den ist genommen gold und galt;
die hat man funden nackend, blofs.
5140 das band gethon zwen beiden grofs,
die beid erboren worden sind
von Kains gschlächt und unserm gsind,
die sich vermischt band wider 's bott
in beide gschlächt, wie 's g'weert hat gott»
5145 die wandlend uff der erden umb.
es sey wyb, mann: was zuo in'n kurapt;
fromm töchteren, war nun inen wirt:
die sind geschendt, ztodt gschlagen, gmürdt
zuo dem min vatter, der Kenan,
5150 schwach worden ist, ein krandlcr mann»
Adam tmd Hwa. 153
das ich besorg, er sterbe bald;
dann er nit hat kein kraafflk noch gwait.
Jared,
•m ttifi.
O ?atterl das bekrenckt ouch mich,
das d' lüt so schandtlich, üppigklich
5155 uff erden wider gottes eer
labend in mord, sind kon so ferr,
das sich gar niemand straafien lat
und aller maotwil fiir sich gat,
wie du hast g'redt, mir geben bscheid»
5160 das d' alten uns nie band ?ertreit
dann Adam, unser patriarch,
facht wider d' sünd gar hefilig, starck.
zuo dem ouch Seth in sinem iäben
der Üppigkeit thet widersträben.
5165 EnoSy der was ein frommer mann,
verachtet d' sünd, gott lag im an.
die ruofilend gott an z* allen tagen*
dich hab ich g'hört den Kenan klagen;
der seye blöd, kranck, hab kein gwalt
5170 zuo dem wir ouch sind mächtig alt
uff das unser yöickle nun zuo ?il,
sich gar der sünd ergäben wil«
mich b'kümmret das, vatter, fiirwarl
zuo dem es ist fast wenig jar,
5175 das gott min sun Henoch verzückt
den band ouch d' sünd fast übel truckt,
der hochmuot, pracht und übermuot,
das offt erschrack darob sin bluot
das red ich, vatter, allein darumb:
5180 syd s' gstorben sind, ist niemand firumm.
darumb ich schlächt den glouben han,
gott werd die wält ungstraafft nit Ion;
doch sol min sun Mathusalah
ouch reden hie zuo unser sach»
MathwakJi.
5185 „Est ist wol war, spricht gottes mund,
dem gottlosen ist g'ordnet d' sünd,
154 Adam %md BmL
sin urteil, gVicht für sinea teü,
dem frommen aber fiirgseeB 's beil;
wiewol der böfs spricht in si'ro gmüet:
5190 n f>es ist kein gott, der niemand b'hüet;
er hat des schlachten Yolcks kein acht»
er sieht nit uff den roub und '$ mprd." *'
das red ich drumb an disem ort»
und hab kein wunder warlich drumb»
5195 das d' wält ist schandtiioh und nit finmun.
min lieber yatter upd min sw!
ist es schon leider 4afzao kun»
das niemand sicher ist uff erden:
biilich wir blybend in den gTärden;
5200 gott kan uns allwäg Yon dem bösen
fast wol uls siner gnad erlösen,
wann 's in wirt gi^ot, darsuo recht duncken;
sin erb'ärmbd ist nit ertruncken.
drumb uff den henren einig stat
5205 min hoffnung gar, der niemand lat
yersincken hie im jamertal,
da nüt dann angst ist one z^L
Hett man by guoter ayt und tag
behüet und gweert vor iiwer klag
5210 das volck, zum guotei^ g'nöt i|nd zwangen:
nit war- es uns so übel g'luBgen.
do sich anfieng das vöickie meren,
wol hett man d' silad in'n laiigen weereD>
behalten sy in g'horsamkeit»
5215 das s' wärind bliben io froiamkeit,
sust, do man 's inen naeh hat g-lon,
do ist das böser naeber koa:
todtschlag und monl, yerrcuMhtes laben;
und wil sich niemand gott ergäben.
5220 ich sich wol, war am basten mag,
der thuot am basten, ügt am tag.
zuo dem mir ist nun adi und wee:
ich förcht, min sua, der fromm Noe,
sey kommen und^ 's volck der sünd;
Adam imd Am. 155
5225 daoD icli in nieDen'g'sidi noch find.
Tillicht ermärdt »t er vod ioen.
Tor kummer, angst wol möcht icb grineo. —
wen gsean icb dort kun über d' straals?
Sem! louffl gang ficbnäll, od usderlais!
5230 laogy war es sej, mir zeig es aol
Sern.
MiD matter ist 's» der bidennano;
den kenn icb wol an sioen bürden;
dammb ir all söod frölicb werden.
Harn.
Gott sey gelobt I dem daack icb drumb.
JophtL
5235 Drumb, matter, mir bils gott wilkumm!
O sun Noel was grosser pya
bab icb gebeptl wo bist du gsjn?
das solt uns allen xeigen an»
dann icb dicb lang nie gsaben ban.
iVoe;
5240 Die wält baa icb zrings umbbar gleert»
ermant die selb» yü syt yerzeert
inen tröwt und angebalteo
mit warnen under jungen und alten:
so bilfil es nit, ist alls yergäbenl
5245 nit Törcbt d' wält gott» in sunden i Uiben.
Ottcb sind die laster worden gmein;
die liebend |ung» alt» gro£i und klein»
niemand ist darub gescklossen»
d' wält in der sünd ist unverdrossen.
5250 war icb bin kon» an welche ead;
gesacb icb jamer und eilend.
an allen orten, iji>end»
da äebt.man g'lüst nacb aller wal.
nit kumpts allein vom Kain bar»
5255 die sieb band gen in d' laster gar;
ja die von uns erboren sind»
des berren volck» die gottes kind:
die tbuond sieb an gott so bescbulden,
156 Adam und Heva.
das s' min straaff nit wend lyden, dulden.
5260 beid stammen hand sich so erbrochen
mit kyben, schölten und mit bochen,
das ich nät (urcht, dann gottes zorn
kum über uns, glych hat ald morn,
die darinn kein schuld nienen tragen.
5265 vor kummer ich wol möcht yerzagen»
min hertz, das lydt gar grosse not;
gott wett, ich wäre längest tod,
das ich nit müefst den kummer hau,
sähen die schmaach, ich alter mann.
5270 embor gar gat yetz d' büberg
und ist kein fromm mensch nienen fry.
war sich der sünd entgegen stellt,
der ist durchächt' in diser wäit
sol man sy dann also Ion machen
52^5 und gott befelhen dise Sachen;
so wirt 's ein wilden bandet gäben,
uff erd wirt niemand sicher laben,
doch wil ich üch allsampt gern hören,
wie man doch d' walt müg bessers leeren.
Mahalaled.
5280 Yil han ich gsagt von der Zerstörung
der öden walt und ir empörung,
das ich nun gar üff disen tag
kein einig wort mer reden mag.
Jared.
Ich han ouch, vatter, d' laster g'weert
5285 und unser volck die frummkeit gleert;
das aber hat nit mer beschossen,
dann das ich z' reden bin verdrossen.
MathusakJ^.
Fürs erst ich wil hab gsagt vom heil,
von der straaff gotts für 'n andren teil.
5290 noch mag es so vil nit bschiessen,
dann das gott d' sünd wirt straaffen müessen.
Lamech.
Wir hand yetz menge antwort gäben,
wie man söl frommklich, göttlich laben:
Adam und Heva. 157
so b'schü&t unser warneD nit so ?il,
5205 daoD das ich d' mooter höreo wil.
No(f wyb.
Das fleisch ist fleisch, wirf blyben fleisch,
nit labt das selbig nach dem geist;
sin arty natur hat das ererbt;
die sünd hat 's bluot und fleisch verderbt;
5300 darunib es sich kan bessren nummen,
es sey im Mann von gott harkummen,
der kan das selbig temperieren,
mit siner gnad gar ^ol regieren,
also das fröud in gott belybt,
5305 d' sünd aber uls dem fleisch vertrybt
dann 's fleisch und 's bluot kein niow mag han,
es sey der sünd dann underthon
und labe wol in allen g'lüsten,
dad kan der tüfel d' sünd zuorüsten«
5310 demnach dann gott Teracht wirt gar,
druff billich sol d' straaff folgen bar,
d'wyl niemand sich zuo gott wil b'keeren
und sich in guoten lassen leeren.
darumb du kanst, min lieber mann,
5315 an diser sach kein schuld nit han.
gott wirt den radt baM han erdicht;
wie bald er nun ein wörtle spricht,
so kumpt die straaff in einer stund,
also das alls wirt fallen z' grund.
Sem,
der efit ivn Noe,
5320 Wol ist g'redt gnuog von diser sach;
wie bald gott ulsgschlaafit und erwacht,
wirt yederroan wol sähen das,*
wie er der wält hat gfüllt die maafs.
nit mer! das wir gotts forcht behalten,
5325 ouch unser laben änderst gstalten:
ich sagen das uls guotem gmüet;
grols ist d' erbärmbd und gottes güet.
kan gott der wält pracht lyden, dulden;
wil das nit straaffen, umb sy bschulden:
158 Adam tmd Heva.
5330 nit kan ich mich verwondren dnimb.
doch gloub ich, so wir blybend fromin,
gott werd uns gäben hilff und gnad,
der alle frommen nit verlaL
Sems wyL
Das gloub ich gern; doch förcht ich mir;
5335 's Unglück mir Kgt inn für und für,
und kan in mir nit änderst finden:
gott werd nit d' wält Ion allwäg Sünden,
's böls mit der zyt wirt nen ein end,
zuo bsorgen, mit grossem eHend.
5340 das glück, wiewol es frönden gyt,
so wärt 's doch nun ein kleine zyt:
das kan idi warlich wol ermässen.
Harn,
der ander sun.
Gott ist darüber z' radt schon gsessen,
der hat sin urteil drüber gmaeht
5345 was meinend ir, was der wält praofat»
gwalt, hochmuot vor gott gehen werd?
hat gott gemacht die himmel, d' erd,
die Sternen all und 's firmament,
ouch loub und grafs und alle g1end:
5350 gott kan das minder ouch üfssprechen
und aller wält den hochmuot brechen,
gen gottes kraSt ist d' wäll flirwar
nit z' rechnen nun dem kleinsten haar,
wie bald d' stund kumpt, ouch im gefalt:
5355 die himmel^ d' erd, alls nider falt
drumb war sich gott nit Ion wil leeren,
der mag sich wol an tüfel keeren.
Sin wyb.
Drumb, lieber vatter, band gedult,
d'wyl ir daran nit band kein schuld.
5360 wil d' wält sich nit Ion wysen, leeren
und sich der grechtigkeit nun speren:
was wend ir üch bekümberen drumb?
gott weilst, das ir sind grecbt und frumm;
drumb ich nit wölt so angsthafil syn.
ildetm tmd Heva. 150
Japket,
wnt oftil MM*
5365 Ich wariidi oneh Aramb bkttnberet bin.
Adam haC *b volek in d' ordomig bracht,
das DiemaDd nit soll han gedacht,
wie 's intiglich wir yenen gsyin
das d' wält war kiin in solchen adiyn,
5370 das sy das böls, ouch schmach und schand
beschirmen söltind mit der band,
ooch das s' umb ir üppigklich laben
gott wurdind nit dramb rechnimg geben,
ich hör wo! das s' ir Üppigkeit
5375 wend rechnen, han für grechtigkeit,
wenend, ir sünd, die sey gar recht,
und achtend gott (iir einfak, Schlacht;
ich ibrcht mir aber übel drumb,
den nächsten tag golts urteil kumm,
5380 der werde brachen sin wyCiheit,
das d* wält werd sähen grosses leid.
Sin ityb.
Das gott erbarm! was sol ich sagen?!
ein fromm mensch möchte wol verzagen, •
d'wyl gott die straaff weilst alle zil,
5385 sich aber niemand bessren wil.
dammb ich nit in mir kan finden:
gott muofs d' wält straaffen umb ir sünden.
den wend wir träwlich rüeffen an,
in furchten und vor ougen han,
5390 der dann wol kan hie allen frummen
gnedig sin, ze hilff wol kummen.
Noe.
Ach gott! ir allerliebsten fründ!
ouch lieben sün mit wyb und kind!
ich han mich gar an gott ergäben,
5305 den tod ich bgär, nit lenger z' laben;
dann ich fast gnuog bin worden alt.
also mir d- wält g'liebt und gfalt
nach irer art, unsinnigkeit,
das min hertz dran hat grosses leid;
160 Adam und Heva.
5400 dann ich wol gseen in allen stncken,
das gott sich nit tat undertrucken.
wol han ich 's gmerckt von allen sammen,
wie ir do stond, sind komen zsammen.
darumb ich 's wilnit lenger machen
5405 und gott befelhen dise sachen;
der kan nach sinem ulserwellen
yedem wol sin urteil feilen.
darumb so keerend allsampt hin,
gott lond üch all anglegen syn,
5410 den rüeffend an zuo allen zyten,
damit er blyb uff unser syten.
Kenan »ol begraben werdeny der gestorben i«l.
Gott
redt im himmel.
No'el Noe! kumm» lols yetz mir!
's end alles fleisch ist kon mir für.
voll fräfel ist gar alle erden,
5415 die'muofs verderbt und ufsgrüt werden.
was labt und strebt, was 's laben hat,
das alls in minem urteil stat
mit Wasser wil ich sy ufsrüten,
die thier und vych sampt allen lüten.
5420 allein die gnad zuo disen stunden
hast du vor minem angsicht funden«
das ich dich wil lou lassen laben,
Ottch dinem somen fristung gaben.
drumb solt du machen dir ein arch
5425 von tannem holtz wol g'rüst und starck,
mit kammren, darzuo underschlachten;
die solt mit päch fast wol vermachen,
allenthalben ussen und innen,
das d'ryn nit müg kein wasser rünnen.
5430 hundert eilen mach die lenge,
funfilzg elln sey die wyt und d' enge,
dryssig elln solt die höhe breiten,
und oben h'rab das fenster leiten,
in die vierdung Ein'r eilen wyt.
Aiam %md Bern. 161
5435 dT diär mach ans eek und an ein syt
in drii gmaeh solt qr teilen, machen
nnden und oben mit undenchlacbten;
in d' mitte mach noch eins derglych,
off das da läbist ond das vych.
5440 dann ich wil d* sünd» if^n überflnis
obriiten mit ei'm wassergols;
der mensch ond thier» darxoo die erden,
alls mit einandmn mools verderben;
dann ich die wasser wil erheben.
5445 darinn der athem ist ond 's ISben,
was ich hab gmacht, nüt n&genon:
das mools Terderbeo, alls ombkon;
allein, NoS, wirst da belyben,
mit dinen sünen ond den wyben.
5450 off das ich yetz, off diso stand,
wil richten of mit dir ein pondt'
wie bald die arch hast gmachet ols,
so solt, wie gmeldt, din volck im hals,
in d' arch alls thoon, darinn sy liieren,
5455 ye par ond par ?on allen thieren,
's männlin ond 's fröwiin, han by dir,
yedes nach sin'r art, s' bschlolsner thttr
in der arch by dir verborgen.
der solt du achten, darzoo sorgen;
5460 sy kriechind, gangind, was hat 's Täben:
den in der arch solt herberg gäben.
noch eins, NoS, solt nit vergässen:
allerley spyb mit dir nimm z* 8ssen
in die arch sar narong dinen
5465 den wybem, darzoo dinen sünen,
zoor ufenthalt noch aller thieren.
das solt mit dir in d' arch Ion iUeren;
dann on verzog, in schnäller yl
die wült ich gar verdiicken wiL
5470 Ach gott! ach gott! der grossen not!
was ist doch sälger dann der tod,
wo man natürlich selber stirbt,
[XIFL] 11
weder wo man lA der sünd TwdiiH
unwüssendy uoTersächoer 9aeh;
5475 wo man 's verderben oit betrftdit
und aber 's urteil gottes» gVkbl,
die grusam straaff gXcbliQg iUrsicbl»
Yerordnel so ^aoh si'm gofollen»
und s' der nit gloubt, uff den s' sol fallen»
5480 als gott dann yetz uls ainem radt
d' straaff ttber d' wüU Terordnet hat
da müend min frönd ttüd aUegaehUidit
erlyden 's urteil gotts und 's recht;
ouch böum und d' friicht uff diser erd^a;
5485 der mensch und thior nmols oftgräi werden,
geschwecbt ouch werden ir natur;
nit ufrecht blyben wiri kein mur:
das urteil gotts wjrt 'a alls binoemmen»
verderben» flötzen und aerscbwemmen.
5490 das wil ich gon min sänen klagen,
und d' urteil gottes inen sagen.
Gmt 9no mm und tptiekif
Das ist mir vorgsyo, lieb^ kind»
gott werd 's nit lyden, atritaffen d' sünd^
der hat mit mir gredt v<m dem bimäiel,
5495 er well uff diser erden ainWel
ertrencken d' lüt mit allem vycb«
gott hat ubgnommen tteh und mieb,
uns acht personen, uls sin'r gnad.
der mir ein arch angaben bat,
5500 zuo machen die von tannim boltz,
starck, wol Yerpicht, gewaltig, stoitz,
mit kammern» darzuo underschlaehten.
die müend ir mir gen helffen machen;
drumb rüstend ücb grad, qu T^rzi]^
5505 damit ich die ulsniacben mug.
Sem.
Muols 's fleisch alls stärln^n und umbkommen;
hat gott uns acbtQ ubgenommeu
uls siner gnad, barpibert^igkeit:
so pryfs ich gotts gwecbtigkei^
Aiam wnd EmL 16S
5510 der d' fttnden Uraafl oiid die nit lyd'i
soll die jett werden nCigerQt,
so wil ich, vatter, BNoii ergüben,
gern helffen dir und IraniBUiGh laben»
Ski i0y(.
Fast wenig» Tatter» kan ich sagen.
5515 ein fromnis mensch m<tehte wol versagenf
das goU uns warnet lang und vil,
sich aber niemand 'bessren wiL
V wält ist verstockt, Termocht so gar,
das er ir d* straaff muols gäben bar,
5520 diewyl kein wamong noch kdn beit
nit helffen wil gotts früntltgkeit
5m wyh.
So ich der not nachsinn und dencken,
wie gott wil straaffen/d' wXIt, ertrencken,
(wie d', yattert sagst) mit dem eilend,
5525 nach ir'm verdienen, schnall und bhendr
so muob ich angst und kummer han;
die wend mi'm herti kein ruow nit Ion.
Japh$L
Diewyl d' wält ist üb gotts Ordnung kon
und hal die z' straaffen für sieh gnon;
5530 so wirt gott niemand das erweeren.
das kan ich an den werten hören«
darumb ich dir wil helffen machen
die arch mit allen undersdilachten.
Sin ioy(«
Wiewol ich nun ein wybsbiid bin;
5535 noch hast mir d' raach gotts bildet yn
nun hefftig, sterdc in minem gmfle^
das d'rab erschrickt all min gebittet
doch d'wyl uns gott versichert hat
ulk sinr erbärmbd und lutrer gnad;
5540 so wil ich den in'n himmlen d' oben
hoch prysen und allwägen loben.
So rüstend üch in schnäller yl,
164 Adam vnd HemL
dann ich die arch gnid inaehen wii;
nnd wie bald die selb gmachet ist,
5545 nach gotts angäben wol geriM:
so sönd ir thier albampt und gar
mit fich darjn nen, par und par,
Yon allem, das labt off der erd,
nff das ir som behalten wenL
5550 dromb gond mit mir in gottes nammen,
ir son und wyber allgotlssamaenl
Micftca.
Feto viri Mathu$alah vor dem tundßuf» amo ^äk trogen-
Wie hold MaOiueaiak ste g-tib üi trägem^ M der stottMler, trmgtäfn vmd
der hefmeieter de$ fSrHen mit einanderen h&rfür gen tff die frrtigfe, mit
mukvolgenden beiden dienere»«
In dem redt der
^otAaber
amm irmgeaeeen mnd iefmeieiers
Tmgsalsl hofmeisier! lieben herrenl
nüt kan ich mercken, dancoo hOmiky
erbren ouch Icein rechten fascheid
5555 Yom fiirstea und sinV herriigkeit,
▼on sinem jarstag und dem fast,
daruff er all wag ladt yiI gest
der fallt uff hüt der cytung nach,
uff das man 's rast, das selb anfacb»
5560 nät werd versumpt: so ist min bitt,
ir wellind 's dem fürsten sagen hüt.
Trugsäfa
gibt antwert,
Statthalter! es ist abgeredt,
das es sol b'schen grad uff der st^.
darumb so lond uns einswägs gon,
5565 dem fiirsten wend wir 's xeigen an.
Gond mit einanderen für den Imndtfureten; und epnskti
Gnediger herr und fürst im landl
üwer jarstag ist schon vorband,
das man üwer grolsmächtigkeit
nach altem brach sol syn bereit,
Aämm wuL Hmk les
5570 den eerlich z' bgon grad ongeCatr,
wie bschähen itt yelz menge» wr,
B»t einein mal» nach altem sitten.
danimb wir, herr, iieh fast wend bitten,
ir wellind üwern stat und nammen,
5575 darzDo euch äweren grossen stammen
das jarzyt lassen aber b'gon,
wie ?or ofit, dick ir mer band thon.
Es gialt mir wol ond ist mir g'lägen.
am kosten lals nüt nnderwägen,
5580 min lieber hofmeist^, umb kein sacb.
des credentz solt sorgen, baben acbt,
oncb laogi dals i' babist fleiseb und fisdi,
mit spjls und tranck wol sygiest g'rüst
demnacb so lad scbnüll blaasen ols^
5585 zrings umb ond umb von bnfs auo hnCs;
so wil icb ouch, wie alt idi bm,
niessen dils mal und frölicb syn.
Hoftneüter
gibt atUwori.
On sorg, min berr, sönd ir yetz syn.
das z* ordnen icb guotwillig bin.
5590 zuo*n spilKiten wil icb yetz gon
und 's maal zringsumb ulsblaasea Ion.
Die tandsfUrstift
Trogsais t nun luog, mii» lieber fründ,
das wol werd geordnet '» bofgesind.
darzuo ieb dir wil gäben gwalt,
5595 uff das 's fröudmal bab form und gstalt.
so rüst das selb in Hanocbs rtatt;
daran min berr ein g&Uen bat.
und wie bald d' gest dann geladen and,
so luog, das dienst und 's bofgesind,
5600 alls gordnet babist recht und wol,
wie es an bSfen zuogon soL .
IM Adam mM Am.
Gnädige firowl ich bin bereit»
üeh £ dieoen gern, nach billigkeit
's mal wil ich rüsten uff der stett
5605 in Hanochs statt, wie 's ab ist g'redt
Feto gond ly oU tf ry widerumb wuo *n knflimeekien umd mägHtm; der
apricftf MU9 Min;
Ir knecht und mägdt sond mich rerston!
der herr wil jetz ein gastmal han;
da Ittogend schnall , das werd geräst
stäel und benck, die bieher uff tisch»
5610 euch was darzno gehören thuot:
so wend wir han ein guoten muot
lirugMft
tprieki ou€h mo dm kt^wkHttikUn umd mägdUm*
Grad in der statt da rüstend 's mal»
der herr wirt laden ein grosse zai,
der gesten vil in disem land;
5615 und wie bald ir 's alls zuogrüst band»
so lond 's uns wüssen uff der fart
band acht» das d* statt ouoh werd yerwart
mit der gwardi ordenlicht redit
Eni Aujtihueki.
Wiewol ich bin ein sehläofater knecht:
5620 noch wil ich d' saoh gern underston»
rüsten die ding» nit massig gon»
nach üwerm fallen und mit flyis»
das wir sy habind lob und pryis.
Ander hufsknecht
Zuo allen dingen wil ich gseen
5625 mit trüwen» das sond ir Temen.
nit merl den gesten gend guot wyn»
so werdend s' mügen frölioh syn.
Erd magdL
Die stüel und benck» bächer uff tisch» >V
das muols» herr» werden alls geriist
Mam md Emu 167
5630 Bit merl Tenühend d' kochi ^1,
das recht werd koehet, wie man iol.
Ander magdi.
Was wend wir nun darron vil diekteii?
schnall lond uns gon und tiseh znorichten,
wie uns der herr befolhen hat;
5635 dann es ist zyt und worden spaat
YelM gamd •* hin icsd rtocnd •«• te dtr wUM.
Hofim$i$ter
tfrieki zum kaUer vmd koeks
Luog» küller, das du sygest griist
mit spyls und tranck, ouch fleisch und fisch,
koch! säd und braat das allsampt wol;
doch luog, das z* ersten werdist voll*
Eäßir
gibt anlworf.
5640 An spyls und tranck sol nüt erwinden,
fleisch und fisch gnuog wend wir finden,
das nienen muols kein mangel syn.
ob ich dann schon wurd vollen wyn,
so b'halt ich min den alten bruch;
5645 ein kopff wyn schalt mir nüt im buch,
drumb mögend ir d* gest heissen kummen.
Koch
gibt antwori.
Am kochen wil ich m'emand sumen.
nit mer! min berr! grad diser stund
berüeffbnd d^ gest, in^n machend ^ kund
5650 mit dem spil und der trummeten.
guot fisch und fleisch, darzuo pasteten
wil ich üch sieden, darzuo braten;
ich hoflf, es werd mir alls wol g'rateü.
DU dry kerren gimd jfefs kinwäg mi'n tpiUuten.
In dmn iprUkt der keek wir hitkimemt
Drumb, köchin, gang^ madi scbnitil an 'a fliiir!«
5655 wasch fisch und fleisch , bereit 's wol mir,
nach allem lust, suber und bald! ^
dann machest 'a mt grad, wie ^s mir gfalt, -
so sag ich dir: didi wil teh 'a leeren^
wie nacht beschach, <fir d' but erbeeren! >
5060 Da bist ein nnilaai mid fltr lolL
wir idi gsyo luidit nit «bo iM;
nit hettist mfiesieii abo midi
ub zoni midi scyahm fiüSmlicb:
idi wett dir geben hau ein streidi^
5005 dftb d' worden wirisi abo weieb,
wie bafenUb in einer scbnsseL
didi sA&JL der ritt ab nrangratribsel!
JToeft.
Idi wond, du sohist für didi goo»
din sebandilicb mal besdilossen Ion;
5070 ieb weib wol, dab d* nit schwygest still,
bib icb einbrt min glost erfüll,
sebladi didi, bib g'siebst dem tüfel gljdi.
ESchm.
Der Terkeer dir *s anüit und nemm dicb!
ee wolt icb werden gar erstocbeo,
50T5 eb da midi mttessest überbocben«
ieb wil minV streichen wol gemessen,
min nottorfit mit ei'm andren büessen,
dab d' wenig Bnd'st bj mir fründtschafit,
and sölt dich schatten der ritt in d* IraStt
Y9tM90ld€f
trugMäft
amm ifummeter mmd m'i» ipiiliUeii ^9k«
5080 Ir spillüt! gond Yon bub zuo hub.!
in disem drck da kündend ob
ein fröoden mal und grob wolläben»
das unser fürst yetz üb wil gäben
ino lob und eer hie diser statt,
5085 die Kain gmacbt und buwen hat,
der dann ist gstorben mit si'm gschlacht,
und die ererbt nach göttliohetn recht
Trummeter.
Gnediger berr! ich willig bin.
im schlämm wil icb gern ^rstmana sjtu
5000 nit mer! on sorg sindl ich wH gon, .
das richten ab, denn wider kon.
Ädtm mi Heta. 169
7riMiiil€ilMAnM0r«
Gnad, herrl ieh bin jeli adion bereit
ZOO dieneii ttaer herrligkeit,
es sej in mal ald faoft bi 'm wyn.
5005 Dil mugend d' spUliit frölicb syn,
gy gygeud dann vor allenthalben
mit rebensaft gar wol gesaibet
Pfyfflnr*
So huy! schnall dran und lond uns gon!
all machend ufl wir wend danron«
Feig itawwirf ty itu wud «/• dmnk dU wlati mmd wHmg imiS wf in krmg^y
mmd wetm tg m in miUe ttiiif , $f^rMi$ tfer
trwnmeter:
5700 Hdrt zao, wyb! mann! ir lieben fründl
wie ir all hie yersammlet sind!
unser herr mit sinem stammen
ladt fich zao gast allgoltssamen;
der wil sin jarstag hiit begon*
5705 ein fröudmal hat er rSsten Ion;
das ist schon grast und kochet wol.
dmmb keiner nit ulsblyben soll
es sey jung, alt, wyb oder mann:
ädi allsampt wil er z* gast hüt han.
Era jiaa
5710 Üch gib ich, spilliit, disen bscheidt:
ir send dem Kirsten , sinr henrligkeit,
unseren danck und gmotz verkünden.
eins wägs ich kon wil mit den friinden.
dmmb scblahend dryn, wir sind gerast,
5715 nun gar ein keinV unwillig ist
Fels guk€nd dU gni wu$ dm tfOUUm fdr d4$ färtU» A«/.
Drugsäft
empftuki die g€8t und »priehi:
Sind gottwillkun, ir lieben fränd,
dem iursten und sim hofgesindl
sin fürstliche gnad und herrligkeit
dancket fich aller frttntlij^eit,
170 Aäam wd IhwL
5720 das ir sind willig alhampt koa
und OQch sind jarstag wend b^gon.
Kteri 9iek mmb gegem dem Umd^iknitm $m4 tprkkt ««• im:
GroI^mMchtiger iiirst! d' gesi sind veriianden
und kommen här nis allen bnden.
LimdifUrU.
Schnall ordnend d' gest und 's ho%esind{
5725 wie yU des volck ist und ir sind:
so wend wir ziebien mit dem spyl
in d' statt und 's md nen mit der myl
Y€lm n&M dar kmdrftkni flui wm hofgmimd ,u»d mU mlimi gmim^ m 9mih-
ier ordnuug im dU iUM; der UmdefimH Mfst eUk mid^r auf der fiktimea.
tn dem redt der
trug9äjk
suo den, jgeeUm.
Hörend luo» ir liehen herren,
wie ir sind gladen all mit eerenl
5730 grad setzend üch allsampt zoo tische
's ässen ist grecht und kochet frisch.
Yetz eelst sich alles kofgenmd, ew^ alle geet sim timhi m dem g<end die
mm dtencr des furstm mtm der huid.
Et8$ diener
efrickt asum koehi
Louffy koch, und rieht uns einswSgs anf
d' gest sitsend z' tisch, sind alisampl kon.
drumb gang nit lang hie rnnbhär ga^en^
5735 laog, was in der kuchi s|e s' schiiffoi!
Koch
redi »um rflencr.
Ach, diener und min gooier.fründ!
am kochen ich kein mangel find; .
nit mer! den gesten machend muot,
die spyfs ist kochet, trSffenlich guot
KückAuoh
redt aum hoch. • -^ \
5740 Herr koch! wir dörffend ^t lang dicbten,
den gesten lond uns- angon richten,
by rechter zyt in'n z' ässen gäben;
by lärem tisch ist nit guot laben.
A4kim mmI BMk 171
Kikkm
Was Staat du diseo tag da gaffen?
5745 wenn kiogest, was da habiat i" schaflbn?
io der kuchi gang» rieht an!
's kocht ails yerbrttnnt, ich 's gsähen han.
nüt kanst mit mir, dann zangken, Tatzen;
ich muols dir einfiirt den schinhuet blMzen.
5750 das dich der ritt als gnHs sohüttl
wenn hast gnnog gscbwitzi «nd kiappret httt?l
Nun gang und lonff schnÜll, wnnderbaldt
ich schlach dich, das zur erden falst,
als lydenlosen öden wyb;
5755 mit mir da allwäg lyst im kyb.
Ander iUner
ff <t fürttm t^ridU sim kittet.
Gang, käller, bring den besten wyn
and scbenck den gesten dapffer ynl
bils empsig fast! lab not erwinden!
d' fläschen and d' schanckfals lab wol binden»
5780 das keins nit rttnn, yerhaltind wol,
suber gespüelt, glych wie man sei!
luog euch, das nienen mangel seyl
küel wol den wyn! acht hab darby,
das da der fläscfaen yergässist nit,
5765 wie 's allwSg ist din brach and sitt
EäUer.
' Es ist versähen allssampt wol,
darzno wol grüst, glych wie man sol.
Hofmeister
gai mit imem ttab für die küchiy und iprieht suo den knechten:
Gond hin, ir knecht, und lond üch lingen,
thuond ans das assen einsw'ägs bringen I
Beid hufiikntckt tragend doi äuen für^n hofmeiiter; gaPinen vor mit dem siah.
In dem epriM der
erst diener
9u ^ tpiaüens
5770 Diewyl yetz sitzend d' gast by'm tis^b»
so hofierend schnall imd machend 'a frisch!
172 Adam md Hern.
2Vbe'
ik m^dt ^flBgemtUlhe$ hmm. mnd mmdk dem tg mf gehört hmmd htfiwtm^ aoi er
Wiewol die arch ist abgemacht,
noch labt die wUt in ödem pracht»
ye lenger ye mer in allen «finden.
5775 daramb ff kein gnad nit werdend finden
by gott, dem herren» keinerley»
was muotwil and für grosses gschrey
sy trybend doeb, das hört man woL
jangy alt 9 wyb, mami» allsampt ist toL
5780 mit allen öden, üppigen sachen
gond sy amb; demnach thaond s' traditen,.
wie s' ire glüst alleinig büessind»
des öden fleisch's begirden gniessind,
wyben, mannen, trincken, fressen^
5785 in allem hochmoot sind Yermässen.
schandtlicben labend s' überals!
GoU
im himmei.
Noel Noe! mit all dim hüls
gang in die arch; dann dich, min knecht,
hab ich gesähen, fanden grecht
5790 Yor minem ang'sicht in der walt,
darinn man sich schandtlicben helt
wie ich dir gsagt hab, alle thier
solt in die arch grad nen mit dir,
uff das werd blialten aller somen,
5795 was laben hat, nüt ufsgenommen.
off dir und inen blybt min sägen.
über siben tag wird ich Ion ragnen
viertzig tag und Tiertzig nacht
verdiicken wird ich alle gmacht,
5800 geschöpfften, all was ich lieDs werden,
von allem umkreils und der erden;
ja wenn ich nit kein bessrung find,
so d* wält nit abstat irer sünd.
Adam tmd Beim. 173
^wenn i nit in sdiaDden sind, Teroufamn;
58D5 lond yod ir^m raffen, trineken» fretseiH
Ton ii'm yerraochten bösen iXben:
so wil ich min gnad inen güben.
danunb, NoS, so gang sehnäll hial
zum drittenmal, "wie recht Wirt syn,
5810 wil ich noch warten, ob sy wellen
sich suo mir nnd der bessrong stellen«
sag inen, min xom nnd das gricht
werd kon on alle znoversicht
grad über sy, on den Terzog,
5815 das niemand, dann ich, wenden mug.
hörend s' dann dich: wie gmeldet is^
cuo der yerzyhung bin ich grOA;
diuond sy das nit, dich sehiahend s' üb:
so ist dem schimpff der boden uls;
5820 min urteil, das muofii Test belyben,
yerdilcken d* sünd und sy Yeitryben
mit allem pracht und irm hochmnot,
was labt, mit allem fleisch und Uuot
Noe.
Ach gottl min herr, der gnaden rych!
5825 dir sol ich ghorsam syn billich.
bekeert sich d' w'ält mit irem laben,
so kanst die frisfong inen geben;
ist besserung aber nit yorhand:
din gricht, urteil krefiUg bestand!
5830 uff das ich wil zuo inen gon,
mit leeren, warnen nit abston,
din beiligs wort in'n tragen fiir.
sind sy dann gfölgig dir und mir,
nemmend fry an din heilig wort,
5835 und Yolgend dir am selben ort:
so magst' din zorn yoa inen wenden
und dine gschöpfft nit lassen gschenden.
thuond sy es nit und wend sich speren:
so wil ich gon, Yon inen keeren
5840 und d' arcb zuo hilff neu nach dim g'bott,
das du mich heissest, herr und gott,
174 Adam md Heva.
mit allen gieböpffken tiiid den kindeii.
an allem, herr, Ion nttl erwinden;
darumb ich alle.mine tagen
5845 lob, pryEi und danck dir wil idi sagen.^
JVoe gai hinwäg vor iem angtieki goHn^reät mit im teil mUein.
Ach gott! ach gottl was toi ich sagen?
Yor grosser angst möcht ich Yenageol
sei ich dib Yokk mit irem pracht
bekeeren, das gott selb Yeraokt;
5850 so weife ich wol: es wirt mir bschftheii,
wie 's Enoch gieng, das muols idi jähen.
des selben leer, die ward Yerspott;
zuo dem ward gschmaeht der ewig gott
mit schnöden worten, bösem bscheid:
5855 noch bleib das Yoick in Üppigkeit
das bschicht mir ouch, dis weib ich wol;
noch billich gott ich Yolgen soL
drumb wil ich gon in goltes nantmen;
der well sy bkeeren allgoltssammeiil
5860 dann ich wol deock in minen sinnen,
an disem Yolck sey wenig z' gwünnen.
es ligt im schlämm und aUem prassz;
euch ist uff in'n gotts zom und hassz;
nit hörend sy das göttüeh w<»rt
5865 drumb schaff ich nüt an disem ort, .
es wirt nit helffen atraaffen, warnen,
gott wirt sich iren nit erbarmen.
doch wil ich gotts bYelch richten ufs,
gott gab was mir joch Yolge druls.
5870 am herren gott es alles stat:
Yillicht ich kommen nit ze spaat.
wil gott dann inen sin gnad geben,
so werdend s' mügen firommklich laben.
Noe g9i sum Imidifünien vmd aüem amem 0oldk ^er d$n U$€k und «prtdU:
Nun grüetz ücb g<>tt, ir lieben frilndl
5875 wenn wend ir abston üwrer s&nd,
hören uf, gott schmilben, sehenden?
^s wirt sich warlidh übel enden!
gott hat fiirwar sin urteil « grioht,
den sack and band ttoh raogestrickt»
5880 ttcb d' straaff yerordoet, waräcb imd gwiilsl
HofimiikT.
Dint mttls nii offen gar TergiliB!
thuo zuo das selb und led kein wortl
das radt ich dir an disem ort
la6 uns mit eeren ErSliidi Mbenl
5883 wie darffst dem herren antwort gäben?
so schandtlich reden von der siind?
bestr^Llen in und 's ho^esind?
gast nit hinwilg» gibst bessren bscbeid;
so wirt 's dir wariicky gwiilUich leid.
N0€.
5890 Der zorn gotts nach sinr beiigen zal
ist geordnet üch cum drittenmal,
nach siner giMft angeseen*
also wäm er hat 's laben gei^
beschaffen, gmacht mit aller erden,
5895 wil er yetz lassen z' näte werden,
yerdilcken d' wält gäntzlich und gar.
das bat mir gott gmacht offenbar,
drumb thuond das best, ir l^ben fründ,
besserend ttcb, stond ab der siind t
Trugwifi.
5900 Nun dröw uns nit, ich bitt didi drumb^
Tom gricht gotis s^ nit, wenn es kumm,
gang schnall hinwäg, dich wil ich bitten,
stand ab von dinem kyben, strjten;
nit wirst uns ttberzwingen, hoohen:
5905 du wurdst flirwar an uns suost g'rochen.
Noe.
Ir wend mich warlich nit yerston.
gott wil die wält ertrincken Ion
mit allen gschöpflften uff der erden,
was er hat gmacht und lassen werden.
5910 gott hat mich darumb zu üch gsendt^
das ir Yon sttnden werdind gwendt.
iMnd^rwi.
Wil gott die erden gar versencken,
176 Aiim %md Beim.
80 wirt er dich mit uns ertrencken;
ich truwen aber gott so wol,
5915 das din radtschlag nit fürgoo soL
hast du gott gsähen d' stund erschütten?
weilst du sin radtschleg, sine sitten?
bist by im gsyn? hat er dich bschickt,
das du sin urteil weilst und gricht?
5920 du redst so gwfii^ grad von den dingen,
als ob du kündttst gott bezwingen,
das er mäeb thuon, giych was du witt
das dich 's kaltwee als luren schüttl
gott hat sin gwalt nit von im gäben,
5925 gang hiui lals uns in fröuden läbenl
StaUkaäer
Kanst du uns nüt dann unruow machen,
zum zorn uns allsampt yerursachen;
so hettist wol din red erspart
drumb schwyg und kumm ein ander* farti
Noe:
5930 Ach gott! ach gott! thuond nit also!
ir söltind werden selber fro,
wenn gott ttch vorhin warnen wett
mit siner gnad und 's mit üch hett
so hilfll kein warnen noch kein schonen,
5935 ir wend nun in den glasten wonen,
in fiillery mit ödem laben!
gott wirt sin straaff ttch drüber giiben.
darumb, min berr! ir lieben fründ!
besserend ttch, stond ab der sünd!
Erst diener
df /ürwlent.
5940 Sag du ald andren, was er weil:
nit kumpt so bald d' straaff, lieber gselll
wilt du nüt dann unruow machen
und d* fröud verhindren, unser Sachen:
so wärist wo! daheim beliben
5945 und hettist d' fröud im bett vertriben.
in
liettiit deo h$tfen ond sin frflnd
wd rftewig iiit tim hoftgesiiid
No«! No«! ieh bitt dich inwb,
gaog lehiutfl hiawiig, kein« wXgt dioh mmb!
SOSO ieh kau dir in der wariiett Mgen:
nit wirst da dich .roil ans vertragen,
wie bald der herr mit sim gesind
Wirt vollen wyn: dir wirt din grind
geschlagen nnd ertröschen wol;
5059 dann 's völckle, das ist sonst schier voll.
NaH.
Es ist mir in der warheit leid,
das ir mir gend so sebttchten baebeid.
an gott kein'n glooben wend ir ban,
an sine straaff» die ich aeig an;
SOfiO on alle forcbt da sttndend ir
nnd band das wort gotts niener Mr;
dem selben tbnond ir widerstrXben
und thoond in allen sdianden llben
mit bnorjy bocbnuot» suffen, prassen,
806S heimlich, offenlicb, off den gassen;
da ist kein OMafii, sucht, erbarkeit:
ir pflügend aller Üppigkeit
das galt dann nit wirt lyden, dulden;
er wirt 's warlich umb üch bescholden.
Eni kufikneckL
S070 Gnüdiger berri sind gnoter ding!
ir lieben frttnd! lond 's gon alls ring!
es ist noch nit so übel gangen.
ich gloub, er bab den bruoder ift&agfim.
Yor yil der jaren bat man gseit
S075 von disem jomer und dem leid,
und seit man alitag, hüt werd 's kon;
das besser ich doch bat) vernun. . •
sölt man glouben den warsagerh;
vor lengst war d' willt sdion versaget
5060 darumb, du gsell, so gang nun hin,
wilt änderst nit ken in grob pyn!
[XXFL] Vi
178 Admk und Htm.
Erst kafsmagdt.
Ae, schwyg! ä, sehwyg, mni lieKer (HiiiMl,
und lafs yetz rttewig 's herreB gsind!
Ander kufikneehf,
Noe! timi frttnd! nun lafe darroAl
5985 gwüls wirt es dir sunst ttbel kon.
Ander hußnnagdt.
Ae, gang hinwMg uffid lafe tom sprechen!
ich muob mich gwüfs sonst an dir rf^ben.
Es ist wol war: Enoch hat gseit
Yon künfftiger straaff und disem leid;
5090 noch wolts die wäU doz*nal nit glouben.
mit hochfart, nnielwii, wäeten, toben
hiorend sy für in argem laben,
umb Enoch woltend s' ouch nilt gaben,
grad wie ouch ir thuond, lieben fründ,
5005 vermeinend, gott straaff nit die sönd
und hab ein gfalien in der sehand.
fiirwar! iurwar! <d^ straaff ist forhawd,
gptt wirt tteh 's zil nit lenger stecken!
KiOer.
Glych wirst du mich lum mm erwmkeii.
6000 das dich der ritt als luren schättl
wenn hast gnoog gschwätzt und klepppet httt?
Koch.
Ich bitt dich, schwyg und gang nun hin,
wilt änderst nit wtii*fs gschlagen syn!
denck nit, das man dir werd glöubenl
MrunwnHer.
6005 Ein klein ich wett im d' bot erstooben.
was wend ir losen sinem thant?
gott ist im nit so wol^ bekant
kumpt d' straaff und d' raach uff alle «rdifn:
nit kan er also heilig werdefi,
6010 er mupfs ertrincken grad wie wir,
in helffen wirt keiii kuost darfün
^Er$t ^pikmmn.
Eins denckend mint des band w^I acbtt
Adam md Bßwt. 179
gott bat UD8 nii vergübeip gtMelit.
Wirt er yerderben aai ttiid 4^ wdm^:
6015 nii hett er u^s guunoblf hfsttr wefdeo« .
druaib gloubeod sin,^ worleti iNüI
sin reden sind eclogeii hvkU
Gang bin, min gseli! iri^t biii dicb dMiml^i
icb scblag dir aiinat eia scbesetel luniinb;
6020 und laÜB von dineqi scbwaUea, töni9n»'
icb wurd micb sunsl ap dir verbönen.
Ab«; /
Das' goU erbarip,* ir afinea Uit!
an ücb bilSt gar kein wereuag nitt»
icb sag ald aiogt glycb was icb weih
6025 so wend ir sjn in ungelbll»
in gottes straaff und siner raicb.
dann by ücb ist nüt daiio grob scbmacb,
gottslestrung, scbweeren, übel fluocben»
und wil ein keiar goits gnad nit suocben,
6030 sieb besimn keinr im froBimen läbea,
nmb d' warnung gotts wil keior nüt gäben.
yersuncken sind gar üwre bertseo
in sänden, lästern und <m scbmert4eBu
yerniocbtlich und rouotwilligklipb
6035 bat yeder gar etfgibou sieh
an 'n tüfel mit ei'm öden IQlben.
der Wirt ücb btonung triiwliefa giKben
uff disen tag, im ougenblickt '
wie ücb ist gseit» sind g^far<iet dick.
6040 und wil yetz. gon,. üeb oünunan warpe^«
gött weil sieb iiwer thuon erbarmen • .
und bkeeren also Uwer leiscb,
das es grecbt labe nacb dem «eisl!
der well ücb allen gnedig syn
0045 und mittren .üwer straaff und pyo!.
Scbnall gang nun bin ynd $um dich pi^!
es bscbyfst dicb, aunst mit uiM^d^r ritt,
wendest, das man dinen Worten^
180
CS wir Ue ald M miinm oriM»
eOBO iölte glonlMB aU
aM golt benringM, kredoi in,
das «r nilelst thaoo, wie 's ihi im sin
hast ftii^enon? nü glonbend 's wir,
eOSS CS hat dish keiner niener fttr.
min lieber IMl dramb gang Unt
uns allen sdunecki noch wol der wyn.
Gott Wirt 's ikh wariich nit tergissen.
ir sind hoehmiletig und termiissen,
0060 an ttch wil bschOssen keinerief .
giyeh wert ir hören ein anders gsehrej:
ee dallig werd swo stund ▼ersAynen,
all werdend ir der straaff gotls innen.
Nei
gmi hkuDägy nit mUim wM tMeim.
Wir hett doch gmeint, adi goUl ach gelt!
OOeS das d' wlH Termoditlich Niben sott,
also mit sehenden wür omb^beni
das sy on Ibrdit gott widerstiiben
söltind, nlsschlahen alles warnen,
die gottes gnad und sin erbarmen!
QOTO wie^ kan ich yemer frölidh werden:
ranob yetz der mensch mit aller efden
ertrenckt syn nmb der Sünden willen!
biAich sol idi gotts wort erflillen
nnd gon in d* arch mit minen kinden.
0075 diewyl idi by goll sin gnad finden,
dem danck ich sinr barmhertzigkeit;
im syge lob in.d* ewigkeit!
Ir siin and wyber! nemmend thter
und gond in d* arch aUsampt mit mir;
0080 dann gott, wie er* hat uns znogseit
nb Inter sinr barmheiisigkeit,
181
eriOieniirirt nat
eAalten mter gfdiHehl mid
ooeh gfiigel, tbaer, alb wis hat 't WbM»
0065 tar haltoiig ün kraft wil er gliboii.
daniBib good hin sehaill» wmiderbald;
die stTMlT gotts kttnpt ttb* hermi gwiH
«ff disen tag, grad diaer atood» •
Wie 'a ob hat gaproeheb gotlea moad,
jAmdafikm
0090 Ir herren aH! iiod gvoto dingen!
ye einer aola dem andern Mngen!
nadi fröod nnd Inat yedea hen^y^a
aond ir mit badieid einanderen gwiaan,
alao daa keiitf den anderen hiit
0005 mit atardien trtfneken bidiT^ niL •
dmmb, herr trogaib, aind gnoter dingenl
idi wil ttch daa gbJa s'erat vollbringen.
Ich heb in gem. boti forden hUal
nit mer! daa gbJa gar trindiend oial
6100 ino dem daa maebte öndi kutiwjl»
wo m«i yeti bette d' aeitenapil.
Vor, ee wir anbebind zno aingen,
wil idi dir vor öndi ein' hie bringenl
MMOfw9C9mCT
Herr bonptmann und berr littenant!
6105 min gnädiger berr nnd fünl im land,
der bat mo Hanoeb in der atatt
vil geat geladen; dmmb er bat
midi mo ikb giehiekt in aebailter yi,
die gwaidiknecht er haben. wil,
61ia off daa ir d* statt aho bewaren,
daa niemand drinn niit widerfonn»
181
kein überfal bschich ti«i aU
daranib ich Jhmmi «lil der
das ir ood gwaidi, o«ck d*" spiflät
6115 sdinäll seyend off; daan ei ifl syt
Uefa i dicMi sM wir att Wrail»
dem fiinlen und sinr herriie^iL
Gwardi kaupimann
Die wort, die Noe yetz gredt bat
Tor^m lUnteii und ir majoibii
6120 dem gaptien bolgpuiid übcnl
Tom kiinfliigen mglädt aad uiibl,
darmit gott ttnMkm werd die wäH,
off welcher red kein meoaefa oüt hek^
die berrscbafit noch die onderlhMieo»
6125 wiewol Koe theti oiemaods achooeo -r-
sin wort, die redt er effeubar,
der söodflois werde koo förwar
off alles erdtrych omb und wob.
Bodi wii nit wordm oiemaDd fromm;
6130 ood bat iil, tag off hüt geiieUl,
's Terderbeo diser gantaeo wSit.
nocb zeigt das gstim keia orkond an,
das gwälck, das niemand loügaeo bao»
das oeifewan miiets ongwaller werdi».
6135 Docb sagt Noe T<m gr^saeo gfiladen.
icb ken NoS ond all sin gschläcbt,
das allesampt sind fromm uad grecbt
drumb icb sinr ced moofs glooben gäben,
icb wil fast gisro mi^ {potl etigiben,'
6140 dann min berti ist des bümmers Tdl ;
der mag den sinen bisiffen woL . <
Herr bouptmann! üwer wyls ond bärd,
die zeigend an vil.gfeaser gISird.
an äwer red ba» ioh^vilajnlen,. . :
jMM tüNl Ami. 18t
6145 das grositr uniil iil v«rbaiiiM;
denn NoS, der gr»iw, alle meaii
dem fiirsten alie bat nigel aiü
das alles dich Umot übet bübwikrien
and liircbst dir übel in den gfiirden.
6150 nit bin icb diner meinong gar
und gloub nit, das sin red ward war.
wie köndt 's der naUir miiglieb syn,
diewyl d' sonn bkalt hilt iren^acbyn?
so scbto md böpaek ist Ut der tqp
6155 und kein gwiiiek niemand ijihen mag
zrings umb iwd ulnb oben am himmel,
so wyt iah hiog uff d' erden ün^A
drumb ich kan .Not wenig gionben.
Acb, lüetenent! einr sitst bafs oben,
6160 d^T ist allanlBbtig, darzno gett;
der bringt 's aHa z'wMgea mit Efm wort
diewyl doch gar ist niemattd Inamm,
in furcht ich sicher, wairlich drunb.
«^g'siehst nit, wie der fllrst selber tbuot?
6165 hörst nit ir unzocht, übermnot,
ir suffen, prassen, schlenmieo, demmen?
in Sünden, wil sich nie«iand seWmmen.
darumb mir warlieh d' saoh mt gfolt,
ich furcht aHein den gottes gwalt
FendmÄ.
6170 Herr houptmann und bo'r liietenant!
d' reden ich ghört bab beidersaespt
wiewol der btmaiid ist schön, klar;
noch föroht icb, No«s red werd iiter,
ich gbub sinen werten flir und Ar.
6175 wenn üch d' sach gfMe grad wie mir,
so wölt ich warten vff die stund,
die NoS greA bat n6 sim mund,
in zweien standen weid d* atraaff Ifon,
denn wei^l goU d' wMt km «mdergen;
6180 es ist doob ntt So lang daUn.
vormals ist 's oildi gi«rji%saget* gijfii
184
?oiB Enodb, gott wi»rd dstraiiba tf sflüd.
dodi bia ich tiit an äugen Uind:
•o gseea iefa das wol uad kan leeMii,
6185 dat ikh dat wttter w3 teiteeren.
danunb idi wöit xnr girardi adiaii,
ouch warten da und niemer fliehen.
YprfmieHdi.
Mim houptmann mag iefa wd gelooben.
to einr sitzt hoch und wjt da <»ben»
6190 der d* ^It bemringt, ooek aiag ay richte«.
wenig Wirt bflchniaen unser dichten,
die radtsdileg, d' reden« wie die sind.
ich hör wol, gotl wirt dstraaflhn tf s&nd:
darumb ich wil mr gwardi neheo,
6105 ouch warten da, gar nienen fliehen.
Jzot^Eiftiiofm»
Ir gwardiknechtl stood all luosammciii
hie wend wo* weiten allgotssarauMm,
luogen, was üb ^den wätter werd
uff* disen tag, mit der gefiird.
YH9 M mm i^ ieftäUs tj^ mmmmdvm okgm Umem mm4 4r§ rM«ta wui
Ersi firau»
e«i» dm hinderen gaUee reäi «id irem mm$m wmI kMkrm.
6200 Ach gott! min mann! ir lieben kind!
wol gseend ir, wie gott straafll die sind.
Enoch, der grecht, fromm bidermann,
die streaff* der wült hat leiget an,
sy gwamet o8k umb. ir milstbat;
6305 doch er der wält kam s'firüe und sspaat:
Yeracht ward er und gottes wort,
und gieng die wäh in ^iden fdrt. *
danuo kams ouch dem frommen mann:
und wie er d' wftk bat gwarnet g'hani
6210 das d* wSIt in hauai, wdt undertrodLen.
drumb gott in liels in himmel zuckM
und thett in schirmen, sidker madimi. .
noch wolt die wält gotts ^nad n^ b^adrten;
sy bleib in sjinden. on die bessfttng»
Adam und Heva. 18ö
6215 nach im kam NoS mit sin'r Warnung,
d' atraaff gölte seigt er an yedermann;
an in woit d' wüit kein glouben han,
als dann ist bscheen yetz, diser tagen:
defs wort yerspotl wirt und sin sagen.
6220 was gelts, gotts gricht und No^s wort
werd yetz erfüllt und gange fort?
min mann! bescbouw das watter drumb!
luog, wie es schnall und ylendts kumml
wöltest mir yetz Yolgen hüt»
6225 an disem ort ich blibe nit;
ins birg wett ich mit unsren kinden,
in böhinen suochen frislung, finden.
dann dises watter sieht mich an,
das es kein ruow noeh rast wirt hau;
6230 natürlich uls gotles gerichi
kumpt es ob alle zuoTersicht
Ir mann
gibt ir tt»twort und qw/cJkt:
Min trüwe frouw! ouch lieben kind!
wol weifs ich , das gott straafil die sünd.
vor hundert und so vil der jaren
6235 hat man gesagt von disen gfaren;
doch niemand hat es glouben weilen,
d' wält thett sich leidig sündig stellen
und was kein bessrung hib httt zt^,
wie d' leer der alten wylst und klagt
6240 nun ist die stund, yetzdannen hie,
die raach gotts» gab wie lätz man thüe.
das gseest du wol, das watter nimpt
gar grusam zuo, gott ist ergrioqit
drumb nimm die kind, so wend wir Hüben;
6245 dann dises watter ich fast schuhen,
Ersi kmd.
Ach vatter min! was wil das werden?
das watter bringt uns grols gefärden.
Ander kmd.
Der ragen mit dem tonder, blitzt
kumpt gwüGs ufis gott und sinem gricht
[XXFL] 13
186 Adam und Heva,
Vatier.
6250 So gond, ir Und, schnall, wupderbald;
dann gott straafft d' wült als sinem gwalt.
so wend wir flöhen in die berg;
dann 's wätter gat alls überzwerg.
Flükend alle mit nrnrnndertm.
Gttardi koupimann
lovj^i »um land$für9ten umd tprieht:
Ir schlemmend, fressend disen tag
6255 und hörend nit die grossen klag,
die 's gmein Toick liiert mit grossem trureo.
dann wyb und mann, edel und bawren,
die flühend all io berg und tal,
und ist grois wasser öberal.
6260 ir wybend und mannend nach dem lost,
und ist die leer nun gar umb sust;
es hilfft kein straafien noch kein warnen.
das gott im himmel müefe erbarmen!
gseend ir nit gottes gricht, urteil?
6265 by üch ist weder glück noch heil;
noch sitzend ir fort in dem prafs
und üebend d' sünd on underlals.
Lüeienent,
Ach gott! ach gott! stond uf Yom tisch!
über uns der herr gar zornig ist
6270 Noe, der fromm, grecht bidermann,
hat jomer üch erst zeiget an;
noch band ir 's all nit wellen glouben;
yetz möcht ich wüeten, gar ertouben.
Fenderieh.
Losend doch all und hörend zuo
6275 dem tonder, Uitzg, ragen und unruow,
die in dem gwülck, in lüfiten ist!
kein mensch uff erd hat nienen frist.
darumb ins bii^ louff yederman;
d' verderbung, die ist uff der ban.
Varfenderidi
Die wasser scbwftmmeod schon embor;
min tag icbs nie han gsShen ?on
Adam und Heca. 187
ach, schowendl 's Tyeb mit allen lüten
flucht alk herri was wil das bedüten?
LandsfärBt
Mordjol mordjo! so wend wir ufs?
6285 Schnall louff yeder zno sim hofs!
Houptmann.
Botz langen! räberl das tbuond nit!
in bergen suochend wonong hat!
dann 's wasser flötzt die hflser hin:
hie wirt kein fristung nienen syn.
6290 Drumb allsampt uf mit wyb und kinden!
in 'n höhinen wend wir fristung finden!
Jtffi^ff und all$ ichrjfet jSmerUek und ßMU dmkim.
Yetz $öUemd die vaiter gäeUingm Uitftm wad dm$ ge$€kMia umd fkürwtrek
aUi ubgam,
Mttiiea.
Herold.
Fromm! eeren?est! insonders wyb!
wol ghört ir band und gmerckt mit flyfs,
?on wäm der mensch sin anfang hat;
6295 das gott in macht ufs stoub und kaat
sin form und gstalt, darzuo ouch 's laben,
das gott im einig alls bat gäben,
uff das er käme in d' yerstentnufs
siner allmächtigkeit, erkantnufs,
6300 und mit den thieren noch dem vych
mit sinem laben wurde glych,
als ob kein anfang war und end
der wält, die wir Yor ongen gseend.
die selb wie s' hat den anfang gnon,
6305 also wirt s' enden und zergon
nach gotts fursähung und zuosag,
der dises ends weifst stund und tag.
was aber bracht hat die yerderbung;
▼on wäm die sünd hab iren Ursprung:
6310 das hat thon 's tttfels listigkeit
und 's menschen ungehorsamkeit,
den gott hat gsetzt ins Paradyfs.
188 Adam und Heva.
dammb man goit oit solcher wyCi
ff orsacb der Sund zuolegen kao,
6315 diewyl und 's hatt erwuoden glian
am menschen und an sinem laben,
dramb d' scbnld allein im soi man gäben,
den Ursprung, d' ursach unser art
dann beit der menscb die sünd erspart
6320 und wäre goit gehorsam bliben,
bette den tüfel von im triben:
so hett gott g^hebt ein grösser gfallen,
dann das er in hat lassen fallen
in 'n tod und die barbsäligkeit
6325 doch üb sinr gnad, barmhertzigkeit
hat gott uns gfiiert wider zum laben,
durch Christum die stind uns vergäben,
dann Adam suocht gott und batt in,
erschrack euch ab des herren süm,-
6330 nach sinem fal und überträtten.
gott bat den Adam nierumb hätten,
ouch 's menschen hilff gar nie begärt,
wie das sant Paul gar wol bewärt,
do er dann spricht und billich seit
6335 zuo'n Römern am füniSten underscheid:
„wie durch den Adam angst und not
gfolget ist uns allen, der tod:
also durch den herrn Jesum Christ
d' hilff uls sin'r gnad uns gäben ist,
6340 d' verzyhung der sünd allersammen'';
der dann ist der versprochen samen,
den gott uns flir d' sünd gäben hat;,
wie wyter von im gschriben stat,
gotts gnad und sin'r barmhertzigkeit
6345 sey 's erdtrych voll, gibt David bscheid.
so ich dann gschrifil wil baüs ergründen:
ouch ist ein richter gott der sünden.
im sündfluCs man das gsähen hat,
dals d' straaff ist gfolget nach der that
6350 wo nun kein Warnung bschiessen wil,
so ordnet gott tag, stund und ?il,
Adam und Heva. 189
druff d' straaff mit jomer und eilend,
grad wie 's anhebl, so nimpl 's ein end.
das alls im ougenblick beschicht,
6355 wie Christus selber redt und spricht: *
^lycb wie 's zur zyt Noi^ beschach»
so wirt 's kon unversächner sach,
der tag des herren und sin g'richt,
unwiissend aller zuoversicht^
6360 wenn d' wält wirt prassen, trincken, fressen,
in hochmuot laben, gotts vergassen:
denn wirt es alls schn'äll und behend
nach gotts zuosag nemmen ein end;
das d' Tiie 's Yoicks, ir allgotzsaropt
6365 mit üwem ougen gsühen band.
uff das, fromm, yest, ouch eersam herren!
üch sol ich dancken aller eeren
von wägen ein'r eerlichen burgerschafft
äwrer demuot und groJjs fründtschafit,
6370 ouch ttwrer lieb und grossen triiw,
umb die brüge und anders g'büw,
das ir erloubt uns dils spil band
üch z' eeren und dem vatterland,
darmit ir hand grols kosten g'ban.
6375 wo jeder das beschulden kan
mit lyb und guot, arm oder rych:
verdient sol 's werden flyssigklich.
wo dann an uns der mangel war;
so vergelt 's unser gott und herr!
6380 darby ich 's yetz wil blyben Ion:
ir spillüt blaalst uf! wir wend darvon!
« Mfttth. U. Lac. 17.
Erläoterongen zo Adam und Eva.
Inlialt lies •«AcIlmu
Ente abtheiluog.
Erster prolog« Zweiter prolog*
I. »et 1. scene. Die en^el Michael, Gabriel und andere ver-
treiben Lacifer mit seiner rotte ans dem hinuiel und legen sie in ket-
ten. — S. sc. Die tenfel brechen in lante klai^en and verwönschungen
gegen gott aus und beschliessea auf Satans rath , eiaea geheimeD boten
abaasenden, welcher gott bei allen seinen werken belauschen soll ; will
dann dieser noch ein geschöpf unsterblich erschaffen , so ist ihr plan,
ihm sein werk au verderben. - 3. sc. Gott erschafft den ersten men-
schen und fibergibt ihm alle dinge auf erden. — 4. sc. Er pfianst das
Paradies, führt Adam In dasselbe ein und macht iba Jia dessen herrn,
▼erbietet ihm aber, vom banme der erkenatnias des gatea and des bis-
sen au essen, und drohet ihm im faUe der Übertretung mit dem Verluste
der Unsterblichkeit. — 5. sc. Er fuhrt ihm alle tbiere vor, denen Adam
namen gibt. — e. sc. Adam sinkt in einen tiefen schlaf; indessen
nimmt gott ans seiner seite eine rippe und bildet Eva daraus. Als Adam
erwacht, übergibt ihm golt Eva als seine gattin and scgnei beide.
II. act. 1. so. Der eilbote der hdlle berichtet den teafela, waa er
so eben gott thnn gesehen hat; Luclfer scbl> vor, die schlänge an-
zustiften, dass sie Eva und ihren mann verleite^ vou der verbotenen
fkncht au essen; sein antrag wird einstimmig angenommen. — S. sc.
Als Adam und Eva im Paradiese lustwandeln, macht sich die schlänge
an sie und überredet sie , von dem bäume der erkeantnlsa eine fk'ucht
BVL brechen nnd au geniessen. Nach dem gennsse reissea sie blitter
von den bäumen , um ihre bldsse damit au bedecken , und verbergen
sich vor gott. — 3. s c. Der Tod erscheint und tritt in das Paradies.
— 4. sc. Gott ruft Adam und Eva vor sich, verhOrt sie und kündigt
sowol ihnen, als aueh der schlänge ihre strafe an; darnach kleidet er
die beiden in rdcke von feilen und Iftsst sie durch Gabriel ans dem Pa-
radiese treiben. — 5. sc. Adam und Eva erhalten ihre ersten kinder^
Kain und Calmana; er sucht für seine fämilie nahnmg, während sie
die kinder besorgt — 6. sc. Er bringt speise nach hause; sie gebiert
ihm Abel und Delbora. Er gebt, von Kain begleitet, wieder auf das
feld. — 7. sc. Beide kehren mit einem schafe und frficbten beladen
euruck; hierauf begeben sich alle zur nihe. — 8. so. Adam gibt seine
beiden söhne und tfichter ehelich zusammen.
ErläuUnmgen. 101
III. ftct. 1. «c Abel und Kain bringen goi% ofer dar; goU ver-
wirft Kains gäbe. — S. sc. Adam richtet an seine beiden söhne väter-
liche ermahn fingen; insbesondere ermuntert er Kain «ur Frömmigkeit
und einiracht mit seinem bnider. — S. sc. Er Idagt seiner gattia und
den beiden töchtern die sorgen, die ihm der Unfriede der söhne verur-
sachet. — 4. sc. Kain fasst den enischluss, Abel jbu tödten. — ft so»
Er beginnt mit ihm streit und schlägt ihn todt; darnach entflieht er. —
6. sc. Adam sucht seine söhne, findet Abel erschlagen und ruft Eva
herbei; sie tragen den todten hinweg. ^ 7. sc. Gott hält Kain seia
begangenes verbrechen vor und verflucht Ihn; dieser zieht mit seine»
weihe aus seiner helmat fort. — 8. sc. Eva und Delbora bejammera
Abels tod; Adam beruhiget sie. — Epilog des herolds.
Zweite abtheilang.
Prolog. — 9. sc Kain fasst den entschluss, au seiner und der
seinigen Sicherheit eine feste Stadt zu gründen. — 10. so. Er macht
sein vorhaben seinen kindern und blutsfreunden bekannt; alle bilUgea
es. — 11. sc. Sie bauen die sCadt.
IV. act. 1. sc. Adafn ermahnt seine kinder und blutsverwandtea
zur tugend, gottesfbrcht und eintracht und erinnert sie, den Umgang
mit Kains geschlecht zu vermeiden. Sie gelobeii ihm gehorsam und be-
reiten gott ein Opfer, — 9. sc. Der altersschwache Lemech^ ein nach-
komme Kains y eröffnet seinen weibern sein vorhaben, auf die jagd zu
gehen, um sich ein wildprät zu holen; er tritt, von seinem söhne ge-
leitet; die fahrt an. — 3. sc. Er schiesst anstatt eines wildes seinen
freund todt; darüber ergrimmt, erschlägt er seinen söhn. — 4. sc. Er
klagt seine betrubniss seinen beiden fk-auen und beschliesst, ebenfalls in
ein fremdes laad zu entweichen; jene versprechen, ihn dahin zu beglei-
ten. — d. sc. Adam und die seinigen bringen gott ihre opfer dar; die-
ser befiehlt Henoch, nach Hanoch, Kains Stadt, zu gehen und die ein-
wohner zur busse und besserung xa ermahnen. — 6. s c. Henoch voll-
zieht den erhaltenen aufirag, wird aber mit spott und drohungen von
ihnen empfangen. — 7. sc. Adam stirbt und wird begraben. — 8. sc.
Henoch, seines lebens überdrüssig, wird von der erde hinweggenom-
men. — 9. sc. Noe und seine frau warnen ihre söhne vor gottes Straf-
gericht und ermuntern sie zu einem gerechten lebenswandel. — 10. sc.
Lucifers botschafter erzählt seinen genossen, wie es ihm gelungen,
Kain und dessen gescblecht zur sünde xn verleiten; in Adams lande
habe er aber den samen des bösen ohne erfolg auszustreuen versucht.
Sie bescbliessen, sich zu beiden stammen zu verfügen und dieselben wo
möglich dahin zu bringen, dass sie sich durch eheliche Verbindungen
«ater einander vermischen; auf solche weise hoffen sie auch die Ada-
mUen durch die Kaioiten bald sittlich zu verderben und sich dadurch,
dass dann alle menschen In das laster versinken, an gott rächen zu
können.
V. act. 1. sc. Ein junger mann von Adams stamme rühmt seinem
freunde die Schönheit der mädchen in Hanoch und entdeckt ihm seine
192 Erläiäerungen.
absieht, sich dort ein weih jeq holen. — S. sc. Eben so erzilhlt ein
mftdchen von Kains stamm ihrer base, dass sie sich unter Adams nach*
kommen einen mann suchen wolle. — 3. sc. Mann und mädchen begeg-
nen sich einander; jener macht ihr seinen beiratsantrag und wird unter
der bedingnngy tfass er seinen glauben verlasse, erhört. — > 4. sc. Oott
will die menschen noch einmal durch No6 warnen und ermahnen las-
sen und ihnen noch ttO jähre flrist evlt bessening geben. — 5. sc. Enos
Iftsst seinen vater Seth xn grabe tragen. — 6. sc. Zwei riesen verbin-
den sich mit einander in der absieht , durch raub und mord sich reiche
beute £n verschaffen; sie fallen auf der Strasse swei männer an, er-
schlagen und plfindern sie aus. — 7. sc. Gott beschliesst, alle men-
schen, nur Noe ausgenommen, sammt allen übrigen erschaffenen wesen
xa vertilgen. — 8. sc. Mahalaleel und seine verwandten beklagen das
allgemeine Sittenverderben ihrer Zeitgenossen. Noe kehrt von seiner
bekehmngsreise surilck und schildert den beillosen zustand beider
Stämme. — 9. sc. Er erhftlt von golt den auftrage IQr sleh^ seine fa-
milie und je ein paar von allen thieren ein schiff zu bauen und sich mit
vorräthen aller art zu versehen; denn der Untergang aller geschöpfe
stehe nahe bevor. Noe legt sogleich band ans werk. — 10. sc. Der
landesffirst ordnet ziur feier seines geburtsfestes C^ ein gastmal an. —
11. sc. Seine hofbeamten ertheilen zu diesem zwecke dem hausgesinde
und den spiellenten die ndthigen befehle. -* It, s c. Die letzteren bla-
sen ringsum das mal aus; die gaste ziehen mit ihnen zum forsten, der
sie willkommen beisst; er begibt sich mit ihnen in die Stadt; alle neh-
men an der tafel platz; das mal beginnt; während desselben ertönt
firöhliche miisik. — 13. sc. Nun hat Noe die arche vollendet; gott be-
fiehlt ihm, die menschen zum letzten mal von ihrem bösen leben abzu-
mahnen. — 14. sc. In einem monolog spricht No£ die besorgoisse,
welche ihm die erhaltene sendung elnflösst, aus. — 15. sc. Er entle-
digt sich vor dem landesffirsten und den gasten seines aufirages, wird
aber von allen mit schnöden schlmpfireden abgewiesen. — 19. sc. Zu
den seinigea zurückgekehrt befiehlt er ihnen , sogleich in das schiff zu
gehen. — 17. sc. Der fürst ist indessen mit seinen talbigenossen guier
dinge. — 16. sc. Der Sicherheit wegen lässt er die wachen in die
Stadt ziehen. — 19. sc. Die Offiziere der wache sprechen sich unter
einander theils für, theils gegen die glaub Würdigkeit der vorhersage
Noe's ans. — tO. sc. Nun bricht aber das ungewltter los; ein mann
flieht mit firau und kindern in das gebirge. — 21. so. Das gewitter wird
heftiger; die gardeoffiziere eilen zum fürsten und mahnen zum auf-
brach; alles rennet und flüchtet unter Jammergeschrei auf die höhen.
Das stück endet mit reissenden wasserwirbeln, heftigem donner und
blitz.
Erläuterungen. 193
Abkürzungen.
E. H. = Ktter Heini «M dem Schwixerland von J. Ruf^ kMiotkek
der gen. deutschen nat. Hter. XIV. hd. — JB. U. V. =» Eiter Heini,
varspieL — Fr. = Frisch ^ Wörterbuch. — Pct = Pictorius {Man-
ier} y wörterb. — Sm. «. Schmeller, baier, wörterb. — St = Äfa«-
der, sthwHxer. idictikon. — ro6. » To6l^, Appenzeller sprach--
sck€tt%, ^ Z. s Ziemann f mittelhochdeutsches wörterb. — sckwz.
= schweizerische mundart. — ;stircA. = zürcherische mundart.
3 Zarjch] eilte arf von genitiVy wie er auch an andern stellen er-
scheint; so z. b. auf dem titelblatte: gespielt von einer lobl. biirger-
schaffl Ziirych ~ und eben dort: dnrch J. R. steinschnjder Zilr^^ch.
darum steht auch die apposition darnach im gen.
35 sonst] so aber, sonst « sos, so, Z. — wildo sftnst, so wil ich
80, sagt eine zänkische frau zu ihrem manne bei Sm. 3^ 274, s. E.
H. 3136. ZtH.
36 Ulis] im original steht zwar als; ich schrieb aber dem gewöhnli-
cheren sekreibgebrauche gemäss alls.
44 geistl in diesem worte lautet st nach schwz. ausspräche wie seht;
daher es auf fleisch ziemlick rein reimet.
45 200 aescben] s. E. H. 3658.
55 verorsacht] veranlasst, E. B. 3916.
53 weirst] weiss, sekwz.
75 leer! lerne, erkenne, sckwz. E. H. 733 u. s. w.
76 on siner gnaden xoo versiebt] oAite erwartung seiner gnade, vgl. v.
4o94*
89 erteil] ermesse ^ beschreibe, s. Pct.
93 gewaegen] part. praet. gewogen von waegen; so bei Pct gewae-
gen gold; mkd. eben so.
106 der d* kreffken gottes hab verwäsen] der an macht gottes stelle
vertreten hätte, einen andern verwäsen, succedere vicarium muneri
alterius, Pct 437; eben so mhd.
108 nit] das original hat nut, was ich für einen druckfekler halte;
denn not heisst nichts, wäre also mit der richtige ausdrucke so
müsste die stelle heissen: gen gott filr niit mögend s' gerechnet
werden; dann müsste aber nach werden ein komma stehen, und der
folgende vers Cn Einer krafffc eim härli glych) hätte den sinn ^,die
Völker der erde haben gegen gott wenigstens doch die kraft eines
kärchens*^ — stünde also mit v. 108 im Widerspruche.
119 wondergäben liiten] neugierigen oder pralerischen leuten, E. H.
673; die zweite bedeutung s. bei Fr. 3, 459.
ttO vemöten] verkleinem, geringschätzen, E. H. 1695.
193 fiist] sehr, E. H. V. 55.
134 sfichttgl arUg, wol gesittet, E. H. 1445.
136 erhaben] erheben, lobpreisen; bei Pct 111 hochlich loben.
133 das Argoment sag] das thema des Schauspiels , s. E. H. 63.
144 tracht] überlegt, in betracht gezogen, Pct, 404 b und E, H. F. 35.
145 demnach ond] nachdem als. über ond « als s. E. H t%; femer
104 EHäyienmgm.
mmUm «. t04. %ur verglHchumg wUfffe» noch eimige gieliem aus Sm.
ly 78 Mer stekeu.- zu antworten nach dem an4 euch f&rgehalten wird
— das« ich des tagen ond man aMinen bmder nnr erd bestalt — se
soll man chlager nach dem tot nnd er ihm getan hat richten.
155 ir'n tuH} ihren unfM^ ruina, PcL ItSb.
It8 Ufa aim ffirg&hnen radt] nmek seinem vom ewi§keU her festgesetz-
ten pimne. vgl. r. 5S7. 538. nfi min'r wyMelt — wie's min radt-
•chiag filrsehen hat von ewigkeit im wäesen min.
189 köndenl = Hönneny vgL in E. H. 87« dms purt, praet knndea.
190 cdrpelj Uib; bei PcL Sib meistens in der bedeuUng: UUbmam;
die Wurzel ist dae Int. corpus*
900 b*scheen] geschehen.
904 und] «I«, dag s. dU oben 9. 145 angefahrten steUen; ferner v. 1057
nachdem nnd gott die himmel lier» werden; v. 1939 diew>l and er
min mann aol »yn; 9. 9111 diewjl und er der junger iat.
913 in eines rjch] st. in sin rjeh, zibrch.
930 läbig] lebendig, E. H. 1495 ^ zmrck.
940 8^3 ^ck.
951 uff das num underlassen mag eetj daher num bei seite lassen^
übergehen mag. underlassen, underwigen lassen, praetermittere,
PcL 4565.
955 mit nnderscheidt] mit sonderung des tages und der nacht; vgL v*
559 ich hab gmacht den underscheid des tags, der nacht.
907 mit aüen vorbestimlen dingen] mit alien oorherbestiuunten und am-
geordneten dingen. vgL v. 156 wie's gott ewig ffirgnon im hett; re.
538. 540 wie*s min radtschlag fursehen hat, dem nutaid ist verborgen
gsjrn.
968 " 975 ob doch ein mensch ceL] der sinn dieser stelie ist: u>enn
jemand mit gewaU persueken wiUf aus seinem eignen nerstande zu
erkent^en, wie gott alles hervorgebracht habe: so findet man, dass
er es nicht im stände sei.
994 ir sind] ihr seid, echwz.
301 rltterschaftl herrlichkeit ^ hoher stand,- wU im mhd. vgL ritter-
lich, herrlich, in Nib. str. 975 nach Lachm. ausgäbe,
303 ?ergl^cbt] vergljchen, gleich machen^ parL praeL bei PcL 419 b.
vergleicht.
309 iioch3 -» doch, E. H. 3151. 3496.
319 ein kind und schlang der morgenröte] anspieltmg omf die secun"
däre bedeutung des Wortes Lucifer = morgenstsm.
314 fr&ffoe] hühnhHt, dreistigheit, E. H. 195.
316. 317 ob sin bergen gen mitternacht den wettest seta^a] anspielung
auf das bild des drachen (s. v. 311: ein track der Ode cet), welches
zunächst dem kleinen bare» und dem polarstem idem n^dOchsten
der 7 sternsy aus denen jener besteht}, als» gegen mitternacht des
gestirnten himmels sich befindeL
319. 990 das gott din äbermuot nit wirt hao verguoij nicht gut aufnsh-
men wird, E. H. ad lecL 94 — 3371,
EHäuienmgm. 195
333 besonder] temlem. y^ oIMm %€ kirchen^ b$Mund$r auch xu
tUch.^ W9tr. Mir. F. «3.
nach 346: mil einer kettin] = keiU, MchwäHschy Sm. 2, 813. auch
Pct 343 0agt: an ein kettioen, und im plur. durchaus: die kettinen.
die schwäbische mundart, welche unser dichter auch noch an an-
deren sieUen verräthf klehU ihm vielieicht noch von seiner kindheit
an y da er aus dem Rheinthal im K, St Gallen gehürUg war.
369 da« grinipt und nilmt min hertx] das stachelt und erxürnt mein
herz, grimmen, kneipen y zwicken^ sUmularsy Sm. 3, 109. vgl.
rauw nnd grimm , immamisy Pct zfimen wird auch act gehraucht
»i xomig machen y Sm. 4, 385.
373 row] und reaw, wildy Pct
374 toub] toU, rasend y K. H. 3030.
38t gsciimftcbt] schmächen, zu schänden hringeUy schänden^ Pct 357.
384 aberntmchen] üherwinden^ üherwältigeng denn straclien (ahd.
strüiihon) und stranehen hiess wie im nhd. airaneheln; in factit he-
deuiung: airanclieln machen, fiUlen, #• Sm. 3, 678.
385 • mortliclia mord] merd, neutr. und masc, mortlicky schrecklich,
X. h. das mortlicke Mr^ Troj. f, 353.
397 eU poetea] einen eilboten, E. H. 357«.
439 widersUrucheni widerstehen, s. oben v* 384.
435 nommen] und name, nicht mehr, schwdh. vgL £. H, 813.* num-
men und unten v. 5300: danimb es sich kann bessren nnmmen.
451. 453 gebeimnnfs -* handeln] = g. behandeln y s. E. tf. 1464.
457 hameschbletn] hamischfleek. blels 1) ein dünnes stück z, b. von
tuch oder hauii 3) flecky ßicklappen von tuch, blech u. dgl.. Tob,
schwz.
466 uffmütnen] schmücken y aufputzen y Pct 345.
470 er frisch bytB in den bengel] er gehe frisch ans werk.
473 wunderbald] alsbald^ sogleich, über die adverbiale bedeutung des
w. wunder bei adjecHven und adverbien s. E. H. 3533.
474 kaat] nicht nur mhd.y sondern auch schwz.
477 firden darm] pferdedarm, s, unten v. 4475 ferden lufs; vgl. auch
phard » pfert, Z. 394.
493 n'nfite machen] vernichten; nute vom substant n(U, nichts y s. E.
B. V. 91. eben so auch: ne nute werden und ne nute bringen^ Pct
308.
494 ein gofenspitz] spitze einer Stecknadel; g%ty bei Pct gufen, fem.
schwz.
496 verhOnen] verderben, E. H. 3648.
498 '8 tfifels glidmaars tryben] des t glieder regen = wie ein teufel
handeln.
514 acht] ifa<f acht, etwa, vielleichi, E. H. 1387.
536 den nächsten] nämlich: weg, Pct.
536—545 wie ich ufs eigner kraffl; cet2 xu v. 536: wie ich nfs eigner
kraflt und macht — gehihrt unten vv. 544. 545 das verb. hau ich er-
mut. 9.538: wie*8 min radtschlag fOrsehen hat ist ein adverbsatz
196 Erläuiertmgm.
des teweUen grades, ebenfalls von jenem verb abhängig, der xu^
sammenhang ist durch vv. 541. 549 unterbrochen; daher dieselben
auch in klammem stehen könnten, im v. 549 nimmt der dichter
den angefangenen gedanken wieder auf und wiederholt desswegen
die subst. kraffi tifi<f wyrsbeit
540 Dfitzid] nichts, Pct 3065.
54« nütJE] nichtSy B. H. F. 479.
549 min geist der thet das selb bejEÜgeo] s, im ersten prolog r. 60 und
die darnach folgenden bibelstellen.
555 jEertellten winden] nämlich ost- nord- süd- Westwind u* s. f. «er-
teilen » eintheilen, 4»btheilen, Pct.
556 mit trom und end] mit allem und Jedem f — oueh Iren gründen/
gegenden, wo die winde wehen, das subst. könnte sich aber mucl
zugleich auf wasser und Infi; beziehen.
560 oben aars* himmels anders chlacht] o. aus des himmels kammem;
vgl. V. 5496: mit kammren, darBuo underscblachten^ die solt mit pacl
fast wol vermachen und vv. 5436. ö437 : in drj gemach solt ay teilen,
machen unden und oben mit underscblachten. underschlacht stammt
von unterschlagen; so sagt man noch: eine kammer unterschlagen.
Pct. 458 nennt auch die gegliederten abtheitungen der hülsen, in
denen die kömer der bohnen und erbsen Ue|r«n/ underschiächtle.
570 onch aller blosse] mit allen freien räumend so führt Ziemann das
wort bld2;e aus Iw. in der bedeutung: freier platz im walde — an.
587 glychsam] gleich; s, auch r. 691.* den andern drjen gljchsam sjn.
699 si vergoumen] pflegen y verwalten, Pct. 419.
634 schaffen gon] gon mit dem infin. bezeichnet schwz, wie im franz.
eine nächst zukünftige handlung.
648 verbannen in] ihn verbieten, bannen, gebieten; verbannen, verbie-
ten, Sm, 1, 176. vgl. vv. 1071. 1079.- und äss — wider's verbott;
den dann verbannet selb hat gott; ferner: banwald und banhols bei
Ziemann.
658 mit] » damit.
670 dem Ufgang warten] nach dem U. gerichtet sein; wie im mhd.
679 allersand] Msammt, zugleich, mit einander; s. sant bei Ziemann
und allsandy E. B. 479. 769.
677 brunn] quelle , wie im mhd.
681 välder dummen] felder düngen.
689 mit underscblachten] mit künstlichen Wassergräben, kanälen. der
Nil wurde bekanntlich schon im alterthum in kanälen durch die
felder geleitet y um sie durch seinen schlämm zu düngen.
697 reichen] in den garten berufen^ bringen, Pct. 999 5.
794 erduren] erwägen, erforschen y E. H. 9095.
747 und 'habist drinn den underscheid] dass du sie von einander unter-^
scheidest.
771 und im sin nammen — erzeJIen] sagen, geben, s. E. H. 3414.
780 bring] leicht, beweglichy Sm. S, 110» zürch.
ErläuUnmgetu 197
799 mar offeatlialt] %ur külfe^ unUr$tat%ung ^ PcL 916. nein gaote
gewiirsne ist mein aufenthalt » ich tröste mich meiner g. g. eben das,
794 iippig] schändlich y unkeusch y Pct, 447 b.
811 4ia oren «dugeDd 's gmuet dermassen] es gehörte auch zur Un-
wissenheit der alten natur forscher y von dem gemüthe der thiere zu
reden, das gemüthy als der sitz der Willenskraft^ fehlt dem thiere^
da ihm die letztere mangelt, was nun hier das sogenannte gemüth
des Pferdes betritt, so ist nur so viel wahr, dass dieses thier durch
die richtung seiner ohren eben so wol für cht , als verlangen, z, b,
nach futter^ zu erkennen gibt.
831 ynform] schändliches wesen, Pct. 461. vgl. die bedeutung, die
das wort in der Ostreich, nmndart hat.' unsitte, unart.
835 voo diner wiindergftb iiod JiierdQ wegen deiner neugierde und Zie-
rerei y possenhaftigkeit; daher der ausdruck: zier äff e, s. Fr. t, 18.
836 wirst hessig sia] hessig 1) wswerthy unangenehm j verachtet $ 3>
verdriesslichf feindseligy hassend, Pct. tOH. das wort hat also die-
selben bedeutungeuy wie das nhd. gehässig, hier ist die erste be^
deutung zu wählen, vgl. ha^gec, feindseligy verhassty Z. — gfiert]
scMauy verschlagen, E. H. bb4. s. unten vv. 1816. 1817 .• d' schJaog
listiger ist iiad gfierdt — daan alle thier.
840 aafs] thierspeiscy PcL 1.
841 — 844 eicbbom — dia art im wasser das vermag: uff elm hoUjs
schiffst nach den winden; din schwantz wirt dir den- sfigel finden]
„kommt der aichhom an ein wasser, über das er gern wäre, sein
narung zu suchen; so sucht er ein spänlein, darauf setzt er sich,
braucht seinen schwänz anstat eines sägeis , richtet denselben nach
dem wind und schiffet also über das wasser. man hat sg auch der-
massen gesehen über das wasser schiffen und im maul ein tann —
oder zirbelzapffen tragen.'^ C. Gessner, thierbuch. Zur. 1555. die
neueren nalurforscher wissen von dieser eigenheit des eichhörnchens
nichts f nur so viel ist gewiss, dass es sich seines Schwanzes beim
springen bedient.
847 din IcuntschafiK wirst han] du wirst bekannt werden, in ruf kom-
men durfh deine Schnelligkeit im springen, „in gute k. kommen =
je länger, je mehr bekannt werden.^^ Pct. 856 6.
8.^3 gsieht] geeicht, Sehkraft, gen. fem. wie auch bH Pct. 196.
855 wunder J a^ectivisch gebraucht » wunderbar, herrlich y vgl. E.
H. 8588.
859 freidigl mhd. vreidec, ahd. vreidic, bH Pct. 145 frueüg, tapfer,
unerschrocken.
868 unbeyfs] ameise, zürch,
863 egechs] mhd. egedehse, in der oberpfalz egizen und egean^ 8m,
1, 38. Hdechse. — wäntei] bei Pct. wentelen^ fem. mhd. waot-lAs:
wanze, zürch.
870 rejchrsneo] mhd. rlchesen, herrschen, E. H. 483.
877 - 880 in Arabla drilbnndert jar, viertzig darzuo grad uogefar, wirst
du, pheoiz, so tU jar laben , von diner ftschen junge gäben] diese
108 ErläiOermgen.
fäkel Vom phöniai erzählt ein dichter Jener zeit aUo.* ,^wan der
iphöniw^ sein ieöen enden wiU, uff ein berg tregt er holtzes viiy im
tand Arahia so weit^ den höchsten, den er findt zur zeit, wann er
solch holtz zuosamen bringt und es die sonn mit hitz durchdringt;
so fleugt er uff den hauffen gschwindt und wäht, bitz sich das hoHx
anzündty mit seinen flüglen als on endj bitz er sich selbe zuo äsch
verbrendU auß solcher äschen er sich iüngt^ ein junger phewUc
ausser sjnHngt^ ein kurizweilig gedieht von namen, art und natur
alier Vögel, in reymen gestelt Strassb, 1554.
883. 884 dann yor dim tod, ee da verdirbst, din stund wirst wossen,
ee da stirbst] y,so der schwan sterben toilly singt er kläglich, Pla^
to sagty dass er nit von leid^ sunder von fröud singe: darumb^
dass ihnen der tod nach ist; diewgl sy ir untödtlichkeit wissend
und dass sg zuo ihrem Apolline farend,**" K, Oessnery thierbuch.
M9 Üwel] bei Pct und Dasypod. en^vel, eule, ulula, — katz] und
kau2y der ohrenkauz, noctua.
91t der wigglen glych] wiggle, auch eine eutenart, bei Ziem, stryx
und aluco genannt; vgl, wicheln, wiehern.
914 din pfbngknars, bnrt kumpt ofs dim kragen] ,,alles rappengschlächt
ist nit unkünsch und vermischend sich sälten mit einanderen, vil
auß den alten und neüwen geleerten schreybend von disen vöglen^
daß sy sich mit dem schnabel vermischind und zum selbigen eyn
emphohind und zuo dem auß gebärindy wie man diß auch vom wi-
selin sagt; doch gar umbsinnt und on alle gründe dieweyl man die
offt Sicht sich als andere vögel vermischen, darumb ist Aristoteles
dar wider und sagty daß dise eben einen legdarm und Her in inen
habind als andere vögel; dieweyl sy aber gewonlieh vorhin einande-
ren {als die tauben^ schnäbelend und man sy sälten sieht einande-
ren bedecken, hat man vermeint, sy emphahind und unkünschind
mit dem schnabel." Oessnery thierbuch.
916 keibeBfleischj fleisch von keiben, äsern. das wort keib ist in der
Schweiz ein sehr gemeiner Schimpfname.
993 tingetröst] hülflos, wie im mhd. „dieweyl er {der guggouch^ weißt
sein faulkeit und daß er synen jungen nit mag behulffen syn; so
macht er seine kind als zuo bastharten, allein daß sy darvon kom-
mind.^ Qessner, thierbuch t, 706.
996 muors man dir tub sägen] muß man dich taube nennen, die re-
densart: jemanden so und so sagen — ist schwz.
999 dnchsamj von ducken «» sie hält sich gerne dem boden nahe , ni-
stet nicht auf bäumen, sondern auf der erde und läuft schnell und
furchtsam davon, wenn die mindeste gefahr droht
936 ouch dem rudigen vogei gljch gnggouch] guggouoh und iaike wer-
den hier mit einander verglichen, inso ferne beide der räude unter-
worfen waren; so glaubte man wenigstens, und Bessner sagt in
seinem thierbuche : „die teutschen nennend ein gar rüdigen menschen
als rüdig als ein gugger, darumb daß diser im winter, so er seine
faderen enderet, einen rüdig bedunckt*^ auch rechnete man den
EHäHiermgm. 199
kmkmkf 90 wie 4em fiOkenf mm 4Sefi ramb^pHn. „der kmkmk wmrde
f4hr eimem rtmkwofei pehmiiem, der nicht nmr die }um§en kielmem vö~
pH mekem eUhj e^mderm mmch ihre mmüer fireeee tmd die eier iMife-
rer vögei museaufe."^ Fr. 1, 381.
nmeh 948 sao dem wjgea] wj^e, weihe ^ mMme.
9&1 hftMig] fektdeeUgy «. ohem «. 8M.
9M vergime iUerl hH Pci. rwginOg ^ ^ifUgf ehern eo 8m. 9, 19.
965 hftisel] hei Beeener ameh ktter, kisler, iHea gUmdaria genmmmt;
he$ PcL heiest er kftlsleB, grmeue. -^ spar] wie im mhd. eperüng,
967 xiassle] hei Geeener und Pct acaalbis, neieig.
9«8 r&ckkolter] echwähieeh; hei Pct. und Geeener ricUialteiTogel,
tmrdu»9 krameteffogel. ^ wiaeQ hei Beten, wteael, iurdue minor
mmd tpiae gennnniy iei nmeh deeeen heechreihung wmhrecheinlich
unsere eangdroeeei, iurdue mueieue Linn. Oeeener eehreihi non
ihr: yfdiß driU niemergechiäehi Ui dae uUerkiHnet, kleiner dünn
der kr mm eteogel und der mieUer, auch wHnder geflecket dme hui
fM und mmncheriei nnmen hei den teuieehen; dann hei utu wirt ee
ein winsel oder winlae pon einer eUmm wdgen genennif xuo Oimrie
ein bergtroslel u. e. w. item ein wjatrostel, darumh daß er der
treühel geidhty und rattrosCel. uneere wineel iei auff dem ganinen
rugken graw^ die hruei aher viifaiiig gefarhi. - der hauch iei in
mitten weiß und an heiden Seiten rot^ ale auch under den flMgien.
darzuo ist eg von grosse und gstalt der troetei ähnlieh, diee vögel
sind frömöd und nistend (als ich verston) nit hei unSf eunder in
Behem oder Ungeren.^ — wahrscheinlich iet wiael ein druckfehler.
1M9 gesia^] das wort ist nicht im modernen sinne ^ sondern wie im
mhd, zu nehmen •» die num hofstaate eines forsten gehörigen per^
eoneny also ehrenwerthe^ achtungswürdige leute^
nach 1994 achftfealial lanxe^ speer, E. H. nach v. 980.
1070 damit der measch sich draa yerhdn] sich daran verderbe,, nu
gründe richte j um das los der Unsterblichkeit bringe; so kommen^
tirt das wort veriiffoeB unser dichter selbst w. 1075 — 1078. Pct.
' S0gt 4919.« verhOaea «■ corrumpere, devenustare; ein diag gar yer-
bOaea -» negotium aliquod invertere ; vgl. E. U. 9948.
1080 allgotasamea] aUe mit einander ^ E. fl. 589.
1097 hueaers&del] Stange j worauf sich die hühner nur nachtzeit set-
zeuy Pct. 991. auch das einfache wort sadel hat hei Pct. diese bd"
deutung.
1108 try b'schissea] artig oder Hcherlich betrogen, firy] 1) arag, gutf
geschieht, pttssendy fein, bH Tob. 905; 9> ein ausdruck der bekräf-
tigung und des hervorhebens y x b. der Herr selal Malcbo 's ohr fry
wieder aa, geMl. schauh. v. 1984 bei Sm. ty 909. vgl. E. H. 954.
9989. -^ bscMssea und bschjssea ^ betrogen, E. H. V. 590.
1114 bOHea] xwiebel, alHum cepa EAnn. schw». — rebea] mit heUem
e uuegesproehen ■» weiese ruhen; dagegen riba « Weinreben, und
rjieble » gelbe fübeuy möhren^ schwz.
1118 prästea] mhd. brestea, gebrechen.
aOO ErkMerungen.
1120. Ittl wil in goU -^ jsao im AruBdenj wUi goU Adam sieh xum
freunde wählen ^ ihn gleichsam in seine verwandtsehnft aufnehmen;
den» Pct 141 erklärt die redensart: iiuo ein AreundeB so: schwä-
gerschaß mit ihm machen.
\\t% den schUDgeD] im original steht: die scbL — offenhar ein fehler ^
denn im folg. v. heisst es: das er bered beid; daher schrieb ich:
den schl. übrigens kommt das wart sowol gen* masc. als auch fem,
vor.
113€ nestelgliapff] «» Beste], schnMröand und gUmpßy masc. schnür-
nadel. stiß am ende des schnürbandes , St. ty 4b9.
115A prist] von priistea, mhd. brSsten, gebrechen ^ mangeln.
1180 so Bidobt's eio buwren morn verdriesseo] >» so ist diess höchst
verdriessUch. auf den bauer wird hier mit Verachtung hingewiesen,
weil derselbe im mittelalter überhaupt für nichts galt; eine sache
alsoy die sogar einen bauem ärgern kanuy muss im höchsten grade
verdriessUch sein, so erkläre ich mir diese stelle, das adv. norn
steht wol darum y weil es in dem augenbUcke, da die teufel ihre
plane schmiedeten, noch keine bauem gab.
1168 versttweB] entstellen , schänden, B. H. 1352. — im orig. stand
wjek sL rych , ofenbar ein druckfehler, den ich verbesserte.
1194 BfjS'BiaCct] «. oben v. 466.
1195 gäbner radtj das augment des verbs fehlt; eben so sagt Pct. 154.-
gäbeB auff deo 1. tag jeaners.
1197 BUB] » nur, E. H. 851.
ISOl Bit eiaisfe hett ich darumb xorn] nicht nur einmal, sondern öfter
hatte ich darüber xorn. ein ist ist »war gewöhnlich ein xeitbesUm-
mendes adverb; doch kommt es auch im quantitativen sinne vor, %,
b. mehr dann ainest — noch ainest so vi! — ainsten oder «wir, Sm.
\, 64. die wurxel ist aines, eines, wobei vermuthHeh tages, males
XU ergänxen ist.
\Ut scbläebts] gerades, rechtes^ E. H. «068.
1888 so siad s' verloren, wie im isr] wie es auch in der that ist, wie
sich die sache auch wirklich verhält, vgl. vv. 1578. 1574 dia aamm
Wirt zdagen, wie im ist, dafst' muoler aller läbendigea bist. — im
ist das neutr. von es.
1888 Bocb] B» doch, dennoch.
1864 diser friicht müessig gon] wir wollen uns derselben enthalten, s.
JE. H. V. 385 - 1788.
1889 sobued] conj. imperf. nhd. schadete.
1898 waseBlich] schön, artig, herrlich; wäsealich butzet, artig geklei-
det; eia waseaKchory stattlicher uad sittiger measch, Pct 488 6.
1837 was scbucht ucb dran] schucbea, scheu, schrecken erwecken; xu
unterscheiden von scheuhea, mhd. schiuhen, scheu sein, sich scheuen,
fliehen, doch kommt bei Pct. 368 6 auch das erstere in neutraler
bedeutung vor, so wie umgekehrt das xw^te unten v. 1476 im acti-
ven sinne, vgl. im nhd. scheuen und scheuchen.
ia&« ^ ich <- «i«h 4aak vei*««weaj 40rm ««fyeAi*, fi«r«Aii4<#r/ «o
«d^l Pct 4S0^.- sieb mit totUcUag veriiAaweo and vetSM*
U78 du iMsUis hufsj «^«McA.* da kwaislfs «e huCs, «fo krtMU m
6« j Aati«e , du unUriassest es.
1388 damit er gloubi werde] in #vii«Mivcr bednKlmm§ ist dUsss verb
ulUmi doch 9U0t muek Pet. 184 gipttbt werde«, «udiri -» g^nken
erUm0€n^ vgL im fr%. itre cru umd im grieek. ai^cvoyttfi ti.
UtO die siund mit mioer baod erecbutt] das stumdsmgims mit m* k, er^
schüttere, schüttU. die etuiMl, sunduhr^ sUmdemgUSf Tob. 4U und
PcL 394 9 schwz, die Wanduhr heisst dagegen xyt. der tod wurde
mit einem stmndsngimse in der hand vorgesteUL
1428 «Id f ttBClea stell «uo der minulea] wie bmid ich einem den punkt
auf die mitmte nur ahfahrt anheraume»
1486 '8 stundle scliiclc] die Sterbestunde anordne ^ festsetze p bestimme,
dass scliickeo hier in der älteren bedentung %u nehmen s^, lehrt
der xusammenhamg der rede, diese mhd. bedeutung hat auch Fct
360 A angemerkt. • scliiclcen = ordnen y reimen u, s. w. auch im nhd.
sagt man noch: sich in etwas schicken; es schickt si€h nicht ik«.tp.
1437 weaa 's stundle nCs g'loufiOlj is'louffi scheint das prmes^ mit dem
perstärkenden amgment nu sein; es kommt nur noch eine ähnliche
sielte in diesem stücke «or, uämUch v. A39I.* wie bJüd.gott ufs-
gsciilaaflt uod erwacht.
1463 OD alls gefarj ohne böss absieht, nicht absichtlich^ nufäUig, ^on
ungefähr^ Sm. 1, A*0.
1464 icli " ir aimme war] ich sehe mich nach ihnen um, bemühe mich
sie zu finden; wie ÄWäld. 3, 880. 838.
1513 mit bescbirsj mit trug; von bschissea; «. t?. 1108.
1624 schlang, habs dafür] halte dafür y glaube es nur!
1588 dich linder wätlea] waleo , Jochen, ins Joch spannsn^ Z» inwäien,
das Joch auflegen y anspannen y Pci, 1006. ufswäAen, auegeeddrreuy
Fr. ty 444; folglich under walten» unterjochen.
U38 xum tod in sUIGlenJ einen nf ein gnot stiften, ihn in den genues
eines gutes - setzen^ am* 8^ 681. dieser analagie gemäss übersetze
ich: wirst du ihn zum tode bestimmen , bringe».
1535 oder schlang] schlimme, schnöde, verschlagne, schlänge; 4ide s.
bei Ziem. Sm. l, 88. und Tob. 344. zilrch.
1561 ubeU^t] mühe^ arbeit, E. B. 8ä7.
1690 un4 man 4i< einig mir' verjeb«! und «md diese einzig mir bei-
messe, zuspreche y mich als den urheber der verzsihnng bekeKne.
vgl. Gudmnlifider nach Bittmüllers ausgäbe: Hagen 61b. Gu-
drun t, 18c und ti, ^9^, ferner Iwein 7666.
1613. 16U mit Gbernhim und mit dem fbär a'ringt umb und umbj vgL
folg* steHe in Geinte, d. damit: f,da vertrieb gott den menschem und
lagerte vor den, garten Eden diß CherubMn umd ein glänzendes,
feuriges, schwert, das sich umtCMsdle.''
1678 und baa eilend uff diser er^en] eilend hat hier die gewühniicke
mhd. bedeutung: leben in der verbamnun§9 Verweisung Cams dem Pa--
[XX F/.] 14
202 Eriämlenmgm.
radiese}} fiff. tw. UI9. Ht8.* daan fottes g'rfokt bul fieh vertribeB
lind ▼eraeUeki«
179t bU ner] » gemug! auch I» S. H. AommC diese formel »fUr vor^
z. b. r. S059.
1740 werekeB] arbeiten y eckmfen, sckwx.
tSO% geUliskeitJ *» erffetxHgkeitf die vorHlke er i#f wol wegen des
vorhergehenden unsrer abgeworfen; vgl. das mhd. geg^en, erian^en.
1807 fiberkomneB] 6clroimnm, erlangen^ B. H. F. 977. schwx*
1819 yerbmchi] ▼erbrlDgen, Mim, voübringeny meistens im sehümmen
sinne j Sm. ty 999.
1895 b'scbiildea] «<fr4<€iien » «^ie tNr M v^rJitfne, versehnMei haben.
dieses verb kann auch auf gute kandimngen bezogen werden; so
sagt Pct 616.* gniots Bmb etoen beschBMra UBd widernmb vergftltea;
eben so bei Sm. 9, 9dO.
1849 ruw] masc. sckmerts über die sMndSy reue; mkd. riBwe.
1897 der BeeteB] der äste; sing, aaet, sekwx. auck sekwdb. und öst-
reiek.
1879 Ihue BHB BB8 frÜBdea] «. 9. 1191.
1889 wie bBid wir gftasead] gftaseod sckeini eine fsusammenxiekung
ans gftaaea btod «u sein, aus diesem gründe bekatte ick den aus-
druck des origintOs bei und erkenne gftsaea f§r einen druckfekier.
1909 in d* atiU] in dU liger statt, lagerstätU.
nack 1904 aidergoal zu bette geken^ sckwz.
1999 erleiden] 1) überdrüssig machen , wie bei den Minnes. t) über-
drüssig werden, bei Pct. 114 kommt das verb in beiden bedeutun-
. gen vor; kier gut die zweite.
1997 achwOsterj st. sckwester, schwz.
1999 diewjl vad] s. oben w. 145. 904.
1981 arguwiereB] » argumentireuy s. E. H. 997.
1998 aaniBiea aobarbeB] » zusammen schaben, sckarren, rafen, s.
unten w. 9155. 9156. 9199 und vgl. scharb, merges major y Pct. 947.
9098 gaehwflstrig] » gesckwistery diaiectiscke form, im kanton Ap~
penzeUy Zürick und astck in Sckwaben gebräuckHck, Tobt. 949 und
Sm. 9, 551. der ausdruck wird auck beiwörUick in der Zusam-
mensetzung mit klBd gebrauckt.
nack 9079 brige] hrfige, eine etwas erkabene ßäeke oder eine erkih-
kung von breitem; daker 1) heuboden; 9) gerüsty %. 9. zur aufbe-
wakrung der bäum- und erdfirückte oder zum gebrauck der xu-
sckauer bei sckmuspielen oder feierlicken vorfallen y 4fder der ort
selbsty worauf gestielt wurde, St 1, 999. kier also.* die bükne.
9084 ▼erachnpfil] » verworfen, veracktet, Pct 490, zürck.
9198 togeBtlleb] sanft, freundHcky artig. tageBtIicber moBseh, komo
lenis; tageBlIlche klaweB, leoiif« blandiy Pct 411. vgl. Jwein 940.*
hie TBBd ich Ttshett bi der jngent, grO;e acheae afit g»BBe tQg;eBl.
9171 trfiwiich] wakrlicky traun; wie mkd. ea trittwen^ trinweB.
9909 Iren] gen. plur. ikrer; vgl. 9917 irea achi und 1918 aiaea warten;
femer 5897 : aieh irea erbimiea.
ErbMenmgen. 203
StSt kor OBd fenil immer ^ s. E. H. F. 47.
Si44 gauog hab ich mick — erbrocheD] gemyg hob ick mich gegtn ihn
ausgesprochen y geäussert: dies» scheint mir das verh erbrecbea xu
heissen ivgL desshmtb vv. 4f97. 5t60); nnch die fMrimiHve bedeutung
desselben führt %u dieser annähme; das wart seibst fand ich nir-
gends erklärt y wol aber erspraacheB^ und tswar: sich mit eiaein e;
S3 aUoqui cum alifuOy Fries und Pct Man bemerke nochy dass
Frisch meint y sprechen könnte von brechen kommen , so wie sprei-
ten von breiten, und vergleiche: sprächen » zerschneiden y spei, re-
de iBarl. 11, So.) und das nhd. beispiel.
tt54 sich — fiebt] ist in mir thätig, s. B. H. 401.
Sf04 ein stnnni] » ein thor; vgl. v. 9095.« ein stumm and narr.
S911 ire'm] = gen, gegen den, bei dem ivatery
tU7 hertzritt] mhd. rite, herzfieber,
9318 als Ijdenlosen läcker»1 gleich verweichlichten leckerbuben, schand-
buben. das auslautende s halte ich für eine unregelmässige plural-
formy wie wir sie noch x. b. in kerls Öfter hören, vgl, 4988. 6750.
nach 9991 sich roden] <= sich bewegen y Pct, 994 ft, schwx,
9994 bafs muofs in treffenj in » ich ihn. in anstatt i (« ich} en (»
ihnj sagen die Zürcher noch jetzt, wenn das verbum vorangeht^ z,
b. 80 ward i'n schld. oder man kann auch aunehmeuy in der ersten
pers. sing, des verbum faUe das Subjekt I aus, wegen des anstosses
des vocals im objekt. dasselbe kann auch mit de (a du) geschehen,
vgl. im mhd, in » ich ne. • vgl, doch bet sin (» sl in) dannoch
niht gesehen, Gregor, 1711.
9999 ▼or*m keiben] keib s. oben v. 919; hier ein sehr gewöhnlicher
Schimpfname » schelmy taugenichiSy furcifery Pct. 949, schwx. —
klappermann] ^ IMgner, sckwätxer; von klapperen, thörichi schwät-
xeuy Pct 9446.
9997 den laren] •> lauerer y insidiatory Fr. 9, 568; ein Schimpfname.
9959 in] « ich ihn, s. 9994.
9999. 9994 nit kan ich mich verwnndren dmmb] ich kann es nidkt be-
greifen; ich kann nicht umhin y mich xu verwundern: diess ist der
sinn der redensari sowol hier^ als unten 9799, 4791 tifiil 5990; er-
klärt fand ich sie nirgens; ich vermuthe aber eine elHpse darun-
ter: entweder mag man hinzudenken: unterlassen, oder: genug etc.
9397 am ort] am ende, an der ecke; vgl. oben nach 9999.* JEÜeht in uff
ein ort.
9377 yemermer] ein verstärktes ymer; vgl. Z. 199.
9980 ertoben] «s ertonben, wüthend, wahnsinnig werden y Pct 1186.
9390 an klein] und en klein i«. tf. 3939), ein klein wenig. — gestil-
len] ahd, gestiH^n, stiUy ruhig werden,
9400 afd ich wil mins ouch darumb geben] der dichter hat in diesem
Satze das subst, Iftben hinzugedacht y weil das wort Ifiben schon im
vorhergehenden satze vorkommt; da es aber in diesem ein verbum
isty so ist Jene construktion fehlerhaft.
304 ErUiMkrumm.
«458 abgenan] abge^kan^ ermotydeif ifgU mhd. abe Benen^ akUkUHy
S4A4 ioh eBtkuiBOiJ ick begegne; den» gleich darnach folgt: be^egoeo
kaan; vgW mhd. au koqien^ treffen, mn4 bekommen , begegnen, £. H.
1417.
8469 gwiMSDeJ bewuMsUein, gewissen,
8500 riumneo] »s rümeiiy reinigen; die li^uida m ist wol wegen des
reimwortes kaminen verdoppelt
8508 aberwandelj und aberwand , ersatz, vergüiung^ St t, 65; also
= mhd, wandel.
8535 gnadet] lebewohl gesagt „ich hob in grüsH und im darnach
genadei, hominsm salutavif postea valere Jussi.^^ Pst 168. y^Vale
ist ein wort, wenn einer von dem andern abscheidet und ihm also
gnadet: gott behüet dich, gott sei mit dir*^^ Fries, diction. latino-
germ. Zur. 155«.
8558 pruBt] mJM. bruat, gebrechen^ manget
8591 übergaben] verlassen, Pct 443.
^8686 das s' dientind euo der tunklen naclii] dienen zao BS. ^ üuodle-
nen, dUnlich sein^ Pct 586.
8638 bacJtweerea] beschwören, incantars*
8656 hdchtne] ptm. hühs.
8678 gleicbnurs] fem. abbild, simulacrnm, Pct 185,
8704 als unser einerj einer von der dndeinigkeit^ wie es v, 8709 a^s-
drücklich gesagt wird*
8733 undertrj'ben] zurücktreiben,
8768 keiiG ich fasse dieses wort hier in seiner ursprünglichen bedeu-
tung auf *• ein, irgend dn,
8683 gluck] =^ heU, glückseligkeU, beatitudo, Pct 186.
8843 Unzucht] unartigkeit, nach mhd. sprachgebrauche, der sinn die-
ses und der vorhergehenden verse ist: um die Zuschauer aus den
katholischen kantonen und ländem nicht zu ärgern, sollen alle an-
spielungeH und angriffe auf ihren glauben in diesem stücke unter-
bleiben.
8871 yoa diaer krafft und w^rsheit gotts] man denke hinzu v. 8878.-
Iiato der wyrsmann g'schriben; der zweite ablativ: von Kala hat den
sinn: in bemkihung auf. K.
8981 jglen] stacheln, mit heftigem schmerz erfüllen; bei Pct 510.« be-
mühen,
8930 jssammen frundeo] zusammen heirate», s. oben 1180.
8950 fräfen] dreUt, E. H. 701. 1556. -- gscbwlnd] klug, E. H. 685.
8957 selb . • •] in diesem verse fehlt das verb gang; entweder hat es
der dichter selbst weggelassen, weil es schon im vorhergehenden
verse steht: dann ist 4^ vers ein trachdischer ; oder es ist aus dem-
selbsn gründe vom set^ter übersehe» worden,
8998 Ton Iren] dat, sing, eine seltene form; Stalder führt nur an: ir,
er, ier und Ire.
3088 in einer summ] kurz, mit kurzen Worten, Pct 396.
Erläuierungm, 305
3046 slaUlicbJ ei» MidäUr, y,4ladima»Hy der im der sUdi niohtU^' Pc$.
385 im gegenstU» %y bnwrsmaji (v. 3047). vgk 9074.
3034 stjff] unersckMttert, sicher ^ Pct 388. - tail] S0lidusy PcL ^43»*
vgl. 3133.* 4JUiMib icb bljbeo stylt u«d satt der inem«D(g;. Mtyff mnd
•Ali sind mUo synongmen.
3038 wie gljch] ureNft gleich ^ wenn schon, — zuobär IreitJ sich «uo-
här traf eil) sich ereignenf hier im schlimmen sinne des wrteSj u^e
das laL accidere.
3000 da BMio'a nieoer für hatt] aieaer flar achten, minder dann ^üi
schätxen, PcL 146.
3107 weiden] orte, sich besser *u weiden y »u pflegen ; vgl. die ans'^
drücke: die scbnabel weide ^ seelen weide, herzensweide,
3138 hAItzle 8|iitzen] = gufen apitzen = in kleinen sacken vergebens
aröeiUn, PcL 838.
3143 und den laben] im original steht den; ich schrieb dafür den, lit-
dem ich es auf glüalen bezogt sollte dem kein druckf ekler sein, so
müssie man es nach meinem dafürhalten als das neuirum C== dem
dinge y diesem zustande) anfassen.
3143 ansichtig] angesehen^ y^ines herrlichen ansehens'^ PcU Hb.
3337 Jabal ward z^erslen] wurde zuerst geboren, schwz.
3339 er Ij'dt sich nit] er erträgt nichts , keinen mangels zürch.
3340 in hätten] entweder gezelten^ in mhd. bedeutung; oder nach Pic.
333.' yjgeheüß von leiden und brätterUf auf die egi gemach^^i alsa
Sennhütten? doch erklärt auch er das wort weiterhin mit dem Imt»
ausdrucke tentorium.
3343 fleisch, anckeni milch] dise ausdrücke gehören zu voU «>» eati
von fleisch u, s. f.
3ii4 artlichen] geschickt, kunstreich , Pct. 31; vgL das lat. ars.
3338 gab wo man ist] = goti gftb, wo man ist » wo mau immer sei;
vgl. E. H. V. 370. 3388; femer SUttUr^ annal. helvet, 1, 377.« geb
aber wie dem allen; weu Frisch 1, 337 so erklärt: es seg dem, wie
ihm wolle
3306 bergwerck] metall, Pct. 586. vgl. metaUum, allerlei erz^ mtiall
und bergwerkt FrieSy dicUon.
3307 das ysen ^ leiten] das eisen dehnen, ziehen ^ hamtnern.
3301 guot mulfee] guie bissen, ich möchte mulfe« für einen druckf eh*
ler halten und dafür mufle lestn^ denn mufle =* nuunpfel (mämplfli)
= mundvoll, Tobler 330. guot mundvoll abbejssea heisst ab^: ex-
ercere guttur; und guote mümpfele lieb haben; den bauch lassen
meister segn, Jfct. 994b. vgl. auch: gnoie bissie o4Ar.flpÜQ4vaHe
frässeO) Fries 943u
3321 min blatt] » weberHattj weberkamn^ '
3340 justieren] die richtigkeit {der mauern} untersuchen f signangm mu
probieren.
3344 band] nämlich: ihr. -- gmacht in senckel] def senckely bleiwmge$
dem senckel nach machen, ad perpendicmlum.facere, Pct. 390*
206 EtÜMermgen.
9U$ im wkiekelniib ulJi^flirt] in dtu MnkHmass ffe$MUf tenkrecht
(frmdy wie e« noch in diesem verse heiesi)^ Pct 5dl.
S351 pflaster] nUhrtelj eckwx.
S4tl tniwea] Pet kemU nnr die formen (röwen und treüwen.
3453 allentklicbeDB gänzlich. Fr. 1, 18. f,diß (tin^ Jnrs ht^i eich der
rihnieeh künig Sigmund alleBUlch mit hertxog Fridrichen v. Oesier-
rieh befridet und inn gentollch begnadeV* Tsehudij Chron. Heivet.
%j 157.
5471 vemislettl eiaU vermiscbeDy dem int mie$nm entsprechend; vgL
JB. Ji. 760.« ▼ermist und Ziem,.* gemiat
9508 fiber die kntn thnol herrschen — ] eine ähniiche steUe s. B. H.
5090 M. s. w.
5555 bufel {nicht bnse) ein ndr unbekanntes wort Luther gebraucht
zwar in seiner schri/t vom papstthum buffe st babe und bufferey st
buberei; aUein ich zweifle , dass ttuff dieses niederdeutsche wort
gemeint hübe; wnhrscheinticher ist bttfe von dem aUen puffen, buf-
fen, uufschweUeny turgere, gebildet, St 1, 559. Spaten führt so-
gar an: ein bulfiehter ninB, stolz y hochmut hnte ist also wol sg-
nongm zu grdst.
5558 den] statt den sollte eSj wie ich vermuthej der heissen; denn
naeseig gon regirt den gen. (bisweilen auch den acc), nie aber den
dat
5005 über das] mhd. Aber dair, trotz dem^ Z. 488.
5075 lyehan feat] gar sehr, über die adverbiale bedeutung des Wortes
Ijrcham s. JB. Ji. F. 555.
5750 dberbochen] überwinden, bezwingen, s. B, B. 554.
5781 ir uagliick] das wort ungifick passt nicht in den Zusammenhang
der rede; es sollte an dessen stelle ein synonym von bosshelt ste-
hen; ich halte es also für einen druckfehler, und schlage dafür zu
lesen vor: iing'scbick oder nnglimpf. Oder man beziehe geben auch
aufv. 5780 y so dass nnglfick, borsheit, schand subjeete seien; dann
muss nach gebea und acband ein komma stehen ^ und vor wirt das
rel. die hinzugedacht werden.
3810 urserkoren] mhd, kOrn, auslesen ^ wählen, Fct. 40. eine andere
bedeutung hat das mhd. kon, s. Z. 191.
5815 yor] wahrscheinlich ein druckfehlerj anstatt von.
5845 kott] part praet gekommen; andere formen desselben sind noch:
kUBNBefly kommen, kan, s. B. H.
5870 g'taald] bergabhang.
5871 ebi wildAiog] wildpret y,des zamen vihes fleisch Ut allezeit von
heftiger narung, wann dea wildfiinga oder wildbreta.*^ Ryfim Spie-
gel der gesundheit fot 480, angefahrt bei Fr. 5, 448. vgl. Z. 050.
5908 TorarOiiben) verjagen, vertreiben, Pct. 49t b. veratOuben aus dem
näat, eben ders. eine andere bedeutung des Wortes findet sich bei
ihm nUht vgt damit das mhd. veratieben.
3914 nachin] » naobhia, nahe hin.
3910 foch] abtheUung des feldes oder waUtes.
Ertoutenmgen. 207
nmch S934 jitcki der gaot Mod mf} sprinpi^ rmft er Hek muf. vgL
Pct S4.* ans dem schlaaff oder beti achDell aaQnekeii, e somno vel
stratis corriptre corpus*
Z9i5 8. Kuris plag] >» das fieber. über den ffrtmd der umepMwmg «uf
8, Konrads plage s. E. H. t818.
d9M, S986 bj mir ich fidd kein aicherheit, in minen hertaen, noch kein
gleit] freies geleite wurde , wie bekannt y von oberen behOrden %um
schütze vor gefahren gegeben^ der sinn ist also: ich finde in mei"
nem herzen keine ruhe, derselbe gedanke wird oben 2455. t456. S9t&.
2926 ausgesprochen. — vgl. Ziem. 101 gelelt, schütz.
4047 uDseroi] soll wol heissen uosem«
4057 wir] im orig. steht nir; ein druck fehler.
4078 für den gottloaeo Melech] weder in den bibUschen concordanzen,
noch im stücke selbst ist irgendwo von einem MOech die rede; es
soll ofenbar Lemecb heissen; denn dieser wird in den vor her ge-
heimen seenen als der gottloseste unier allen geschildert; auch ist
aus der vierten scene dieses aktes schon bekannt, dass er ein gros-
ses geschlecht hatte, und sich von den stammgenossen trennte; end-
lich wird er in w. 9547 ff. ebenfalls von Kains geschlechU unter-
schieden; so wie auch in vv. 3585 und 9580, wo es heisst.* fftert
Kalos gschläcbt ein achADdtlich laben; thaot der Leniecb gott wider-
sträben.
4191 bestrafen] scharf tadeln j ausschelten; kommt von strUen, käm-
men; vgl. Pct 9916.* einen wol strdlen und bei den haaren ziehen,
depeoDum aliquem reddere, schwz.
4197 demneD] bezähmen ^ E. H. V. 57.
4148 gott gab joch] vgl. 995a
4179 b'ocheicken] mit rauhen werten anfahren, Pct. 00. vgL bei Z.
echalc und beschaiken.
4181 apostutJEler] ein abergläubischer mensch; apoaiiilJilerei , aber-
glaube, Pct 285.
4195 tönen] langweilig reden ^ E. H. 2049.
4190 ich wnrd mich sttnst an dir verhdnen] ich würde mich sonst Über
dich erzürnen. bOn sejn, zürnen; hdn über einen seyu, einen
rauch besträUn, Pct. 228.
4900 nnderlMchen] bezwingen, bewAMgen; vgl. 4514/ Tertfischea.
4929 wenig gncbickter alnd] seid ein wemig verständiger, und sorget
für ein schicklicheres beiragen. vgL bH Pct 195; gscbicktUch, vast
wyßlich, decenter.
4220 touben] wüthen, tonb sein; vgt v. 974.
4939 das stilndle grottelt] die Sanduhr gerüUeU; vgl. 1490«
4244 klappern] s. v. 4178.
4287 nyter] ein comparaHv vom adj. jsit, s. Z. 092.
4952 precht] mhd. breht n. lautes gerede, geschrei, St t, 212. Pei.
3195.
4410 neirswar] ^ neifswer; eben so in E. B. 981.
SOS Erläuterunffen.
4441 Ulibfir4ig} M JPtt iHhs imberdlgy umzUekHff, mgrutis, vgl. un-
geMbrdis seio, iMCitftr«, Fei. 461*.
4478 wir! t«^ im verse überzählig und sinm$Ulrend; es muss daher
weggtlasßen werdeuf wahtMCheinlich stammt es aus der handschrift
her.
4478 band g'huaei z'samaeBj jiiisftmai^B busen, heürtn (= AWrafon),
Pt^ 8146.
4514 vertAflcben] unterdrücktA^ emünguere^ PcL 480. rpl. Ziemann.
4534 g'sebyb] «> klttog, geseheid; eben das, was baebib tu JS. H. F.
d88.
4636 tryl artig, hübsch, E. H. 8688. schw».
4639 botJE Infsl bofz = ^ottdr, goUes; als amMdruCh der vtrwtmderung
gebramcht, 5. S. IT. F. »87.
469t Hieb] s= «idkr, «a^t
4710 will dich verhenefcen nil den fttamneii} ticb verbencken hat hier
dis nebenbedtüUmg des unedlen und unerktuHen, S4^ wie meistens
aueh das einfache verb aicb beiiGk«o an — ^ «oit wachem FcL 818
die redensarien anführte sieh an ein Igrerin. an ein tsiUl oder mat-
%en^ an ein mneerlHJts buoisehafft kencken.
4716 wafedekfj wanderet, reisen^ FcL 488.
4966 in] »: ich ihn, wie 8884.
4781 aller tuflen nammen] vor aller fehlt die präpos. In.
48A0 üieneriDa] =r niener mit suffigirter praepos. «* in keinerlei sa^
ehsf vgl. Ptt. S0>.* ich achte in niMMrfiitr.
4864 brecbten] mit grossem lärm beseheUen, kefUg tadeln ^ inerepare;
vgl. 4358.
4894 OD alle — zno versiebten] ohne es sich zu versehen , unverhofi,
wider erwartung* vgL 76. 5478* (wo man verdirbl, unwiiaAead, an-
versttcbner sacb) 6834. (natürlicb , iifs gottea gdobt kumpt es - das
tPätter -- Oft alle ziioveruoht) und 6868.
nach 4918 Nepbilim] giganten; ist im hebräischen der plural; Huf
übersetzt in der einzahl: riese.
49i» in der but beljbea] wilUt du mit mir gemeinschafUiehe sacke
machen, bül bedeutet hier vertheiluug der beute; s. 8m. 1, 819.
5008 bebarren] beharren mit dem acc. des objects ist sonst ungebräuch-
lich f doch gebraucht Fronsperger , kriegsbsseh 1, 106 auch ausbar-
ren auf ähnliehe weiset „es soUen in etiner besmtsnmg blinde ge--
bäuw gebawt werden.*^ auf daß der feiud in mutet der %eit aus-
geharrt werde."
5004 den gwärb iinderstoo] das geschäft, den handet beginnen , unter-*
nehmen, et« ding nndenstoB, zu kanden nehmen f Fct. 4586.
5018 raars] rasch, ein raarser, schneller lauf, effusus cureus^ Pd^
381. Frisch 2, 87 führt das wort als uebenform von rascb (räscb,
rescb, rösch) an*
5016 die biit erbeeren] erbeeren 1) dicht machen, zusammen drücken,
wol kneten; 8) schlagen, streiehe geben ^ z* b, de» k«pf oihm Pct*
107. 108. das einfache beeren, kneten, weich machen, ebend. 586.
Urläuterungm. 200
mi s. KOrin) s. BUA.
5026 keiben liiren] keib wird gerne noch zur Verstärkung des begriff
fes vor Schimpfnamen gesetzt^ schwz,
^OiO lasterseck] liederliche weiöspersofien , Pct. 364.
dOil erst} mhd. «rsl«, ersteo> nun erst^ Ziem. 84.
50^ wir wead «U dörffen beidi UQch borgl wir werden nicht nöthig
haben t unsere gläubiger auf die bezuhlung der schuld warten zu
lassen^ noch dass uns jemand borge, doch könnte beidt auch syno^
ni^m mit bar^ sein;^ vgl. ze bite geben^ auf borg geben, Sm. \, SSO.
5053 uDsern gwärb wend wir anjocheol unsere handthierung wollen
wir vereinigt, gemeinschaftlich betreiben. anjocheU) boves jüngere.
Fr, U *Ö9.
5067 heillofsj liederlich, heillofs lät, liederliche und verachtete lüt,
Pct. 216.
5094 g'aafurt der b^girden Üppigkeit] geneigt zu der begierden üppig^
heit im mhd. werden die präposiUonen bekanntlich oft ausgelas^
sen^ goaturt bezieht sich auf fleisch in v. 5088. vgL SpateUj^ deut-
scher Sprachschatz s. 38: bös g^eoaturt, ad malitiam forn^atus^ na-
tus, pronus.
5132 pascbgeo] bezwingen, E. U. F. 57.
5220 war am basten mag — ] ich seh* es wohl (denn es liegt ja klar
am tage), dass, wer in der vfrruchtheit da» meiste vermag, darin
am meisten Uistet.
5321 «ragsdilaift] = ursscblafft^ mit dem, verstärkenden augment.
5426 uDderschlachteo] s. v. 560.
5477 fürsicb^tj fiirsäben ist hier, analog dem lat. prövidere, in der be-
deutung von verorduea gebraucht, vgl. Pct. 1496.- furs&iiea — con-
stituere; gott hat es färsäheo, provisum a diis immortalibus.
5035 noch hast wir d' raach gottes bildet jn] ynbilden wird da in der
allgemeinen bedeuiuug von vorstellen und transitiv gebraucht,, wo-
gegen es im nhd. gewöhnlich bedeutet: sich etwas nicht reales als
real vorstellen, und nm,r als reflexiv vorkommt, vgl. Pct» 123: en
neo einbilden, an einen gedenken, imaginari aliquem.
nach 5551 der Statthalter und der hofmelster des färsten] Statthalter des
obersten und königlichen gewalts^ connestablCy Pct 385, hofmeister,
architriclinusy oeconomus, Pct 229 b. in dieser bedautung sind diese
Wortes auch hier gebraucht. -^ 4er trugsafs ist hier der aufseher
des hofgesindes und festordner.
55^6 jarstagj wahrseheiaUch der gedächtni^stag des regierungsantrit-
tes des fürsten; vgl. 5575—5579^ 5706 — 5711 , und besonders 5684 —
5687: ein fjrGudenmal cuo lob und eer hie dis^r statt ^ ^ di^
er erbt nach göttlichem recht.
5058 der xjtiing nach] dem gerüchte zufolge, «ytuogi was einer neues
gehört, rumor es, Fr. 2, 471.
5570 Qng«far] ohne gefarde, treulich,
5574 üwern stat und naounen] =p eure würde und eure person =; ihr.
so in Bari, {ausgäbe von Pfeiffer) 189 , 36.- din künclicher name
[XXF/.l 15
210 Erläuterungen.
knme. vgl. t>. 5568 ilwer grossm Achtigkeit , und 5555 rom fiirste^
und siner Herrlichkeit.
5581 credenCz] n. kredenztisch ^ f^nffet^ Pct 85.
5599 so] im original steht vo, ein druckfehler. dieost] m. 1) dienst-
magdf famula, %. b, ein treawer dienst, fidelis famula; t) alle
dienst, ein häufen diener, famülitium, Pct. 906. hier also bedeutet
dienst das gesammte dienstpersonal, vgl. Ziemann 54.- dienest und
dieneste.
5639 voll] voll 1) satt, ersättiget, Pct 47i8; 8) betrunken, wie unten
V. 5661. hier gilt wol die zweite öedeutung.
5640 erwinden] erwinden 1) aufhören, z. b. da erwindet der Rliatier
landmarcli, Stumpf, Chron. fol. 5; S) ermangeln, gebrechen, %. b.
nicht erwinden an Unkosten, sumtibus nihil parcere, Fr. 1, 450.
5660 nnflaat] m. ein schändlicher mensch, Pct 461. vgl. E. H. 8651.
5661 voll] betrunken, vgl. 5689.
5666 hafenkärsj alter , fauler käse, der entsteht ^ wenn man Stückchen
von altem käse in einem hafen zusammenlegt, wein darüber schüt-
tet und also in einander faulen lässt, Pct 1^66.
5667 mongentrürsel] mungg, m. QSt. t, 2S0), munggen iSchubert, na-
turgesch. 334), murmelthier^ von munggen^ brummen; trüssel^ mhd.
dnl^el, gurgel, rüssel.
5671 einfart] einmal, Pct 99b. vgt E. Bf. 915.
5689 im schlämm] m. schwelgerei, Pct 355 b. erstmann] antistes, erst-
limann, Pct 118.- also führer und Vorgänger, vgl. E. H. 3469 und
gleich unten 5700 ff.
5692 gnad berr] „genftden hieß in der ehemaligen höflichkeitssprache,
was in der jetzigen: erlauben, verzeihen, zu gute halten, z. b. ge-
nadet herre, oder g'nad't, gnadt, gnad herr, gnad frau {reime von
156t). — die dellerlecker, so uns gnad herr, gnad Juncker nennen
iAlbertins Gusmann von Alfarrache, p. 636)*^ Sm. t, 680.
5748 fätzen] zanken, Pct 130.
5749 den schinhuot blätzen] schinhnot «= schatthnot, breiter, zuge-
spitzter hut, aus Stroh gemacht, zum schirme gegen sonne und Wet-
ter, causia, Pct. 348 n und b. der sinn der metapher ist: ich muss
dich einmal derb züchtigen» vgl. Bürger, der kaiser und der abt:
y^der kaiser will gern mir am zeuge was flicken**.
5750 das dich der ritt als gnlis schüU] guli, gauch, narr, Pct. 158.
vgt 2318 die form: läckers.
5754 als Ijdenlosen^ öden wyh] wie verweichlichte y nichtswerthe
weiber.
5771 hofieren] aufspielen.
5879 sack und band zuogestrickt] er hat euch schon in seiner gewalt;
wie man zu sagen pflegt: jemanden im sack haben, zuostricken,
fest zusammenbinden, Pct 532 6.
5881 dins nuls nit offen gar vergiss] vergiss nicht, was du öffentlich,
vor der ganzen gesellschaft y sprichst; rede nicht so unbesonnen.
ErliMerungen. 211
> offen, mdv. mkd. offano, öffenUick, paiam, Z. 2S4* vpL 6126.* sin
wort redt er'CNoS) offenbar.
5890~5892S der «om goito, nach sinr lieilgen nat, ist gordnet ilch nam
dritteamal, nach siner gfiete anlesen] aosiUien >» ordnen^ sancire,
decerntrey PcL 3136 und SO. durch gemeinen radt angesehen und
geordnet f coneütutum ex omnium sententia, eben da 80; vgL fursä-
hen A477. der sinn ist: die strafe gottes ist über euch zum dritten
mal beschlossen; dreimal (<= nach der zahl der göttlichen perso-
nen) hat er euch, seiner gute gemäss j ermahnen lassen.
i$7Z er hab den bmoder gefangen] eine sprichwörtliche redensart, die
ich nicht zu deuten weiss; vielleicht ist der sinn derselben: Noe
sei betrunken oder von sinnen.
0006 tbant] m. geschwätzt E. H. 3676.
6048 wondest] wähntest du. vgl, won, sententiay opiniOj Pct. bOüb,
wönhaft, E. H. 1435 und das nhd. argwöhn.
6060 b'schüssenj und beschiessen, mhd. beschießen, erklecken^ E. H,
1374.
6063 ee daillg werd zwo stund verschonen] ehe völlig zwei stunden
verflossen sind. ^ älig heisst in der mundart der Appenzeller:
sammt und sonders ^ Tobk 31. vgl. Aliich, ganz und etliche, gänz-
lich y bei Ziemann 68. daliig wird also wol aus dann, da oder dass
und allig zusammengezogen sein, dann war ja mit ee gewöhnlich
verbunden, indessen könnte der anlaut d auch zur wurzlslsilbe des
Wortes gehören»
6093. 6093 yedes begehren send ir mit bscheid einanderen gweren] wer
euch immer einen irunk bietet j dem sollt ihr bescheid thun^ indem
ihr ihn erwiedert. Das zutrinken war im 16. Jahrhunderte sowol
in Deutschland, als auch in der Schweiz verboten y und in den re-
formirten kantonen erinnerte sogar ein eigner ausrufer die bauern
an das verbot^ s. E. H. 343. wegen dieses umstandes musste den
zuschauem das verhalten des landesfürsten desto verwerflicher er-
scheinen.
6098 ich hab in gern] eine ellipse: in, nämlich den becher oder trunk;
vgU 6103. 6103: vor ee wir aohebind nuo singen, wil Ich dir vor
ouch ein hie bringen.
6109 gwardilcnecht] leibwächter.
6114 gwardi] IHbwache.
6180 und hat nil , tag iiff but gestellt] den heutigen tag hat er zum ge-
richtstage bestimmt. zl\ oder tag setzen, diem statuere, Pct. 398.
nach 6199 yetz sol man dry schütz uff einanderen abgon lassen, und
dry rasen mit fhfirwerk darunder louffen Ion] einen raseo nannten
die alten feuerwerker nichts anderes, als einen streifen feines pul-
ver, welcher am einen ende angezündet das feuer auf das schnellste,
blitzähnlich j an das andere ende trug, und alle diejenigen kunst-
feuer, die mit diesem rasen in berührung standen, fast gleichzeitig
entzünden musste. bei Vorstellungen von gewittern wurde dann mit
den rasen kleineres oder grösseres knallfeuerwerk verbunden , wel-
214
Warterverx^chnisM zu dm erlätUerungen.
fränden au jem. IISO; a'sammen
ftrfinden 8990.*
fry, adj. 463«; adv, 1106.
fürsahen, verordnen A477.
gftben, gab wo mao int 39A8; goU
gftb joch 4148.
gestiUea 9390.
getaligkeit 1806.
gewsBgea 93.
gfieri 636.
g'häld 3670.
gloubt werdeu 1388.
gleichaurs, abbild 8678.
g'leit 3986.
gluck y glückaeligkeit 8633.
gljchsaniy gleich 587.
gaadea 8A35. 5698.
gaaturt A094.
gon, mit nachfolgendem infin. 634;
muessig g., fnit dem GS, 1864.
grimmea 369.
geschickt, anetändigy klug 4888.
gschwind, klug 89&0.
gsckwästrig 8038.
g*schyb 4A34.
gsicht, fem. 853.
giilSeBapiüi 494.
guli 5750.
gwardi 6114.
gwardikuecht «109.
gwiscne 8469*
hafeakftrs 5666.
haadelu (eia geheimaira) 458 ;
mit dem aec. 8603.
harbsaligkeit 6384.
haraischbleta 457.
hätael 965.
heillofs, liederlich 5067.
hertariU 8317.
heaaig 636. 951.
hochiae 8656.
hofierea 5771.
hofaieUtery nach 5551.
holtale^ e. spitaea.
hueaersädel 1097.
hur uad fera 8888.
husea im^Bammen) 1478.
huUe 3840.
I.
jarstag 5556.
VUy'ich ihn 8356.
justierea 3340.
kaat 474.
keib 916. 8386. 5086.
ketUn 346.
klapperea 8386.
klappermaaa 8386.
Can) kleia 8390.
koa, gekommen 3843.
kdadea, können 188.
kuntsGhaffk haa 847.
8. Kuria 5085; S. ttri« plag 3945.
kuta 909.
läbig 830.
läckera 83ll8.
laateraeck 5040.
leerea, lernen 75. 3095.
leitea (eiaea) 3867.
lur 8387.
IjGhaniy als ad». 3675.
(aich) Ij^dea 3839.
l^dealoa 8316.
M.
machea (a' aiite) 498; la aeaekel
3344.
mord, n. 385.
morllich 385.
müeasig, a. goa.
uinifee (mufle?) 3301.
mungentrfiaael 5667.
BT.
aachia 3914.
(dea) aächatea, adv. 586.
aamuiea 5574.
aaat 1857.
Beifawar 4416.
Nephiliui^ nach 4918.
aeatelgliuipf 1136.
aieaeriaa 4650.
Bochy doch 309.
Wärterverxetehnm xu dm erläuterunpm.
215
oufi, nur, 1197.
nummen 435. 4355.
z* nute, s. machen,
nütz , nicht 548.
nützid 540.
O.
dde 1535.
offen ^ adv , paktm 5d81.
ottgefar 5570. •
ort, ende, ecke 8S67.
P.
paschgen 5132.
pfengknuTs 914.
Pflaster, mörtel 3351.
posten, eilbote 397.
prästen, subst 1118; verb. 1155.
precht 4358.
pnist 8558.
raafs 5018.
räckholter 968.
rasen, nach 6199.
reben, rüben 1114.
reichen^ berufen 697.
reychrsnen 870.
ritterschaft, herrlichkeit 301.
(sich) roden 8381.
rottein (das stundle) 4839.
row, wild 373.
riiflinien 8500.
sägel, m. 844.
satt, fest 3054.
schaden, conj. imperf. schued 1889.
schftfenljn 1034.
scharten (sammen) 1998.
schicken, festsetzen 1486.
schinhiiot 5749.
Schlacht, recht 1818.
schlämm, schwelgerei 5689.
schlang, m. 1188.
schücben 1337.
scbüed, s, schaden.
schwdster 1987. f
senckel, «. machen.
sich BS sieht, verb 4691.
spitzen (höltzle) 3138.
stat, fem. lagerstätte 1908.
«tat, m. würde 557#.
Statthalter, nach 5551.
stattlich S048.
stellen (tag) 6130.
stiffken AP. zvl BS. ]l»38.
stumm, thor 8864.
stund, Stundenglas 1480.
stundle, Stundenglas 4289.
styff 3054.
summ 3022.
sunst, so 35. 5114.
sy, pron. sich 346.
T-
tag, s. stellen,
thant 6006.
tdnen, langweilig reden 4195.
toub, toll 374.
touben 4226.
trachten, betrachten 144.
trom and end 556.
tnigsärs, nach 5551.
truwen 3421.
truwlich 2171.
tugendlich, sanft 2138.
ilbelzyt 1561.
überbochen 3726.
übergäben, verlassen 8591.
überkommen 1807.
überstruchen 384.
(sich) üeben, thätig sein 2254.
uffenthalt, hülfe 792. 3827.
uffmützen 466.
ufjucken, nach 3934.
unbftrdig = unberdig 4441.
unbeyfs 862.
und, als 145. 204. 2110.
underlassen, übergehen 251.
underschlacht 560. 682. 5426.
anders ton, AS. 5004.
undertrjben 2733.
undertüschen 4206.
underwätten 1528.
unflaat 5660.
unform 831.
ungetrdst, hülflos 923.
216
WärknmxMim» m d^ irUMfrwifm.
«rserkoren 3819^.
ilwel 909.
V.
verbannen, verbieten 648.
▼ergifR, gifHg^ 9»««
verglycht, pari, präier, 303^
verg;oumen tSQ.
Terg^uot han 920«
(sich) ▼erhencken 4710.
verhdnen, schänden 49(»; sich v,
an DP. 4196, an PS. 1070.
Csich') verhouvren 13^
veijeben, DPAS. 1590.
vermisten 3471.
vernuten 120.
versGlMiiifcQ aOSi.
versuwen 1188.
verstöuben 3908.
vertuschen 4614*
verursachen, verantaHtm ^^
verwäsen, AP^tO^*
Csich) verwundern 2364«
voll A639.
wandeln 9 wandern 4716.
warneraen, sich umßek&i nach
DPS. 1464.
warten, »$. gerichM s^im nach
— 670.
wftsenlich 1292.
weiden 3107.
wercken 1740.
werden, geboren werden 3237.
wider strucben 429.
wiggle 912.
wildfang, wildpret 3871.
winsel (wiset) 968.
wdndest, wähntest dmy präter.
6048.
wunderbald 473.
wundergäb 119. 835.
T.
yemermer 2377.
jglen 2921.
jnbtlden, vorsteiien 5533.
zerteilen, abtheilen 555.
2ierd, Ziererei 835,
zierdt 3332.
zil CsteUen) 6130.
ziossle 967.
zfichiig, artig 124.
zuodienen 2626.
suostrickea Csack und band) 5879.
zno versieht, erwartung 76. 4894.
zyter, adv. 4287.
zytung, gerücht 5558«
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